Frage von SiaFan77, 73

Warum hat sich in Indien nicht der Buddhismus, sondern der Hinduismus durchgesetzt?

Wir müssen in der Schule ein Referat darüber halten, aber irgendwie hat keiner darauf eine Antwort gefunden. (Die sollte es ja schon geben in unserem Referat)

Habt ihr eine Antwort darauf? Oder kennt ihr Websites, wo gute Infos darüber stehen? Bitte keine Wikipedia Links o. ä., danke

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 21

Ich denke, dafür gibt es mehrere Gründe

So war der Hinduismus bereits ein fester Bestandteil der indischen Kultur, bevor der Buddhismus dort aufkam. Bestimmte Vorstellungen waren also schon verwurzelt.

Außerdem dürften die Anhänger höherer Kasten nur wenig Interesse daran gehabt haben, ihren gesellschaftlichen Status aufzugeben.

Der Hinduismus ist sehr vielseitig und es gibt die unterschiedlichsten Strömungen, so dass praktisch jede religiöse, oder philosophische Neigung erfüllt wird - da bestand keine Notwendigkeit für eine neue Religion.

Nach der Herrschaft des indischen Königs Ashoka, der den Buddhismus zu seiner Staatsreligion erhob und ihn besonders förderte, hatte diese Religion praktisch keine politische Bedeutung mehr - stark religiös-politische Kräfte des Hinduismus gibt es dagegen weiterhin.

Einen Missionierungsauftrag gibt es im Buddhismus nicht, so dass auch keine groß angelegte "Zwangsbekehrung" zum Buddhismus erfolgte.

Einmal abgesehen von Indien: Japan ist ein Beispiel dafür, dass der Buddhismus gut in der Lage ist, als Synkretismus mit anderen Religionen zu existieren. Dort gibt es ein friedliches nebeneinander von Shinto und Buddhismus.

Antwort
von Chaoist, 35

Ganz allgemein kann man sagen,

  • dass der Hinduismus sehr viel älter ist als der Buddhismus und der Buddhismus im Hinduismus seinen Ursprung hat.
  • Hinzu kommt, dass der Buddhismus keine missionarische Religion ist. Überhaupt verstehen die meisten BudhistInnen ihre Konfession eher als eine Art Philosophie. (Wobei ich persönlich den Buddhismus weiterhin als Religion sehe. )
  • Gleichzeitig hat der Hinduismus die bemerkenswerte Fähigkeit, "fremde Religionen" auf zu nehmen, ohne sie großartig zu verändern.
  • Das führt dazu dass viele Menschen sowohl "Hindus" als auch Buddhisten sind.
Antwort
von FranziiCookiie, 31

Der Hinduismus ist ja die Grundreligion, die ältere Religion und der Buddhismus ist ja eigentlich nur eine Spaltreligion daraus.

Antwort
von archibaldesel, 31

Weil der Hinduismus ca. 2.000 Jahre älter ist, als der Buddhismus. Als Buddha lebte, war der Hinduismus in Indien schon lange etabliert.

Antwort
von Bswss, 30

K.A., aber vielleicht leigt es daran, dass der Hinduismus viel älter ist als der Buddhismus?

Antwort
von nowka20, 6

die seelenlage der menschen war eine andere

Kommentar von SiaFan77 ,

Definiere "Seelenlage" :'D

Kommentar von nowka20 ,

menschen tun das, was ihnen sympathie und antipathie vorgeben. das sind die beiden großen seelenkräfte, die das menschliche handeln über den willen bestimmen

Antwort
von ppaulincheee, 22

Das sind wohl eher kulturelle komplexe Entwicklungen, die sich nicht in wenigen Sätzen oder Kausalketten erklären lassen.

Ich weiß nicht, wo du eine Antwort findest. Aber wenn, gib bitte bescheid. Es würde mich sehr interessieren ;)

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