Frage von BWorld50, 115

Warum heißt es "Der Fachinformatiker lernt nie aus"?

Guten Tag,

warum heißt es "Der Fachinformatiker lernt nie aus!" ? Worauf ist das bezogen? Ich möchte gerne nach meiner Ausbildung etwas Routine haben und nicht ständig Theorie lernen. Könnt ihr mich bitte etwas aufklären? (Erfahrungen etc)

Danke

MfG

Bworld50

Antwort
von Willibergi, 43

"Der Fachinformatiker lernt nie aus."

Diesen Satz habe ich zwar noch nie gehört, er ist aber durchaus wahr.

Die Technik- und Informatikbranche entwickelt sich in einer solchen Geschwindigkeit weiter, dass man nie über alles Bescheid wissen kann.

Gerade weil die "Hardware-Gebilde" immer komplexer und kleiner werden, ist, bis man dieses verstanden hat, schon ein neues, kleineres, schnelleres entstanden.

Man kann eigentlich für alle Menschen sagen:

"Der Mensch lernt nie aus."

Kein Mensch ist allwissend, jeder kann immer noch etwas lernen.

Früher (sehr viel früher) gab es noch Leute, die wirklich "alles" wussten, aber da der heutige Forschungsstand so stark fortschreitet, kann es solche Menschen gar nicht mehr geben.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

LG Willibergi

Kommentar von PWolff ,

Es gibt nur sehr, sehr wenige Bereiche, wo sich das Wissen so langsam weiterentwickelt, dass man nach der Ausbildung nichts mehr dazulernen muss. Die Vogelbeiz (Jagd mit Hilfe von Greifvögeln) soll dazugehören, wo das Werk von Kaiser Barbarossa immer noch als Standardwerk gelten soll.

Kommentar von tWeuster ,

Mal gucken ob das Arbeitsamt die Ausbildung zum Vogelbeiz unterstützt ;). Hab schon erwartet das irgendwelche Berufe mit der "Bahn" genannt werden.

Antwort
von Schwoaze, 81

Es gibt eigentlich kaum einen Bereich im Leben, in dem man sich auf dem einmal gelernten ausruhen kann.

Es gibt ständig Neues, das man in sein Wissen einbauen muss, sonst gehört man ganz schnell zum alten Eisen, das mit der modernen Technik nicht mehr mitkommt.

Kommentar von fluffiknuffi ,

In der IT oder zumindest bestimmten Bereichen ist der Druck aber wirklich sehr hoch.

Kommentar von tWeuster ,

Finde ich absolut nicht. Wenn man jedem Hype hinterher rennt vielleicht. Jedoch gibt es ein paar Grundlagen die ich mir vor 10 Jahren aneignete, mit denen ich heute noch super zurecht komme.

Kommentar von ceevee ,

Ich denke mal, dass man als Informatiker unterscheiden muss, was ein "Hype" ist und was eine ernsthafte neue Technologie, die sich durchsetzen wird und schon durchgesetzt hat. Zum Beispiel hat vor 10 Jahren noch kaum jemand über Clouds gesprochen, heute sind die in vielen Anwendungen ein wichtiger Bestandteil.

Antwort
von sozialtusi, 91

Der BEreich entwickelt sich immer weiter. Der Spruch besagt, dass Du in allem, was mit IT zu tun hat, IMMER auf dem aktuellen Stand des Wissens und der Technik bleiben musst.

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Gilt für jeden Beruf - für IT besonders!

Kommentar von sozialtusi ,

Na klar gilt das für jeden Beruf. In der IT gehts nur beonders flott voran ;)

Antwort
von peterobm, 55

weil es immer wieder Neuigkeiten gibt. Wenn man da nicht am Ball bleibt, bleibt man stehen und findet keine neue Arbeit. 

Weiterbildung ist Pflicht

Antwort
von SupraX, 54

Das ist nicht nur bei Fachinformatikern so. Wobei es in der IT-Branche sicher mit am stärksten ausgeprägt ist. Wissen und Technik bleiben nicht stehen, sie entwickeln sich immer weiter und weiter... und wenn man in seinem Beruf nicht zurückfallen will, dann muss man immer weiter lernen, sich immer wieder neues Wissen aneignen, sich immer wieder fortbilden, sich immer weiter informieren. In vielen Berufen heist es nicht umsonst, wer um die 10 Jahre aus dem Job raus ist, der ist quasi wieder wie eine ungelernte Kraft.

Außerdem ist es auch so, selbst wenn es in einem Bereich keine Änderungen gegeben hat, die Anzahl an Anwendungsmöglichkeiten und denkbaren Aufgaben/Situationen ist so groß, dass man selbst mit vielen Jahren Erfahrung immer mal wieder auf etwas völlig neues trifft was man so noch nie gesehen oder gemacht hat, auch wenn es eigentlich nichts neues ist.

Routine wirst du natürlich trotzdem bekommen, es sind ja meistens nur einzelne Kleinigkeiten die sich verändern, immer Stück für Stück. Es wird nicht einfach von heute auf morgen ein völlig anderer Jo draus. Auf die Jahre hochgerechnet ist es dann aber halt doch sehr viel was sich da ändert.

Antwort
von BigLittle, 7

Ich bin mittlerweile 56 Jahre und lerne tagtäglich noch dazu. Nicht nur Fachinformatiker müssen ständig lernen und sich weiterbilden. Auch Sanitär- und Heizungsinstallateure und Lüftungsbauer müssen sich ständig weiterbilden, wenn sie nicht ihr Leben lang nur als Rohrleger arbeiten wollen. In jedem Beruf muß man sich weiterbilden und lernen, weil sich die Technik und die Arbeitsabläufe sich ständig weiterentwickeln. Ich hab z.B. noch die Verarbeitung von Bleirohren gelernt, dann waren die Stahlrohre dran und die Kunststoffrohre kamen in Mode. Die Kupferrohre waren dann auch noch in den allgemeinen Gebrauch gekommen. Bei jedem einzelnen Material mußte man neue Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen. Bei einem Informatiker geht die Entwicklung sicher in kürzeren Entwicklungsschritten voran, aber das macht auch diesen Beruf interessant. Wenn Du nichts weiter hinzu lernen willst, dann mußt Du nach der Lehre in Rente gehen, oder gleich in die Kiste hupfen.

Antwort
von tWeuster, 17

Also anders als die Kollegen hier würde ich den Satz erstmal relativieren.

Wenn der Fachinformatiker lernt einen Espresso zu machen, dann würde der Satz zwar auch zutreffen. Aber ist das gemeint? Wohl eher nicht. 

Es geht darum Projekte zu meistern. Sie sowohl effizient als auch ökonomisch zu stemmen. Und da behaupte ich, dass jede Richtung ein paar Grundlegende Sachen beinhaltet, die ca. 60-80% des Jobs ausmachen. Den Rest lernt man automatisch an Projekten.

Ich als Webentwickler habe z.B. einen enormen Entwicklungssprung geschafft als ich mein erstes größeres Projekt im OOP Stil umgesetzt habe. Mein größtes CSS und HTML ist ebenfalls schon ziemlich alt. Dann kommen hier und da neue Inhalte dazu z.B. HTML5 oder CSS3 Komponente. Die fließen mit jedem Projekt ein wenig weiter in mein Grundwissen. Es ist aber nicht so, dass ich stundenlang zu hause hocke und irgendwas pauke. Das passiert einfach automatisch.

Auf der anderen Seite mache ich es mir auch einfach. Ich würde mich nicht zu den Topverdienern zählen. Ich schlängel mich bislang recht erfolgreich durch mein Berufsleben. Wenn du vorhast Vorträge zu halten und stets am Zahn der Zeit zu sitzen, dann müssen natürlich englische Bücher her. Das neuste vom neuen. Du musst jedem Hype hinter her rennen und irgendwie alles wissen und können.

Ich für meine Begriffe würde den Satz sowieso ändern. "Du solltest im Leben nie auslernen!" Bleib stets offen für neues und Wissbegierig. Ich denke, dass sind die Grundzüge für einen wirklich intelligenten und weisen Menschen (große Worte).

Antwort
von playzocker22, 31

Ich denk mal weil man immer was dazulernt. Is ja auch im beruf so. Man kann 40 jahre den gleichen beruf ausüben und nach diesen 40 jahren kanns immer noch sein dass man irgendwas neues lernt.

Expertenantwort
von Marbuel, Community-Experte für PC, 10

Kommt darauf an, von welchen Fachinformatiker wir reden. Bist du Anwendungsentwickler, dann trifft es mehr zu. Nehmen wir mich als Beispiel. Ich entwickle primär mit .Net und da kommt mit jeder neuen Version des Frameworks so viel Neues dazu, dass du eigentlich immer was zu lernen hast. Oder mit dem Mobile-Trend wurde es immer wichtiger, sich in die Entwicklung von Apps reinzufuchsen. Im Rahmen der Web-Entwicklung kommen auch immer neue Sachen. Nehmen wir als Beispiel die JQuery-Bibliothek. Es gibt halt immer etwas, dass zu lernen gerade hochgradig Sinn macht, wenn man up to date bleiben will. Als Systemintegrator ist das nicht so krass. Im großen und ganzen funktionieren Netzwerke noch immer so, wie früher. Ich glaube, dass einzige, wo die sich bei uns im Rechenzentrum neu einarbeiten mussten, war IPv6. Zudem blättert man halt mal nen neuen Hardware-Katalog durch. Ist jetzt vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt, aber es gibt hier schon deutliche Unterschiede. Es ist auch weitaus zeitintensiver, sich eine neue Programmiersprache anzueignen oder sich in ein Framework einzuarbeiten, als sich hardwaremässig etwas zu belesen.

Antwort
von HelmutPloss, 46

Die Entwicklung der Technik geht sehr schnell und damit musst immer lernen um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Antwort
von fluffiknuffi, 19

Bald bist du Fachinformatiker. Aber was bist du in 30 Jahren - ersetzt durch eine Maschine? Die IT rast dahin und verändert sich permanent und extrem schnell. Es ist unumgänglich, dass du versuchst, auf dem laufenden zu bleiben. Was aber nicht heißen muss, dass du jeden Tag nach der Arbeit noch büffeln musst. Versuch einfach dich über die wichtigsten Trends auf dem Laufenden zu halten, nutze Weiterbildungsmöglichkeiten deines Arbeitgebers und sei dir immer bereit dich beruflich partiell neu zu orientieren.

Antwort
von Reimalicious, 48

Ich denke, dass sich das auf den immer fortschreitenden Wandel der Technik bezieht und, dass diese sich mit diesem auch weiterbilden müssen 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community