Frage von sdmk08, 113

Warum heißt es immer man sei ein Antisemit, wenn man gegen Israel oder Juden was sagt?

Hallo die Überschrift sagt schon alles. Aber was mich wunder ist, man darf nie was gegen Juden oder Israel sagen. Dann wird man sofort als antisemit beschimpft. Aber wenn jemand was gegen Russland Türkei oder allgemein asiatische oder orientalische Länder sagt, ist es nicht so schlimm und das nennt man dann Meinungsfreiheit. Zum beispiel gab es mal vor Monaten einen Zeitungsbericht was gegen Juden/Israel war. 1 tag später kam von der Zeitung eine Stellungnahme das es ihnen leid tue, was sie geschrieben haben und der Verfasser entlassen wurde. Die Zeitung wurde als Antisemiten abgestempelt. 1 Woche später war genau der selbe Text in der Zeitung drin nur wurde das Wort Jude mit moslem ersetzt und es wurde gesagt, dass es Meinungsfreiheit wäre. So ein Fall gab es auch mal bei Charlie hebdo. Wieso ist das so? Werden wir wirklich so sehr manipuliert oder kommt mir das nur so vor? Wieso werden die juden so beschützt und die muslime und christen dagegen nicht? Bitte ausführliche Erklärungen. Und nein ich bin kein antisemit kein Moslem kein Christ ich bin Atheist.

Antwort
von Cookialla, 39

Na das ist doch klar, dass stärker darauf geschaut wird, ob einer was gegen Juden sagen könnte, wegen dem Holocaust. Wir leben hier immerhin in Deutschland und viele aus anderen Ländern denken ja bei Deutschland immer noch an die Nazis von damals. Von diesem Bild will man sich als Deutscher, der kein Nazi ist, natürlich distanzieren. Und es kommt wohl vor allem aus so einem Schuldgefühl heraus, dass Deutschland Israel unterstützt. Immerhin wurde dieser Staat vom jüdischen Volk gegründet und das hat "dank" Deutschland ja so einiges einbüßen müssen.

Das verstehe ich auch alles. Es sind wirklich noch mehr Leute antsemitisch eingestellt, als man vielleicht denkt.

ABER ich finde es nicht gut, alles, was mit Israel zu tun hat, als positiv darzustellen. Teilweise ist es schon ein Verbrecherstaat. Das jüdische Volk bzw. Angehörige dieser Religion sind ja nur Menschen, nicht besser und nicht schlechter als andere. Zwichen den Menschen und dem Staat muss man differenzieren. Zu behaupten, die Regierung dort würde alles richtig machen, ist schlicht und einfach gelogen. Wenn ich ein israelischer Jude wäre, würde ich dort wegziehen.

Aber viele Menschen sind halt ziemlich idealistisch und meinen, ALLES, was mit Juden zu tun hat, wäre toll, damit man sich selber bloß von den Nazis abgrenzt. Diese Leute sind dann entweder noch sehr jung und unreif oder schlicht und einfach dumm und oberlächlich. Denn sie haben den Sinn der Sache nicht kapiert: Dass es sich dabei auch um Rassismus handelt, nur umgekehrt. Wenn Juden "besonders" toll wären, wären alle anderen weniger toll. Und damit macht man auch Unterschiede zwischen Rassen. Das wird auch Rassismus genannt.

Um Muslime wird sich dabei keine Gedanken gemacht, die waren ja damals beim Holocaust nicht betroffen und naja, da gibt es ja eh so viele hier in Deutschland und überall sonst auch und das sind ja eh zum Großteil Extremisten und selber antisemitisch (die Gedanken dieser Menschen, nicht meine!!).

Kommentar von sdmk08 ,

Zum Großteil extremistische und antisemitisch würde ich nicht sagen. Du hast schon recht viele muslime lehnen Israel ab und es gibt auch Dummköpfe die was gegen Juden sagen. Aber genau so gibt es juden die was gegen muslime haben. Antisemitismus ist schlimm aber gegen muslime was zu sagen ist Meinungsfreiheit? Der 1. Teil deines Textes würden viele als antisemitisch beschreiben. Aber den 2. Teil Würfen alle als Meinungsfreiheit bezeichnen. Genau das verstehe ich nicht. Warum ist es schlimm was gegen Juden zu sagen aber halb so schlimm wenn man was gegen muslime sagt?

Kommentar von Cookialla ,

Dass viele Muslime extremistisch und anitsemitisch wären, ist nicht meine Meinung (hab ich ganz am Ende auch geschrieben), sondern die vieler Menschen, die eben einfach intolerant sind! Ich sehe es genauso wie du als genauso rassistisch an, gegen Muslime herzuziehen, wie gegen Juden herzuziehen. Ich hab in meinem letzten Abschnitt nur versucht, mich in diese Leute reinzuversetzen, die da diesen Unterschied machen. Mit 2. Teil meines Textes meinst du diesen letzten Abschnitt?
Du fragst: "Warum ist es schlimm was gegen Juden zu sagen aber halb so schlimm wenn man was gegen muslime sagt?"
Das hab ich ja in meinem Text versucht zu erklären, warum manche so denken. Tja, manche Leute denken halt einfach nicht nach. Ich würde da drüber stehen ;)

Antwort
von FAThemaGlaube, 55

Falls stimmen sollte was du sagst ,Deutschland hat nunmal eine nicht so schöne geschichte und als Respekt hat man den Antisemitsmus strafbar gemacht

Kommentar von sdmk08 ,

und warum darf man gegen muslime was sagen? Das nennt man ja dann Meinungsfreiheit

Kommentar von Bitterkraut ,

Antisemitismus ist nicht strafbar. Wie auch, das is eine Geisteshaltung, eine persönliche Einstellung.

Kommentar von sdmk08 ,

bitterkraut es geht nicht um Straftat oder nicht. Wenn man gegen muslime was sagt ist es Meinungsfreiheit und wenn man gegen Juden was sagt antisemitismus

Kommentar von Bitterkraut ,

du warst doch hier gar nicht angesprochen. Ich hab eine Behauptung richtiggestellt.

Antwort
von furkansel, 19

Viele sagen etwas gegen Israel und werden nicht gleich als Antisemit bezeichnet, mal von der israelischen Regierung abgesehen. Zum Beispiel wird von den Europäern deren Siedlungspolitik oft kritisiert. Und nun ja wenn man Judrn hasst und sie beschimpft, da ist man schon ein Antisemit.

Antwort
von Dahika, 28

Man kann  gegen Israel sein, ok, aber oft ist es eigentlich nur getarnter Antisemitismus.

Denn es werden Juden und Israel gleichgesetzt. Was aber hat ein jüdischer Arzt oder Anwalt oder Schreiner, der hier lebt und arbeitet, mit Israel zu tun? Er ist Deutscher und für Israel nicht verantwortlich.

Von daher ja, oft ist es ein getarnter Antisemitismus.

Antwort
von Enzylexikon, 22

Judentum und Israel

Es ist aus meiner Sicht völlig legitim, das Judentum, oder den Staat Israel zu kritisieren. Das machen übrigens auch Juden selbst, denn nicht jeder Mensch jüdischer Herkunft, oder jüdischen Glaubens ist gleich ein Zionist.

Es gibt genug jüdische und israelische Kritiker der offiziellen Linie der israelischen Regierung. Da ist nicht jeder ein begeisterter "Ja"-Sager.

Es ist jedoch wie immer so, dass der Ton die Musik macht. Gerade angesichts der Geschichte Deutschlands wird das Thema Antisemitismus sehr sensibel gehandhabt.

Dennoch gibt es beide Extreme:

Sowohl Menschen, die ihren Antisemitismus hinter "Israel-Kritik" verstecken, als auch Menschen, die jede Kritik an Israel als Antisemitismus auslegen.

In Israel selbst ist insbesondere die junge Generation vom gedanklichen Bild des "Tätervolks" der Deutschen abgekommen und man wird dort genau so behandelt, wie etwa ein US-Tourist.

Natürlich bleibt Antisemitismus aufgrund der langen Verfolgung der Juden weiterhin ein Thema, das nicht verharmlost werden darf.

Deshalb bin ich der Ansicht

"Sachliche Israelkritik ja - Antisemitismus nein"

Islam

Der Islam hat schon seit einiger Zeit ein Negativ-Image, da viele Lehren immer noch sehr konservativ ausgelegt werden und in dieser Form nicht mehr in eine moderne Zeit passen.

Eine restriktive Sexualmoral, Ablehnung von Frauenrechten, die Religion über das Gesetz zu stellen...solche Haltungen bringen keine Sympathien ein.

Die Flüchtlingskrise, islamistisch motivierte Terroranschläge, straffällig werdende Muslime sind da nur die aktuellste Entwicklung, die von rechtsextremen und konservativen Kreisen natürlich gerne propagandistisch gegen Muslime genutzt werden.

Viele Muslime scheinen außerdem ausgesprochen dünnhäutig zu sein, wenn es um Kritik oder humoristischer Behandlung ihrer Religion geht. Sie kommen mit der lockeren gesellschaftlichen Haltung gegenüber der Religion nicht klar.

Da wird man auch schnell mal als "Rassist" beschimpft - was nur die geistige Beschränktheit dieser Menschen zeigt, da Muslime keine Rasse sind.

Wären die muslimischen Geistlichen insgesamt reformwilliger und würden eine moderne, zeitgemäße Form des Islam vermitteln, gäbe es deutlich weniger Reibungen.

Doch bei aller Negativaspekte des gegenwärtigen Islam darf meiner Ansicht nach niemand wegen seiner Konfession diskriminiert oder beleidigt werden.

Wenn man natürlich schon eine Mohammed-Karikatur als Grund für Mordaufrufe sieht, lebt man womöglich aber doch mit einer sehr fragwürdigen Ideologie.

Kommentar von sdmk08 ,

Ich versteh dich. Du hast auch recht. So leid es mir für die muslime tut, auch eine Mohammed Karikatur ist erlaubt und es ist wirklich Meinungsfreiheit. Aber warum zum Teufel wird das als Meinungsfreiheit gesehen aber das hier als antisemitismus: http://mobil.berliner-zeitung.de/kultur/medien/erklaerung-der-berliner-zeitung-e...

Kommentar von Enzylexikon ,

Die betreffende Karikatur ist dort nicht zu sehen, aber ich habe folgende Beschreibung gefunden

dass einen orthodoxen Juden mit einer vergrößerten Nase zeigt, der ein Bannerhält das besagt, “Shoah Hebdo” und “1 Million von sechs, für Palästina.

Hier wird die Shoah, also der Massenmord an die Juden ins lächerliche gezogen.

Es besteht also ein Unterschied ob eine bestimmte Person, wie Mohammed, Merkel, Obama satirisch kritisiert wird, oder ob man sich über einen Massenmord lustig macht.

Antwort
von Trogon, 33

Aufgrund unserer Vergangenheit reagiert man da eben äußerst sensibel.

Antwort
von JBEZorg, 17

Willkommen in der "freien" Welt. Kalr gibt es Vorgaben was man sagen darf und was nicht... im Westen.

Antwort
von Bitterkraut, 28

Gegen Israel darf man sagen was man will. Das hat nix mit Antisemitismus zu tun. Die meisten Leute wissen gar nicht, was damit gemeint ist. Man darf auch das Judentum kritisieren, oder das Verhalten von Juden, wenn man eine konkrete Kritik hat. Antisemitimus hat was mit einer stereotypen Verteufelung von Juden zu tun, ohne jede Differenzierung oder Reflektierung.

Ich kenne einen Juden, den ich für ein A-loch halte, und das sag ich auch, das hat auch nix mit Antisemitismus zu tun, das ist pesönlich.

Nenn mal die Zeitung mit dem entlassenen Redakteur.

Kommentar von sdmk08 ,

Andere würden dich jetzt als Antisemiten bezeichnen.... Genau das meine ich.

Kommentar von sdmk08 ,

Ich glaube das war eine Berliner Zeitung. Welche genau weiß ich leider nicht.

Kommentar von Enzylexikon ,

Das sehe ich ähnlich.

Sachliche Kritik an israelischer Politik, dem religiösen Judentum, oder persönliche Differenzen mit einem Juden sind aus meiner Sicht nicht antisemitisch.

Antisemitisch wird es dann, wenn bereits der bloße Umstand, dass die Person ein Jude ist, das Ziel der Angriffe wird.

Einem Juden während eines Streits zu sagen, er sei ein Ar...., erfüllt höchstens den Straftatbestand der Beleidigung - wie bei jedem anderen auch.

Jemanden als "XXXX-Juden" zu bezeichnen, der "ins Gas gehört", hat dann aber schon den Charakter einer Volksverhetzung.

Kommentar von Bitterkraut ,

Die meisten Leute wissen gar nicht, was Antisemitismus ist und sie denken, das ist einer Erfindung der deutschen im sog. 3. Reich oder zwischen den Kriegen. Antisemitismus hat aber uralte Wurzeln, ist immer irgendwie diffus und gleichzeitig sterotyp. Und diese merkwürdige Geisteshaltung taucht in allen Epochen immer wieder auf. Das Naziregime hat sich dessen nur perfekt bedient, erfunden hat es den Antisemitismus nicht, das scheinen aber viele Leute zu glauben. Sowenig wie die Amis die Skaverei erfunden haben, was ja auch viele glauben.

Antwort
von Accountowner08, 9

Vielleicht weil das einfach die Definition von Antisemit ist?

Antisemit ist man, wenn man statt "du Arschl0ch" "du Sau1ude" sagt...

Solange dir der andere einfach auf die Nerven geht, und du ihn beschimpfst, wie du jeden anderen beschimpfen würdest, ist es OK. Ist doch klar, dass es vorkommen kann, dass ein Mensch dich nervt, egal ob er jüdisch ist oder nicht...

Aber wenn du dann sagst: ach ja, du bist jüdisch, eh klar, dass du mich nervst, dann bist du ein Antisemit.

Habe ich das verständlich erklärt?

Antwort
von bobby68, 14

Du solltest meiner Meinung nach zwischen Juden und dem Staat Israel unterscheiden. Es ist für die Juden selbst ein Ärgernis und manchmal auch ein Problem, dass sie immer mit der Politik des Staates Israel in Verbindung gebracht werden. Es gibt Juden in Deutschland, der Schweiz, in Frankreich oder in den USA und anderswo, die haben mit der Politik Israels nichts, aber auch rein gar nichts zu tun. Es besteht lediglich eine spirituelle Verbindung zu Israel, aber keine politische. 

Gleichzeitig gibt es auch in Israel verschiedenste politische Gruppen, welche sich erheblich voneinander unterscheiden. Auch wenn in Deutschland die AfD die lauteste Partei ist folgen ihr nicht alle Deutschen nach. 

Wichtig noch: In Israel herrscht zwar der Judaismus vor, allerdings gibt es auch viele arabische und einige christliche Israelis. Israel mit Juden gleichzusetzen ist also doppelt falsch. 

Israels Politik kritisieren = OK

Jüdische Menschen sind wie alle Menschen: Es gibt gute und schlechte. Man kann das Verhalten eines Menschen kritisieren, vielleicht sogar den Charakter, man kann aber nicht eine ganze Menschengruppe in einen Top werfen und glauben es sind alle gleich. DAS ist Rassismus und genau DAS haben die Nazis gemacht. 

Du bist vielleicht als Katholik geboren, vielleicht auch evangelisch, vielleicht aber auch als Jude. Was kannst Du dafür ?

Du bist vielleicht mit dunklen Augen, roten Haaren oder kleinen Füssen geboren. Was kannst Du dafür ?

Antwort
von josef050153, 11

Man darf auch nichts gegen Muslime sagen, da erhält man eine Todesdrohung (leider auch mir passiert).

Aber Muslime sind zu 90% Antisemiten.

Antwort
von Unkraut1401, 26

Antisemit bedeutet ja, Gegen Juden, von daher passt das schon.

Gegen Juden sollte man finde ich genausowenig hetzen wie gegen Christen, Muslime, Atheisten oder sonstwede Glaubensvorstellungen.

Wenn du etwas gegen Israel als Staat hast, dann lass Hetze gegen iwelche Religion weg und deine Meinung ist ganz legal.

Kommentar von Cookialla ,

Damit hast du meine Meinung noch mal zusammengefasst. :)

Kommentar von sdmk08 ,

aber warum ist antisemitismus schlimm aber wenn man was gegen muslime sagt nicht ?

Kommentar von Unkraut1401 ,

Man darf prinzipiell alles und jeden kritisieren (das Judentum und den Islam eingeschlossen). Nur kategorisch über Menschen zu Urteilen geht nicht. Wie z.B: alle die Religion X angehören sind Böse.

Kommentar von Bitterkraut ,

ich glaube, du wei0t auch nicht, was Antisemitismus ist, sonst würdes tdu nicht so auf dem Thema rumreiten.

Antiislamsmus ist genauso besch.... Beides hat aber nix mit "was gegen die sagen" zu tun. Du hast das ganze Thema nicht verstanden. Informier dich erst mal: http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37945/antisemitismus?p=all

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamfeindlichkeit#Parallelen_von_Islamfeindlichke...

Das Thema ist vie komplexer, du bringst hier selber auch nur ein Vorurteil auf den Tisch. Gegen die darf man und gegen die darf man nicht - das ist viel zu kurz gegriffen und gedacht und zeigt, daß du zu dem Thema ne Menge lernen mußt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community