Warum ist das ein Mythos?

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10 Antworten

In der heutigen Zeit werden die Begriffe "Mythos" und "Sage", teilweise sogar der Begriff "Märchen" oft synonym verwendet. Alle drei haben zwar gemeinsam, dass ihr Wahrheitsgehalt nicht überprüfbar und ihr Inhalt daher als erfunden anzunehmen ist, aber doch gibt es ganz klare Unterschiede.

Das Märchen fällt als erstes aus der Dreierreihe heraus, denn es ist ganz klar eine Unterhaltungs- oder Moralgeschichte, die auch keinen Anspruch hat, als wahr zu gelten. Im Märchen treten sehr oft fantastische Kreaturen wie Feen, Zwerge und Riesen auf, Tiere können sprechen und Menschen sind zu übermenschlichem fähig. Heutige Comicgeschichten über Superhelden haben eine starke Ähnlichkeit zum klassischen Märchen, wie zum Beispiel die der Gebrüder Grimm, Wilhem Hauff und Hans-Christian Andersen.

In einer Sage treten dagegen durchaus historische oder zumindest historisch Denkbare Elemente, Figuren und Orte auf. Oft ist eine Sage einem ganz bestimmten Ort zugesagt und hat dort noch bis in die Gegenwart hinein eine gewisse Bedeutung, ja sie wird sogar mit einem gewissen Stolz behandelt. Zwar können auch in einer Sage fantastische Kreaturen wie Drachen oder Ungeheuer, die der Held dann bezwingt, auftreten, aber diese Geschöpfe können auch durchaus als Symbole für einen grausamen Feind, schwere Katastrophen oder andere Sorgen und Nöte verstanden werden, vor dem die Bevölkerung tatsächlich einmal gerettet worden ist. Die Sage wird durch diese Elemente erzählerisch aufgewertet und ihr ein Unterhaltungscharakter verliehen. Beispiele wären die Siegfried- oder die Herakles-Sage.

Ein Mythos ist nun eine Sage, die meist einen aitiologischen Bezug hat (Schöpfungs- oder Herkunftssage). Symbole und Symboltaten sind hier maßgeblich, der Wahrheitsgehalt ist unwichtig und wird auch nicht vorausgesetzt - wichtig ist allein die Botschaft. Die Geschichte von Adam und Eva aus der Genesis ist geradezu ein Paradebeispiel für die Literaturgattung des Mythos, denn in ihr wird die Herkunft des Menschen geschildert und auch, wie der Mensch sich zum ersten Mal versündigte und aus dem Paradies vertrieben wurde. Der Mensch trägt hier nicht allein die Schuld: er wurde von Satan in Gestalt einer Schlange in Versuchung geführt und erliegt ihr.

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Der erste Ansatzpunkt dürfte sein, daß es sprechende Schlangen ebenso wenig gibt oder gegeben hat wie sprechende Pferde.

Der zweite Punkt von diversen weiteren wäre, daß jemand, der glaubt, daß man aus Lehm lebendige Menschen machen kann, vermutlich auch fähig ist, zu glauben, daß man aus Eisen Gold machen kann (solche hat es mal gegeben).

Nimmt man die Geschichte aber nicht wörtlich, sondern als gleichnishafte Beschreibung für menschliches Fehlverhalten und Selbstüberschätzung und die darauf folgende Kette der zwangsläufigen Folgen, dann paß die Sache besser, vor allem, weil der Interpretationsspielraum riesig ist.

Wenn wir z. B. bemerken, daß ein Nachbar die Treppe hochkommt, und wir nebenbei jemandem sagen, daß der Typ auf dem hohen Roß sitzt, dann meinen wir damit ja auch nicht, daß er auf einem Pferd sitzend die Treppe hochkommt.

Das schließt allerdings nicht aus, daß es trotzdem Menschen geben mag, die selbst so etwas wörtlich nehmen.

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Nun ja, warum sollte es kein Mythos sein. Es ist in der Theologie ein symbolisches Ereignis. Als Christ glaubt man nicht, dass es historischen Gehalt hat. Dazu soll es auch gar nicht dienen. Die Geschichte hat besitzt keine historische Wahrheit, sondern eine s. g. "Heilswahrheit". Das alles jetzt auszuführen würde den Rahmen sprengen. Dieses symbolische Ereignis reicht tief in die Theologie hinein, bzw. ist sogar eines der zentralen Punkte der Theologie. 

Nähere Informationen kannst du in diesem Buch nachlesen:

Dietrich Bonhoeffer, Schöpfung und Fall Chr. Kaiser Verlag, 1989, ISBN 978-3-579-01873-7 

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Kommentar von Giustolisi
09.09.2016, 08:12

Wenn das Ereignis nur symbolisch ist, ist es die Erbsünde durch den Sündenfall auch. Somit wäre der Kreuztod Jesu sinnlos gewesen, das Kartenhaus fällt zusammen.

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Nun ja, wenn das alles wörtlich zu nehmen ist, hat entweder Adam (mindestens) eine Tochter missbraucht, oder Eva (mindestens) einen ihrer Söhne, oder die Nachkommen von Adam und Eva (ich bin zu müde, "es" auszurechnen) haben einander "beglückt".

Bei Noah begann das gleiche Drama noch mal, während Lot nur seine Töchter geschwängert hat, weil seine Frau tot war. Salzsäule oder so.

Lies mal die Bibel. Danach musst du wahrscheinlich auch einen Großteil deiner Kleidung wegwerfen.

Wenn du danach noch alles für einen realistischen Tatsachenbericht hältst, ist das deine Entscheidung.
Andere werden dich aber nach deinem Urteilsvermögen beurteilen.

Selbst wenn die Bibelkenner immer Stellen in der Bibel finden, die den Stellen in der Bibel widersprechen, über die man grad redet.
Außenstehen bleibt das unverständlich, zensiert formuliert.

Ein großer deutschsprachiger Philosoph hat das treffend zusammengefasst, im Werk

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Man könnte Statt Mythos auch Märchen sagen. 
Dass es ein Märchen ist, sieht man daran, dass die Geschichte nicht plausibel ist.
Es gibt zum Beispiel keine sprechenden Schlangen, die Menschheit kann unmöglich von zwei Individuen abstammen und die Schöpfungsgeschichte auf der die Geschichte von Adam und Eva aufbaut wurde schon lange als Unfug entlarvt. 
Man kann also getrost davon ausgehen, dass diese Geschichte nur ein Mythos ist und nicht mehr wahrheit enthält als die Geschichte von Rotkäppchen.
Das betrifft dann auch Geschichten, die auf der Erzählung vom Sündenfall aufbauen, wie die von Jesus, der für die Erbsünde gestorben sein soll, die es dann ja nie gegeben haben kann.

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Hallo letmeknoow,

viele halten die biblische Erzählung von Adam und Eva für ein Mythos. Ist sie das aber wirklich? Die Bibel spricht von diesen beiden nämlich als von Personen, die tatsächlich gelebt haben und von denen das gesamte Menschengeschlecht abstammt. Was soll man nun glauben? Ist es mit dem Wissen und den Erkenntnissen der heutigen Zeit zu vereinbaren, Adam und Eva als historische Personen zu betrachten oder sprechen die Fakten dagegen?

Da ist zunächst einmal der kurze biblische Bericht der Genesis über die Erschaffung des ersten Menschen (Adam). Die Bibel berichtet folgendes: "Und Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele."(1. Mose 2:7).Ist das, was hier ausgesagt wird, wissenschaftlich korrekt? Nun im "Staub", also in der Erde, sind all die 41 grundlegenden chemischen Elemente, aus denen der menschliche Körper besteht, zu finden. Die Formulierung "aus Staub" ist zwar einfach ausgedrückt ist aber dennoch mit den Tatsachen in Übereinstimmung.

Bemerkenswert ist auch, dass eigentlich das gesamte Menschengeschlecht und damit alle Menschenrassen miteinander verwandt sind. Wie anders wäre es sonst zu begründen, als damit, dass die Menschheitsfamilie auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgeht? Der anatomische und organische Aufbau eines Menschen, egal welcher Rasse er angehört, ist stets identisch. Das wird auch in folgenden Werken gesagt:

„Die Wissenschaft bestätigt jetzt, was die meisten der großen Religionen schon immer gepredigt haben: Alle Menschen, ganz gleich, zu welcher Rasse sie gehören, stammen .  .  . von dem gleichen ersten Menschen ab“ (Amram Scheinfeld, Heredity in Humans, S. 238, Philadelphia und New York, 1972).

„Was in der Bibel schon seit Jahrhunderten über Adam und Eva, Vater und Mutter des ganzen Menschengeschlechts, steht, ist das, was die wissenschaftlichen Forschungen ergeben haben: daß alle Völker der Erde eine einzige Familie bilden und einen gemeinsamen Ursprung haben“ (Ruth Benedict und Gene Weltfish, The Races of Mankind [Die Menschenrassen], S. 3, New York, 1978).

Dass Adam nicht lediglich ein Sinnbild der gesamten frühen Menschheit ist, zeigt auch die Bibel selbst. So reiht sie z. B. Adam in verschiedene Geschlechtsregister ein, die eine Aufzählung historischer Personen darstellt. Ein Beispiel dafür ist der Stammbaum Jesu Christi gemäß Lukas, Kapitel 3, Verse 23 - 38. U. a heißt es dort: „Jesus selbst [war], als er sein Werk anfing, ungefähr dreißig Jahre alt und war .  .  . der Sohn .  .  . des David, .  .  . Sohn des Abraham, .  .  . Sohn des Adam.“ (David und Abraham sind bekannte geschichtliche Gestalten. Ist es daher nicht vernünftig, zu schlussfolgern, dass Adam eine wirkliche Person war? In einem anderen Bibelbuch, Judas 14, heißt es:"„Der siebte in der Linie von Adam her, Henoch, hat .  .  . prophezeit.“ (Henoch war nicht der siebte in der Linie von der gesamten frühen Menschheit her.)

Auch Jesus Christus sprach von Adam und Eva nicht lediglich als allegorische Personen. Das zeigt der Bericht in Matthäus 19:4,5:"[Jesus] sagte  .  .  .: ‚Habt ihr nicht [in 1.  Mose 1:27; 2:24] gelesen, dass der, welcher sie [Adam und Eva] schuf, sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat und sprach: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird fest zu seiner Frau halten, und die zwei werden e  i  n Fleisch sein“ .  .  .?‘  “ Diese Aussage Jesu belegt eindeutig, dass er den Bericht in der Genesis als Tatsachenbericht ansah.

Interessant ist auch die Aussage der Bibel in Apostelgeschichte, wo es heißt: "Und er hat aus e  i  n  e  m [Menschen] jede Nation der Menschen gemacht, damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen, und er verordnete die bestimmten Zeiten und die festgesetzten Wohngrenzen der [Menschen]" (Apostelgeschichte 17:26. Auch hier wird wiederum bestätigt, dass die gesamte Menschheit von einem gemeinsamen Vorfahren abstammt.

Zum Schluss möchte ich noch einen entscheidenden Punkt herausstellen, warum der Glaube an den Genesisbericht über Adam und Eva so bedeutungsvoll ist. Durch diesen Bericht erhalten wir nämlich befriedigende Antworten auf die wichtigsten Lebensfragen, wie z. B.: Woher kommen wir?Welchen Sinn hat das Leben? Warum gibt es so viel Leid und Böses in der Welt und wird das Böse jemals beseitigt? Außerdem wäre die wichtigste biblischen Lehre vom Lösegeld, ohne den Bericht über Adam und Eva nicht zu verstehen.

Das sind nur einige wesentliche Gründe, warum es einen Sinn macht, die biblische Erzählung von Adam und Eva für glaubwürdig zu halten.

LG Philipp

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Kommentar von Giustolisi
09.09.2016, 08:24

Die Geschichte ist unglaubwürdig, weil es keine sprechenden schlangen gibt, weil die Menschheit nicht von zwei Individuen abstammen kann und weil die Schöpfungsgeschichte auf der sie aufbaut schon lange als Unfug entlarvt wurde.

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Ein Mythos (sagenhafte Geschichte; Märchen) ist in seiner ursprünglichen Bedeutung eine Erzählung. Im religiösen Mythos wird das Dasein der Menschen mit der Welt der Götter verknüpft. https://de.wikipedia.org/wiki/Mythos

Bezüglich deiner Frage mit Adam und Eva (falls sie ernst gemeint ist), Mythen sind Geschichten/ Erzählungen, die durch eine gewisse Symbolik geprägt sind. Adam und Eva, der Baum des Lebens etc. können als Metapher für Verbundenheit zum Übersinnlichen oder gar der Natur gedeutet werden.

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Weil es eine erfundene Geschichte ist, die sich selbst als Wahrheit verkaufen will, bzw. ausgibt/ausgegeben wird.

Es gibt keine sprechenden Tiere und schon gar keine sprechenden Reptilien. Der Mensch ging nicht aus 2 Individuen hervor und die Welt wurde nicht von einem kosmischen Zauberer erschaffen.

Dennoch wird die Geschichte für wahr gehalten und als wahr ausgegeben.

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Kommentar von MarkusKapunkt
08.09.2016, 21:16

Nicht jede erfundene Geschichte ist ein Mythos und auch nicht jeder Mythos ist ganz und gar erfunden. =)

Aber im Grunde hast du recht.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Mythos
Such dir was raus.
Oder hast du einen anderen Vorschlag für die Zuordnungen der Erzählungen der Genesis ?
Du möchtest diese doch nicht als "Fakten" ansehen - oder ?

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Ein Mythos? Ich bitte dich, lese und du wirst verstehen das es so war und wieso es so war. Man muss lesen um zu verstehen.

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