Frage von LordRob, 95

Warum hat sich Zivilisation erst to spät entwickelt?

Menschen gibt es seit 200.000 jahren in ihrer jetzigen form, aber erst seit 10.000 jahren gibt es technische neuereungen wie ackerbau. Warum nicht früher

Antwort
von agrabin, 32

Eigentlich müsste die Frage lauten warum haben sich "Zivilisationen" überhaupt entwickelt.

Warum sind die Menschen sesshaft geworden, was waren die Ursachen der neolithischen Revolution, also der Erfindung von Ackerbau und Tierzucht?

Dazu gibt es etliche Überlegungen, angefangen mit der Theorie, das der Wunsch nach "geistigen Getränken", also Alkohol, der Grund für den Anbau von Getreide war. Auch heute noch ist Bier eine der  besten Möglichkeiten Gerste für den menschliche Ernährung aufzubereiten.

Vielleicht waren es Zeiten des Mangels und der Knappheit, die zum Wunsch nach einer Sicherheit durch den Anbau von Pflanzen  führte. Allerdings hat man inzwischen herausgefunden, dass es feste Siedlungen schon vor der Erfindung des Ackerbaus gab. Wahrscheinlich haben sich die Menschen getroffen um irgendwelche Kulte auszuführen.

Die sesshafte Lebensweise ist auch nicht unbedingt besser als das Nomadentum, auch die Ernährung wurde nicht unbedingt besser. Knochenarbeit, Karies,  Besitzansprüche und die Notwendigkeit zur Verteidigung waren im Gepäck der Sesshaftigkeit. Schließlich ging damit  die Ausbildung von Herrschaftsstrukturen einher; eine Masse von Bauern, die von einer kleinen Anzahl von Königen, Pharaonen oder Priestern benutzt wird.

Antwort
von MarkusKapunkt, 14

Eine interessante Frage. Es wird für die "Neolithische Revolution", wie man in der Fachsprache sagt, wahrscheinlich mehrere Ursachen geben:

Zum einen waren die Menschen in dieser Zeit noch keine besonders häufige Art. Durch ihre Positon als Spitzenprädator im Ökosystem der letzten Jahre der Eiszeit hatten sie als Jäger und Sammler ein leichteres Leben, als es ihnen der Ackerbau und die Viehzucht ermöglichte. Diese Lebensweise erfordert sehr viel Zeit und ist zwar mit geringeren Gefahren, aber mit größerer Anstrengung verbunden. Vielleicht gab es für die Menschen vorher einfach überhaupt keinen Grund, dieses Dasein aufzugeben.
Diese These kann durch die Theorie des genetischen Flaschenhalses belegt werden: Vor etwa 70.000. Jahren löschte eine Naturkatastrophe, mutmaßlich der gewaltige Vulkanausbruch des Toba auf Borneo, mit ihren Folgen einen Großteil der menschlichen Bevölkerung aus. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es vor dieser Zeit einen genetischen Engpass gegeben haben muss, denn unsere genetische Diversität ist weit geringer, als sie es nach Jahrhunderttausenden der Evolution eigentlich sein müsste. Dies kann nur dadurch erklärt werden, dass ein Großteil der Population unserer Spezies in einem relativ kurzen Zeitraum stark dezimiert wurde.

Die klimatischen Bedingungen spielten wohl ebenfalls eine tiefergehende Rolle. Die jahreszeitlichen Wetterextreme der ausgehenden letzten Eiszeit waren für die Entwicklung einer funktionierenden und existenzsichernden Landwirtschaft nicht förderlich. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich die ersten jungsteinzeitlichen Kulturen in Klimazonen entwickelten, wo es keine langen und harten Winter gab. Diese Erscheinung lässt sich weltweit und durch die Zeiten hinweg beobachten: Nur dort, wo die Umgebung passte, haben sich überhaupt Kulturen entwickelt und weiter ausgebreitet.

Ein weiterer Faktor kann das Verschwinden von den Großtieren der Eiszeitlichen Megafauna gewesen sein, welche in etwa zeitgleich erfolgte. Diese Großtiere, also Mammuts und Wollnashörner, könnten für die Menschen damals existenziell wichtig und für ihre Lebensweise entscheinden gewesen sein. Die regelmäßig stattfindenden Tierwanderungen brauchten nur abgewartet zu werden, so dass nur wenige Male im Jahr gejagt werden musste, um das Überleben der ganzen Sippe zu gewährleisten. Als die Hauptbeutetiere ausstarben, war der Mensch gezwungen, sich an eine andere Lebensweise anzupassen, oder er wäre genauso wie andere große Raubtiere jener Zeit wie der Höhlenlöwe oder die Säbelzahnkatzen ausgestorben. Belegt wird diese These durch die Lebensweise von Jäger- und Sammlervölkern, die es auch in späteren Zeiten noch auf unserer Welt gab, wie den Lakota- und Siox-Indianern in Nordamerika (ihr wichtigstes Beutetier war der Bison) oder einigen heute noch so lebenden Völkern in Afrika. Solange ihre Traditionen noch durchführbar sind, hatten sie kein Interesse daran, sich der "Zivilisation" zu öffnen.

Antwort
von Rogerboy, 55

Weil Sachen per Zufall entdeckt werden. Man muss halt daran denken, und desto länger wir Menschen dafür Zeit hatten, desto wahrscheinlicher ist es das diese Errungenschaften entdeckt werden. Und da es viele Schritte sind, dauert es halt seine Zeit. Auch kann eine einfach Kommunikation das weitertragen von Ideen erheblich erschweren!

Kommentar von LordRob ,

aber als sich ackerbau entwickelt hat, entwickelte es sich unabhängig voneinander, aber zur selben zeit and 3 orten

Kommentar von Rogerboy ,

Das ist eben Zufall ^^ mehr gibt es da nicht. Solange du nicht an den Determinismus glaubst ist das alles. Und das gesetzt der großen Zahlen aus der Mathematik könnte dir auch nochmal aufschluss geben übrigens!

Antwort
von Mooooses, 11

Die Entwicklung der Erde ist ca. 4,3 Milliarden Jahre alt. Die Zivilisation ca. 10-20 000 Jahre. Das sind auf der 24-Stunden Uhr die letzten 2 Minuten. D.h. die Entwicklung ging eigentlich sehr schnell.

Oder anders gefragt auf deine provokante Frage: Warum entdeckst du nicht selber heute und morgen alles das was die Menschehit in den nächsten 10 Jahren entdecken wird??

Antwort
von ussser, 19

ich würde vermuten durch die trocken und feucht perioden, spätes Einsiedeln in Europa und eiszeiten.

Antwort
von MeliS1998, 18

In von der Eiszeit dauerhaft gefrorenen Böden lässt sich schwer Getreide anpflanzen ;-)

Antwort
von JBEZorg, 31

Wer sagt das? Die "moderne Wissenschaft"? Weiss sie es oder hat sie es sich so zurechtgeschrieben, damit es ins zur Zeit gültige Konzept passt?

Es gab auch viel früher hochentwickelte Zivilisationen auf der Erde. Es liegt einfach so lange zurück, dass kaum noch Zeugnisse aus der Zeit vorhanden sind. Und einige wenige, die man finden eilt die "Wissenschaft" zu "klassifizieren", so, dass sie in ihr Konzept passen.

Wir leben in einer Welt bzw. "Zivilisation" mit einem Kulturmythos über stetige progressive Entwicklung der Menschheit von Höhlenmensch zu facebook-Mensch. Das ist ein Mythos.

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