Frage von RudiPaschke, 105

Warum hat die AfD aktuell einen Wählerzuwachs? besonders in Ostdeutschland?

Liegt dies an der Flüchtlingspolitik? Bzw. an der aktuellen Lage?

Antwort
von Rosenblad, 18

Zwar ist die AfDensierung und damit die xenophobische Flächendiskontierung kein rein ostdeutsches Sozialphänomen, nur hier liegen die kausalen Zusammenhänge noch enger verstrickt und verzirkelt in den politischen wie auch ökonomischen Verwerfungen aus der sog. Wendezeit – siehe hierzu Hans-Joachim Maaz „Der Gefühlsstau : Psychogramm einer Gesellschaft“, 2. Aufl., München, Beck Verlag, 2014 oder ebd. „Das gestürzte Volk oder die verunglückte Einheit“, Berlin, Argon Verlag, 1991). Zudem in gescheiterten, vulnerablen oder desillusionierten Nachwendebiografien sowie leider auch spezifische Verengungen auf die gesellschaftlichen und v.a. politische Zusammenhänge, da empirische und epistemologische „Eingänge“ für die ehemaligen DDR-Bürger im und für ein weitgehend ökonomisch konstruiertes „Ellenbogensystem“ fehlten. In einer Affektkanalisierung von Wut auf das Establishment; einer zu schlichten Explanation für komplexe Vorgänge, wo versucht wird über einfachste Antwortbilder einen mentalen "Häutungsprozess" zu generieren, wird ein „Schuldkonzept“ gesucht und in der Bedrohung des nationalen Abendlandes auch gefunden – ohne eine geeignete Reflektions- wie auch Erkentnissbasis, das nicht die Menschen die wegen Krieg und Islamismus fliehen, die eigentliche Bedrohung manifestieren, sondern global-ökonomisch fixierte Gesamtauflagen, die schon 2007/2008 dramatisch sichtbar wurden und sich wiederholen werden, die in ökologischen Katastrophen, in weltweiter Pauperisierung, in Artensterben, in immer größere Transgressions- und Fluchtbewegungen, in immer stärkeren Finanzfluktuationen (mit z.T. einem Geldvernichtungspotential das in die Billionen Euro Dimensionen abgleitet), in einer „Aushäutung“ staatlicher Monopolstellungen wie dem Vorsorgeprinzip (Exekutive), Regulationsprinzip (Legislative) und das Sanktionsprinzip (Judikative) , die unidirektional über wirtschaftliche Interessennetzwerke neu disponieren werden – und zwar in deren Interesse und nicht im Interesse irgendwelcher Staaten, Nationalökonomien oder deren Bevölkerung.

Leider werden diese Gesamterzeugungsverläufe nicht erkannt, sondern in einer schon vorzeitlich-anachronistisch anmutenden Art und Weise auf schmalste und total verengte Treibriemen gespannt und sich nostro-kollektiv im lauten Schreizurufen selbst bestätigt.
Wer so denkt und handelt wird die anstehenden globalen und hyperkomplexen Probleme nicht lösen – selbst wenn man alle Flüchtlinge und Migranten wieder abschieben würde, selbst dann nicht – hier träten langfristig sogar gegenteilige Effekte ein!

Antwort
von voayager, 22

Die Flüchtlingspolitik ist nicht die Ursache, vielmehr der Auslöser. Eigentliche Usache ist die Arbeitslosigkeit und der dramatische Sozialabbau.

eigentlich wäre es die Aufgabe der Linken, die Gestrandeten innerhalb der AfD aufzufangen. Da erwarte ich eine ganze Menge mehr an Engagement.

Antwort
von konzato1, 46

Ja, das liegt an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Aber auch an der Einstellung aller anderen Parteien (die jetzt nicht an der Regierung beteiligt sind), die den ungehinderten Zustrom völlig kulturfremder Menschen (Männern) aus allen Teilen der Welt befürworten.

Antwort
von RatgeberKai, 51

Weil die wähler von Merkel (CDU) bemerken das Merkel in der Flüchtlingspolitik nichts hinkriegt. Dann steigen die halt um, um Merkel ein Zeichen zu geben

Kommentar von RudiPaschke ,

Imwiefern macht sich das bemerkbar, dass die CDU es nicht auf die Reihe bekommt?

Antwort
von davidweisses, 74

Ein weiterer Faktor ist sicher die allgemeine Politikverdrossenheit. Die AfD bietet den Bürgern eine Möglichkeit ihre Wut zum Ausdruck zu bringen. Es ist eben eine Protestpartei.

Kommentar von RudiPaschke ,

Ok danke für die Antwort :D ich bin leider nicht so politisch auf dem besten Stand :D und brauche das aktuelle Geschehen für einen Einstellubgstest bei der Polizei und Flüchtlingskrise ist wohl das größte Thema in der Prüfung

Antwort
von soissesPDF, 30

Nicht nur in Ostdeutschland.
Die AfD sitzt aktuell in 10 Landesparlamenten.

Das liegt an der neoliberalen Politik von CDU und SPD.
Die AfD ist eine Züchtung von CDU und SPD.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 25

Die AfD hat momentan keinen besonderen Wählerzuwachs. Auch nicht in Ostdeutschland.

Seit Monaten stagniert sie bundesweit bei ca. 12-14 %.

Stagnation ist bekanntlich die Vorstufe des Zerfalls. :-)

Kommentar von soissesPDF ,

Die FDP hatte jahrzehntelang 6%, genausolange dauerte deren Zerfall.

Die Grünen hängen seit den 1980er Jahren bei 10%.

Die CDU hatte einst 46%, die SPD 42% , davon können die heute nicht einmal mehr träumen.
CDU 34%, SPD 23%.

Da die Politik von CDU und SPD "rechts schwenkt, Marsch" lautet, wenden sich die Wähler nach rechts, gleich an die AfD.
Ohne diese neoliberale Politik von CDU und SPD, gäbe es die AfD schlicht nicht.

"Die Welt hat sich geändert..." so das Mantra.
Ganz so groß braucht man das gar nicht aufsetzen.
Europaweit ist das Bild das gleiche.
Front National (Frankreich) UKIP (Großbritannien), PiS (Polen), "Wahre Finnen", Schwedendemokraten, Gert Wilders (Niederlande).

Das immer gleiche Problem ist, die Globalisierung hat Wohlstandsverluste gezeigtigt.
Die historische Paralle sind die Wahlen, die die NSDAP einst an die Macht machten.
Die Lehre daraus, war einst die soziale Marktwirtschaft Ludwig Ehrhardts (CDU), "Wirtschaft und Wohlstand zusammendenken", die heute zu einer Worthülse verkommen ist.

Kommentar von atzef ,

Dein Mantra wiederum lautet die "neoliberale Politik von SPD und CDU...:-)

Mindestlohneinführung. Erhöhung der Hartz-4-Sätze, des baföGs und des Kindergeldes, steigende Reallöhne, höchster beschäftiungsstand alltime, höchstes Rentenniveau alltime. Derzeit schwarze Zahlen bei den Staatsfinanzen.

Man muss schon extrem scheuklappig in seiner ritualisierten Beschwörungspropaganda geworden sein, um die Zustände von 29 mit denen von heute zu analogisieren.

Die AfD hat ihre Ursachen nicht in einer verfehlten Wirtschafts- und Sozialpolitik, sondern praktisch ausschließlich im Rassismus und Ausländerhass eines Teils der Bevölkerung, die auch noch für Sozialneid anfällig ist.

Niemanden geht es hier schlechter wegen den Flüchtlingen, niemand hätte irgendetwas "mehr", wenn die Flüchtlinge alle über Nacht das Land verließen.

Wir haben hier keine Wohlstandsverluste, schon gar nicht in der ursprünglich wirtschaftlich, sozial und ökologisch völlig heruntergewirtschafteten Ex-DDR.

Antwort
von zonkie, 46

Vermutlich ist das ein Grund dafür. Der Deutsche hat Angst um den Wohlstand, vor "Fremden" .. und die AfD bedient diese Sorgen grade am besten.

Grundsätzlich ist es wohl so .. je "schlimmer" die Situation ist um so extremer wird gewählt. Der "Osten" ist unzufrieden mit der Regierung also müssen wir jemand anderes wählen. Scheinbar geht es den Menschen noch nicht gut genug in den neuen Bundesländern daher bekommen die extremeren Parteien hier am meisten Zuspruch.

Kommentar von RudiPaschke ,

Also kann man sagen, dass AfD sowie Organisationen wie PEGID eher rechts einzustufen sind wie die NPD?

Kommentar von zonkie ,

Klingt zumindest danach. Auch wenn ich die Berichtserstattung über die AfD für etwas einseitig halte.

Die AfD bekundet zumindest eine Ablehnung gegen die offene Politik die in diesem Thema gemacht wurde. Gerne auch mit einer extremeren Wortwahl... würde mich zu der Meinung bringen das ist Stimmenfang auf billigste Art und Weise ... Mach den Menschen angst und sie stimmen dir zu.

Man muss jedoch auch davon Abstand nehmen alle über einen Kamm zu scheren... besonders wenn du bei der Polizei bist darfst du wohl nicht sagen .. AfD = rechts = npd. Man hat ja durchaus das Recht seine Meinung zu äußern... auch wenn sie anderen nicht gefällt.

"Protestwählen" halte ich allerdings für riskant. Blind wegen einem einzigen Thema die AfD wählen halte ich für reichlich naiv.

Antwort
von robi187, 30

weil die alte volksparteine kein volkspartei mehr sind?

wenn es zu viele nicht wähler gibt dann dampft es im staate? und es kann geanu sowas kommen?

die frage ist ob man den ca 20% parteinen noch was glauben kann?

afd kann man auch wenig glauben? aber es könnte sein dass die csu eindlich eine bundespartei wird um der afd zu schaden?

wer z.b. sagt die renten sind sicher? und dabei frech lacht und selbst eine super pension bekommt ( kein einzelfall) da darf man sich nicht wundern?

wer bei den schächsten behinderte einsparungen macht und zu gleich maches macht wie s21 darf sich nicht wundern? die bahn gehört dem bund?

so gibt es viele beispiele. endlich sagen die viele wähler wahltag ist zahltag für die vergangenheit?

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