Warum hinterfragen so wenig Gläubige ihren Glauben?

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28 Antworten

Ich denke sie hinterfragen ihren Glauben nicht, weil sie als intelligente Menschen irgendwie ahnen müssen, was dabei heraus kommen würde.

Wissen kann man problemlos hinterfragen. Man kann Theorien auseinander nehmen und zurück verfolgen und wird immer auf Belege und logische, widerspruchsfreie Schlüsse stoßen. Was unbelegt oder widersprüchlich ist, ist einfach nicht Fakt. So kann man jede Erkenntnis auseinander nehmen und sie wird sich entweder als richtig erweisen und somit bestätigt werden, oder sie wird widerlegt,weil sie unlogisch, widersprüchlich oder nicht ausreichend belegt ist. In beiden Fällen hat man was gelernt und somit gewonnen. Stellt sich etwas als falsch heraus, das man bisher angenommen hat, passt man sein Weltbild an.

Beim Hinterfragen des Glaubens kommt man zwangsläufig an den Punkt, wo man merkt, dass es eigentlich keinen Grund gibt, zu glauben, zumindest, wenn man alles logisch zu Ende denkt. Deswegen heißt es Glauben und nicht Wissen. 
Stellt sich der Glaube als falsch heraus, bricht für den Gläubigen die Welt zusammen. Ohne Gott gibt es keine von Gott inspirierte Schrift, keine gottgegebenen Gebote, kein Paradies nach dem Tod, keine aus dem ganzen Kram abgeleiteten Verhaltensnormen und Regeln. 
Der ehemals Gläubige muss dann selbst Antworten auf seine Fragen finden und immer damit rechnen, dass er auch falsch liegen kann, wenn es keine bis in alle Ewigkeit richtigen Glaubenssätze mehr gibt. Er muss mit unbeantworteten Fragen klar kommen und damit, dass nicht alles einen Sinn hat. Die Entstehung des Universums, die Entstehung des Lebens und viele weitere Fragen sind einfach noch nicht beantwortet. Das Leid auf der Erde oder der unerwartete Tod Menschen hat dann keinen Sinn mehr als Teil eines göttlichen Plans. Wenn es einem schlecht geht, man krank ist, oder man irgendwas ganz dringend braucht, gibt es ohne Gott nicht mehr die Hoffnung, dass man darum beten kann und dieses Gebet vielleicht erhört wird.

Kurzum, der Gläubige hat viel zu verlieren und eigentlich nichts zu gewinnen, denn dass dass was er glaubt absolut und bis in alle Ewigkeit richtig ist, glaubt er ja bereits, so gibt es für ihn gar keinen Grund, es zu hinterfragen, er könnte ja eh nur verlieren.

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Kommentar von Humanoid98
11.06.2016, 23:30

Da stimme ich dir, als gläubige Person, vollkommen zu.

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Kommentar von Garfield0001
31.08.2016, 23:34

was ist die "Wahrheit"? Bist du sicher dass du mit dem ganzen Wissen tatsächlich ALLES verstehst? Ich würde sagen unser Wissen hilft uns eine Sichtweise zu erkennen. Aber die Wahrheit ... ich wäre vorsichtig.

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Also ich selbst bin gläubig, aber nicht unbedingt religiös, auch wenn ich so erzogen wurde.

Das Problem liegt nicht an den gläubigen/religiösen Menschen an sich, sondern an denen, die ihre Schriften zu ernst nehmen und sie anstatt als Ratgeber als Gesetzbuch ansehen. Es mangelt diesen Menschen in keiner Weise an Intelligenz sondern einfach nur an Liebe. Eine ganze Reihe berühmter Wissenschaftler waren sehr gläubig. Und diesen würde wohl keiner Dummheit oder einen zu engen geistigen Horizont zuschreiben.

Der Glaube an sich ist nichts Schlechtes oder Unlogisches. Ganz im Gegenteil. Er gibt Kraft und hilft einem schwere Zeiten durchzustehen.

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Man könnte diese Frage auch anders stellen z.B. warum viele Atheisten ihren Glauben hinterfragen oder andere etc. Ich z.B. habe das Christentum sehr sehr oft hinterfragt, ich eurde auch christlich erzogen, habe aber mich erstmal gegen den Glauben gestellt und gesagt geht mich doch nicht an. Aber dann hats bei mir klick gemacht, vielleicht sollte ich meine Enstcheidung auch mal überdenken und habe es dann auch getan und bin zu den Schluss gekommen, dass ich Gott kennenlernen will-auf meine eigene Art und Weise nicht wie meine Eltern. Z.B. hat mir der Stil der Gottes dienste nicht gefallen und habe dann in eine andere Kirche gewechselt und si habe ich Gott immer mehr kennengelernt und gemerkt, dass er real ist

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Ich bin zwar seit meiner Geburt muslimin aber wurde nicht so richtig "islamisch" erzogen. Das heißt mir wurde nicht viel vom Islam beigebracht. Genau aus diesem Grund war ich weniger gläubig und hab mich gefragt "gibt's Allah überhaupt" und habe natürlich meinen Glauben hinterfragt und es passte so zusammen das Leben die Welt und der Islam. Seitdem ich zu diesem Entschluss gekommen bin, bin ich auch nicht mehr unsicher was die Existenz gottes betrifft. Unten habe ich gesehen, dass jemand deine Frage beantwortet hatte und du darauf antwortetest das du schonmal eine Frage gestellt hättest im Bezug auf die "Hölle". Falls dir Muslime gesagt haben, es gäbe keine Hölle haben die einfach nur Mist geredet. Im Islam ist 100% von der Hölle UND dem Paradies die Rede. Und es würden nicht nur Muslime ins Paradies kommen ganz klar, aber wer dorthin kommt, weiß kein Mensch! Auch Christen, juden oder Andersgläubige können ins Paradies kommen und auch Muslime in die Hölle. Daran ist alles gerecht, wenn du zu Gott gerecht warst wird er gerecht zu dir sein aber auch wenn du ungerecht bist, ist er gerecht. Das hat was mit Barmherzigkeit zutun:) 

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Dies passiert nicht nur bei Religionen sondern auch in Firmen...dass die Meinung, Richtung und Firmenphilosophie nicht oder zumindest teilweise hinterfragt werden...oft auch noch nicht mal einzelne Abläufe!

Dies liegt daran, dass Menschen ungern ein funktionierendes System hinterfragen und somit in Frage stellen wollen da in der Evolotionsgeschichte es oft tötlich geendet hat wenn man ein laufendes System z.B. für die Nahrungssuche über den Haufen geworfen hat!

Unteranderm wird es uns auch von Kindesalter an, an erzogen, dass wir nach verschiedenen Kodexen bzw. nach verschiedenen Wertevorstellungen und Vorstellungen im Allgemeinen zu leben haben die Autoritätspersonen oder auch "Autoritätssymbole" einem vorgeben bzw. vorleben und dass man diese denn nicht hinterfragen soll!

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Aus welchem Grund sollten sie das tun, wenn sie mit ihrem Glauben zufrieden sind? Wie heißt es doch: "Never change a running system"

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Der Gedanke des "Verführers" (Offb.12,9) ist ja, die Kinder so früh als möglich in "seine Richtung" (Eph.2,2) zu lenken (siehe Baby-Taufe).

Sein Plan: wenn man die Menschen früh "umdreht", sind sie auch später kein "Problem" mehr (2.Kor.4,4).

Über die "richtige Taufe" steht in Gottes Wort etwas anderes (Kol.2,12; Röm.6,3).

Das Ende des "Gottes dieser Welt" ist jedoch besiegelt (Offb.20,2.10).

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Ich bin der festen Überzeugung, dass die Gläubigen sich das sehr wohl hinterfragen. Nur Sie können es einfach nicht wahrhaben wollen, wenn die Wahrheit vielleicht ganz anders aussehen könnte. Für viele Gläubigen ist der Glaube (der nur Glaube ist und nicht Wissen) das wichtigste auf der Welt. Das kann ich zwar beim besten Willen nicht nachvollziehen, aber das ist jedem das seine.

Die, die sich das nicht hinterfragen sind (um es mal ganz vorsichtig auszudrücken) einfach zu naiv oder denen interessiert das nicht.

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Ich bin eigentlich Katholisch, allerdings glaube ich nur das, was ich glauben will. Das Problem beim Glauben ist, dass bereits den Kindern eingebläut wird, was laut der Religion "richtig" ist und dass sie das nicht hinterfragen dürfen.

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Kommentar von ollesgemuese
29.05.2016, 00:52

Also eigentlich nennt man sich katholisch, wenn man die entsprechenden Glaubenswahrheiten auch als solche erachtet...sonst ist man nicht "eigentlich" katholisch, sondern allenfalls katholisch getauft...

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Das liegt am Menschen selbst. Die Grundeigenschaften liegen den Menschen sozusagen im Weg.

Da ist eine Menschenmenge, die sagt "Dieser Weg ist richtig.". Das Individuum steht da und hat nun die Möglichkeit "Ich habe Recht, die Masse nicht." oder "Die Masse hat Recht und ich liege falsch.". Sich gegen eine Masse zu stellen ist schwer, verlangt persönliche Opfer und kann zu Isolation führen. Also werden Widersprüche ignoriert und aufgelöst. Man belügt sich so lange selbst, bis Realität und Gedanken irgendwie wieder zusammenpassen.

Das traurige dabei: die Menschen glauben, auf dem richtigen Weg zu sein und am Ende war der ganze Kram sinnlos. Und das nur, weil ihnen der Mut fehlte, selbst nach der Wahrheit zu suchen.

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1. Es könnte allgemein an der Kultur liegen, weshalb sie es nicht tun. 2. Warum soll sich ein Gläubiger hinterfragen, was falsch an seiner Religion ist? Dann wäre man doch nicht gläubig oder? 

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Jedes Kind fängt mal mit blindem Glauben an. Später fängt es an Fragen zu stellen. Dann fangen die Probleme an. Die Antworten sind meistens nicht sehr hilfreich. So lässt man eben das Fragen sein und glaubt mehr oder weniger blind weiter.

Vereinzelte beschäftigen sich weiter damit und wollen wissen, wie etwas ist, oder funktioniert. Ist ja nicht falsch, doch damit fangen die Probleme an.

Glauben und nichts hinterfragen ist bequemer und wird sogar noch belohnt von der Umwelt.

Jeder geht schliesslich den Weg, den er gehen will. Der Weg vom Glauben zum Wissen ist beschwerlich und eine grosse Herausforderung. 


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Als Christ kann ich Dir eine andere Wahrnehmung behaupten.

Ich kenne eine Vielzahl von

  • überzeugten Christen

aber so gut wie keine Christen

  • aufgrund von Erlerntem.

Richtig ist, der christliche Glaube ist umfangreich, und die christliche Lehre bedarf einer Unterrichtung, oder auch Unterweisung. Danach ist es in der Regel aber so, dass sich der Glaube der jeweiligen Christen entwickelt, also eigenständige Formen annimmt. 

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In Ihrer Frage steckt ein eklatanter Verständnisfehler: Sie setzen voraus, daß der Mensch zunächst glaubt, zum Glauben gebracht wird, vielleicht sogar dazu gezwungen wird. Er glaubt also alles unkritisch und gedankenlos, was ihm Autoritäten (Eltern, Lehrer) oder Schriften vorgeben, glauben zu müssen. 

Echte Gläubige aber - und das ist Ihr Denkfehler - denken zunächst erstmal nach. Oft viele Jahre. Ein Prozess mit vielen Zweifeln und Hoffnungen. Und kommen dann oder gerade dadurch zu einem Glauben, der dann auf festem Boden gegründet ist. Aufgrund Ihrer Erfahrung sprechen Sie dem Glauben die Legitimität des Realen ab; sonst sprächen Sie nicht von der Notwendigkeit, zu ¨hinterfragen¨. Gerade das Hinterfragen - also das Einschalten des Logus - führt zum Verlust des Glaubens. Denn hinterfragen reduziert das Unbegreifliche, das im Vertrauen auf Gott beruht, auf den begrenzten menschlichen Horizont. 

Auch die Bibel kennt Glaubensverlust. Daher spricht Jesus davon, zu werden wie Kinder (also naiv und einfältig), um ins Himmelreich eingehen zu können. Kinder glauben; sie glauben auch ihren Eltern, ohne sie zu hinterfragen. Ebenso sollte das Verhältnis eines Gläubigen zu Gott aufgebaut sein. Lesen Sie auch mal das Gleichnis vom Sämann, zum Beispiel Matthäus 13, 1-8.

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Sobald sie es hinterfragen, entdecken sie Fehler in der Religion, weil sie diese Fragen nicht standhalten kann. Ich persönlich bin auch Atheist und kann mir nicht vorstellen an Gott oder was auch immer zu glauben.
Sie nehmen sich Beispiele an Geschichten wie die von Hiob. Er wird von Gott auf die Probe gestellt und fällt trotzdem nicht vom Glauben ab. Sie sehen alles, was ihnen geschieht als von Gott gewollt an.

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Kommentar von Ryuuk
29.05.2016, 00:13

Ah ja, Hiob. Gott ruiniert das Leben eines guten Anhängers, um eine Wette mit dem Teufel zu gewinnen.

Egal wie man Gott ansieht, das war einfach nur grausam.

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Kommentar von GreenDayFan97
29.05.2016, 00:16

Ja, Gott fügte ihm Leid zu, nahm ihm alles was er hatte und dennoch verlor Hiob nicht sein Glauben. Die Wette kann man in den Hintergrund stellen, denn davon wusste Hiob nichts. Hiob hätte auch einfach nach all dem Leid ungläubig werden können. Die Theodizeefrage erlaubt mehrere Antworten, warum Gott Leid zulässt.

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Das Video zeigt den Grund dafür sehr schön. Das Stichwort lautet: Indoktrination. Die Menschen wachsen mit dem Gefühl auf, dass ihr Glaube und alles was damit zusammenhängt so sein müsse und alles was dem widersprechen würde, würde als fremdartig, abartig oder sogar erschreckend angesehen werden, weil es nicht in ihre Norm passt.

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Glauben ist nicht Wissen.

Daher ist es nur beschränkt hinterfragbar. Die Quelle des Glaubens sollte allerdings jeder Gläubige nennen können.

Ich persönlich bin aus der Kirche ausgetreten.

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Ich erlebe es sehr oft bei Christen, dass sie im Gegensatz zu Moslems einfach keine Ahnung von ihrer Religion haben.

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Weil sie einen beschränkten Horizont haben

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80% der Gläubigen haben nicht mal ihre Heilige Schrift gelesen. Sie sagen dass sie glauben weil sie denken dass sie glauben müssen.

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