Warum interessiert sich jetzt die Mehrheit plötzlich für Politik?

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11 Antworten

Ich denke, wirkliches Politikinteresse ist in etwa immer gleich geblieben. Nur weil sich Leute an aktuellen Themen beteiligen, heißt es nicht, daß sie sich nun auf einmal für Politik interessieren. Die großen Themen, die zur Zeit für Gesprächsstoff sorgen, sind halt zufällig politische Themen und nicht einmal so kleine. Ganz aktuell ja der Brexit. Das kriegen wir ja alle zu spüren, wir wissen nicht, welche Folgen das in nächster Zeit haben woll (auch wirtschaftlich). Man macht sich Gedanken, wie das nun für Deutschland ist und ob evtl. Deutschland auch austreten sollte usw. Klar redet man drüber. Aber wenn es wieder um die Alltagspolitik geht, ist leider das Interesse wieder so niedrig wie sonst auch.

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Kommentar von MM0Gamer
24.06.2016, 17:33

Super erklärt Danke.

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Wie du schon gut erkannt hast, gab (gibt) es den Brexit und die Flüchtlingsthematik. Die Fragen die gestellt werden, haben sehr oft direkt oder indirekt mit einem dieser beiden Themen zu tun.

Die Leute interessieren sich diese Themen mehr, weil die Menschen meinen, dass sie dessen Auswirkung direkt spüren werden. Da sich Leute für Themen, die sie selber betreffen immer mehr interessieren, steigt zur Zeit das Interesse an der Politik.

Diese beiden Themen können (müssen nicht) zukunftsweisend für unser aller Leben sein. Sowohl positiv als auch negativ. Darum haben viele Leute Angst um ihre Zukunft oder sind verwirrt, weil sie selber die Folgen nicht abschätzen können. Außerdem sind das aktuell Themen, die die Gesellschaft in zwei Lager spalten.

Wenn es um die Alltagspolitik wie Abgaswerte von Autos geht, werden die wenigsten Leute davon direkt getroffen. Darum interessiert das zum Beispiel immer noch nicht wirklich viele Leute.

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Warum interessiert sich jetzt die Mehrheit plötzlich für Politik?

Schön wärs! Das politische Interesse der Mehrheit ist sehr selektiv, es reduziert sich auf einige wenige Themen wie Flüchtlingspolitik und auf Themen die gerade medial vorgekaut werden, egal ob diese nun relevant sind oder nicht. Hat ein bisschen was bulimisches, Vorgekautes aufnehmen, wiederkäuen und anschließend wieder ausko..en. Sehr schön zu sehen am Brexit Beispiel, die Mehrheit hinterfragt nicht, die "negativen Folgen" eines Austritts sind eine ausgemachte Sache. Länder wie Norwegen und Schweiz müssten nach dieser Logik Entwicklungsländer sein.

Über die Halbwertszeit dieser Themen brauche ich nichts zu schreiben, das hat Unsinkable schon erledigt. 

Daß es tatsächlich einige Menschen mehr sind inzwischen, die sich für politische Zusammenhänge interessieren, schreibe ich der Nachrichtenvielfalt im Internet und einigen unabhängigen und unerschrockenen Journalisten zu, die in den letzten Jahren hervorragende Aufklärungsarbeit geleistet haben. Wir reden hier aber keinesfalls über eine Mehrheit, auch wenn die Deutungshoheit der Massenmedien merklich abgenommen hat.


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Zum Einen wegen der Medien, zum Anderen, weil im Moment tatsächlich politische Entscheidungen getroffen werden, die unser normales Alltagsleben beeinflussen könnten. Unter Umständen sogar spürbar^^

Ist schon was Anderes, ob ein Land die EU verlässt oder ob das Top-Thema des Tages die Einfuhrbeschränkungen für Himbeerbonbons aus Nordchina ist.

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Kommentar von Hooks
24.06.2016, 17:35

Dann sollte es einen doch sehr verwundern, welche Themen überhaupt nicht in den Medien erscheinen, die uns viel gravierender betreffen!

Man kann sich ja  nun fragen, welches wichtige Thema durch diese Diskussionen nun wieder überdeckt werden soll - wie schon so häufig geschehen...

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Guten Tag,

langsam merken die Menschen, dass das Leben um Sie herum sich verändert, in der Welt immer mehr Krieg, Flucht aus den Heimatsländer von Flüchtlingen, Hungersnot, Anschläge, Staatspleiten herrschen. Langsam kommt man überall, vor allem in Deutschland an einen Wendepunkt, wo die Toleranzgrenze der meisten Menschen erreicht ist, Arbeiter sich fragen, für was Sie Steuern bezahlen wenn Milliarden z.b. andauernd nach Griechenland überwiesen werden, dass bekanntlich ein Fass-ohne-Boden ist.

Vor allem in Deutschland ist es politisch unruhig wie selten zuvor in den vergangenen Jahren. Angst von Bürger vor Gewalt-oder Sexualstraftaten von Ausländern, Verlust der Arbeitsplätze, Terrorangst, Anstieg der fremdenfeindlichen Straftaten, spiegeln dies in ihrem Verhalten wider.

Es bleibt abzuwarten, wie sich alles weitere entwickelt, spätestens bei der BTW im Jahr 2017.

KaterKarlo2016

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Kommentar von MM0Gamer
24.06.2016, 17:36

Vielen Dank. Genau das gleiche dachte ich auch.

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Ebenfalls eine kurze Antwort:

Weil der Austritt medial vollkommen auseinander genommen wird. Der Austritt eines Landes gefährdet die Zukunft der EU und betrifft die Völker, die weiterhin innerhalb von ihr leben. Ganz einfach: Was momentan betrieben wird ist Schadensbegrenzung. ;)

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Weil die Situation in der Welt sich immer mehr zuspitzt. Das weckt dann auch das Interesse, vorallem wenn man durch die politische Lage selber betroffen ist.

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Kommentar von Hooks
24.06.2016, 17:30

Es gab schon zugespitztere Zeiten. Aber nun redet man nicht mehr sachlich sondern polemisch. Denn es geht ja nicht mehr um das "Wohl des Volkes" (welches Volkes? Darf es denn überhaupt noch Völker geben?), sondern nur noch um Macht und Geld.

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Ich denke, es liegt daran, daß das mehr publik gemacht wird, und zwar in einer Art, daß es auch die interessiert, die sonst nur an Klatsch interessiert sind.

Vielleicht sagt das etwas darüber aus, wohin unsere Gesellschaft und Politiker geraten sind.

Mainstream, mainstream, über alles.

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Kommentar von MM0Gamer
24.06.2016, 17:29

Danke. Ein Kumpel sagte mir mal dass jetzt viele Menschen Aufwachen und merken was sie da eigentlich tun. Irgendwie hat er da recht

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Kommentar von ollesgemuese
24.06.2016, 17:31

Man konnte sich auch vor 25 Jahren ganz gut über Politik informieren. Wenn man wollte.

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Aber woran liegt es,dass sich die Mehrheit plötzlich dafür interessiert?

Die kürzestmögliche Antwort: Weil jetzt etwas passiert. 

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Politik ist ein "Geschäft des langen Atems". Was heute diskutiert wird, wird in frühestens 5 Jahren (eher in 10 - 15 Jahren) beschlossen. Und was in 5 Jahren beschlossen wird, entfaltet seine volle Wirkung oft erst weitere 10, 20 Jahre später. Was also heute in der Politik diskutiert wird, ist im Regelfall frühestens in ca. 15 - 20 Jahren zu spüren.

Das sind Zeiträume, die ein Normalsterblicher nicht überblicken kann und will.

Doch wenn JETZT etwas passiert, wenn JETZT etwas beschlossen wird und wenn JETZT auch Ergebnisse sichtbar werden, dann interessieren sich die Leute intensiver dafür. ... und zwar genauso lange, wie etwas passiert.

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Beispiel: Der "Brexit" ist seit Mitte 2013, also seit fast genau 3 Jahren, akutes politisches Thema. Doch das eigentliche Interesse dafür erwachte erst vor etwa 1 Woche. Und es wird in etwa 1-2 Wochen auch schon wieder der Geschichte angehören. Auch hier auf dieser Plattform...

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Wie kommst du darauf, dass sich die Mehrheit dafür interessiert?

Die Themen, die du nennst, sind halt ideal, um sich darüber auszutauschen (im positiven Falle) oder auch zu hetzen, aufzumischen (im negativen Falle).
Und gerade Letzteres kommt hier bei gf wesentlich häufiger vor, als Fragen, die tatsächlich aus Interesse oder Wissensdurst gestellt werden.
Die meisten dieser Aufmischfragen werden aber zum Glück irgendwann gelöscht, daher sind sie dir evtl. noch nicht so aufgefallen.

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Ich denke einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben die Informationsmöglichkeiten, die uns heute zur Verfügung stehen. Informationen sind, insbesondere via Smartphone, überall und jederzeit abrufbar. Und es scheint, dass die Menschen eben doch nicht so "politikverdrossen" sind, wie oft behauptet wird.

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