Frage von Felix30, 18

Warum hat Augustus Namen und Reste der Republik bestehen gelassen?

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 7

Augustus hatte das Vorbild seines Adoptivvaters Caesar vor Augen, dem man vorwarf, die republikanische Verfassung beseitigen und das Königtum anstreben zu wollen.

Augustus sicherte auf andere Weise seine Herrschaft: er beließ die republikanische Verfassung, ließ sich für seine Leistungen für den Staat wesentliche Amtsbefugnisse nur ehrenhalber übertragen. So konnte er mehr im Hintergrund agieren, während die Republik nach außen weiter funktionierte und auch die römischen Führungsschichten ihre Ämterlaufbahn wie gewohnt anstreben und absolvieren konnten. Scheinbar änderte sich auf diese Weise die republikanische Staatsform nicht.

Von den Ehrenrechten abgesehen, waren Augustus' wesentliche Machtbasis die weit von Rom entfernten, in den Provinzen verteilten Legionen, über die er aufgrund seiner Befugnisse den Oberbefehl behielt. Im Zweifelsfall hätte er, auf sie gestützt, jederzeit die Macht in Rom gewaltsam übernehmen können. Aber er machte dazu keinerlei Anstalten, sondern erweiterte in altrömischer Tradition das Staatsgebiet, indem er u. a. die Provinz Germanien bis zur Elbe einrichtete, die dann am Ende seiner Regierungszeit, nach 9 n. Chr. (Stichwort: Varusschlacht), zu großen Teilen jenseits des Rheins wieder verloren ging. So regierte Augustus eher mit sanftem Druck.

MfG

Arnold

Antwort
von wfwbinder, 11

Warum hätte man das römische Reich in augustinisches Reich umbenennen sollen? Damit hätte er sich Widerstand zugezogen.

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