Warum hören viele Menschen lieber auf Hetzte anstatt Fakten und Zahlen?

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8 Antworten

Ob Hetze oder "Fakten und Zahlen" ist sich in einem bedeutsamen Punkt gleich:

Es ist reine Glaubenssache, denn bei beidem wird etwas für wahr gehalten, was andere behauptet haben. Nur in seltenen Ausnahmefällen war jemand persönlich dabei oder hat persönlich alles überprüft.

Wenn also über irgend etwas heftig gestritten wird, dann ist es kein Streit um von den Streitenden nachgeprüftes Geschehen, sondern es ist ein Streit um Meinungsäußerungen Dritter (Zeitungen, Fernsehen usw.). Selbst ein wissenschaftlicher Bericht, wo er über Massenmedien verbreitet wird, hat auch dann, wenn er wahr ist, zunächst nur den Wert einer Meinung, solange er nicht von demjenigen nachgeprüft wird, der die Information aufnimmt.

Die bessere Fragestellung wäre deshalb gewesen, wie Meinungsbildungen zustande kommen, von denen dann fest geglaubt wird, daß es sich um Wahrheiten handelt.

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Weil es einfach ist. Man muss sich nicht mit vielen theoretischen, komplizierten und oft langweiligen Fakten auseinandersetzen. Und weil nicht der kühle Verstand, sondern das heiße Gefühl angesprochen wird.

Vergleiche jetzt nur mal Trump  und Clinton. Sie wirkt kühl, distanziert, er dagegen emotional, heißblütig. Er macht große Versprechungen, Amerika wieder great zu machen - auch so ein emotionaler Satz, und das wirkt.

Oder guck dir die Sportpalastrede von Göbbels an. Der Mann war schon ein genialer Redner. Selbst ich, die ich das Regime verabscheue, kann mich nicht entziehen, was da auf einer rein emotionalen und primitiven Ebene in einem ausgelöst wird. Quasi neandertalhafte Begeisterung.

Und es ist nun mal einfacher "Ausländerpack raus!" zu schreien als gelehrt und langweilig zu versuchen, komplizierte Sachverhalte aufzudröseln.

Zudem verleiht Hetze Sicherheit. Es wird nie gefragt. "Und was ist, wenn das nicht funktioniert?"  Bei der Sportpalastrede ist keiner aufgestanden und hat gefragt: "Herr Göbbels, was machen wir denn, wenn wir den Krieg verlieren?" Gut, das hätte er auch nicht riskieren dürfen...

Wenn man mehr der Ratio als der Hetze folgt, muss man leider mit Unsicherheiten leben. Und das halten viele Menschen nicht aus.


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so allgemein gefragt sei es mir erlaubt, allgemein zu antworten: Es ist oft nicht einfach zu unterscheiden zwischen Fakt und Hetze. Hetze kann auf Fakten beruhen, nämlich Fakten, die für Hetze verwendet werden. Genauso lassen sich Fakten dazu nutzen, die Bevölkerung einzulullen.

Die Frage ist, wozu man überhaupt Fakten benötigt, wenn man mit ihnen sowieso anstellen kann, was man will.

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Es gibt gewisse Dinge in der Psychologie die nachgewiesen sind. z.B. das Menschen in Gruppen Dinge tun würden die sie, wenn sie alleine wären, niemals tun würden oder das z.B. Menschen den Wahrheitsgehalt einer Nachricht höher einschätzen, je öfter man sie hört, auch wenn sie vorher explizit als falsch deklariert wurde. 

Darüber hinaus gehen viele Menschen in der Regel den Weg des geringsten Widerstandes und seinen eigenen Kopf zu benutzen, ist sicher nicht die einfachste Lösung.

Ich denke so etwas wird es auch für deinen Fall geben. 

Professor Dr. Rainer Mausfeld nennt es glaube Empörungsmanagement. 

Mfg 

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Viele sind einfach nur frustiert und finde es super, dass sich jemand endlich für ihre "Bedürfnisse" einsetzt und sich traut, die Missstände zu benennen. Hinzu kommt aber auch, dass die etablierten Parteien in vielen Köpfen versagt haben und sie sich deswegen anderweitig orientieren.

In den meisten Fällen spielen Ignoranz, Dummheit, Angst, Naivität und Faulheit eine ganz große Rolle. Wer liest sich heute noch die Parteiprogramme durch? "Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast", etc pp

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Viele Menschen werden manipuliert und lassen sich manipulieren. Sie sind zu faul, etwas kritisch zu hinterfragen und sich selbst soviel Wissen anzueignen, dass sie sich selbst eine Meinung bilden könnten. Es ist bequemer, das nachzuplappern, was Rattenfänger vorgeplappert haben. Das kann man gerade im Augenblick in der politischen Szene beobachten.

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Weil sie die Fakten und Zahlen nicht verstehen.

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Kommentar von jemand3
13.10.2016, 15:21

Ich will hier keine Sakasmus etc. haben sonder eine richtige wissenschaftliche Lösung :3

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Beispiel? ( unwiderlegbare Fakten, die nicht geglaubt werden)

Vielleicht liegt ja der Fehler bei dem, der glaubt, seine "Fakten" seien unwiderlegbar...

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Kommentar von Dxmklvw
14.10.2016, 20:07

Auch das trifft zu, wobei die Betonung meiner Ansicht nach aber ebenso auf dem Begriff "glauben" liegen sollte. Jemand hat von jemandem gehört, der einmal gehört hat ... und dann wird geglaubt ohne zu verstehen und gestritten ohne zu prüfen.

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