Warum haben Menschen mit Autismus mehr Mühe im Alltag?

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5 Antworten

aufgrund ihrer diversen Defizite, Reizüberflutungen, weil einiges erlernt werden muss, was andere Menschen intuitiv erlernen,... weil sie sehr oft abgelehnt worden (aufgrund 'Anpassungsprobleme') sind und somit eventuell (enorme) Selbstzweifel entwickelt haben oder Depressionen, Persönlichkeitsstörungen.

Und / Oder aus anderen Gründen.

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Ganz simpel: weil sie den Erwartungen der Nichtautisten nicht entsprechen und somit buchstäblich behindert werden.

Statt einfach darauf zu verzichten, daß ein Autist die unter Nichtautisten üblichen Höflichkeitsfloskeln runterleiert wird gerne mal 'ne sinnfreie Diskussion darüber gestartet, wozu die denn gut wären... Und das kostet Zeit und Nerven, die woanders sinnvoller eingesetzt werden könnten... ;)

Und dann gibt es noch das Problem mit der Wahrnehmung. Schnell wechselnde Lichtverhältnisse und/oder Geräuschkulissen können einen Autisten schon mal "einfach so" fertig machen. Kannst Dich ja mal über das Thema sensorischer Overload genauer informieren. 

Dann verstehst Du, warum Autisten es im Alltag deutlich schwerer als "gesunde" Menschen haben..

warehouse14 (Asperger-Autist, weiblich)

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Kommentar von pilot350
08.11.2015, 17:51

Als Asperger-Syndrom wird eine eher milde Variante innerhalb des Autismusspektrums bezeichnet, das seinerseits zum Katalog der sogenannten tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (im Gegensatz zu spezifischen Entwicklungsstörungen) gehört. Die Variante ist vor allem durch Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet, sowie durch eingeschränkte und stereotype Aktivitäten und Interessen.

Beeinträchtigt ist vor allem die Fähigkeit, nichtsprachliche Signale (Gestik, Mimik, Blickkontakt) bei anderen Personen zu erkennen und selbst auszusenden. Das Kontakt- und Kommunikationsverhalten von Asperger-Autisten kann dadurch merkwürdig und ungeschickt erscheinen. Da ihre Intelligenz in den meisten Fällen normal ausgeprägt ist, werden sie von ihrer Umwelt leicht als wunderlich wahrgenommen. Gelegentlich fällt das Asperger-Syndrom mit einer Hoch- oder Inselbegabung zusammen. Es gilt als angeboren, nicht heilbar und es macht sich etwa vom vierten Lebensjahr an bemerkbar.[1]

Menschen mit Asperger-Syndrom entwickeln oft leidenschaftlich gepflegte Spezialinteressen; dieser Junge beschäftigt sich mit Molekularstrukturen.

Das Asperger-Syndrom ist nicht nur mit Beeinträchtigungen, sondern oft auch mit Stärken verbunden, etwa in den Bereichen der Wahrnehmung, der Selbstbeobachtung, der Aufmerksamkeit oder der Gedächtnisleistung. Ob es als Krankheit oder als eine Normvariante der menschlichen Informationsverarbeitung eingestuft werden sollte, wird von Wissenschaftlern und Ärzten sowie von Asperger-Autisten und deren Angehörigen uneinheitlich beantwortet.

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Stell dir ein Auto vor. Normale Menschen haben ein Automatik Getriebe was die ganze Arbeit übernimmt ohne dass man davon was merkt. Autisten haben ein manuelles Getriebe und machen alles aktiv und bewusst. Dadurch können wir uns besser kontrollieren was aber von der Tatsache dass wir sehr schnell überfordert sind beschattet wird.

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Weil sie keine sozialen kontakte schließen können bzw fast garkeine

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Kommentar von warehouse14
08.11.2015, 14:24

Ich bin Autist und habe viele Sozialkontakte auch selber aufgebaut... o.O

Eigentlich sind es eher die Nichtautisten, die das nicht können

Also mir begegnet beispielsweise der Spruch "damit komme ich nicht klar" eher selten von meinen Mitautisten...

warehouse14

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Das kann viele Gründe haben, jeder tickt da ja etwas anders. Mal Freitag als Beispiel genommen (Probleme nur auf mich bezoge):

Morgens esse ich immer Cornflakes zum Frühstück, es gab aber keine mehr. Ich musste Brot essen, aber schon nach dem ersten Biss hatte ich keinen Appetit mehr. Das Getränk, welches ich immer mit zur Schule nehme gabs auch nicht mehr. Auf dem Weg zur Schule drei Baustellen, musste eine Umleitung nehmen. Wenn ich den Weg nicht kenne kann ich nicht mehr richtig Rad fahren, kam zu spät zum Unterricht. Es gab keine Stühle mehr, musste einen aus einem anderen Raum "klauen".War alles blöd gelaufen am Tag, bin in eine nonverbale Phase "gerutscht", heißt nur das, selbst wenn ich will nicht sprechen kann.

Weil ich ja weder Essen noch Trinken hatte, musste ich was im Laden kaufen. Diese Läden sind aber die Hölle! Die Regale sind überhaupt nicht sortiert, von links kommt Heizungsluft, rechts steht das Kühlregal und von oben kommt grelles Licht. Im schlimmsten Fall ist es laut und voller Leute so das überall gedrängelt wird.

Alles passiert noch vor 12 Uhr. Stell dir vor dir passiert sowas Tag für Tag. Dann hättest du auch mehr Mühe.

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