Frage von wirfaffenfas, 118

Warum haben Menschen weiße Haut und blonde Haare bekommen?

Die ersten Menschen waren doch alle dunkel, wieso gibt es jetzt auch andere?

Antwort
von OlliBjoern, 70

Vermutlich war dies zunächst eine zufällige Änderung, diese konnte sich aber nur dort "durchsetzen", wo die Sonnenstrahlung niedrig ist. Eine der Häufungen blonder Haare findet man rund um die Ostsee (also Skandinavien, Baltikum, nördliches Russland usw.). Dort war/ist es sogar von Vorteil, helle Haut zu haben (Vitamin D Bildung).

Übrigens gibt es auch blonde und blauäugige Menschen im nördlichen Pakistan. Wenig bekannt ist auch, dass es blonde Aborigines gibt, diese haben aber dennoch eine dunkle Hautfarbe (westliches Australien). Dies sind lokale Effekte, die mit recht hoher Wahrscheinlichkeit nichts mit europäischer Einwanderung zu tun haben.

Insgesamt (auf die Weltbevölkerung gesehen) ist die blonde Haarfarbe selten. Ich vermute auch, dass dunkle Haarfarben zu Beginn der "Menschwerdung" dominiert haben.

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Biologie & Evolution, 61

Helle Haut ist eine Anpassung an die klimatischen Bedingungen außerhalb Afrikas. Während es in der Nähe des Äquators und der Breitenkreise vor allem wichtig ist, sich vor der starken Sonneneinstrahlung zu schützen (die schädliche Anteile enthält, die Hautkrebs verursachen können), fällt weiter im Norden, wo die Sonneneinstrahlung schwächer und damit weniger schädlich ist, der Mangel an Vitamin D stärker ins Gewicht, dessen Erzeugung von Sonnenlicht abhängig ist. Darum wurde hier der Schutz vor Strahlung zugunsten einer ausreichenden Vitamin D-Produktion aufgegeben.

Helle Haarfarben werden durch dieselben Gen hervorgerufen, die auch für helle Haut verantwortlich sind. Deswegen können helle Haare (fast) nur bei helhäutigen Leuten vorkommen und damit nur fernab der Tropen. Blonde Haare wurden als besonders attraktiv empfunden (sexuelle Selektion) und verbreiteten sich dadurch relativ weit, vor allem in Europa. Teilweise geht das auf den relativ kleinen Genpool und damit die enge Verwandschaft der Menschen in Europa zurück. Dadurch können sich rezessiv vererbte Eigenschaften, wie blonde Haare, besonders gut verbreiten.

Antwort
von Gondor94, 59

Aufgrund der bei uns in Europa geringeren Sonneneinstrahlung. Die weiße Haut kann besser das Vitamin D aus dem Sonnenlicht absorbieren. Mit der Zeit hat sich dann evolutionsbedingt die dunkle Haut der Menschen verändert, die Menschen haben sich an ihre Umgebung angepasst.

Antwort
von xVeplzz, 26

Die Schwarze Haut schützt vor der Sonne, kann aber nicht so gut Vitamin D aufmehmen wie weiße Haut. Die Aufnahme von Vitamin D ist in Afrika nicht so ein großes Problem da die Sonneneinstrahlung dort stärker ist und es somit sowieso genügend Vitamin D hat, das absorbiert werden kann.

Also mutierte unsere Haut im Norden und wurde weiß. Sie war nicht mehr auf den Schutz angewiesen und konzentriete sich auf die Aufnahme von Vitamin D.

Antwort
von Steven6399130, 47

Hi,

Deine Hautfarbe setzt sich wie deine Haarfarbe ebenfalls aus einer Vielzahl von Genen zusammen. Wenn jetzt ein neuer Mensch gezeugt wird, dann teilt sich die DNA aus zwei Zellen Millionen mal und dabei kommt es immer zu Genmutationen. In unseren Regionen ist die Haut und auch das Haar nicht darauf angewiesen, dunkel zu sein, denn es bietet uns hier keinen Überlebensvorteil. Also hat es sich in unseren Breiten so durchgesetzt, wie es heute ist. Das typische Prinzip der Evolution: Vermehrung, Mutation, Selektion.

Mfg Steven

Antwort
von chemikant2, 40

Wie kommst du drauf das die ersten Menschen dunkel waren

Kommentar von Gondor94 ,

Das kommt, weil die ersten Menschen in Afrika entstanden sind. Mit der Zeit sind diese dann nach Europa ausgewandert.

Kommentar von chemikant2 ,

interessante Annahme

Antwort
von kenibora, 39

Wahrscheinlich waren die Menschen früher viel mehr an der frischen Luft und somit an der Sonne. Heute sitzen viele, schon sehr junge Menschen, nur vor dem Computer oder vor der "Klotze"! (Fernseher)

Kommentar von wirfaffenfas ,

Fernseher ist doch total out

Antwort
von Maimaier, 61

Die einfachste Erklärung ist Mutation und Selektion. Aber dieser Mechanismus ist äußerst Ineffizient und wohl nur ein Teil der ganzen Geschichte. Die Natur hat bestimmt mehr auf Lager.

Stichwort Epigenetik. Es kommt nicht nur auf die Gene an, sondern auf mehr.

Es gibt hundertausende humane Viren. Diese sind Symbionten, schaden uns nicht, sondern übernehmen eine wichtige Aufgabe. Diese könnten auch zur Evolution beitragen.

Muttermilch enthält Stoffe, die von Mutter zu Baby weitergegeben werden. Gesichert ist das so das Immunsystem Daten weiterleitet. Vielleicht geht da noch mehr.

Es gibt also nicht nur Gene, sondern viele andere Informationsquellen, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden, und so kann die Anpassung schneller und gezielter stattfinden, anstatt zufällig und ungesteuert wie durch Selektion und Mutation.

Kommentar von Steven6399130 ,

Der Gedanke mit der Epigenetik ist ja eigentlich ein Interessanter Ansatz, aber welche Situationen etc. im Leben sollten die Gene so verändern, dass sich die Hautfarbe ändert, wenn das für uns keinen Vorteil bietet? Demnach wäre es auch dabei eigentlich eher ein Zufall gewesen

Kommentar von Maimaier ,

Das Problem bei zufälligen Änderungen ist es, das sie sehr lange bräuchten, viele viele Generationen. Bei hochdimensionalen Daten wäre eine Markow-kette zur Optimierung unbrauchbar.

Besser wäre es also, wenn schon vor Jahrmilliarden von Jahren die ersten landlebenden Reptilien gelernt hätten, ihre Pigmentierung an die Sonneneinstrahlung anzupassen, diese Information aber auch direkt an die Nachkommen weiterzugeben. Quasi ein schriftliches Testament, oder ein Ahnengedächtnis, das auf der Lebenserfahrung beruht.

Vielleicht ein Weg, die Gene zu manipulieren (über Viren). Oder über Muttermilch, oder Epigenetik usw.

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