Warum haben manche Klausuren so extrem hohe Durchfallquoten (Studium)?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Die Klausuren werden von den Professoren ( bzw. deren Mitarbeitern) erstellt und kontrolliert. Oft kommt es dabei vor, dass die Profs eine hohe Durchfallquote als Qualitätsmerkmal missinterpretieren, um nur die wirklich "Guten" durchkommen zu lassen - die sie sich dann als Nachwuchs und Zuarbeiter heranziehen können. Das ist tatsächlich ein Problem, aber das Bewusstsein dafür wächst.

Dabei sind es oftmals einfach die Art der Lehre, die Prüfungsbedingungen und Prüfungsformen (Bulimie-Lernen), die diese hohen Durchfallquoten erzeugen, nicht unbedingt die Schwere oder Fülle des Stoffs.

Ein weiteres Problem ist auch, dass viele Prüfungsformen überhaupt nicht zur Art des Unterrichts oder zu den späteren Berufszielen passt. Z.B. in der Medizin gibt es viele Multiple-Choice-Klausuren, obwohl Ärzte später völlig andere Probleme lösen müssen, als Kreuzchen zu setzen. Solche Prüfungsformen lassen sich aber standardisiert kontrollieren, so dass der Korrekturaufwand auch in Massenfächern relativ gering bleibt. Die Verbindung von Lerninhalt und sinnvoller Anwendung bleibt aber auf der Strecke, was auch das Lernen erschwert.

Und zu guter Letzt ist ein gewisser Grund fürs Durchfallen, dass man selbst falsche Erwartungen an das Fach hat und nicht genug motiviert ist. So gibt es in der Philosophie immer wieder hohe Durchfall- und Abbruchquoten, weil die Studenten in diesem vermeintlichen Laberfach oft nicht auf die beinharten Lehrinhalte vorbereitet sind.

Was nun die Prüfungsvorbereitung angeht, da empfehle ich ganz klar das Lernen in Gruppen. Suche die ein paar Leute, mit denen du dich regelmäßig triffst und denen du das Gelernte darlegst. So merkst du, wo du Probleme bei der Darstellung hast und bekommst Input - dabei ist es fast egal, ob du das mit Fachkollegen machst oder nicht. Denn oftmals stellen Laien Fragen, die dich zwingen, wirklich alles von Anfang an herzubeten, oder kommen auf Ideen und Fragen, die ein "Fachidiot" einfach nicht mehr sieht oder sich zu stellen traut.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Angesichts der Tatsache, dass in den letzten Jahren das Abitur zum Regelabschluss entwertet wurde

(https://de.wikipedia.org/wiki/Abiturientenquote\_und\_Studienanf%C3%A4ngerquote)

und der Bologna-Prozess letzte Reste von Wissenschaftsanspruch eliminiert hat, muss unter den Bacheloretten ein solches Blutbad angerichtet werden, um zumindest in den Masterstudiengängen ein gewisses Niveau zu halten.

Bis vor 15 Jahren war ein Abischnitt von 1,3 schon einen Bericht in der Lokalzeitung wert. Demgegenüber haben im Jahre 2013 in Thüringen 37,8 % aller Abiturienten einen Abischnitt von 1,9 und besser erreicht, im Bundesdurchschnitt waren es 25,7%. Diese Entwicklung dürfte maßgeblich dazu beigetragen haben, dass manche Studierende von realistischen Prüfungsbedingungen erst einmal überrascht sind, wobei ich multiple Choice und Bulimie-Learning noch separat betrachten würde. Studierende sind leider kaum noch in der Lage, zumindest Elemente wissenschaftlichen Arbeitens in anderen Prüfungsformen zu erbringen und kein Hiwi hat Lust, diese ganze Copy und Paste-Ergüsse zu lesen.

Manchmal werden Vorgaben für eine feste Duchfallquote erfüllt, manchmal spricht aus der Anlage der Klausuren auch eine nachvollziehbare Verachtung für ein komplett verschultes Studium und Studierende, die solche Prozesse nicht einmal ahnen.

Diese Entwicklung ist beabsichtigt und in meiner Generation haben wir sie heraufziehen gesehen und dagegen gekämpft.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Einfach lernen reicht scheinbar nicht (immer)!

Das ist wohl wahr. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Da gibt es die, die das nötige Durchhaltevermögen besitzen und die es schaffen, erlerntes Wissen auch zu nutzen. Und es gibt die anderen. ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung