Frage von Maarduck, 136

Warum hatte D. früher Geld für Schwimmbäder, Parks, Bolzplätze, Straßen, Uni-Forschung, jahrelang ALGI, Rente mit 63, kurze Wochenarbeitszeit, ...?

Man könnte noch eine ganze Menge mehr aufzählen. Ich verstehe das nicht.

Eigentlich hat doch die Globalisierung dafür gesorgt, dass pro Kopf immer mehr Werte und Güter erarbeitet und verteilt werden können. Es wurden in den letzten Jahrzehnten jede Menge Erfindungen und Produktverbesserungen gemacht, die Arbeitsleistung wurde immer besser organisiert, die Waren- und Geldströme immer mehr geöffnet ... Eigentlich müssten wir doch im "Paradies" leben, maximal 10 Std. pro Woche arbeiten müssen, Kinder und Studium neben einander vereinbaren können ... Wo liegt mein Denkfehler? Warum geht es uns Deutschen, und eigentlich weltweit allen Menschen bis auf vielleicht Russen und Chinesen, immer schlechter?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 59

Warum hatte D. früher Geld für Schwimmbäder, Parks, Bolzplätze, Straßen, Uni-Forschung, jahrelang ALGI, Rente mit 63, kurze Wochenarbeitszeit, ...?

Weil es, bis die SPD und die GRÜNEN vor rund 18 Jahren an der Macht waren, auch noch höhere Steuern für Reiche und Konzerne gab. Als dann die Steuern für die Reichen und Konzerne gesenkt wurden, musste irgendjemand die Rechnung bezahlen. 

Das ist aber eine verkürzte Darstellung. Tatsächlich befindet sich Deutschland schon seit den späten 1970er Jahren im "sozialen Niedergang". (Viele der Dinge, die du aufzählst, stammen aus den späten 70er und frühen 80er Jahren oder haben zumindest ihren Ursprung in dieser Zeit.)

Und der große Ruck kam dann Anfang der 1990er Jahre, als das "Konkurrenz-System DDR" wegfiel. Damit bestand keine Notwendigkeit mehr, dem Pöbel Geld in den gierigen Schlund zu schleudern, weil der seitdem weder wegrennen, noch direkt vergleichen kann.

Verschärfend wirkte sich dann auch noch der vorrangig von FDP und CDU beförderte "Neoliberalismus" - also die "Entmündigung und Enteignung des Staates und der Gemeinschaft" - aus; der in den frühen 90er Jahren weltweit um sich griff und seinen Höhepunkt in den frühen 2000er Jahren erlebte. 

Gemeinsam mit der Globalisierung setzte ein massiver Druck auf die "kommunale Finanzierung" ein, der letztlich dafür sorgte, dass die Kommunen immer pleiterer werden. 

Eigentlich müssten wir doch im "Paradies" leben

Nun, sagen wir es zumindest mal so: "Deutschland ist so reich, wie nie zuvor in seiner Geschichte.Es könnte also durchaus erheblich mehr möglich sein, als noch in den vergangenen Jahrzehnten. Und wenn man es sich damals leisten konnte; dann müsste man es sich erst recht heute leisten können.

Aber "absoluter Reichtum Deutschlands" (also das "Volksvermögen") ist das Eine; das Andere ist seine Verteilung.

Denn während Otto Normalverbraucher und der Bäcker um die Ecke, nicht zuletzt auch deshalb, weil ihnen gar keine andere Wahl bleibt, brav ihre Steuern zahlen; haben sich die Konzerne und Reichen Briefkastenfirmen und andere "Steuer-Spar-Konstrukte" zugelegt. Und die Commerzbank (ja, genau: das ist die Bank, die der Steuerzahler mit Milliarden und Abermilliarden vor der Pleite rettete) steht dabei ganz vorn an der Spitze, wenn es darum geht, den Reichen dabei zu helfen, ihr Geld vor dem "Steuerhai Deutschland" zu retten. Ausgerechnet die Commerzbank; also wieder eine Bank, in der Politiker aus SPD und CDU in Aufsichtsrat und Vorstand sitzen. Doch nicht, weil diese Politiker "unfähig" sind. Ganz im Gegenteil: Sie sind ausgesprochen fähig, denn sie achten einfach auf ihren eigenen Vorteil...

Und Geld, das der Staat nicht einnimmt, kann er auch nicht ausgeben. Jedenfalls nicht unbegrenzt, denn auch für die Schulden zahlt er letztlich Zinsen. Und derzeit ist der Schuldenhaushalt der Bundesrepublik nach dem Sozialhaushalt der zweitgrößte Ausgabenposten.

Und das Problem wird auch in Zukunft nicht einfacher, denn die wahre Schuldenlast Deutschlands liegt nicht etwa bei den 2,2 Billionen Euro, die aktuell auf der "Schuldenuhr" ticken. Sie liegt vielmehr bei realistischen 5,2 Billionen Euro auf der Schuldenuhr, wenn all die anderen Verpflichtungen Deutschlands, die in klingender Münze auszuzahlen sind, einbezogen werden. 

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Wir können also deine Frage zusammenfassend so beantworten: "Banken retten & Konzern-Steuern senken" ist wichtiger als "Schwimmbäder, Bolzplätze ... oder einfach nur ein stabiler Staat, den man auch den Kindern noch übergeben kann, für den Pöbel".

Kommentar von nikfreit ,

Danke, für diesen wirklich guten Beitrag!

Antwort
von voayager, 25

Im Kapitalismus isses nun mal so, jedoch produktiver er wird, desto weniger Arbeitskräfte benötigt er. Kommt hinzu, dass je weniger Arbeitskräfte er braucht, um so mehr Kosten muß er aufbringen, um Geräte, Maschinen und sonstige Anlagen anzuschaffen. Da dies die Konkurrenz zwangsläufig auch tut, müssen immer mehr Anstrengungen unternommen werden, um doch noch einen Profit herauszuschlagen. Dabei gilt der Grundsatz, keine bloße einfache Reproduktion, sondern eine erweiterte, damit so die Konkurrenzfähigkeit gewährleistet ist. Diesen ganzen Prozeß nennt Marx "den tendenziellen Fall der Profitrate". Gleichzeitig steigt zwar die Proftitmasse, nicht aber die Profitrate, die im bürgerlichem Jargon Rendite auch genannt wird. Ausgelöst wurde dieser Fall der Profitrate durch die techn. Revoltution, die Ende der 80-er Jahre so richtig massiv mit der EDV einsetzte und immer üblere Ausmaße annimmt. Also haben wir zweierlei Probleme.

1. tendenzieller Fall der Profitrate

2. ein stetes Heer an Arbeitslosen, die als bloße Kostgänger, dem System nix einbringen, sondern nur Kosten verursachen

Dem steuert der Kapitalismus wie folgt entgegen:

a) Steuersenkungen für das Kapital

b) Sozialabbau

c) Lohnstagnation

d) verstärkte Arbeitshetze

e) vermehrte prekäre Arbeitsplätze

Ja, es ist schon irre, der rasante techn. und sonstige naturwissenschaftliche Fortschritt kommt der breiten Masse einfach nicht zu Gute im Sinne einer Steigerung ihres Lebensstandards.

Wenn man nun die Produktivkraft  der antiken Römer mit der heutigen vergleicht, dann stellt man fest, dass der heutzutage sicherlich 1000X höher als vor 2000 J. ist,dennoch ist der jetzige Lebensstandard nicht 1000X höher als zu Roms Zeiten. Es ist sogar so, dass der Lebensstandard der Alten Römer nicht viel geringer war, wenn man eine gelernte Arbeit hatte, als dies heute der Fall ist.

Mir ist übrigens auch aufgefallen, dass Menschen in der sogenannten 3. Welt, wenn sie eine gelernte Arbeit haben ungefähr so viel Kaufkraft haben, wie hier ein Lohnabhängiger auch, obwohl doch Deutschland eine viel größere Wirtschaftskraft besitzt.

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Antwort
von Lennister, 59

Oh je. Hier wird wieder eine Menge Unsinn erzählt, um nicht zu sagen, es wird Stimmungsmache betrieben.

Nein, dieses Phänomen hat nichts mit den Flüchtlingen(Kosten bis 2020: 94 Milliarden, das sind ca. 24 Milliarden, also weniger als 1% des BIP pro Jahr) zu tun, auch nicht mit den Krediten(ja, es waren Kredite, die bisher immer zurückgezahlt wurden) an Griechenland.

Tatsächlich ist dieser "Geldmangel" keine Folge irgendeiner Notwendigkeit, sondern die Folge von politischen Entscheidungen: Man will das Geld einfach nicht mehr ausgeben.

Siehe dazu folgende Grafik: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2213/umfrage/finanzierungssaldo-de...

Wie man sieht, ist das Haushaltssaldo in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Dazu kommt noch, dass z.B. die Gewerbesteuer, aus der die Kommunen(die z.B. für Schwimmbäder und Parks zuständig sind) sich finanzieren, immer weiter gesenkt worden ist.

Insgesamt hat das zu den von dir beschriebenen Phänomen geführt: Für solche Dinge ist kein Geld mehr da, weil seit kurzem die Idee kursiert, der Staat dürfe keinesfalls mehr ausgeben als er einnimmt. Eine unsinnige Idee übrigens; das hat historisch noch nie funktioniert. Es funktioniert auch jetzt nur, weil die Wirtschaft gut läuft. 

Kommentar von scatha ,

Ich denke das ist jetzt auch deswegen notwendig, weil die Zinsen so niedrig sind, und der Wert des Geldes auf andere Weise hochgehalten werden muß. Früher hat der Zinssog das Geld aus dem Kreislauf gezogen, jetzt geht's durch Steuern und weniger Staatsausgaben.

Antwort
von FrageSchlumpf, 40

Der Denkfehler liegt darin, dass Du von einigen auf alle schließt.

Es gibt Menschen bzw. Personengruppen in Deutschland, denen geht es heute um einiges besser als vor 30 oder 40 Jahren.

Warum das Geld für das von dir benannte fehlt ? Ganz einfach, das sind Dinge, die eigentlich bisher der Staat im weitesten Sinne gemacht hat.

Der Staat hat einerseits viele Steuern gesenkt ( hauptsächlich für ohnehin Reiche ) und strebt zudem eben keine neuen Schulden an. Das war vor 30 Jahren noch völlig anders. Diese Schere aus mehr Sparen ( weniger Ausgabenüberschuss ) und weniger Einnahmen führe zu den von dir beobachteten Situationen.

Antwort
von scatha, 5

- Es werden künstlich Konsum und Beschäftigung gefördert, die Leute müssen beschäftigt werden, sonst machen sie Probleme ;)

- Vieles, was wir an Gütern zusätzlich produzieren, verbessert unser Leben nicht wirklich. Aber es macht Arbeit. Außerdem wird viel mehr weggeworfen. Es kostet zwar alles weniger aber in der Summe entsteht auch dadurch noch mehr Arbeit.

- Sehr viel zusätzlicher Aufwand wird auch durch striktere Regularien geschaffen.


Antwort
von GanMar, 50

dass pro Kopf immer mehr Werte und Güter erarbeitet und verteilt werden können

Es wird zwar mehr erarbeitet, aber der daraus erzielte Gewinn wird nicht verteilt, sondern sammelt sich dort an, wo auch vorher schon viel Geld war.

Antwort
von Modem1, 32

Auf jedenfall wurde nach der Wiedervereinigung einiges Negativer.Ich meine das waren die hohen Kosten im Allgemeinen.Aber vorher wurden hohe Schulden gemacht weil die Sozialsysteme besser ausgestattet waren.Von Suppenküchen etc. war keine Rede. Wohngeld war bedeutend leichter zu bekommen.Sozialämter waren großzügiger.Freibeträge für Rentner bei Wohngeldberechnung. Bei der Sozialhilfe bekamen Diabethiker einen Zuschuss.Ich bilde mir ein das das Gebäude BRD >Sozialstaat< auch ein Politikum war gegen über der DDR.


Antwort
von Inhout, 63

Die globalisierung hat zwar viele Vorteile, aber auch viele Nachteile. Ein Gedankenfehler ist der Kapitalismus, Die Industriestaaten schwemmen die Märkte von den anderen Ländern mit billigen Waren, sodass die Einheimischen firmen nichts mehr an den Mann bringen können.

Antwort
von Interesierter, 52

Du machst zwei grundlegende Denkfehler:

1. Es geht uns heute nicht schlechter sondern viel besser als noch vor 30 oder 40 Jahren. Heute sind Standards selbstverständlich, an die damals gar nicht zu denken war. Zu meiner Jugendzeit war ein Telefon ein Luxusgegenstand. Farbfernseher ebenfalls. An Computer und Smartphones dachte kein Mensch.
Eine Flugreise war Luxus. Das alles betrachten wir heute als Selbstverständlichkeit.

2. Du unterschlägst den demografischen Wandel. Durch den Krieg waren alle Geburtsjahrgänge vor 1945/46 speziell die Jahrgänge von 1915 bis 1925 stark ausgedünnt. Dazu kam, die nor 40 Jahren noch deutlich niedrigere Lebenserwartung. Auf einen Rentner kamen 5 Arbeiter. Heute leben die Leute länger, wollen aber genauso früh in Rente gehen. Seit 1968 haben wir stetig sinkende Geburtenraten. Das heisst, wir haben immer mehr Rentner und immer weniger Arbeiter. Heute kommen auf einen Rentner nur noch gut 2 Arbeiter.

Die heutige Zeit ist besser, als ihr Ruf.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Heute sind Standards selbstverständlich, an die damals gar nicht zu denken war. 

Abgesehen davon, dass heute ein Telefon billiger als damals ist: Was genau hat ein privater Computer mit dem Gemeinde-Bolzplatz zu tun?

Die Kaufkraft hat gerade erst Ende letzten Jahres wieder die gleiche Kaufkraft wie 1992 erreicht. Im Jahr 2007 lag sie noch beim Kaufkraftäquivalent von 1984. 

Die Menschen heute können sich also mit ihrem Geld genauso viel kaufen, wie noch 1992; also vor rund 25 Jahren. 

Mit anderen Worten: Ein DRAMATISCHER RÜCKSCHRITT. Oder - bestenfalls und bei euphemistischer Auslegung - "25 Jahre Produktivitätssteigerung für nix".

Heute leben die Leute länger, wollen aber genauso früh in Rente gehen.

Noch ein schwerer Gedankenfehler.

Zwischenzeitlich ist die Produktivität um den Faktor 10 gestiegen. Das heißt: Wo früher ein Arbeiter einen Rentner "versorgen" konnte; könnte er heute 10 Rentner "versorgen"; ohne dass auch nur das Geringste geändert werden müsste.

Wo ist die Differenz hin? In wessen Taschen verschwindet sie?

Kommentar von OlliBjoern ,

Ok, hast du einen Link zu der Kaufkraft im Jahre 1992? Ich habe nur etwas gefunden, das sich mit den Jahren 1950 und 1960 befasst. Im Vergleich zu diesen Jahren ist die Kaufkraft heute deutlich (!) höher. Die Preise sind zwar um den Faktor 5 gestiegen, die Löhne gegenüber 1950 um den Faktor 25 (!).

Damals musste man satte 26 h arbeiten für ein Pfund Kaffee. Heute arbeitet man gerade mal 20 min (oder weniger) für dasselbe. Ganz abgesehen davon, dass man heute wesentlich mehr körperlich einfache Schreibtischjobs hat als damals.

http://finanzwertig.de/kaufkraft-vergleich-frueher-war-mitnichten-alles-billiger...

Aber ok, in 1992 mag das ja anders gewesen sein.

Der letzte Abschnitt irritiert mich. Der Satz (den Interesierter geschrieben hatte) war so korrekt, du schreibst nun etwas zum Thema Produktivität. Auf was genau bezieht die sich?

Die Rente wird nicht direkt aus der Produktivitätssteigerung bezahlt. Es gibt auch andere Aspekte zu beachten: die Pflege älterer Menschen braucht zum einen Infrastruktur und Arbeitsplätze (meist schlecht bezahlte; warum?). Menschen, die im Alter noch fit sind, sind ein anderes Thema. Sie beziehen nicht nur Rente, sondern vermehrt auch private Vorsorge.

Produktivitätssteigerung hilft im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, sicher. Inwieweit sie bei der Rente hilft, erschließt sich mir noch nicht. Im Dienstleistungssektor sehe ich die Produktivitätssteigerung nicht. 

Heute leben die Leute länger, wollen aber genauso früh in Rente gehen. Den Satz hast du nicht widerlegt, und ich unterstreiche ihn nochmals, weil ich ihn für zutreffend halte. 

Kommentar von autmsen ,

Der sogenannte demographische Wandel ist gerne eine faule Ausrede um einige wesentliche Fakten ausblenden zu können. Und tatsächlich ist der Begriff nicht klar definiert. 

Du schreibst hier von einer Ausdünnung in Bezug auf demographischen Wandel bestimmter Jahrgänge. Diese Ausdünnung lag einerseits am letzten unserer Kriege. Kriege die wir in den vergangenen 2.000 Jahren durchschnittlich alle 50 Jahre vom Zaun brachen oder uns zumindest wesentlich daran beteiligten. Dennoch haben wir in den vergangenen 2.000 Jahren manchen Luxus geschaffen. 

Zudem blendest Du aus dass Adenauer sich weigerte das Angebot Stalins anzunehmen. Nämlich alle, wirklich alle Deutschen einschließlich der Russlanddeutschen kostenlos bis an die deutsche Grenze zu transportieren. Eine genaue Zahl kann da kein Fachmensch nennen aber Adenauer verzichtete damals mindestens auf eine Million Menschen. Dieser Schluss lässt sich leicht ziehen wird das Internet zur Wissensabschöpfung genutzt. 

Hinzu kommt dass Du die Anwerbepolitik der CDU ausblendest welche durchaus ihre Auswirkungen auf den sogenannten demographischen Faktor hatte und hat. 

Weiter blendest Du in Deinem zweiten Abschnitt die Produktivitätssteigerung einer einzelnen arbeitenden Person seit 1945 aus. 

Dieser Abschnitt ist also schon mal durchweg unseriös. 

Zu Deinem ersten Abschnitt: 

Auch heute noch ist es für einen auf Sozialtransfer angewiesenen Menschen nicht möglich sich von der Allgemeinheit die von Dir aufgelisteten Luxusgüter finanzieren zu lassen. 

Allerdings sind diese heute erheblich günstiger als sie noch vor Jahrzehnten waren wird seriös, also unter Einbeziehung von Inflationsrate und durchschnittlichem Einkommen als zwei zwingend mit zu berücksichtigenden Faktoren argumentiert. 

Insgesamt, um hier mal aufzuhören, macht Deine Antwort den Eindruck reiner Nachplapperei irgendwelcher Werbekampagnen Herrschender. Mir scheint, danach war nicht gefragt. 

Dir steht es natürlich frei auf Propaganda hereinfallen zu wollen. 

Kommentar von scatha ,

Zu meiner Jugendzeit war ein Telefon ein Luxusgegenstand. Farbfernseher ebenfalls. An Computer und Smartphones dachte kein Mensch.
Eine Flugreise war Luxus. Das alles betrachten wir heute als Selbstverständlichkeit.

Das ist mir ebenso aufgefallen. Dafür ist ein gemütlicher Abend mit Freunden jetzt Luxus ;)

Fernseher habe ich nicht, das Medienangebot ist auch so mehr als genug. Computer habe ich offensichtlich, aber meine Computer sind jeweils älter als 5 Jahre.
Und Flüge buche ich auch nicht, ein Bekannter der 1x pro Ferien mit dem Flieger verreist, ist für mich schon ein Negativvorbild.

Die Lebensqualität drückt sich halt auch anders aus als durch Konsum.

Antwort
von martinzuhause, 49

"Eigentlich hat doch die Globalisierung dafür gesorgt, dass pro Kopf
immer mehr Werte und Güter erarbeitet und verteilt werden können. "

eigentlich hat sie eher dafür gesorgt das immer mehr ausländische produkte gekauft werden. die schaffen hier keinen einzigen arbeitsplatz.

Kommentar von autmsen ,

Jo. Aber umgekehrt sind wir schon immer eine Exportnation seit Beginn der Industriellen Revolution. Und die ist nun mal auf Ausfuhr angewiesen. 

Kommentar von scatha ,

die schaffen hier keinen einzigen arbeitsplatz.

Übersetzung:
Wir lassen andere für uns arbeiten, und zahlen sie mit unserem billig gedruckten Geld, daß wir ihnen dank politisch-militärischer Macht teuer verkaufen.
Im Gegenzug erfinden wir hier Regularien und Revier-Kämpfe zwischen mittleren Managern, so daß wir dann doch etwas zu tun haben.

Antwort
von quarklabor, 45

das stimmt nicht, den gut Verdienern geht es besser und den schlecht Verdienern schlechter. 

Schere zwischen Arm und Reich, Verteilungsproblematik.. alles bekannte Sachen. Wenn man den Reichtum gleich verteilen würde, würde es allen besser gehen, da hast du recht. 

Antwort
von soissesPDF, 18

Zum einen war das vor der Agenda 2010, die nun wahrlich unsinnig war und ist wie ein Kropf.

u.a. Deregulierte Altkanzler Schröder (SPD) die Finanzmärkte, weshalb die Finanzkrise überhaupt erst möglich wurde.
Im Zuge der Finanzkrise gesellte sich die Schulden- und Eurokrise hinzu.

Das wundersame Ergebnis ist, die Gesamtverschuldung im Euroraum, die von Staat/Banken/Unternehmen und Verbrauchern beträgt 448% der Jahreswirtschaftsleistung (in Deutschland sind es 228%).

Was immer auch erwirtschaftet wird, das Geld ist längst verfrühstückt, 4x so viel im Euroraum, doppelt so viel in Deutschland.

http://www.amazon.de/Euroland-Ein-M%C3%A4rchenland-ist-abgebrannt/dp/061584751X/...

Kommentar von autmsen ,

Zur sogenannten Finanzkrise ist Dein Wissensstand nicht ausreichend. Denn tatsächlich wurde diese Finanzkrise, die uns nun schon einige Jahre beutelt, das erste Mal nach meiner Kenntnis in den 1970-iger Jahren geplant um. Ihr Ursprung ist die politisch gewollte Immobilienblase in USA. Nachdem diese von Politik auf den Weg gebracht wurde hat sich Politik international zusammen gesetzt um die weiteren Rahmenbedingungen auf internationaler Ebene zu schaffen damit die arbeitende Bevölkerung ausgesaugt werden kann. 

Das ist jetzt sehr verkürzt. Es lässt sich eine Bibliothek mit den Details füllen. Im Archiv von dradio wirst Du sicherlich in der Sendereihe 

Andruck - Das Magazin für politische Bildung

einige Empfehlungen zur Thematik finden können. - Wenn Du willst, natürlich. 

Kommentar von scatha ,

Geld kann man nicht essen. Geld ist eine politisch relevante Verrechnungseinheit zur (Um-)verteilung von Gütern. Ob Minus oder Plus- wen kümmert's - ist ja doch alles virtuell !
Nur für den einfachen Bürger ist Geld etwas reales, und damit wird er genötigt, den "Willen des Adels zu tun"

Antwort
von Schlumpf1, 47

Deutschland trägt den DDR- und den Migrantenrucksack und die Superreichen, die überhaupt keine Steuern mehr zahlen wollen.

Kommentar von martinzuhause ,

die DDR ist deutschland. da sind nur noch die gebracauhten bundesländer dazu gekommen.

das problem ist da wohl das deutschland in vielen ländern der welt mitmischt und halb europa und die "flüchtlinge" durchfüttert

Antwort
von atzef, 23

Benenne mal 2 Zeitpunkte zum Vergleich...

Ansonsten geht es uns ständig besser. Wir fahren mehr und größere Autos, leben in Wohnungen, Eigenheimen mit mehr Wohnfläche, fahren öfter in Urlaub, kosumieren drastisch mehr Elektroartikel...

Bolzplätze gab es früher eigentlich gar nicht, jedenfalls nicht staatlich fianziert, Parks gibt es auch eher mehr, für Schwimmbäder war eigentlich noch ie Geld da, das Straßennetz ist heute viel umfangreicher und wird viel intensiver durch drastisch mehr Autofahrer genutzt, Ui-Forschung wird auchweter betrieben, ALG 1 wurde den gänzlich veränderten Bezugsgrößen angepasst (in den 60er Jahren gab es praktisch kaum Arbeitslose), die Wochenarbeitszeit ist in der Privatwirtschaft den internationalen Konkurrenzbedingungen angepasst worden...

Es geht uns eben gerade nicht "immer schlechter". Das ist ganz einfach nicht wahr.


Kommentar von autmsen ,

Bolzplätze waren für meine Generation auch noch gar nicht so nötig denn die Menschen betrieben nicht so massiv Landflucht wie es heute üblich ist. Und auf dem Land waren damals manche Stellen zu finden die sich viel umfangreicher als nur als Bolzplatz nutzen ließen. 

Allgemein bekämpfte die Gesellschaft Minderjährige noch nicht so stark wie ab den 1970-iger Jahren vor Gericht nur weil sie eben altersgerecht ihr Leben gestalteten. Dass heute Kommunen die Lärmbelästigung - schon der Begriff ist in diesem Zusammenhang Ausdruck absoluten Mangels an sozialer Kompetenz - durch Minderjährige rechtlich regeln müssen ist ein sehr schlechtes Zeugnis welches sich unsere Gesellschaft ausstellt. 

Hinzu kommt dass damals ein einzelne Person noch eine Familie durch ihre Arbeit ernähren konnte. Im Gegensatz zu heute. Das ist kein Emanzipatorenthema sondern ein gewerkschaftlicher Skandal erster Güte. 

Das Straßennetz wurde ausgebaut zur Förderung der produzierenden Großkonzerne und nicht zugunsten der nutzenden Bevölkerung. Und aus politischen langfristigen Gründen. Wir hätten uns auch entscheiden können den öffentlichen Verkehr auszubauen. Das wäre günstiger für die heutige Gesellschaft, stressfreier und würde die produzierende Wirtschaft tatsächlich nachweisbar langfristig bis heute fördern. 

Sicherlich gibt es noch staatliche Gelder für Uni-Forschung. Allerdings mischt sich heute Politik viel mehr in die Forschungsrichtung zugunsten von Großkonzernen ein als früher. Und Politik zieht sich nachweisbar immer mehr aus der Förderung zurückt. 

Im Archiv des Spiegel kannst Du auf alle Fälle nachlesen dass der Anstieg der Erwerbslosen politisch gewollt und gefördert wurde. Auch zugunsten von Großkonzernen vor allen Dingen. 

Deine Ausführungen blenden also manche nachrecherchierbaren Fakten aus. Du kannst sie alle online nachrecherchieren bzw. in vielen Büchern nachlesen. 

Wille immer vorausgesetzt. 

Kommentar von atzef ,

Vorweg ein Kompliment. Immerhin eine kontroverse aber immerhin sachlich argumentierende Antwort. Ich gehe deine Absätze der Reihe nach durch.

1. Bolzplätze sind auch nach meiner Erfahrung eher eine Maßnahme der 80er Jahre. In meiner Großstadt werden die weiterhin aufrechterhalten, gehegt und gepflegt aber eher geringer genutzt als früher.

2. Minderjährige wären ab den 70er Jahren von der Gesellschaft stärker bekämpft worden? Das ist überhaupt nicht meine Wahrnehmung.

In der ersten Hälfte der 70er Jahre sind vielmehr viele Jugendzentren entstanden, so in meiner heimatlichen Kleinstadt. Diese hatten oftmals Selbstverwaltungsstrukturen unter relativ reger Anteilnahme der Jugendlichen. Das JZ gibt es bei uns immer noch, wird aber geringer frequentiert, Selbstverwaltungsstrukturen existieren schon lange nicht mehr mangels Interesse und Beteiligung.

Neben Jugendzentren und Bolzplätzen gibt es oftmals weitere institutionalisierte kommunale Angebote an Jugendliche, zumeist Skateranlagen und zunehmend opulenter gestaltete Sommerferienprogramme für Kinder und Jugendliche.

Deren Ausstattungsgrad mit Elektronikartikeln hat sich dabei parallel in den letzten Jahrzehnten explosionsartig vermehrt. Eigener Fernseher, PC, Laptop, Smartphone, Playstation etc.

3. Die Lebensverhältnisse waren zu dem Zeitpunkt, als eine Person noch eine vierköpfige Familie ernähren konnte, auch viel bescheidener. Als ich geboren wurde, wurde mein Vater gerade Vertriebssleiter der drittgrößte Regionalzeitung in der Bundesrepublik. Anlässlich dieses Ereignisses zog meine 4-köpfige Familie in eine 3-Zimmer-Sozialwohnung von ca. 65 qm mit Kohleofen in der Küche und Ölöfen in den Zimmern. Für diese Neubausozialwohnungen gab es ca. 20 Garagenplätze - die Hälfte davon stand lange Zeit leer und füllte sich erst allmählich. Mein Vater war einer der ersten, der da ein Auto hatte, anfangs einen VW-Käfer...Die Nachbarschaft? Studienräte, der Bürgermeister, Selbstständige wie unser Optiker, Florist oder Buchhändler. Gehobener Mittelstand. De findest du da heute nicht mehr... Heute wohnen da ALG 2-Empfänger oder Niedriglohnbezieher.

Heute stehen da aber Unmengen an Autos rum, Parkplätze sind alle auf Anschlag beansprucht, alle Wohnungen haben mittlerweile Zentralheizung und die durchschnittliche Wohnungsbelegung ist von 4 auf 2 Personen zurückgegangen...

Demgegenüber wohnt gehobener Mittelstand heutzutage im Villen/Eigenheimviertel, hat 2 Garagen für die mindestens 2 Autos, macht im Sommer eine Fernreise, fährt im Winter Ski, hat 3 oder mehr TVs, PCs, generell einen viel voluminöseren Ausstattungsgrad an Elektrogeräten, etc.

Natürlich finanziert sich das nicht aus der Westentasche, sondern wird begleitet von einer Verdopplug der Frauenerwerbsquote.

4. Der Ausbau des Straßennetzes reagierte auf eine Vervielfachung des Automobilbesitzes. 1960 gab es in Deutschland knapp 9 Millionen zugelassener Pkws. Aktuell 45 Millionen. Mittlerweile hat also mehr als jeder 2. ein Auto... Hinzu kommt nach dem Fall der Mauer Deutschlands Drehkreuzfunktion im Zentrum Europas.

Versuch mal, mit einer Forderung nach Deckelung des Individualverkehrs zugunsten des Ausbaus des ÖPNV Wahlen zu gewinnen. Viel Spass! :-)

5. Über den Zustand der universitären Forschung in Jahrzehtvergleichen weiß ich praktisch nichts. In deiner Argumentation fällt mir aber als erstes die Widersprüchlichkeit ins Auge: Einerseits mische sich die Politik viel stärker zugunsten von Großkonzernen in die universitäre Forschung ein. Gleichzeitig ziehe sie sich immer stärker aus der Förderung der universitären Forschung zurück. Beide Thesen bleiben beleglos.

Als Verbraucher und Patient fallen mir jedenfalls eine endlose Vielzahl an praktischen Verbesserugen als Resultate wissenschaftlicher Forschung ein...

6. Der Anstieg der Erwerbslosen wird u.a. wie schon erwähnt von einer Verdopplung der Frauenerwerbsquote, einem entsprechenden drastischen Anstieg derjenigen in Erwerbsarbeit und einer weitgehend aufgrund von mangelhafter Konkurrenzfähigkeit deindustrialisierten Ex-DDR flankiert, deren Anpassung ans Westniveau mit billionenschweren Transferzahlungen zu Lasten vor allem der westdeutschen Steuerzahler beiläufig mitfinanziert wurde...

Eine stetige Verschlechterung kann ich da beim besten Willen nicht ausmachen!

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