Warum hat der Täter mehr Recht als das Opfer?

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7 Antworten

Täterschutz und Opferschutz kann man nicht miteinander vergleichen. Während der Opferschutz darauf abzielt, einen durch eine Straftat entstandenen Schaden wiedergutzumachen, geht es beim Täterschutz darum, vor dem Staat als "übermächtigem Gegner" geschützt zu werden.

Ich möchte das kurz erklären:

Du bist Opfer einer Straftat geworden. Dadurch hast du jetzt einen finanziellen Schaden. Diesen kannst du dir vor den Zivilgerichten im Wege einer Klage zurück holen. Wenn du die nötgen Beweise (und einen fähigen Anwalt) hast, wird das kein Problem sein. Opferschutz bedeutet, der dir entstandene Schaden wird wieder gut gemacht.

Täterschutz ist etwas völlig anderes: Hier geht es ums Strafrecht. Der (vermeintliche) Täter soll vom Staat bestraft werden. Der Staat hat, weil er eben der Staat ist und für Ordnung im Land sorgen soll, einen sogenannten Strafanspruch. Menschen, die gegen die Gesetze verstoßen, können vom Staat dafür bestraft werden.

Weil wir aber in einem Rechtsstaat leben, kann der Staat nicht machen, was er will. Das wäre auch nicht gut, denn dann könnte er nach Belieben Gegner aus dem Weg räumen etc. Bei solchen Zuständen, ohne Täterschutz, möchte ich nicht leben. Denn dann sind wir ganz schnell wieder in der Diktatur.

Daher gibt es für Täter viele Schutzmechanismen. Dass ich hier von Täter spreche, ist eigentlich schon falsch. Denn vielleicht ist die angeklagte Person gar nicht der wahre Täter. Daher sollte man vielleicht vom Beschuldigten, vermeintlichen Täter oder Verdächtigen reden. Derjenige, der vom Staat beschuldigt wird, etwas getan zu haben, darf sich verteidigen. Er hat dazu vom Staat Rechte in die Hand gelegt bekommen, damit es ein faires Verfahren gibt.

Natürlich erscheinen die Täterschutzrechte manchmal sehr unfair. Wenn beispielsweise ein Vergewaltiger durch Ausnutzung seiner Rechte ein mildes Urteil oder gar einen Freispruch erwirkt, dann ist es klar, dass viele damit nicht gut leben können.

Aber stell dir vor, du bist selbst wegen einer Straftat angeklagt. Du warst es aber nicht. Jetzt bist du froh über jedes Täterschutzrecht, mit dem du dich aus dieser Situation wieder herausbringen kannst.
Oder dir wird vorgeworfen, jemanden vorsätzlich getötet zu haben. Was meinst du, wie wütend die Angehörigen des Opfers auf dich sind. Doch in Wirklichkeit war alles nur eine Verkettung unglücklicher Umstände und du bist allenfalls der fahrlässigen Tötung schuldig. Auch in dem Fall bist du sehr froh, wenn man dich am Ende aus Mangel an Beweisen für einen Vorsatz nur zu einer geringen Strafe verurteilt.

Du siehst, wie jede Medallie hat auch diese Frage zwei Seiten. Und je nachdem auf welcher du stehst, wirst du eine unterschiedliche Bewertung der Situation haben.

Noch zu deiner geschilderten Geschichte: Natürlich darfst du dein Grundstück (und nur das) filmen. Dabei musst du dich an die Gesetze halten, z.B. § 6b Bundesdatenschutzgesetz. Außerdem kann man nicht zwei Straftaten gegeneinander aufwiegen. Der "böse" Nachbar hat sich strafbar gemacht wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung, der Eigentümer darf nur sein eigenes Grundstück filmen und keine öffentlichen Flächen.

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Hier bringst du ein paar Dinge durcheinander. 

Seinen eigenen Garten darf Herr Müller so lange filmen, wie er will. Ist auf der Aufnahme dann Herr Berger zu sehen, wie er Möhren klaut, ist dieses Video selbstverständlich als Beweismittel zulässig. 

Hier wird die Privatsphäre des Gefilmten nicht verletzt, da dieser sich ja im fremden Garten gar nicht aufhalten dürfte, um Möhren zu klauen. 

Natürlich sind Beweise nötig, um jemanden zu verurteilen. Stell dir einfach mal vor, die Möhren wären gar nicht von Herrn Berger geklaut worden. Stell dir mal vor, Frau Schulze von Gegenüber hätte die schönen Möhren gesehen und sie einfach in einer Nacht und Nebel-Aktion geholt. Dann hätte Herr Müller den armen Herrn Berger zu Unrecht verdächtigt. 

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Dein Beispiel ist an den Haaren herbeigezogen und hat nichts mit der Realität oder tatsächlichen Gesetzeslage zu tun. 

Daraus kannst du weder einen fehlenden Opferschutz noch einen Täterschutz ableiten. 

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Quatsch, sein eigenes Grundstück darf er filmen wie er möchte.

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Kommentar von Bestie10
17.02.2016, 22:06

nur !!!!!!!!!!!  das eigene Grundstueck, nicht aber das vom Nachbarn oder oeffentliches

also schoen aufpassen, was aufgezeichnet wird .... kein milimeter zu weit

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Hallo,

kann nicht stimmen, weil man seinen eigenen Garten (nicht Gemeinschaftsgarten) überwachen darf und die Aufnahmen sind zulässig. man darf nur nichts filmen, was über die eigene Grundstücksgrenze hinaus geht und oft nicht den Eingangsbereich, weil auch der Postmann persönlichkeitsrechte hat.

Der Nachbar würde, wenn es sich um den Garten des Nachbarn handelt, auch dafür bestraft, da die Überwachung rechtmäßig ist

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Dein Beispiel ist Unsinn. Zum einen darf der Gärtner in seinem Garten filmen was er will, zum anderen werden Aufnahmen einer Staftat auch vom Gericht verwertet. und das Filmen wird nicht gegen die Straftat aufgewogen. Selbst wenn das Filmen strafbar wäre, würden die Taten nicht gegeneinander augewogen. Reiner Blödsinn, das Beispiel.

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Weil das Persönlichkeitsrecht des Täters in Verbindung mit der Unschuldsvermutung auf der Waage von Frau Justitia immer schwerer wiegt. 

 Schon beobachtet, dass das Foto eines gesuchten Verdächtigen nur verpixelt,  das des Opfers unverpixelt gezeigt wird?

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