Warum haben in Deutschland am Wochenende die Läden geschlossen?

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15 Antworten

Das Argument, dass ein Tag der Woche allgemeine Freizeit sein sollte, weil man ja praktisch alle Tage der Woche gleich hat, ist schon relevant. Aber der Gerechtigkeit halber müssten ja dann am Sonntag auch Büros und Behörden geöffnet haben.

Aber das Hauptargument ist doch, die Kaufkraft verändert sich nciht. Der Einkauf der Kunden streckt sich nur über einen größeren Zeitraum. Schon ein Argument für eine nciht dauernde Öffnungszeit. dazu kommt, in kleineren Städten, oder gar Dörfern, würde sich die Arbeit dann auf den Ladenbesitzer konzentrieren. Der steht dann statt 10 Std. an 5 Tagen + 6 Stunden am Samstag 7 Tage in seinem Laden.

Natürlich würde man mehr Verkaufspersonal benötigen, aber bei praktisch gleichem Gesamtumsatz, müssten ja die Preise erhöht werden, um das zu zahlen.

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Kommentar von freuter
06.03.2016, 10:58

... und das bei steigenden Kosten! Also bezogen auf die Verlagerung der Umsätze und NICHT eine Steigerung derer. Zudem ist der wirtschaftliche Druck durchaus zu Recht vom Gesetzgeber geregelt. Denn es ist nicht mal die Frage ob ein Chef menschlich und nett ist, sondern schnell wirtschaftlicher Zwang, der dann (unter anderem "auch") auf dem Buckel der Mitarbeiter ausgelebt werden wird. Also das vermutlich baldige Ende von Nacht- und Sontags- Zuschlägen und ein Absinken der Lohnkosten bis weit unter alle denkbaren Grenzen - nur um den Job anbieten zu können und die schmalen Gewinne auf noch mehr Lohn- und Betriebskosten zu strecken - zu verteilen.

Kurzum: allein deswegen, wir das (zum Glück) nicht so schnell werden.

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Wenn die Läden aber öfter und länger auf hätten, dann müssten die Chefs mehr Leute einstellen ganz klar.

Die Frage ist hierbei: würde das tatsächlich passieren oder würden die Arbeitgeber auf Überstunden & Mini-Jobber zurückgreifen?

Und das würde auch nur funktionieren, wenn längere Öffnungszeiten gleichzeitig auch höheren Umsatz bedeuten.

Wenn die Kundschaft aber nicht mehr wird, sondern sich nur über längere Öffnungszeiten in der Woche verteilt, ist das weniger rentabel.

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Was für ein Glück, dass DU das nicht entscheiden brauchst (was übrigens genauso auch für mich gilt), denn die Tatsache, dass du einfach mal so raus haust, dass das abgeschafft gehört, zeigt dass du (noch) nicht viele der Argumente zu kennen scheinst und ich für meinen Teil freue mich, dass du eben NICHT einfach nur den Standpunkt der Gegner einnimmst, sondern nach den genau diesen Argumenten fragst.

Also:

Zum einen ist da mal die Rechtslage und das ganz profane "Ladenöffnungszeitengesetz". Da ist zwar nicht mehr sehr viel von übrig, aber der Gesetzgeber klärt nach wie vor eine ganze Menge zu diesem Thema und damit kann man eben nicht einfach mal beschließen seinen eigenen Laden übers Wochenende (oder Nachts) offen zu lassen.

Zum anderen bremst es die Wirtschaft (und ihre Automatismen), dass sich nur schwer haltbare Entwicklungen einsetzen könnten, bzw. für so manchen sich das Arbeitsleben ziemlich verschärfen könnte.

Kaum ein Familienvater wird plötzlich in den Schichtdienst wollen und dann auch noch Nachts und Wochenendes arbeiten müssen, statt seine Familie zu genießen.

Zudem ist wohl eines der größten Argumente, dass es sich nicht rechnen lässt - weder Nacht-, noch Wochenendarbeit. Die Lohn- und Nebenkosten mit den Aufpreisen für Nacht- und Wochenendezuschlägen machen die Ware unverhältnismäßig teuer und das (wie in in USA bewiesen) nur für einige, wenige Kunden, die eben nicht mal "mehr" Umsatz generieren, sondern nur zu anderen Zeiten - da ist es wirtschaftlich meist unrentabel und wäre genau damit auch ein Gefahrenpotential für die Ausbeutung von Arbeitskräften, um immer Gewinne erzielen zu können.

Dann ist es auch noch eine Frage der Lobby-Arbeit und Lobbyisten denen ich mal ähnliche Interessen wie dem beispiel von Gewerkschaften und den Schutz ihrer Mitglieder unterstellen würde und auch die Kirchen, die das Gebot "und am 7ten Tage sollst du ruhen" schützen wollen und so gibt es zig weitere Lobbys mit tausenderlei andere Argumente.

Alles in allem: ein sehr komplexes Thema über das es sogar ganze Bücher und Doktorarbeiten gibt, die hier jeden Rahmen sprengen würden.

Aber ich hoffe dir wenigstens die wichtigsten genannt zu haben - und nochmal: Meinen Respekt, dass du dich ERST informierst!

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Verlängerte Öffnungszeiten bedeuten nicht, dass die Leute auch mehr einkaufen.

Unterm Strich blieben gleicher Einzelhandelsumsatz bei höheren Kosten, was unweigerlich auf die Preise umgeschlagen werden müsste und die kleinen Geschäfte gegen die großen Ketten noch weiter benachteiligen würde. Das würde die Innenstädte noch weiter uniformieren, veröden und langfristig den Einzelhandel außerhalb der Großstädte noch weiter ausdünnen.

Die Öffnungszeiten der Geschäfte haben in Deutschland übrigens eine interessante Entwicklung hinter sich. Guck mal hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Laden%C3%B6ffnungszeit#Geschichte


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Kommentar von Sonja66
01.11.2015, 13:37

Wirklich interessant! Wir hatten also schon alles ;-) Auch alles für eher ungünstig befunden. ;-)  Könnte wohl generell bei vielem unsere Geschichte dienlich sein.

Ich dachte immer, die kath. Kirche hätte dabei stärkeren Einfluss gehabt. Obwohl, diese Information schließt dies ja nicht aus.

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Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer.
Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.), eigentlich Publius Ovidius Naso, römischer Epiker

Weil das Gegenstück zu Aktivität, also Passivität, genauso wichtig ist.

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Ich denke, dass das im Ausland auch nicht viel anders sein wird. In Millionenstädten wie New York oder London, wo viele Touristen sind, trifft das zu, im übrigen werden die Läden nicht rund um die Uhr geöffnet haben. Es mag sein, dass in manchen Ländern die Ladenbesitzer noch mehr selber entscheiden können, wann sie öffnen. Für den Verbraucher ist das nicht unbedingt von Vorteil, da er suchen muss, welches Geschäft gerade geöffnet hat. 

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Versetz dich in die Lage die dann Sonntags arbeiten müssen. Das find ich Schwachsinn rund um die Uhr Einkaufen zu können. Bis 22 Uhr reicht vollkommen aus. Find bis 22 uhr schon heftig.

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Kommentar von Hausnummer5
01.11.2015, 10:16

Wenn die Läden aber öfter und länger auf hätten, dann müssten die Chefs mehr Leute einstellen ganz klar. Also würde es weniger Arbeitslosigkeit geben und die Leute würden ihr eigenes Geld verdienen können. Es gibt ja auch genug Leute, die ewig nie Arbeit finden. Die wären auch am Sonntag oder in der Nacht froh, wenn sie Arbeit hätten. Außerdem gibt es auch viele, die so arbeiten müssen, dass nicht viel Zeit bleibt zum Einkaufen. Die wären auch froh, wenn die Läden anders offen hätten.

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Kommentar von hundkatzemaus12
01.11.2015, 10:54

kann man so oder so sehen. ich finde es nicht gut. aber das haben wir eh nicht in der hand

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Du willst sonntags shoppen aber arbeiten sollen die anderen... Klingt etwas dümmlich, dein Statement! Die Geschäfte haben mittlerweile 60 - 70 Stunden / Woche geöffnet. Kaum ein Arbeitnehmer arbeitet mehr als 40 Stunden / Woche. Also wo genau siehst du jetzt ein Problem??

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Kannst Du doch auch hier haben, ziehe in einen Kurort .. bei uns haben, bis auf an bestimmten Feiertagen, alle Geschäfte auf..

 ansonsten s. SimonG30 & wfwbinder 

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Weil Deutschland recht weltfremd ist. Zum einen bleibt es bei einer 5 Tage Woche für Arbeitnehmer. Niemand müsste rund um die Uhr arbeiten.
Das Argument der christlichen Nation lasse ich auch nicht gelten. Staat und Kirche sollten getrennt behandelt werden. Ohne wenn und aber.
Desweiteren gibt es auch sehr christlich geprägte europäische Länder in nicht touristischen Gegenden, die trotzdem auch Sonntags geöffnet haben, auch 24/7.
Außerdem schreit in anderen Berufen kein Mensch danach ob Schichtdienst arbeitnehmerfreundlich sei. Man nehme nur mal Produktionsberufe. Auch da: 24/7

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Das verstehe ich ich auch nicht. In Moskau haben die Läden rund um die Uhr geöffnet und es ist immer rappelvoll zu jeder Uhrzeit, dagegen ist Einkaufen in Berlin ein richtiges Vergnügen. Wenn man am Sonntag oder feiertags nach Berlin kommt, hat man das Gefühl, es sei Ausgangssperre, so leer sind die Straßen. Die Argumente, die die Deutschen vorbringen sind, dass der Handel nicht mehr verdiene wenn die Läden länger geöffnet haben und dass bei längeren Öffnungszeiten Billiglöhner eingestellt würden (mit den richtigen Gesetzen kann man das jedoch verhindern). Andererseits scheint es auch eine Mentalitätsfrage zu sein. In Russland gibt es viel mehr Impulskäufer als in Deutschland andere Länder wiederum sind vom Tourismus übelaufen. Es ist aber niemand gezwungen 24/7 geöffnet zu haben. Die meisten Geschäfte haben sowieso nur bis 21.00 oder 22.00 geöffnet.

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Genau das was die säumten schreiben ist komplett richtig hauptsächlich aber weil wir NOCH eine Christliche Bevölkerung sind und Gott sagt man muss sich am Sonntag frei nehmen bzw soll

Und in dem Land wo du warst da Leben die vom Tourismus deshalb

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Kommentar von Hausnummer5
01.11.2015, 10:13

Na Russland lebt aber bestimmt nicht nur vom Tourismus. Und Polen ist auch christlich. Und dort gibt es auch Läden und EinkaufsCentren die bedeutend öfter und länger auf haben, wie die in Deutschland.

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Kommentar von MichaelTD
01.11.2015, 10:21

Abreitsnehmer schutz

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Weil die meisten sonntags in die Kirche gehen, willst du deine Mitarbeiter zwingen da zu bleiben? 

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Kommentar von caroli712
01.11.2015, 10:24

Hm also ich halte das für ein Gerücht dass die meisten Sonntags in die Kirche gehen. Dort herrscht doch meist gähnende Leere  

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Wärest du Verkäufer, würdest du dich sehr darbüer freuen, NICHT ständig am Sonntag arbeiten zu müssen!

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Kommentar von Hausnummer5
01.11.2015, 10:11

Das stimmt. Aber was wäre mit Leuten, die zu gern in Arbeit gehen würden, aber keine finden? In dem genannten Fall müssten die mehr Leute einstellen. Somit hätten auch mehr Arbeit und würden ihr eigenes Geld verdienen.

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Mit "Christentum" wird viel Schindluder getrieben.

Aber "Du sollst den Feiertag heiligen!

(engl. HOLIDAY)" ist nicht so ganz verkehrt....

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