Frage von BTyker99, 26

Warum haben Schwimmbäder häufig so große finanzielle Probleme?

Die meisten Schwimmbäder sind vermutlich öffentliche Einrichtungen, werden also sicherlich durch Steuergelder finanziert, sofern sie nicht genug Einnahmen haben. Auch in meiner Stadt ist es so, dass das Schwimmbad so geringe Einnahmen erwirtschaftet, dass es Diskussionen darüber gibt, ob das Bad nicht geschlossen werden soll.

Warum kann man nicht einfach sagen, dass die öffentlichen Schwimmbäder komplett Steuer-finanziert werden und nur ein symbolischer Eintrittspreis erhoben wird, da die Einrichtung doch einen Wert für die gesamte Gesellschaft darstellen soll. Stattdessen habe ich den Eindruck, dass die Eintrittspreise stetig stark ansteigen, so dass es sich heute sicherlich viele nicht mehr leisten können.

Findet ihr, Schwimmbäder sollten sich finanziell selbst tragen können, oder sollten sie auch von dem nicht-schwimmenden Teil der Gesellschaft getragen werden? Und unter welchem Druck stehen die Betreiber tatsächlich? Gäbe es einen zwingenden Grund, ein Bad zu schließen, wenn die Besucherzahlen stark sinken würden, oder wäre das jeweils individuell vom Betreiber (also der Stadt ect.) abhängig, der sich auch bei dauerhaft roten Zahlen dazu entschließen können, es weiter zu finanzieren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dirk-D. Hansmann,

Die Frage ist eine rein politische Frage. Wobei die Folgen eben auch zu akzeptieren sind.

Wird ein Schwimmbad voll aus kommunaler Kasse finanziert, dann fehlt das Geld zur Förderung vielleicht von Sportvereinen. Oder bei der Stadtbegrünung, im Personalbereich oder oder.

Können sich Familien den Besuch im Schwimmbad nicht leisten, dann lernen die Kinder immer weniger schwimmen. Wir haben steigende Zahlen in dem Bereich tatsächlich. Das liegt an den Schließungen der letzten Jahrzehnte.

Es führt sogar zu mehr Toten. Da eben immer weniger Menschen schwimmen können ertrinken bei Unfällen auch immer mehr.

Weniger Bewegungsangebote oder nicht mehr sofort erreichbar hat eben auch die Folge, dass die Menschen ungesünder leben. Dieses hat mit Sicherheit auch in den Erkrankungen bereits seinen Niederschlag gefunden.

Das Problem ist allerdings, dass es keine Verbindung zwischen den Kostenträgern gibt. Krankenkassen haben natürlich ein Interesse an gut erreichbaren Sportstätten.

Doch lässt sich das nicht in der Wirkung 1:1 berechnen. Das würde ja verraten in welcher finanziellen Höhe Behandlungen, Medikamente, Operationen, Heil und Hilfsmittel ausfallen, wenn ein Betrag in Sportstätten gehen würde.

Die Kommunalpolitiker sind Hobby-Politiker. Sie werden für jede Kürzung irgendwo blöd angemacht. Sie wählen sich deshalb gern die Dinge aus, bei denen der Widerstand gering ist.

Langweilige Schwimmbäder haben keine Lobby. In Braunschweig ist jetzt ein privater Sponsor eingetreten um ein in den 70´er oder 80´er Jahren als 'Spaß-Bad' gebautes Gebäude für den Schwimm-Betrieb zu erhalten.

Aber kann man es den Hobbypolitikern verübeln? Wenn massenhaft Geld in ein nicht genutztes Bad geht und dafür aber gar keine Gemeinde-Einnahmen zur Verfügung stehen? Dabei meine ich nicht die Eintrittsgelder.

Niemand ist wirklich gegen die Aussage 'Ich bin für den Ausbau aller kommunalen Angebote'. Doch die Frage bleibt: Woher soll die Finanzierung kommen?

Und wenn eben mehr Leute ins Theater gehen, als zum Schwimmen - Wieso dann beim Theater kürzen und nicht dem Schwimmbad?

Kommentar von BTyker99 ,

Dann dürften im Zuge der Flüchtlingskrise bestimmt noch viele Schwimmbäder geschlossenen werden. Bei der ständigen Nachrichtenlage hinsichtlich sexueller Übergriffe werden sicherlich nicht mehr so viele Kunden kommen, wie bisher. Bei uns wird das Schwimmbad immerhin noch für den Schulsport genutzt, daher denke ich, dass das ziehmlich sicher ist.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Zwar danke ich grundsätzlich für die Auszeichnung mit Stern, allerdings würde ich diese bei dem Kommentar glatt ablehnen. Bis 45 und auch danach waren die Juden angeblich Schuld. Heute sind es Flüchtlinge.

Wenn es darum geht, dass Kinderschänder sich auch in Bädern tummeln und gaffen oder sich Opfer suchen wäre das ein Beitrag zur Sicherheit die Bäder zu schließen?

Du bist noch vermutlich ziemlich jung. Als ich im Grundschulalter war, wohnten wir in der Nähe nicht sanierter Häuser. Wer wurde Mieter? Türkische Gastarbeiter hat man die Bruchbuden gesteckt.

Damals gingen die türkischen Frauen mit den Einkaufstüten hinter ihrem Mann. Er hat seinen Gebetskranz bearbeitet. Aus Rücksicht auf die schwer beladene Frau, da hat er lachend auf ein Gespräch mit anderen Männer verzichtet.

Das war der Stand vor über 30 Jahren. Heute? Zwischendurch waren ja auch Kopftücher kaum noch zu sehen. Heute fährt die Frau mit Kopftuch zum Einkaufen, der Mann auf dem Beifahrersitz und trägt die schweren Sachen beim Einkauf.

Ich will weder Köln noch Hamburg verharmlosen und auch die Anzeigen der Frauen, die Silvester gar nicht in Köln waren so hoch hängen. Dieses sind Dinge die werden sowohl durch Aufklärung, wie auch durch andere Lebenserfahrungen sich erledigen.

Wir dürfen nur die Augen nicht verschließen und müssen die Grenzen eben aufzeigen.

Übrigens wurde in den Medien nie über Vergewaltigungen, Spanner und Kinderschänder berichtet. Das ist eine Absprache zwischen den Polizeien und der Presse. Nur mal zum Thema Berichterstattung, hier allerdings um Panikreaktionen zu verhindern.

Trotzdem nicht einfach. Wenn wir sehen, dass eine Million Menschen im letzten Jahr aus einer vollkommen anderen Kultur gekommen sind. Viele dürften traumatisiert sein. Dann sieht man doch: Das sind in der Regel anständige Leute.

Dabei hat man gerade die jungen Leute raus geschickt. Wo ja Fehlverhalten noch wahrscheinlicher ist... Überdenke bitte den Unsinn Deiner Aussage. Es sollte Dir peinlich sein.

Antwort
von FelixFoxx, 10

Der Betrieb eines Schwimmbades ist teuer (z.B. Personal- und Heizkosten), da machen angepasste Eintrittspreise schon Sinn, damit das Bad sich selbst tragen kann, besonders im Zeitalter von leeren kommunalen Kassen.

Antwort
von Bjoerndicaprio, 21

Es gibt sinnvollere steuerausgaben als schwimmbäder und das glaubt wohl auch der Staat.

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