Frage von HappyAbsturz, 147

Warum hilft mir nur mein Hund?

Ich habe seit einigen Jahre eine emotionale Störung ( Soziale Phobie). Ich bekomme Panik wenn ich alleine raus muss , vor allem wenn ich an anderen Leuten vorbei muss, es reicht ein Blick von einer wild fremden Person und mein hals schnürt sich zu und ich habe das Gefühl tausende Kilos würden meinen Brustkorb zerdrücken. Es ändert sich auch nicht wenn ich mit einer vertrauten Person unterwegs bin. Aber wenn ich mit meinem Hund (Bernersennen-Appenzeller mix) gehe fühl ich mich so gut. Mich können 70 Leute blöd anschauen , sogar ansprechen und mir geht es gut dabei. Ich verstehe nicht wieso es so ist aber in letzter Zeit denke ich eher drüber nach wie es ist wenn er mich nicht mehr so stark macht. Er ist 8 und hat Epilepsie es kann also sein dass er bald eingeschläfert wird. Ich hab das Gefühl wenn ich von Tieren umgeben bin, dass ich gesund bin. Einfach glücklich und stark. Es geht mir dann einfach so gut. Jedenfalls ist meine Frage, wie ich diese Stärke behalten kann und ob jemand weiß weshalb es mir nur dann gut geht? ( gibt es eine Erklärung ?)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LukaUndShiba, 63

Besuchst du einen Psychologen? Ich empfehle dir das dringend. 

Glaub mir ich kann extrem gut nach empfinden wie du dich fühlst da ich selber eine soziale Phobie hab. Es ist super schwer für mich zu arbeiten und all das. Aber ein Psychologe kann da echt helfen. Mein Hund ist da nur ne extra stützte aber er sollte nie die Therapie sein denn das kann er nicht und er wird dir auch nicht auf Dauer bei diesem Problem helfen er kann dich nur ein Stück Weit unterstützen. 

Als ich noch jünger war (und zudem auch niemand wusste was mit mir los war) da muss ich sagen  da ging es mir auch so wie dir. Nur den Müll raus zu bringen war Schon schrecklich da man vielleicht von wem gesehen werden könnte. Aber wenn ich dann mit den Hunden aus der Familie laufen war.... da hat man sich plötzlich so extrem stark gefühlt. Da habe ich mich eher über Blicke gefreut, war stolz mit zwei Schäferhunden und nem Langhaar collie laufen zu können.

Warum das so ist... ich kann es dir ehrlich nicht sagen. Aber wie du siehst du bist damit nicht alleine ^^

Kommentar von LukaUndShiba ,

Danke für den Stern :3

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Hund, 42

Du hast diesen Hund zu deiner Krücke erklärt.

Jeder der Probleme mit solchen Krankheiten hat, holt sich Krücken. Andere Menschen, bestimmte Talismänner, ein Tier oder ein Medikament oder auch einen Suchtstoff wie Alkohol, Rauchen und noch stärkeres.

Bei dir ist deine "Gehilfe" eben dein Hund. Duch ihn fühlst du dich sicher und beschützt, das ist also normal und bei weitem gesünder als Medis oder Suchtstoffe.

Vielleicht solltes du dann in eine Tiergestützte Reha gehen. Hippotherapie, oder einer psychosomatischen Klinik mit Tieren, die gibt es.

Antwort
von joellesta1, 30

Ich kenne einen ähnlichen Fall, bei dem eine Frau Mitte zwanzig unter einer sozialen Phobie litt und sich nur rausgetraut hat, wenn sie Schuhe mit hohen Absätzen trug.

Dein Hund gibt dir Selbstbewusstsein und vielleicht fühlst du dich durch ihn sogar beschützt.

Solltest du nicht bereits eine Verhaltenstherapie machen, dann würde ich dir das empfehlen. Oft besteht ein Teil dieser Therapie aus der Konfrontation mit für den jeweiligen Patienten schwierigen Situationen. Du wirst dann mit der Zeit lernen, auch in Begleitung und irgendwann alleine rausgehen zu können.

Sollte dein Hund wirklich bald gehen, dann macht es in deinem Fall aber vielleicht ja Sinn, einen neuen Hund zu kaufen. Einen, der dir dieses Selbstbewusstsein auch schenken kann. Solltest du das aufgrund deines alten Hundes nicht können, dann ist das vielleicht auch nicht schlimm, denn dann hast du keine Wahl mehr und wirst zwangsläufig irgendwann auch alleine rausgehen und das wäre ja schon ein Fortschritt.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Erfolg bei deinem weiteren Weg!

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 20

Hi kenne selber das Problem, jeder Ausflug nach draussen wird zu einen Kampf. Würde dir nahelegen wollen einen Selbstverteidigungskurs mal mitzumachen, das stärkt das Selbstwertgefühl ungemein, wenn man weiss das man sich im Ernstfall selber verteidigen kann und man lernt nebenbei noch viele neue Leute kennen, die teilweise das gleiche Problem haben, so das man sich gegenseitig auch ein bisschen besser verstehen kann. Denke das du dich evtl draussen an deinen Hund orientierst, er sagt dann schon Bescheid, wenn böse Menschen kommen und da kommst du nur raus, wenn du lernst, dich auf dich selbst verlassen zu können. 

Solltest du noch nicht in Therapie sein, kann ich dir nur nahelegen das du dich da mal drum kümmerst, es hilft ungemein neue Verhaltensweisen zu erlernen, sein Problem genau zu erkennen und zu wissen was grad mit ein passiert, so das man es in Zukunft schafft ohne Panikattacken durch das Leben zu kommen. Man kann leider nicht die komplette Umwelt therapieren, nur sich selber und seinen Umgang mit der Umwelt, aber es hilft ein schon weiter ;) 

Expertenantwort
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 20

Das Zusammensein mit Deinem Hund hilft Dir womöglich weil Du damit eine Aufgabe, eine Verantwortung für den Hund bekommst.

Ein Mensch braucht soziale Aufgaben um nicht nur seinen eigenen Bauchnabel zu betrachten.

Wie @friesennarr Dir schon sagt, es gibt tiergestützte Therapien welche genau mit diesem Wirkungsmechanismus arbeiten. Du solltest Dir eine solche Therapie suchen.

Spreche mit Deinem Arzt darüber, ganz offen.

Antwort
von 2Moriarty4, 67

falls es dich beruhigt...dein hund liebt dich auch nur weil es zu seinen instinkten gehört zuneigung zum rudelführer zu empfinden...

Kommentar von friesennarr ,

Blödsinn - Hund wird zum Familienmitglied und seine Gefühle kommen bestimmt nicht vom Instinkt.

Antwort
von brandon, 21

Du bist mit Deinem Problem nicht allein, auch ich fühle mich sicherer wenn mein Hund dabei ist.

Warum das so ist weiß ich auch nicht so recht.

LG


Antwort
von BadBoy4Life, 54

ich sage dir ehrlich, was ich denke was du machst solltest. Geh zum psychologen. Das ist keine Schande. Erzähl ihm deine Lage und er wird bessere tipps geben können als wir. Weil das halt wirklich ein Profi auf dem gebiet ist und nicht wie die meisten hier laien sind. 
ein anderer tipp von mir ist dich deiner angst zu stellen. öfter alleine rauszugehen tagsüber.

Kommentar von friesennarr ,

Dein Tipp ist problematisch - ohne Anleitung und Unterstützung eines Psychotherpeuten kann sowas schnell nach hinten los gehen.

Einen Psychotherapeuten zu finden ist schon so schwer wie ein sechser im Lotto.

Antwort
von KUMAK, 45

Dein Hund macht das nicht extra, er folgt seinem Instinkt, er weiss: "Bei dir gibt es Essen" und bleibt nur deswegen bei dir. 

Kommentar von Lexiana ,

So ein Quatsch, auch wenn du ihm tagelang  nix zu essen  gibst bleibt er dein bester Freund. Hunde sind  zum Glück  nicht  so  berechenbar  wie Menschen. Wenn man  seinen Hund gut behandelt,steht er dir immer mit seiner Treue zur Seite auch ohne Belohnungen in Form  von  was zu fressen 

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