Warum hat Deutschland die niedrigste Geburtenrate der Welt?

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12 Antworten

Hallo!

Es ist oft auch ein zeitliches Dilemma! So ist es in Deutschland inzwischen dazu gekommen, dass man - anders als früher - oft nicht gleich nach der Schule in die Lehre geht, sondern oft durchschnittlich schon später überhaupt einen Abschluss ablegt und dann durchschnittlich rund zehn Jahre lang studiert, bevor man erstmal eigenes Geld verdient.

----------> Noch vor 20 Jahren kam man durchschnittlich mit 15-17 aus der Schule, ging in die Lehre & mit etwa 25 hatte man dann auch das Geld und den Lebensstandart um sagen zu können: Ja, jetzt kann man an Kinder & Hochzeit sowie vllt. ein kleines Häuschen denken!

----------> Heute ist es zusehends so, dass die Leute erstmal mit 18-20 Abi machen, dann nach einem sozialen Jahr studieren & mit Ende 20 dann etwa erste Anstellungen haben und somit erstes Geld verdienen. An Kinder und Familie denkt man dann oft etwa zehn Jahre später, so zwischen 35 und 40. Es hat sich einfach um zehn Jahre nach hinten verschoben!

Die niedrige Geburtenrate lässt sich aber auch damit erklären, dass sich heute im Gegensatz zu den 80ern/90ern überproportional viele Frauen, gerade Akademikerinnen, für ihre Karriere entscheiden & das somit gegen ein Kind/eine Familie. Man bleibt Single oder lebt höchstens mit einem Partner zusammen, das aber unter sich! Nun, aus deren Sicht lässt sich das durchaus verstehen -------> man studiert ja nicht zehn Jahre lang & lebt unter Entbehrungen aller Art, um hinterher trotz allem Fachwissen in die Küche zu stehen oder Decken für die Kinder zu häkeln. Allerdings ist die ENtwicklung trotzdem bedenklich.

Gerade weil sehr viele inzwischen Abitur machen, droht ein Akademikerüberschuss & damit spitzt sich das Problem mit dem bereits bekannten Thema "Fachkräftemangel" zu. Habe dieses Jahr einen Vortrag zu dem Thema besucht, es war sehr interessant!

Zum Thema Mentalität ------> ich stamme selbst aus einer jugoslawischen Familie, habe einige deutsche Freunde & würde ohne Eigenlob sagen, dass Werte wie Zusammenhalt, Familiengefühl oder Zusammengehörigkeit bei uns Osteuropäern eine höhere Stellung haben als bei den Deutschen, die in der Hinsicht nicht schlechter ticken als wir aber anders. Sie sind kühler, nüchterner, genauer & präziser, "berechnen" Dinge die wir Jugos einzig mit dem Herzen vereinbaren. Inwieweit sich das auf die Geburtenrate auswirkt kann ich nicht sagen, aber bezogen auf die Berufswahl & den Lebensstandart/Berufsstatus den man als Akademiker nur ohne Kind haben könnte hat das vllt. durchaus auch seinen Einfluss.

Außerdem ist es aus finanzieller Hinsicht leider inzwischen unattraktiv geworden Kinder zu bekommen, weil es einem im Zweifelsfall alles negativ angerechnet wird & gerade in Ballungsräumen auch fehlende Kindergartenplätze ein Dauerthema sind ------> ich lebe im Raum Frankfurt und kenne das alles durchaus von Bekannten.

Dass ich (26) selbst keine Kinder haben will hängt aber mit anderen Gründen zusammen, die mit diesen Punkten nix zu tun haben.

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Es hat sich in den letzten Jahrzehnten eingebürgert, auch in anspruchsvollen Berufen nur zeitlich befristete Arbeitsverträge zu machen.

So kommt es, dass jüngere Menschen nach dem Studium zwar einen anspruchsvollen Beruf ausüben, aber keine materielle Sicherheit haben. Was bleibt übrig;?Keine Kinder.

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Es ist heutzutage so das viele Deutsche studieren gehen und es sich dann oftmals nicht erlauben können direkt beim ersten Jahr sich eine Babypause zu nehmen. War es früher noch so das ein Großteil der Frauen nur im Haushalt geholfen hat oder nur Teilzeit gearbeitet hat ist es heute so das viele Frauen studieren gehen und die Arbeit vor den KInderwunsch stellen. 

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- Geringe Höhe des Kindergeldes

- Alleinerziehende werden im Stich gelassen

- Zu viele Sozialabgaben des Gehaltes, auch wenn man viele Kinder hat

- Daraufhin Armutsrisiko

- Die Frauen möchten heute Karriere machen, mit Kind wird man schwerer fest eingestellt

- Zwar hat man einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, aber was ist, wenn die Erzieher fehlen, da das tolle DE nicht die Kosten wichtiger Ausbildungsberufe wie Erzieher und Altenpfleger übernimmt und dementsprechend bezahlt?

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Das Problem ist die fehlende Absicherung durch Arbeitgeber.
Betriebliche KiTas, Schulungen während der Schwangerschaft, Eingliederung nach der Schwangerschaft etc. sind nicht gut ausgebaut, weswegen viele Frauen keine Kinder wollen.

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Kommentar von fiwaldi
22.11.2016, 22:31

Andere Länder sind da weitaus schlechter aufgestellt und trotzdem gibt es viel mehr Kinder.

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Weil wir in Deutschland Wert auf Bildung legen und die meisten Leute erst nachdem sie einen Beruf haben an Kinder denken bzw. bis sie festen Unterhalt haben 

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Ich will keine Verallgemeinerung machen, aber wir sind Asiaten und ich habe das Gefühl, dass viele andere "Gruppen" einen stärkeren familiären Zusammenhalt haben als Deutsche. Und auch mehr Wert auf Traditionen und so legen. Natürlich kenne ich auch andere Beispiele, aber im Allgemeinen ist mir das schon aufgefallen. Da ich nicht jeden kenne, ist das aber nur meine eigene Wahrnehmung. Ich finde aber, dass Deutsche eine generell eine gute Arbeitsmentalität haben, aber so auf menschlicher Ebene finde ich vieles so starr und Emotion ist nicht so oft dabei (es wird vieles so unterdrückt). Aber das liegt eher an der Gesellschaft denke ich... Naja, ich brauch ja nicht reden, schaut euch mal Japaner, also meine anderen Landsleute an.... :D

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Kommentar von AkiHitoo
22.11.2016, 21:48

Fazit: ich denke in Deutschland gehts erstmal um Beruf etc. und alles andere danach...

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Kommentar von 120grammButter
22.11.2016, 21:49

Keine Sorge, ich weiss was du meinst. Als Osteuropäer habe(n) ich / wir einen ähnlichen subjektiven Eindruck und Erfahrungen von den Deutschen. :D

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Das BIP besagt gar nichts.
Kinder sind Armutsrisiko Nr.1 in Deutschland.

Der Staat erfüllt seine Pflichten nicht, "...die Familie steht unter dem besonderen Schutz des Staates", steht im Grundgesetz.
Das vereinbart sich nunmal nicht mit Niedriglöhnen.
Kinder kosten Geld, auch wenn die Politik fortlaufend den Zusammenhang verweigert.

Der Staat zahlt Kindergeld und kassiert es gleich wieder ein mit Kita-Gebühren, verrechnet es gar mit HartzIV.
Zahlt Unterhaltsvorschuss an Alleinerziehende und verfolgt die Väter die wg. Niedriglohn keinen Unterhalt leisten können.

Der Fisch stinkt immer am Kopf zuerst.

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Weil Deutschland Familien und kinderfeindlich ist,du wirst ja schon als Assi angesehen wenn du mehr als 3 kinder hast.

Dazu wollen viele Frauen erst Karriere machen und bekommen erst mit 30-40 kinder Biologisch viel zu spät da das Beste alter um Kinder zubekommen Biologisch mit 20-30 ist und nicht 30-50,dazu kommt noch das viele arbeit geben ungerne Mütter nehmen oder schwangere da sie automatisch davon ausgehen oha die könnte ja kinder wollen lassen wir sie mal lieber nicht bei uns arbeiten.dazu kommt noch Geld kinder sind teuer und zeit fressend, wie soll man so auf Partys gehen können oder in den Urlaub Fliegen.

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Vielleicht weil sie schlauer sind als die Anderen und in diese Welt keine Kinder setzen wollen...

Aber sicher hat die Community recht.

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Kommentar von AkiHitoo
22.11.2016, 21:55

Naja schlauer würde ich nicht sagen, immerhin schafft Deutschland doch selbst schon ein System, das nicht familienfreundlich ist.

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Kommentar von 120grammButter
22.11.2016, 21:56

"Gebildete Deutsche" sind also Misanthropen, die froh sind wenn sie ihr Erbgut nicht weitergeben?

Demnach könnte man meinen die natürliche Selektion schliesst euch absichtlich aus der Evolution aus. :D

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Der Artikel ist von Anfang 2015. Mittlerweile hat die Geburtenrate wohl wieder angezogen. 

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Kommentar von fiwaldi
22.11.2016, 22:33

Aber nicht bei den "Eingeborenen". Ja, inzwischen füllen Zuwanderer/Flüchtlinge etc. die Lücke

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Deutschland ist mEn nicht familienfeindlich. Eher sehe ich die fehlende Bereitschaft hier eigene Verantwortung zu übernehmen. Wieso sollte der Staat die Verantwortung für meine Familie übernehmen? Klar muss eine Infrastruktur geschaffen werden, die Familien begünstigt. Aber ich persönlich sehe sehr gute Möglichkeiten für unsere Kinder und Familien hier im Land.

Hier ist jeder selbst gefragt wo er seine Präferenzen sieht. Daran werden staatliche Maßnahmen nichts ändern.

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