Warum ist C der erste Ton und nicht A?

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4 Antworten

Hallo,

unsere Notenbezeichnungen haben ihre Ursprünge im antiken Griechenland, wo die sieben Stammtöne mit den ersten sieben Buchstaben des griechischen Alphabets bezeichnet wurden, also Alpha, Beta, Gamma usw.

Später traten an Stelle der griechischen Buchstaben die lateinischen Buchstaben A B C D E F G für die nicht erhöhten und nicht erniedrigten Töne einer Tonleiter, wobei das B später durch das H ersetzt wurde (im angloamerikanischen Raum blieb es beim B).

Dieses System, das zunächst in Byzanz in Gebrauch war, löste im Abendland das unter Papst Gregor gebräuchliche Neumensystem ab (nur vier Linien, den Noten ist keine bestimmte Tonhöhe zugeordnet).

Allerdings wurden auch schon bei der Neumenschreibweise den Linien Notenbezeichnungen vorangestellt. So wurde die oberste Linie dem Ton C zugeordnet (vielleicht, weil es bei den gregorianischen Gesängen selten höher hinauf ging - das ist aber nur eine Vermutung von mir - außerdem war die Tonhöhe auch eines bestimmten Tones noch nicht so festgelegt wie heute: Kammerton a: 440 Hz, im Barock: 415 Hz).

Später - als die Notenschrift auf fünf Linien eingeführt wurde, legten sogenannte Notenschlüssel fest, auf welcher Linie welcher Ton liegt. So legt der bekannteste Notenschlüssel, der Violinschlüssel, die zweite Linie von unten als Linie für den Ton G fest.

Nun ist das C nicht unbedingt der erste Ton einer Tonleiter, sondern nur der erste Ton einer bestimmten Tonleiter - nämlich C-Dur. Als unser Tonsystem entstand, gab es insgesamt sieben unterschiedliche Tonleitern: die ionische, dorische, phrygische, lydische, mixolydische, äolische und lokrische (nach griechischen Landschaften benannt).

Sie unterscheiden sich dadurch, daß sie jeweils mit einem anderen Stammton beginnen und dabei keine erhöhten oder erniedrigten Töne verwenden (auf dem Klavier sind sie nur auf den weißen Tasten zu spielen).

Beginnst Du mit C, hast Du die ionische Tonleiter (unser C-Dur), mit D beginnt die dorische, mit E die phrygische usw. wobei auf irgendwelche Kreuzchen oder Be-chen verzichtet wird. Phrygisch E ist also
E F G A H C D E und hat somit die Halbtonschritte zwischen dem ersten und zweiten sowie dem fünften und sechsten Ton.

Die Tonleiter A H C D E F G A ist nach diesem System die äolische und entspricht unserem Moll. Hier ist eben das A der erste Ton.

Daß bei der Dur-Tonleiter gerade die Tonleiter, die mit dem C beginnt, keine Vorzeichen benötigt, liegt daran, daß die natürlichen Halbtonschritte E-F und H-C genau dann - wie bei einer Dur-Tonleiter gefordert - zwischen der 3. und 4. bzw. 7. und 8. Stufe liegen, wenn man mit dem Ton C beginnt. Irgendeine Vorrangstellung des C ist daraus aber nicht abzuleiten.

Bei der Gitarre ist der erste Ton z.B. das E, bei der Violine das G, bei der Altblockflöte das F, eine Harfe ist gar in Ces-Dur gestimmt.

Welchen Ton Du demnach als ersten betrachtest, hängt schlicht und einfach von der Tonart ab, in der ein Stück geschrieben ist, oder von der Wahl Deines Musikinstrumentes.

Herzliche Grüße,

Willy

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Kommentar von Willy1729
11.07.2016, 09:44

Zur Ergänzung: Von den sieben 'Kirchentonarten' sind in unserer Musik vor allem die ionische und die äolische Tonleiter (Dur und Moll) in Gebrauch, wobei die Dur-Tonleiter von uns als die natürlichste empfunden wird: Fast alle Volks- und Kinderlieder sind in Dur geschrieben. Da C-Dur ohne Vorzeichen auskommt, ist diese Tonart im allgemeinen die erste, mit der man in der musikalischen Ausbildung in Berührung kommt.

Willy

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Weil das bei C-Dur das C ist. Bei a-moll das a. Das ist nun mal so

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Weil bei C-Dur eben das C der erste Ton ist.

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A ist der erste Ton in a-moll, der Paralleltonart der C-Dur.

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