Frage von Renguees, 112

Warum haben so viele Menschen Angst vor Überfremdung?

Hallo,

mich interessiert, warum so viele Deutsche zurzeit Angst vor einer Überfremdung in Deutschland haben? Ich bin selber ein Migrant der hier im Land aufgewachsen ist und zur Schule gegangen ist. Ich kann auch gut Deutsch sprechen. Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, wenn ich auf Deutsche zugehe mit einem höflichen Lächeln, dann erwidern das die meisten zurück.

Gut ich kann das zwar nach all den Geschehnissen in der heutigen Zeit einbisschen nachvollziehen das viele Einheimische Vorurteile gegen Migranten bekommen, aber jedesmal hör ich bzw. lese ich immer wieder "Ich habe Angst das die Werte in unserem Land verloren gehen". Ich hatte heute auch ein Gespräch mit meinem Arbeitskollegen darüber gehabt, der hat das gleiche auch gesagt. Ich frage mich nur, welche Werte meinen diese Leute damit? Meine Werte sind: Respekt, Höflichkeit, Pünktlichkeit usw. andere Werte die Einheimische von Ausländern unterscheiden kenne ich jetzt nicht wirklich...

Generell, warum tut sich Deutschland mit diesem Thema extrem schwer zurzeit? In Frankreich, England, Spanien und Italien leben auch sehr viele Ausländer, aber die meisten Einheimischen in diesen Ländern haben dort kein Problem damit. Man schaue sich Frankreichs Fußballnationalmannschaft an, die wenigsten sind echte Franzosen, aber keiner hat ein Problem damit.

Antwort
von drea67, 48

Da spielt oft auch die Angst rein, dass "die Ausländer" uns die Butter vom Brot nehmen könnten. Und die scheint perverserweise bei denen am größten zu sein, die am meisten haben.

Aber das sind gleichzeitig immer Personen, die nicht allzu viel Bildung haben und schlecht informiert sind.

Kommentar von Renguees ,

Danke. Recht haben Sie. Bildung ist ein kostbares Gut.

Kommentar von Zoroastres ,

Nur komisch dass alle immer davon reden, dass der abstiegsbedrohte Mittelstand sich Sorgt, während reichere Leute gelassener damit umgehen...

Antwort
von relevant, 23

Wenn jemand Angst hat, dann nur weil derjenige sich fühlt als würde ihm jemand ans Bein pinkeln. Dann fallen Argumente ein wie z.B. die nehmen die Jobs weg, ich bezahle mit meinen steuern, die lernen die Sprache nicht, usw.

anstatt sich zu bemühen so vorbildlich und verantwortungsvoll wie nur möglich zu leben.

Jedem Menschen steht die ganze Welt offen. Jeder nutzt seine Möglichkeiten. Die ängstlichen sollten auch damit anfangen nicht anderen die Schuld zuzuweisen. 

Antwort
von OnkelSchorsch, 51

Aus Dummheit und Bösartigkeit.

Das ist auch keine "Angst vor Überfremdung", sondern einfach nur Bösartigkeit und Fremdenhass. Bezeichnend ist, dass derartige "Ängste" am stärksten dort sind, wo es kaum "Fremde" gibt.

Kommentar von Renguees ,

Man muss sich mal die Focus Online Kommentare lesen. Es strotzt nur so vor Hass! Aber du hast Recht, ich hoffe das diese Leute mal aufwachen oder sich ändern.

Antwort
von AriZona04, 60

Was ich mich frage: Man hört immer, dass viele Ausländer in ihrem Land kaum Ausbildung bekommen haben. Merkel will alle integrieren. Wie viele machen tatsächlich einen Sprachkurs, wollen eine Ausbildung anfangen und eigenes, genügend Geld verdienen? Wie viele wollen im Gegenzug von unseren Steuergeldern leben? Wir Deutschen müssen diese verdienen und profitieren nicht wirklich davon.

Wenn ein Ausländer mir freundlich zulächelt, lächel ich zurück. Ich bin kein Rassist und ich behandel im Grunde jeden gleich.

Leider habe ich sehr schlechte Erfahrungen mit einem Ausländerkind gemacht, worauf ich nicht näher eingehen möchte. Das sitzt tief! Diese Jungs dürfen sich viel erlauben und dieser Junge hat eine "brilliante" Karriere vor sich. Den finanziere ich mit und sei es auch nur Essen und Heizung im Knast. Ich habe leider das Gefühl, dass diese Mütter diese Jungs nicht erziehen dürfen/können. Das macht mir Sorgen und Angst!

Kommentar von Renguees ,

Ja, wie gesagt, ich kann das alles verstehen. Aber du musst dich auch in die Rolle reinversetzen dieser Leute. In der Türkei, in ganz Afrika und im zerbombten nahen Osten, kannst du nicht wirklich eine Ausbildung machen und die meisten sind einfach nur dankbar hier arbeiten zu dürfen und eine Ausbildung zu machen. Das mit dem Sprachkurs stimmt nicht. In sehr vielen Schulen sind Flüchtlingsklassen eingerichtet worden in dem Deutsch unterrichtet wird. Die jenigen die noch kein Sprachkurs besuchen, werden schon ihre Gründe haben.

Kommentar von paulklaus ,

Wie schön, Arizona, dass du kein Rassist bist ! Aha ! Aha ! Schlechte Erfahrung mit EINEM (!!!) Ausländerkind...usw, usw, usw...

pk

Antwort
von Freezo, 42

Nun allgemein gesagt gibt es hauptsächlich 2 Arten von Leuten die sich wegen des stetigen Migrantenstromes Sorgen machen.

Zum einen sind das die Idioten, von denen hörst du das Meiste in den Medien, die zu viel Nachrichten geschaut, Angst haben ihren Job oder Wohnung zu verlieren und mit Terrorismus konfrontiert zu werden, und die diesen Spruch einfach irgendwo im Fernsehn aufgeschnappt haben.

Dann gibt es noch die Leute, die sich mit diesem Thema ernsthaft auseinander gesetzt haben.
Mit Werten sind vor allem Gesetze gemeint, sowas wie Meinungsfreiheit, Gleichheit der Geschlechter, Religionsfreiheit etc., Dinge die in einigen der Herkunftsländer nicht unbedigt groß geschrieben werden.

Ich persönlich habe mit anderen Kulturen grundsätzlich kein Problem, sehe aber die momentane Situation ebenfalls ziemlich kritisch.
Terrorismus ist definitiv ein mögliches Problem, auch wenn ich es deutlich kleiner/anders einschötze als die Medien, und eine Integration muss früher oder später stattfinden, das sehe ich derzeit noch überhaupt nicht.

Noch ein kleiner Nachtrag zu ein paar deiner Bemerkungen. Zum einen geht Deutschland mit dieser Problematik derzeit erstaunlich gut um, damit meine ich nicht, dass Probleme gut gelöst werden, eher im Gegenteil, sondern dass sich der Widerstand der Bevölkerung doch sehr in Grenzen halten.
Du solltest ebenfalls unterscheiden zwischen was die Leute sagen und was sie letztendlich tun.

Kommentar von Renguees ,

Das Thema ist viel zu komplex um da schnell Lösungen zu finden. Terrorismus, Extremismus usw. müssen professionell bekämpft werden, aber das ist ein internationales Problem. Das hat mit Deutschland nicht viel zu tun.

Kommentar von Freezo ,

Naja sagen wir mal es gäbe einige Dinge die man jetzt bzw. vor ein paar Jahren hätte tun können.
Natürlich löst man nicht ale Probleme über Nacht, aber man kann zumindest mal anfangen.

Auch, oder sogar vor allem, Deutschland als derzeit Hauptbetroffener kann da sehr viel tun, bspw. könnten wir mal damit aufhören Migranten als Flüchtlinge zu bezeichnen und sie entsprechend behandeln. Auch an der Organisation lässt sich viel verbessern und von dem internationalen Standpunkt fange ich lieber garnicht erst an :)

Antwort
von MrHilfestellung, 38

Frankreich und England stehen Deutschland in puncto Fremdenfeindlichkeit nicht viel nach oder übertreffen Deutschland sogar. Man sollte hier aber keine Rangliste der fremdenfeindlichsten Bevölkerungen erstellen.

Die einen haben nach dem Brexit täglich rassistische Übergriffe, die einen sind dabei eine Rassistin zur Präsidentin zu wählen.

Nichtsdestotrotz ist es nunmal so, dass viele Menschen rassistisch und fremdenfeindlich sind. Überfremdung nenne ich es hier absichtlich nicht, denn das ist ein Wort, dass aus der Rechten kommt.

Zu Frage warum es Rassismus gibt, gibt es viele soziologische und psychologische Studien, die das mit Dingen wie eigenen inneren Konflikten, prekären Einkommensverhältnissen oder die Notwendigkeit sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen und andere damit automatisch auszuschließen.

Kommentar von paulklaus ,

Zum 100. Male: Es gibt (noch lange) keinen BREXIT !!

pk

Kommentar von MrHilfestellung ,

Dann eben nach der Entscheidung zum Brexit.

Ist hier in dieser Antwort ein unwichtiges Detail.

Antwort
von voayager, 9

Was du da schreibst, stimmt einfach nicht. Gerade in Frankreich gibt zahlreiche Rechte, erinnerte sei da nur mal an Le Pen. Diese Frau genießt bei etlichen Franzosen ein großes Ansehen.

Antwort
von Bolleka, 58

Leider werden von bestimmten politischen Seiten viele Lügen gegen Ausländer verbreitet. Die Politik und Medien haben extrem Einfluss auf viele Menschen. Aber Kopf hoch: Sei einfach nett und du wirst genug Leute kennen lernen die dich mögen. Es gibt Arschlöcher und super Menschen. Das ist nicht von Herkunft oder Religion abhängig. Für mich zählt: Du bist jetzt gerade in Deutschland. Also bist du für mich Deutscher. Basta

Kommentar von Renguees ,

Danke. Ja, da hast du voll ins Schwarze getroffen. Wär schön wenn jeder so denken würde. :)

Antwort
von paulklaus, 8

...weil wir Deutschen die Herrenmenschen sind und keine zweitrangige Spezies neben, auch nicht unter uns dulden !!

pk

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