Warum herrscht in (manchen) reichen Ländern eine hohe Arbeitslosigkeit?

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5 Antworten

Die Ansicht, dass "reiches Land" = "Vollbeschäftigung" zusammengehören ist eine Einstellung, die von der speziell deutschen Nachkriegsentwicklung geprägt ist.  Das - fürchte ich - wird in Zukunft auch mehr auseinanderdriften. Ist Spanien ein reiches Land? Da gibt es viele reiche Leute und einen "arm gehaltenen Staat". Und die seit Jahren extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit beruht auf dem strukturellen Problem, dass es kaum Mittelstand gibt, der in Deutschland der Hauptarbeitgeber ist. Siehe:

https://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/factbook-german-mittelstand,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

Seite 3. Und Spanien? Analyse "German Trade Investment":

"Spaniens kleinteilige Unternehmenslandschaft war in der Krise besonders
anfällig. Um ein wettbewerbsfähigeres und stabileres Wirtschaftsumfeld
zu schaffen, muss der Anteil mittlerer Unternehmen zunehmen. Zu diesem
Schluss kommt der Mittelstandsbericht 2015, den die
Unternehmervereinigung Circulo de Empresarios im Sommer vorstellte.
"Unsere Wirtschaft benötigt ein produktives Modell, das es erlaubt,
stabile und anspruchsvolle Arbeitsplätze zu schaffen", heißt es darin.
Dazu bedürfe es eines Firmengewebes mit hinreichend Kraft, um
Innovationsprozesse durchzuführen und im Wettbewerb auf immer globaleren
Märkten zu bestehen. Die Realität sieht noch anders aus: "Was wir
haben, ist eine duale Unternehmenslandschaft, in der ein hoher
Prozentsatz von Firmen sehr geringer Größe koexistiert mit einer kleinen
Gruppe von Unternehmen großer Dimension, die sehr wettbewerbsfähig,
innovativ und internationalisiert sind."

Nur - geschrieben ist das schnell - solche Strukturen entstehen zu lassen, Mittlere zu fördern statt nur die Großen zu begünstigen, das ist leichter gesagt als getan. Und so gibt es in Spanien beides nebeneinaner: Hohe Arbeitslosigkeit und großen Reichtum.

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Wenn du mir reichen Ländern sowas wie China meinst, dann gibt es dort sehr viele Millionäre, dennoch ist ein Großteil der Bevölkerung schlecht ausgebildet für die dortigen Jobs.

In Industriegesellschaften sind Jobs in Dienstleistungssektor mit hohem Bildungsstand gefragt. 

Hat sich ein Land erst "kürzlich" zu einem reichen entwickelt kommt die "schlaue schicht" erst langsam nach.

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Das liegt am technologischen Fortschritt, Maschinen übernehmen die Arbeit und machen die menschliche Arbeit überflüssig

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nicht jeder, und vor allem nich Leute ohne Berufserfehrung, kann eine Leistung erbringen, mit der er verdient, was Bürokraten als genug akzeptieren

"Mindestlöhne" sind ein Verbot dagegen, Leute die weniger als diesen Betrag leisten kostendeckend einzustellen

das bedeutet zwar nicht, dass Leute gleich entlassen werden, wenn dieses Minimum erhöht wird, weil erst ein Ersatz (z.b. automatisierung) gefunden und finanziert werden muss, aber es sind dadurch deutlich weniger neue Jobangebote da

und ohne ersten Job, auch keine Chance die nötige Erfahrung zu sammeln

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Eine Region, wie die von Dir genannte Ile de France (Ballungsraum Paris) hat ja die Banlieus, die Wohnsiedlungen der Einwanderer/Migranten. Schlecht gebildet, keine Fähigkeiten.

Bleiben wir bei Frankreich, so wird es in Gegenden wie Tulouse, oder in Lothringen anders sein.

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