Frage von Cocastrauch, 48

Warum haben Schüler aus einem armen Elternhaus schlechtere Chancen als reichere?

Man sagt ja immer, dass in Deutschland die Bildungschancen eines Schülers stark vom Einkommen der Eltern abhängig sind. Ich kann es nachvollziehen, wenn ein Kind, welches kein Vorbild in seinem nahen Umfeld hat, was ihm zum Lernen motiviert, weswegen es schlechtere Noten schreibt, als jemand dessen Vater Arzt und Mutter Anwältin ist. Aber es wird immer so dargestellt als ob das Bildungssystem Schuld trägt, und nicht die Psychologie des Menschens.

Kann mir bitte jemand den Zusammenhang erklären? Es macht doch keinen Unterschied ob die Eltern reich oder arm sind. Man schreibt doch nicht automatisch schlechtere Noten, nur weil die Eltern plötzlich wenig verdienen.

Antwort
von MrHilfestellung, 30

Man kann sich zum Beispiel keine Nachhilfe leisten und natürlich ist das soziale Umfeld auch vom Einkommen abhängig, wenn beide Eltern in Berufen arbeiten, die eher wenig Verdienst abwerfen, dann wird das für das Kind auch ausreichen, das ist ein Problem des Bildungssystems und der Psychologie.

Später zeigen sich diese Unterschiede natürlich klarer, wenn es ans Studieren geht. Studieren können sich nur Menschen mit zumindest mittlerem Einkommen leisten bzw. extrem schlaue Menschen.

Antwort
von Kasumix, 15

Richtig - aber ich denke auch eher, dass es allgemein eben so verstanden werden soll, dass wenn die Eltern nie eine Chance hatten und deren Bildung nicht so gut ist... es bei den Kindern nicht anders ist...

Damit sind nicht die Eltern gemeint, die mal eben nicht mehr so gut verdienen.

Überleg doch mal, wenn beide Eltern Hartz beziehen... wird das Kind selten in fremde Länder mit ihnen Reisen... Kulturen kennenlernen... nicht einmal sonst viele Kulturverantstaltungen genießen... die meisten sind froh, wenn sie und das Kind ernährt werden... und viele, nicht ALLE, haben dann sicher keine Lust sich um einen Museumsbesuch... Nachhilfe... oder sonst was zu kümmern...

Oder einfach raus in die Natur zu gehen und ihnen Dinge und das Leben zu erklären... nicht möglich weil sie selbst keine Ahnung haben.

Wie oft sieht man im TV... neee... 9 € für Teamerfahrungen, einen Fußballverein... nicht drin... wir brauchen unsere Kippen... es kommt eben einfach so häufig vor.

Selbst da gibt es Ausnahmen und die Kinder wollen raus und es besser machen... viele haben aber nie gelernt zu kämpfen :/

Antwort
von Zumverzweifeln, 26

Genau so sehe ich das auch!

Es wird davon ausgegangen   , dass Eltern ohne Geld auch einen niedrigeren Bildungsstand haben und daher ihre Kinder weniger fördern können.

Antwort
von Wurzelstock, 11

Die Assoziation von Bildungschancen mit dem Einkommen der Eltern ist in der Tat veraltet. Sie war so pauschal auch nie berechtigt. Intelligente Kinder armer Leute wurden schon immer im Rahmen der Möglichkeiten gefördert.

Heute wird es eleganter formuliert: Die Chancen für Kinder aus bildungsfernen Kreisen haben schlechtere Chancen.

Es liegt nicht unbedingt an den guten Absichten der Eltern, die ihre Kinder nicht selten schon im Vorschulalter für die höhere Bildung motivieren, und bereit sind, alles dafür zu tun. Ihre Fähigkeiten sind aber begrenzt.

Wenn der Sohn eines Arztes Probleme in Latein hat, setzt der Vater sich mit ihm hin, und leitet ihn an. Der Vater eines Arbeiters kann seinen Sohn nur ermahnen: "Lern!" Damit kann der Schüler nichts anfangen.

Es finden sich aber unter Umständen Lehrer, die das gerne übernehmen, denn daher weht der Wind: Sie machen den Vätern die Kinder streitig. Unter Umständen auch die Frauen.

Antwort
von exxonvaldez, 14

Wenn du während des Studiums arbeiten musst, hast du einfach weniger Zeit zum Lernen.

Mit Studiengebühren ist der Unterschied noch krasser.

Auch Nachhilfe in der Schule kostet Geld etc.

Es ist ganz klar, dass die Kinder armer Eltern weiniger Chancen haben.

Antwort
von Haramtum, 24

Nein aber z.B. wenn ein Lehrer weiß dass die Eltern von Joseph Ärzte sind und die Eltern von Mohammed (Namen frei erfunden) arbeitslos, dann wird Joseph bei gleichen Leistungen bessere Noten bekommen, da er unbewusst mit den Eltern assoziiert wird und damit kompetenter erscheint

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Das bezweifele ich!

Kommentar von Wurzelstock ,

Das bezweifelst Du mit Recht, Zumverzweifeln :-)

Das, was in der Schule gelehrt wird, ist nicht geeignet, die Richtigkeit dessen zu belegen, was in der Schule gelehrt wird. Das müsste sogar der Pennälerlogik einleuchten.

Kommentar von Haramtum ,

Was ? Das ist statistisch belegt und haben Wir auf dem Gymi in der Oberstufe auch in Sozialwissenschaften und Pädagogik gelehrt bekommen

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