Frage von Salima92, 141

Warum haben "kleine" Leute bei Ämter kaum eine Chance auf Recht?

Ich rede mehr von Leuten, die auf Ämter angewiesen sind und bei einer Beschwerde überhaupt keine Chance auf gerechtigkeit haben weil die Kollegen zusammenhalten. Sowas ist leider mir selber passiert. Ich fühlte mich ungerecht behandelt, hatte einen Widerspruch geschickt und es wurde abgelehnt. (Den Grund möchte ich nicht nennen). Dann folgte ein Beschwerde per Telefon aber das wurde alles schön geredet. Warum sind die so? Ich hätte nie gedacht, dass sogar junge Leute wie ich so behandelt werden. Ich fühle mich wie eine Ratte in einen Käfig. Warum gibt es keine Menschen bei Ämter, die einen Sinn für Gerechtigkeit haben? Warum gibt es solche Menschen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Cerealie, 61

Das "kleine Leute" keine Chance haben, ihr Recht zu bekommen, kann ich so nicht pauschal unterschreiben.

Es gibt durchaus Mittel und Wege, sich sein Recht zu erstreiten - allerdings muss man auch im Recht sein, um Recht zu bekommen - und das ist nicht immer so, auch wenn man sich ungerecht behandelt fühlt.

WENN man aber einen Anspruch hat ("im Recht ist") dann kann man das durchaus auch durchsetzen, indem man den Rechtsweg ausschöpft - unter umständen auch mit einem Rechtsanwalt (Stichwort: Beratungsschein) und dem Klageweg.

Viele lassen sich allerdings auch einschüchtern und rudern dann zurück ... und wenn man mit Menschen zu tun hat, die die Macht missbrauchen, die sie haben, dann kommt man sich schnell sehr machtlos und ausgeliefert vor (ein sehr fieses Gefühl).

Wichtig ist halt, dass man dann wirklich rausfindet: "ist man tatsächlich im Recht/hat man Ansprüche", die nicht bewilligt werden - und dann konsequent diese auch verfolgt, sich im Zweifelsfall auch Hilfe (Stichwort: z.b auch von Beratungsstätten, Rechtsberatung etc) holt.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 30

Es ist so,  auch wenn das der eine oder andere nicht wahrhaben will. Als "kleiner Mann" hat man es in Deutschland im Umgang mit manchem behördlichen Sachbearbeiter schwer.

Im Umgang mit Behörden, gibt es gewisse Regeln im Umgang. Wer die nicht kennt, hat von vornherein verloren.

Verlasse dich nur auf die Schriftform, vertraue nur ihr. Lasse dich nicht am Telefon abspeisen. Wenn man selbst Anträge schreibt, klare Forderungen, am Besten mit Rechtsgrundlagen unterlegt, stellen. 

Kurz gesagt: der Sachbearbeiter muss wissen, dass sein Gegenüber sich nicht auf Floskeln einlässt und bei falschem Behördenhandeln schmerzhaft " zubeissen" kann.

Es gibt nun den Typus des "Opfers". Ein Mensch, der - warum auch immer - höflich bleibt, bittet und sich nicht wehrt, wenn zu seinem Nachteil entschieden wird. Wer bei Behörden lieb und nett ist, bleibt häufig auf der Strecke. Manche Sachbearbeiter arbeiten sich regelrecht daran ab. Kann es sein, dass du dich darein hast drängen lassen? Ich vermute es schon bald.

Selbst ein verwaltungsrechtlicher Widerspruch hat - gerade von juristischen Laien verfasst - kaum eine Aussicht auf Erfolg. Ich rate nicht schnell zu Anwälten, aber da sollte man einen hinzuziehen. 

Zum Glück gibt es immer noch genügend Sachbearbeiter, die Ihren Job vernünftig machen und Menschen nicht in eine Opferrolle drängen. 

Antwort
von landregen, 54

Der "Sinn für Gerechtigkeit" nützt auch den Menschen in den Ämtern nichts. Sie müssen sich an die gesetzlichen Vorgaben halten. Sie können nicht nach eigener Willkür handeln, weder aus Barmherzigkeit noch aus Böswilligeit. Auch was manchmal ungerecht erscheint, ist machmal von den gesetzlichen Vorgaben her nicht anders zu handhaben. Es gibt z. B. einige Regeln und Fristen, die eingehalten werden müssen. Manches ist da leider nur Formsache.

Leider gibt es aber auch Vorgesetzte in den Ämtern, die ihre Untergebenen Mitarbeiter dazu anhalten, sich nicht immer an die Vorgaben zu halten.

Wenn man sich mit der Sozialgesetzgebung nicht auskennt, sollte man Widersprüche nicht laienhaft selbst schreiben, sondern sich in Sozialberatungsstellen oder mit Beratungsschein beim Anwalt Unterstützung holen, um  Widersprüche zu schreiben, die Hand und Fuß haben. Auch Sozialforen wie von Tacheles können da Hilfestellung bieten.

Kommentar von Salima92 ,

Wie gerne würde ich meine Geschichte erzählen, aber ich weiß nicht, ob welche aus Ämtern hier auch angemeldet sind. Sonst würdest du den Grund dieser Frage verstehen und nicht sowas wie Laien-Widerspruch.

Antwort
von Georg63, 52

Wenn man seine Rechte kennt und weiß, wie man diese durchsetzen kann, hat man auch als "kleines Leut" in unserem Rechtssystem gute Chancen.

Auch Amtsleute machen Fehler - sind halt nur Menschen und nicht alle sind gut und verständnisvoll. Wenn ein korrekt vorgebrachter Widerspruch nicht hilft, muss eben ein Anwalt ran.

Antwort
von TimoDelt, 63

Um was für eine Beschwerde handelt es sich denn Und wie alt sind Sie? Es kann auch immer darauf ankommen wie sie sich ausdrücken oder wie Sie auftreten.

Kommentar von Salima92 ,

Also. Ich würde nicht gerne vor allen den Grund schreiben. Es könnte sich immer einer von Amt hier anmelden, daher bin ich damit vorsichtig. Ich war meinen betreuer niemals blöd gekommen oder habe rumgeschrien. Er hat mich nur all die Zeit im Stich gelassen.

Antwort
von Akecheta, 63

Weil soziale Leistungen in erster Linie denjenigen zur Verfügung gestellt werden sollte, die es auch verdienen.

Und nicht Jungspunden, die im Internet nach allen möglichen Argumenten suchen um sich nicht selbst versorgen und oweia, Leistung in einer Arbeit zeigen müssen.

Diese Betrüger am noch vorhandenen Sozialsystem sind es, die denen, die es verdienen, unterstützt zu werden, ihr Brot nehmen!

Kommentar von Salima92 ,

Zum Glück gehöre ich nicht zu dieser Sorte von Jungspunden.

Kommentar von Akecheta ,

Deine Worte:

Ich hätte nie gedacht, dass sogar junge Leute wie ich so behandelt werden

Kommentar von Salima92 ,

Ja und? Ich meine es anders, als du jetzt gerade denkst. Ich bin nicht faul, falls du das meinst. Überhaupt, was erlaubst du dir mir sowas zu unterstellen? Du kennst mich Privat überhaupt nicht! Ich meinte mehr, das wir junge Menschen mit etwas konfrontriert werden, was wir überhaupt nicht kennen! Dieses Beamtendeutsch" ist ein Beispiel! Dann auch diese Unterstellung, dass alle junge Menschen kein Bock auf Arbeit haben! Ich gehöre nicht zu dieser Sorte! Auch du unterstellst mir sowas! Das habe ich nie geschrieben! Erst lesen, nachdenken und dann schreiben!

Kommentar von Maximilian112 ,

Wer hat Dich denn angefressen? GF ist doch nun wirklich nicht dazu da die Leute zu belöffeln.

An welcher Stelle liest Du denn hier etwas von Sozialbetrug und Arbeitsfaulheit? *kopfschüttel*

Kommentar von furbo ,

Weil soziale Leistungen in erster Linie denjenigen zur Verfügung gestellt werden sollte, die es auch verdienen.

Aha. Interessante Erkenntnis. Es geht also nicht um das Bedürfnis auf soziale Leistungen, sondern darum, ob sie jemand verdient.

Dass man sich soziale Leistungen verdienen soll, ist mir neu.  Und wer beurteilt, ob jemand verdient hat zu hungern und wer nicht? 

Sorry, aber wer solche Aussagen trifft wie du, hat offenbar den Kern unserer Gesellschaftsordnung nicht kapiert.

Kommentar von Salima92 ,

Ach! Der liest sich das raus, was er lesen will. Immer alle Junge leute in einer Schublade stecken! So einer gehört zu dieser Gesellschaft dazu. Traurig das solche Leute bei uns Platz finden :(

Antwort
von prelude89, 59

Weil die Leute auf Ämtern vorallem dazu angehalten sind, zu sparen und sich im Zweifel beim Vorgesetzten rechtfertigen müssen. Gehörtest Du zu den großen Leuten känntest Du vielleicht den Vorgesetzten und hättest vielleicht eher eine Chance.

Antwort
von LustgurkeV2, 42

Du musst halt lernen dich zu behaupten. Du hast Rechte (auch als 'kleine'). Die durchzusetzen ist nicht unmöglich, bedarf aber Rückrad. Es gibt doch so Selbstbehauptungskurse und so'n Schlonz.

Antwort
von realReport, 9

Ich hätte da viele Antworten. Es ist einfach so das Deutschland die eigenen Leute sitzen lässt. Und ja

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten