Frage von kreisfoermig, 202

Warum hat bisher keine Nation die Diktatur in Nordkorea gestürzt?

Ich kanns verstehen mit Ländern wie dem Iran—da sind im Nahosten zu viele Kräfte im Spiel verwickelt und jeder Schachzug hätte massive Folgerungen. Nordkorea hingegen ist nicht zentral, kein Land wie seine Ressourcen, etc. Warum denn tut keine Nation etwas dagegen, um die Unterdrückung, Menschenrechtsmissbrauche, nukleare Bedrohung, usw. ein für alle Mal zu beenden?

Das Land wurde direkt an Südkorea gehen, weder die USA, noch Russland noch China/Japan noch europäische Mächte wurden das Land besitzen dürfen. Die Menschen wären dann frei, wie die Südkoreaner zu leben, studieren, arbeiten, usw.

Doch was geht hier vor? Haben die globalen Spieler (USA, China, Russland) Angst, dass jeder, der sich einmischt, Nordkorea besetzen würde? Wenn dann, warum können sie nicht einfach gemeinsam zusammen mit den Südkoreanern in Nordkorea eindringen, die Regierung und das Militär „neutralisieren“ und es dann _sofort_ komplett an die südkoreanischen Kräfte übergeben?

Verhindert dies China/Russland aus Angst, Korea wäre eines der größten NATO-Mitglieder im Osten direkt vor ihren Grenzen? Handeln die USA nicht aus Angst vor anderen Staaten dort? Oder aus der Angst, dass Nordkorea auf einen Angriff durch Atomraketen reagiert, welches potentiell einen 3. WK auslöst? Oder gibts es einen anderen Grund dafür?

Worauf warten die Nationen? Bis Nordkorea pleite geht wie die SU?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von voayager, 71

Die nordkoreanische Bwevölkerung würde sehr aggressiv auf eine sogenannte Befreiung reagieren, was sich ja im Koreakrieg zeigte. Offensichtlich sind die meisten Bürger der "Wertestaaten" nicht in der Lage das zu erkennen, so wie sie ja anfänglich auch bombensicher waren, dass die Bombardierung Nordvietnams und des Iraks sowie Libyens haargenau das Richtige sei. Das waren sie wohl erstaunt, dass fast niemand jubelte, hingegen erbitterter QWiderstand gegen diese selbsternannten Befreier einsetzte. Dieses "wartet nur, ich werd ich helfen", im Deutschen hat das ja so eine pikante Doppelbedeutung, hat noch nie Begeisterung bei den sogenannten Befreiten ausgelöst.

Davon mal abgesehen, wer berechtigt eigentlich Staaten Nordkorea zu "befreien", ich nenne es überfallen. Wer ist berechtigt den Zuchtmeister abzugeben, wer soll denn bittesehr der Wolf im Schafspelz seinß Und seid wann geht es um menschliche Verbesserungen bei den Invasoren, jene die in ihren Heimatländern einen schreienden Gegensatz zwischen Reich und Arm zulassen, ja ihn konservieren, nichts gegen die Armut in ihren eigenen Ländern unternehmen und dann auch noch dreisterweise andere Staaten mit ihrer Ausbeutermentalität beglücken wollen.

Merke: nach jeder Eoberung folgt das Einsacken von Bodenschätzen, Übernahme von firmen usw. Warum sonst wurde nach der "Befreiung" des Iraks das Ölministerium geschützt, nicht hingegen das Nationalmuseum, das ausgeraubt wurde.

Ich bin es gewohnt, dass die Unwissenheit gerade hier in Deutschland in Sachen Politik sehr groß ist. Da wundert es mich dann auch nicht, dass zu einer "Befreiung" Nordkoreas aufgerufen wird, statt für den Abzug der USA aus Südkorea sich einzusetzen, damit Korea step by step wieder ein vereintes Land werde.

Fazit. Hände weg von Nordkorea, wer dennoch dortr versucht einzumarschieren, wird sich eine blutige Stirn holen.

Kommentar von kreisfoermig ,

seid wann geht es um menschliche Verbesserungen bei den Invasoren, jene die in ihren Heimatländern einen schreienden Gegensatz zwischen Reich und Arm zulassen, ja ihn konservieren, nichts gegen die Armut in ihren eigenen Ländern unternehmen und dann auch noch dreisterweise andere Staaten mit ihrer Ausbeutermentalität beglücken wollen.

Du hast es sehr wohl gesagt.

statt für den Abzug der USA aus Südkorea sich einzusetzen, damit Korea step by step wieder ein vereintes Land werde.

Das ist schonmal eine interessante Idee, die mir nicht einfiel. Denkst du, dass auf diese Weise, wenn überhaupt, gelingen würde?

Kommentar von voayager ,

Ja, ich denke, dass Korea seine Hausaufgaben selbst und ganz allein schon erledigen sollte. Die Folge: es käme/kommt dann was völlig Neues dabei heraus. Das Alte wäre dann perdu, es wäre regelrecht spannend, was sich dann Neues ergeben würde. Das System in Nordkorea kann nur gedeihen, bei all dem Gegensatz, wovon es lebt. Ohne dem extremen Gegnsatz zu den USA wird es seine "Geschäftsgrundlage" verlieren, siehe Nordvietnam, dass nach seiner Wiedervereinigung mit dem Süden einen erheblichen Wandel vollzog. Das wäre in Korea auch nicht anders. Bei einer Wiedervereinigung, die einfach geboten ist, schleift sich Vieles ab.

Irgendwann wird sich auch Korea vereinigen, das ist unvermeidlich.  Bis dahin wird allerdings noch viel Zeit vergehen, einfach weil die USA die Wiedervereinigung nicht hinnehmen wollen. Eine solche Wiedervereinigung wird anders sein als in Vietnam, anders als bei Deutschland, mehr läßt sich dazu nicht sagen.

Kommentar von voayager ,

Danke für den Stern.

Ich habe mittlerweile im Portal Politik weit über 50 hilfreichste Antworten von Usern erhalten, der Expertenstatus wird mir dennoch vorenthalten. Warum? Nun ich bin nicht artig genug, halte nicht immer penibel die political correctness ein und bin zudem nicht hinreichend systembejahend genug. Nun denn, verbiegen möcht ich mich nicht, sei`s drum.

Kommentar von RichardSharpe ,

der Expertenstatus wird mir dennoch vorenthalten

Wen außer dir wundert das?

Und seid wann geht es um menschliche Verbesserungen

Kleiner Tipp:

http://seidseit.de/

Kommentar von voayager ,

Meine Güte, wie korinthenkackerisch du dich doch verhälst. Das war ein Tippfehler, natürlich weiss ich sehr genau, wann man ein d und wann ein t setzt, Herr Philister. Mieser und gehässiger ging`s nun wirklich nicht. Da du offensichtlich inhaltlich nichts Gescheites auf der Pfanne hast, suchst du begierig in den Krümeln, um so doch noch was Kontraproduktives zu generieren und mir an den Kopf zu werfen - Hut ab vor all dieser dämlichen Gehässigkeit. 

Antwort
von ersiees23, 83

Der Krieg ist ja nie beendet worden. Es herrscht lediglich Waffenruhe. Allerdings heute dort anzugreifen - unabhängig davon wie brutal "damals" die Gefechte dort waren - ist heute noch mit dem großen Risiko der Atomwaffen die Nordkorea hat verbunden. Keiner weiß wirklich wie es dort aussieht - wo sie stehen, was sie anrichten können... ein unkalkulierbares Risiko. Dann "haben" die angreifenden nichts davon... diese ganzen "Entmachtungen" im nahen Osten sind (seien wir mal ehrlich) ehr aufgrund der natürlichen Resourcen - weniger aus "humanitären" Gründen erfolgt.

Dann würde zudem ein Angriff auf Nordkorea den Verbündeten China nicht lange untätig zusehen lassen. Und wo die Chinesen hinhauen würden, da wächst auch kein grün-Gras mehr.

Antwort
von MonkeyKing, 48

Weil es dafür keine Rechtsgrundlage gibt. Man kann nicht einfach in ein Land einmarschieren weil es einem so gefällt. Man muss sich wenigstens ein paar (gerne auch vorgeschobene Gründe) einfallen lassen. Da aber Nordkorea in einer geopolitisch sehr sensiblen Position ist, wagt es keiner zu tun weil viel mehr zu verlieren als zu gewinnen ist. Und würde eine Nation einmarschieren, würde die dortige Bevölkerung am meisten leiden. Die Nordkoreaner sind fanatisiert und bis an die Zähne bewaffnet. Es würde zu einem gnadenlosen Blutvergiessen kommen. Und wenn dann noch Atomwaffen gezündet werden, sind wir vorm dritten Weltkrieg nicht mehr weit entfernt. Beantwortet das die Frage?

Antwort
von Turankoc, 43

Es hat einen einen einen einzigen Grund, warum Nordkorea solange überlebt:
Sie haben Atomwaffen.

Jede Diktatur ohne Atomwaffen wurde gestürzt, da man sich nicht von ihr fürchten müsste. Aber vor Nordkorea tut man das. Denn Nordkorea kann, falls es angegriffen und auch falls es kapitulieren sollte, sehr sehr vielen Menschen noch schlimmes überbringen.
Alleine in Japan und Südkorea Leben mehr als 140 Millionen Menschen. 2 wohl sehr 'beliebte' Ziele danach. Und auch die USA könnte durch Langstreckenraketen getroffen werden.

Das war's. Wirklich. Mehr steckt nicht dahinter.

Antwort
von archibaldesel, 56

Nordkorea hat einen mächtigen Verbündeten, mit dem sich garantiert niemand anlegen will. China duldet keine fremden Truppen in seinem Hinterhof.

Kommentar von kreisfoermig ,

Warum lässt China zu, dass die Nordkorea in elenden Zuständen leben müssen? Was ist, wenn die USA + Russland nichts tun und das Problem zw. China, Japan und Südkorea gelöst werden würde?

Kommentar von archibaldesel ,

Nordkorea ist für China Pufferzone. Es ist den Chinesen vollkommen egal, wie es den Menschen dort geht.

Du solltest dich mal mit chinesisch/japanischer Geschichte beschäftigen. Die Japaner haben im 2. Weltkrieg mehr als 10 Mio. chinesische Zivilisten ermordet und dazu noch 3,5 Mio. Soldaten getötet. Eher friert die Hölle ein, als dass die Chinesen jemals wieder eine japanische Militäraktion in Asien noch dazu an seiner Grenze akzeptieren werden.

Antwort
von wfwbinder, 42

Das könnte der Start zu einem großen Krieg werden. Schließlich haben die sogar Atomwaffen. Auch wenn die nicht in der Lage wären die nach Washington zu schicken, Südkorea und Japan wären gefährdet. China würde in den Krieg eintreten.

Lieber die Finger davon lassen.

Kommentar von kreisfoermig ,

ja, aber das könnten die Nationen China, USA, Russland, Japan, Südkorea eben gemeinsam lösen, indem sie zuerst die Drohung durch Abwehrsysteme neutralisieren, dann bleibt es, einfach durch Geheimdienstoperationen, den Kim zu erledigen, und das Militär ohne Zivilopfer zum Stillstand zu bringen. Diese Länder müssten dann vereinbaren, dass der Norden komplett an die Südkoreaner geht und nicht durch Besatzungsmächte übernommen wird, und Weiters (schriftlich!!) niemals zum NATO-Stützpunkt wird. Ich weiß nicht, aus welchem Grund diese Länder sich nichts ausdenken lassen, verstehe ich nicht. Vielleicht wollen die Amerikaner entweder Nordkorea als Stützpunkt oder es leiden lassen, und gar nichts dazwischen.

Kommentar von wfwbinder ,

Entschuldige bitte, aber Deine Idee ist völlig illusorisch.

China wird nie etwas machen, was Südkorea nutzt. Ausserdem würde China einen Vasallen verlieren, den die als Drohung vorschicken können.

Kommentar von kreisfoermig ,

Ich verstehe nicht, warum die asiatischen Nationen sich nicht zusammentun können, um Frieden zu sichern, wie wir es hier in Europa gemacht haben. Vielleicht bedarf es einer Asiatischen Union…

Kommentar von wfwbinder ,

Wer hat sich denn in Europa zusammengeschlossen.

Das sind überwiegend west- und zentraleuropäische Nationen. Dabei haben mit der Ausnahme der östlichen Länder die Probleme schon angefangen.

Asien ist noch vielschichtiger, als Europa.

Indien und Pakistan, trotz gemeinsamer Wurzeln eine ziemliche Feindschaft.

Japan und China, auch zwei Länder mit schwieriger gemeinsamer Geschichte.

Die Idee ist schön, aber die Durchführung halte ich für unmöglich.

Antwort
von tryanswer, 87

Es lohnt sich einfach nicht dort Ressourcen zu binden oder Unfrieden heraufzubeschwören und wie du schon sagst, das Problem wird sich mit der Zeit von selber lösen.

Antwort
von ThommyGunn, 53

China deckt Nordkorea, außerdem hat NK die Bombe, das macht es schwierig. Würde man NK nicht unterstützen wären die Menschen dort wohl schon verhungert, aber diesen Preis möchte man nicht bezahlen, da es ja familiäre Verbindungen mit dem Süden gibt. Ich weiß nicht ob Kim Nachkommen hat, vll. zerfällt die Diktatur mit seinem Tod sofern er keinen "Thronfolger" hat.

Davon abgesehen könnte ein Krieg Millionen Tote fordern, ob es das wert wäre?

Antwort
von lesterb42, 18

Nordkorea hat kein Öl.

Antwort
von Beantworter1112, 26

Was sollen sie denn tun? In das Land einmarschieren? Das wäre genauso ein schlimmer Krieg.. Und dann sind die Leute noch mieser drauf.

Es wird gesagt, dass die USA mit Hilfe von Südkorea Nordkorea innerhalb 7 Tage einnehmen könnten.

Aber trotzdem ist Krieg keine Lösung.... So mal du ja die Bürger dort befreien willst, aber mit einem Krieg killst du sie ja..

Kommentar von kreisfoermig ,

Kriege können heute anders und gezielter geführt werden, ohne kollateralen Schaden anzurichten. Man muss nur sicherstellen, dass die USA das Land nicht besitzen (noch China). Das könnte man durch neutrale Kräfte bekräftigen (wie etwa durch Europäische und Russische Kräfte).

Antwort
von nowka20, 32

das müssen die nordkoreaner selber machen

Kommentar von kreisfoermig ,

wodurch? Das Volk ist verarmt und völlig unterdrückt. Nicht mal in der DDR konnte das Volk die Besatzungsmacht überwinden. Dafür gibts es interne Mechanismen, die das Ganze am Leben hält, nämlich dass jeder sich fürchtet, von seinem Nachbarn verraten zu werden.

Kommentar von nowka20 ,

und wieso gingen dann diktaturen durch eine volkserhebung kaputt?

wenn die angst vor dem tod überwunden ist, hat eine diktatur gegen das eigene volk null chancen

Antwort
von AntwortMarkus, 81

Wenn es darum geht,  müßte man die Staatschefs von Ungarn, Russland, China, Polen und der  Türkei auch alle stürzen.  In der Vergangenheit haben wir aber oft durch den Sturz von Diktatorendas Gegenteil erreicht.  Dann hat man ein Land ohne Führung, was  ins Chaos stürzt. Da muss man jeden Schritt genau abwägen und den richtigen Moment nutzen.

Kommentar von kreisfoermig ,

Man lebt in Russland, Polen, Ungarn relativ gut als Bürger. In Nordkorea hingegen nicht. Der Vergleich ist somit ungültig. Es geht hier nicht alleine um die Regierung, sondern die Unterdrückung im ganzen Land gegen das Volk.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Erzähle das mal einem russischen homosexuellen körperbehinderten Transvestiten.  Wie es sich da lebt in Russland. Der dann auch noch Journalist ist.

Kommentar von kreisfoermig ,

Das ist zwar schlecht, diese bildet aber „nur“ Minderheiten aus. Diese Probleme sollen und im Prinzip können intern gelöst werden: in der Tat arbeiten russische Bürger aktiv dran, welches nicht illegal ist. In Nordkorea hingegen sind das ALLE, die unterdrückt werden.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Eine Diktatur Ist eine Diktatur.  Egal gegen wen sie sich richtet. 

Kommentar von kreisfoermig ,

klar. Jetzt argumentierst du im Kreis. Du kannst nicht gegen die Beendung einer Diktatur argumentieren, dadurch dass du die Gegenfrage stellst, warum man in Iran / Russland / Polen / usw. nichts tut.

Kommentar von barfussjim ,

"Das ist zwar schlecht, diese bildet aber „nur“ Minderheiten aus". 

Klar, auch in der Nazi-Zeit wurden "nur" Minderheiten diskriminiert, unterdrückt und umgebracht: Juden, Zigeuner, Osteuropäer, Kommunisten, Behinderte, Andersdenkende. Der große Rest hat zumindest bis 1939 gut gelebt..

Kommentar von kreisfoermig ,

du hast meinen Punkt falsch verstanden.

[AntwortMarkus] erwiderte praktisch ja, aber niemand handele gegen Russland, obwohl dort Homosexuelle und Journalisten verfolgt werden.

[ich] antwortete darauf, dass seine Erwiderung meine Aufregung nicht annulliert, zumal die Situation in Nordkorea VIEL schlimmer sei, da ALLE unterdrückt werden, nicht nur ein Anteil.

Natürlich ist es an sich schlimm, eine Minderheit zu unterdrücken. Dagegen hatte ich nichts einzuwenden. Mein Einwand betraf [AntwortMarkus]s Fehlschluss.

Antwort
von Dashyyy, 94

Weil Nordkorea bis jetzt noch nichts gemacht hat. Das wäre reine Provokation und würde in Krieg enden und vergiss nicht, Nordkorea hat Atomwaffen. Und ich bin sicher, dass Kim Jong Un nichts dagegen hat ein paar Länder zu verstrahlen.

Kommentar von UniCornisback ,

Ach was, der traut sich nicht, dann kommt der Vergeltungsschlag und sein Land ist weg.

Kommentar von tryanswer ,

Nur zur Info: Auch wenn die Waffen ruhen, Nord- und Südkorea befinden sich offiziell immer noch im Krieg und Provokationen gibt es dort täglich zu Hauf - von beiden Seiten.

Antwort
von UserDortmund, 28

Nordkorea interessiert anscheinend keinen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten