Frage von sonnenliebe21, 133

Warum hat die Evolution nur eine einzige super-intelligente Spezies (den Menschen) hervorgebracht und nicht auch andere Tiere weiterentwickelt?

Warum hat sich zum Beispiel der Elefant nicht zu einem Menschen-Elefanten weiterentwickelt, der super intelligent ist. Oder warum gibt es keinen Menschen-Vogel? Oder warum hat die Evolution nicht einen super-intelligenten Fisch weiterentwickelt, der den gleichen IQ hat wie ein Mensch (der vom Affen abstammt). Warum gibt es nur ein einziges Werk der Evolution, dass sich so dermaßen entwickelt hat wie der Mensch? Wieso wurde aus allen anderen Tieren nichts gemacht, was mit dem Menschen vergleichbar wäre?

Oder müssen wir einfach noch 1 Milliarde Jahre warten, bis die Evolution soweit ist, dass auch andere Tiere sich so weiterentwickelt haben, dass sie so intelligent sind wie der Mensch?

Antwort
von Andrastor, 50

Es haben sich alle Tiere weiterentwickelt. Nicht nur der Mensch. Aber jedes Tier in seiner ganz speziellen Nische und Spezialität. Die Frage warum kein anderes Tier menschliche Intelligenz entwickelt hat ist genauso als würdest du fragen warum wir Menschen nicht 100km/h schnell sprinten oder fliegen oder Gift spritzen können.

Es war einfach zum Überleben der Art nicht notwendig. Andere Eigenschaften haben sich als wichtiger herausgestellt und sich stärker ausgeprägt.

Aber falls es dich tröstet: Menschenaffen haben menschenähnliche Intelligenz. Das einzige was ihnen fehlt ist eine Sprache um sich entsprechend auszudrücken, doch selbst das kann sich unter umständen bald entwickeln, zumindest bei einer ganz bestimmten Art.

Antwort
von iwundami, 55

Hohe Intelligenz nutzt dem, der nicht der Spitzenpredator in seiner Umgebung ist. Und der Mensch war, je nach dem ab wann wann man ihn als Mensch bezeichnet, fast zwei millionen Jahre lang nicht "man the hunter" sondern "man the hunted".

Dem Spitzenraubtier reichen seine Sinne, seine Erfahrung, seine Körperkraft, seine Schnelligkeit um zu seiner Mahlzeit zu kommen. Egal ob er Einzelgänger ist (z.B. Haie oder Eisbären) oder im Rudel jagt. Die Beute, also tausende Jahre lang auch der Mensch, kann auf Gift, Mimikry, Tarnung, Schnelligkeit oder Abwehrmaßnahmen wie Stacheln und Panzer setzen. Was davon hatte der Mensch? Richtig, nichts davon. Bleibt noch die Strategie der Kooperation (die Gemeinschaft beschützt den Einzelnen, der Einzelne dient der Gemeinschaft) oder die der extremen Fortpflanzungsrate (z.B. Krill, Heringe, Hasen und Mäuse; egal wie wieviele gefressen werden, es werden immer noch mehr geboren). Die Strategie der Kooperation haben wir allerdings nicht alleine erfunden, die meisten Halbaffen und Affen beherrschen sie auch. Ebenso wie die Erdhörnchen und Murmeltiere. Hier gibt es auch den Sonderfall der staatenbildenden Insekten, deren Staaten immense Größe annehmen kann und die auf ihre Art sehr intelligent kooperieren, ohne dass das einzelne Insekt intelligent ist (z.B. die Termitenbaue sind architektonische Meisterleistungen, die einzelne Termite aber dumm wie Brot).

Ein einzelner Mensch war also für einen Löwen eine leichte Beute, aber 10 - 15 Menschen, die alle dicht zusammen standen und jeder schwang einen großen Ast oder alle warfen gemeinsam große Steine, brachten einen Löwen ziemlich sicher aus der Fassung. Hatte dieses kooperative Menschenrudel einmal gelernt zusammen zu arbeiten, anstatt "rette sich wer kann" auf die Bäume zu flüchten, dann stellten sich auch die Erfolgserlebnisse ein: Irgenwann einmal waren die "Abwehrwürfe" mit den Steinen und die "Abwehrschläge" mit den großen Ästen so präzise, dass damit ein Angreifer auch getötet werden konnte. Es entwickelte sich "man the hunter".

Vergleichbar dazu entwickelten sich in den Ozeanen Delfine und Orcas, die es ebenfalls durch Kooperation an die Nahrungsspitze schafften. Bei den Menschen an Land, ebenso wie bei den Delfinen und Orcas im Wasser war die Erfindung der Sprache nicht nur ein Vorteil, sondern Voraussetzung um kooperatives Verhalten immer weiter zu verbessern. Und da sich das Medium Wasser zur Lautübertragung wesentlich besser eignet als das Medium Luft ist nach neuesten Forschungen die Sprache der meisten Wale höher entwickelt als die menschliche. (Unser menschliches Gegenüber hört unsere Worte und kann sie zusätzlich mit unserer Körpersprache und Mimik abgleichen - ein Wal der mit einem anderen Wal oft hunderte oder tausende Kilometer entfernt "telefoniert" kann nicht einfach nachschauen, ob das stimmt, was er gehört hat).

Bis hierher war der Delfin oder Orca klüger als der Mensch. Aber da er niemals seßhaft wurde, machte es auch keinen Sinn gegen andere kluge Delfine und Orcas zu kämpfen und ihnen ihre Vorräte abzujagen. Für den klugen Menschen machte das aber leider "Sinn" und so entstanden immer kompliziertere Angriffs- und Verteidigunswaffen. Der kluge Mensch wurde also überragend intelligent, weil sein Hauptfeind ein anderer kluger Mensch war und leider immer noch ist. Dass das jetzt insgesamt "intelligent" ist, wundert mich.

Antwort
von realsausi2, 69

Dein Irrtum liegt schon hier:

nicht auch andere Tiere weiterentwickelt?

Intelligenz hat keine bessere oder gar höhere Bedeutung als hoch zu springen, schnell zu laufen, einen langen Hals zu haben oder ganz klein zu sein.

Intelligenz ist ein mögliches Merkmal, dass seinem Träger einen Vorteil bei der Reproduktion verschaffen kann. Und allein darum geht es: Verbesserung der Reproduktionsfähigkeit. Das ist der einzige "Antrieb", den die Evolution "kennt".

Es ist unerheblich, welche Eigenschaft das gewährleistet. Alle anderen lebenden Tiere haben das Evolutionslotto auch ohne Intellegenz gewonnen. Da läßt sich keinerlei Abstufung oder Bewertung vornehmen.


Kommentar von sonnenliebe21 ,

Ganz ist es mir immer noch nicht klar. Wenn Intelligenz für den Menschen(Affen) gut war um sich besser fortzupflanzen, warum dann nicht auch für andere Tiere?

Folgendes Beispiel:

Wenn der Elefant(enmensch) schlauer als der (Affen)Mensch wäre, dann könnte er mit seiner Intelligenz die (Affen)Menschen einfangen oder zurückdrängen und sich die Position ganz oben sichern oder zumindest teilen, und somit selber 8 Milliarden Elefanten oder mehr auf die Erde bringen. Aber scheinbar ist es der Evolution nur beim (Affen)Mensch wichtig, dass es 8 Milliarden oder noch viel mehr davon gibt auf der Erde und bald sogar andere Planeten kolonisiert werden und somit das aussterben (wie Michio Kaku in einer seiner Reden aufgestellt hat) als 'Type 2 Zivilisation' (die laut Kaku nicht mehr aussterben kann). Nicht mal eine Supernova.

Also warum ist es nur dem Menschen vorbehalten von der Evolution, eine Zivilisation zu werden, die unsterblich wird selbst bei Supernovas? Warum sterben die armen Elefanten etc dann alle und nur wir überleben. Warum sind wir auserwählt von der Evolution und dürfen uns unkontrolliert vermehren und andere Tiere sind nicht soweit?

Also da gibt es schon Fragen, die für mich nicht beantwortet sind zur Evolution.

Jedenfalls hat der Mensch einen sehr großen Vorteil bei der Reproduktion, schließlich sind wir bald mehr als 8 Milliarden hier auf der Erde und in 100-200 Jahren als Type 2 Zivilisation unsterblich...

Kommentar von realsausi2 ,

Wenn Intelligenz für den Menschen(Affen) gut war um sich besser fortzupflanzen, warum dann nicht auch für andere Tiere?

Wenn man das zuende denkt, dürfte auf der Welt nur eine einzige Art existieren.

Die Realität zeigt uns etwas anderes. Die Möglichkeiten, sich zu entwickeln, sind so vielfältig wie die Lebensumwelt. Jede Art hat sich in seine evolutionäre Nische entwickelt, in der sie besser ist als andere.

Hierbei kann man keiner bestimmten Eigenschaft mehr Relevanz zuweisen als einer anderen, weil es immer in Bezug auf die Nische betrachtet werden muss.

Für die Giraffe ist der lange Hals das Mittel zum Zweck, für unsere Spezies u.a. der Verstand. Aber für die Giraffe ist es gleichwertig auch die Farbe ihres Fells und für uns der Daumen.

Diese Merkmale haben uns ermöglicht, Nischen zu besetzen, die bisher ungenutzt waren. Und nachdem wir sie besetzt hatten, waren sie sozusagen vergeben. Hätte sich eine andere vergleichbar verstandbestückte Art entwickelt, hätte man sich Nischen streitig machen müssen. Das geschieht nicht ohne Not.

Die anderen Affen haben sich ja prächtig weiter entwickelt. Seit der Trennung im Stammbaum von den Schimpansen vor wohl ca. 3,5 Millionen Jahren haben es die Schimpansen wie wir geschafft, eine Generation nach der anderen zur Geschlechtsreife zu bringen. Mit den Mitteln, die sie hatten. Mehr brauchten sie nicht.

sich die Position ganz oben sichern

Das geht von der falschen Annahme aus, dass es ein Oben und Unten gäbe. Dem ist nicht so. Eine Ameise ist nicht tiefer, ein Wurm nicht geringer, als der Mensch es ist, wenn man es durch die Brille der Evolution betrachtet. Wer sich vermehrt, hat Recht.

eine Zivilisation zu werden, die unsterblich wird selbst bei Supernovas?

So sehr ich Michio Kaku schätze, diese Betrachtung ist Unsinn. Unsere Sonne wird niemals eine Supernova werden. Und dass wir jemals Planeten anderer Sonnen besiedeln, halte ich für überaus unwahrscheinlich. Ich habe ihn heute sagen hören:"Wir wissen nicht, wie die Physik in 50.000 Jahren aussieht." Nun, die Physik wird natürlich dieselbe sein, wie heute und vor einer Milliarde Jahren.

Und Erkenntnisse und Einblicke darin werden sich verändern. Natürlich. Aber die Konstanten werden so bleiben, wie sie sich z.Z. darstellen.

Also da gibt es schon Fragen, die für mich nicht beantwortet sind zur Evolution.

Das ist gut so. Nur wer die Evolution nicht verstanden hat, findet keine Fragen. Ohne Fragen sind hier nur die Evolutionsignoranten. Für die ist alles geklärt.

Jedenfalls hat der Mensch einen sehr großen Vorteil bei der Reproduktion, schließlich sind wir bald mehr als 8 Milliarden

Ja und? Allein in mir leben mehr Bakterien. Und all die vermehren sich prächtig, weil ich ihnen eine Heimstatt gebe.

Diese 8 Milliarden Menschen aber zehren alle von begrenzten Ressourcen. Es gibt nicht genug Rohstoffe, um für jeden Menschen auf der Welt ein Handy herzustellen oder ein Auto.

Wir leben unter dem Damoklesschwert, dass eine Pandemie uns komplett ausrotten könnte, weil unsere auch vom Verstand gestaltete Lebensart eine Verbreitung zuließe, wie sie einer Elephantenpopulation nicht zustoßen könnte.

Wir sind höchst empfindlich, was die Parameter unserer Lebensumwelt angeht. Allein der Verstand und die daraus entwickelten Manipulationen unserer Umwelt haben uns so erfolgreich werden lassen. Sollte uns eine wichtige Ressource für diese Manipulation verloren gehen, wäre für viele schnell Schicht im Schacht.

Nein, es  ist wichtig zu verstehen, dass wir nur eine Art im Konzert der Evolution sind. Um nichts besser oder höher oder sonstwie besonders.

Und wie Al Bundy zu sagen pflegte:"Es ist erst vorbei, wenn die dicke Frau singt...".

Wir wissen noch längst nicht, wie es ausgeht. Bis wir auch nur annähernd an evolutionäre Erfolgsmodelle wie Saurier, Haie oder Kakerlaken ranreichen, haben wir noch ein paar Millionen Jahre vor uns.

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