Warum haben immer alle probleme mit dem Finanzamt?

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9 Antworten

Wir haben nun mal das komplizierteste Steuerrecht der Welt in Deutschland.

Das liegt aber an den deutschen Steuerzahlern. Jeder möchte am liebsten seinen eigenen, ganz persönliche Steuerfreibetrag.

Manchem ist der Steuerberater zu teuer, aber teurer als ein Steuerberater ist "kein Steuerberater."

Wer würde denn bei einer Blinddarmentzündung den Nachbarn befragen? Oder versuchen einen Muskelfaserriss selbst zu behandeln?

Dazu kommt, ein Handwerker, oder anderer Unternehmer wird fürdie Buchhaltung ca. 2-3 mal solange brauchen, wie ein StB mit seiner Kanzlei.

Da ist es doch besser lieber bei StG 2 Stunden a 50,- bis 75,- für die Buchhaltung zu zahlen und selbst Meisterstunden zu leistenegal wie abgerechnet bringen die mehr als wenn er selbst 6 Stunden über der eigenen Buchhaltung gesessen hätte.

Witzig auch, dass viele Unternehmer keine subventionierten Beratungen in Anspruch nehmen, sondern nur darüber jammern, dass es nicht gut läuft.

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Das Problem ist, dass der "kleine" Handwerker zu klein ist.

Ein Handwerker hat auch nach dem Meisterkurs allenfalls theoretische Ahnung vom Steuerrecht. Er hat aber keine Ahnung wie er eine Umsatzsteuervoranmeldung ausfüllen soll, weiß nicht, dass das nur noch elektronisch geht und er einen PC mit Internetverbindung braucht. 

Er hat sich dann vielleicht ein Buchhaltungsprogramm geholt und tippt Zahlen ein, hat aber keine Ahnung ob es richtig ist was er tut.

Würde er die Sache einem Steuerberater geben, würde der ihn je nach Voranmeldungszeitraum 500-1200 Euro im Vierteljahr kosten und das ist dem Handwerker natürlich zu teuer.

Statt dessen schiebt man die Buchhaltung so lange vor sich her, bis das Finanzamt mahnt. Dann geht man mehrere Stunden oder gar Tage nicht seinem Handwerk nach, sondern sitzt nur dann und versucht drei Monate Zettel die man nicht im Griff hat in Formulare einzutragen die man nicht versteht.

Also schimpft man auf das Finanzamt, da dieses die Aufgabe hat, das Steuerrecht durchzusetzen und hier das Gesicht des Staates ist.

Ein erfolgreicher kleiner Selbständiger hat entweder einen Steuerberater oder selbst Ahnung von Steuern und Erklärungen oder hat einen Partner der ihm das macht (oder eine Mischung davon, dann wird es billiger).

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Kommentar von Realisti
04.06.2016, 23:14

http://www.karriere.de/karriere/haertepruefung-zum-steuerberater-7070/

Weil das ja alles so easy ist gibt es die legendären Durchfallquoten bei den Prüfungen zum Beruf des Steuerberaters.

Es gibt ja auch nicht nur den tollen Selbständigen und den kleinen Krauter sondern auch kompliziete Konstellationen und die ganz normale Steuer, die jeder Haushalt abgeben muss.

Patchworkfamilien, 450 €-Jobs, 750 € Job, mitten im Jahr kommt das Kind in die Ausbildung, ein anderes will an die Uni, der Mann hat mal wieder Kurzarbeit und besucht Kurse, wird dann aber schwer krank, dann versuchts einer mit Berichteverkauf an die Zeitung, Provisiohnen sind auch geflossen und und und...

Dann ist da noch das Haus und die Einliegerwohnung, da war in diesem Jahr auch das Fenster geplatzt. Wie ist denn nun das bei der Steuer? Das ganze Jahr musste einer ständig wo hin gefahren werden. Die eine Fahrkarte bezahlt die Schule, was ist mit der Differenz wie wird das behandelt? Ach, wir haben ja auch noch Pflegeversicherungen und Krankenversicherungen.... Jetzt ist das Geld mal wieder so oder so knapp und wir müssen bestimmt nachzahlen. Der Steuerberater will auch bezahlt werden. Wo sind denn nun die Belege vom Schornsteinfeger .....

Jeder der nicht vom Fach ist, und dann sich hinstellt und sagt: Ist doch alles easy ist ein Aufschneider!

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Es gaben nicht "alle immer" Probleme mit dem Finanzamt! Ich habe zum Beispiel keine. 

Die Leute, mit denen du sprichst, werden halt keine Ahnung haben, wie man eine Steuererklärung macht.

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Erstmal kann ich den Schwachsinn nicht mehr hören. Im Ausland ist das alles leichter. Unfug. Wer sich nicht auskennt, der hat in der Schweiz genau solche Probleme.

Es wird nur gejammert, dass das alles so schwierig sei. Normale Arbeitnehmer-Veranlagungen sind doch gar kein Problem.

Eher scheint es schick zu sein, die unterschiedlichsten Probleme Richtung Finanzamt zu schieben. Keinen Bock - Finanzamt ist schuld.

Das ist erst einmal ein wichtiger Kern in dem Thema. Niemand braucht die Steuerschuld im Kopf zu berechnen.

Trump wird Probleme kriegen mit den amerikanischen Erklärungen, darum will er seine auch nicht offen legen. Was aber irgendwie eine Pflicht ist, wenn man in den USA für ein öffentliches Amt kandidiert.

Ohnehin ganz anderes Thema. Was dort läuft, wie dort Betriebsausgaben anerkannt werden oder nicht.

Die Meisterbetriebe sind es in der Regel nicht, die Probleme mit dem Finanzamt haben. Dort gibt es eine fachliche und kaufmännische Grundbildung von der andere nur träumen können.

In Talk-Shows wird dann immer vom 'kleinen Meister' gesprochen. Das ist so ein Unfug. Wo es tatsächlich Probleme gibt, dass sind Leute die starten und keine Ahnung haben, wie das mit der Festsetzung von Vorauszahlungen läuft.

Da drehen die sich tatsächlich die Luft ab. Weil es in der Situation passiert, dass für bis zu zwei oder drei zurückliegende Jahre die Steuer gleichzeitig fällig wird. Dazu kommt dann die Vorauszahlungen für das laufende Jahr.

Egal wie niedrig eine Steuer ist. Dies schafft niemand. Liegt aber auch daran, dass viele die Augen vor dem Thema verschließen.

Ich kenne Deine 'alle' nicht. Sie haben keine Ahnung. Und zwar 'alle'.

Allein aus Gründen der Rechtssicherheit. Dann aus Erwägungen der Wirtschaftlichkeit - Lohnt sich in aller Regel der Gang zum Steuerberater.

Entschuldigung, aber die Meisten sind ja auch so blöd und naiv, dass sie meinen ein Steuerberater müsse jetzt die große Erstattung bringen. Kann er nicht, wenn es keine Gestaltungsmöglichkeiten gibt.

Selber bin ich kein Berater. Habe aber lange in entsprechenden Kanzleien gearbeitet. Daher spreche ich von meinen Mandanten, wenn es auch falsch ist. Bei vielen war das Einkommen nicht danach, dass Gestaltungsmöglichkeiten sich gerechnet hätten. Oder die Lebensplanung stand dagegen.

Trotzdem waren sie erstklassig bedient. Weil sie brauchten nicht jeden Monat gucken, welche Rechtsprechung gibt es, die auf meine Sachen zutreffen.

Die hatten auch kein Ausgaben für entsprechende Literatur. Dazu ist eigentlich jeder Steuerpflichtige verdonnert. Denn wer aus Fahrlässigkeit eine falsche Erklärung abgibt ist schneller in der Steuerhinterziehung als er 'Muh' sagen kann.

Wie viele Stunden dauert die laufende Beobachtung der Rechtsentwicklung? Sortieren muss man natürlich so oder so. Grundaufzeichnungen erstellen ebenso. Kontieren von Belegen? Erfassen? Auswertungen erstellen? Kontrollen auf Besonderheiten usw. Wer diese Zeiten richtig nutzt sollte eigentlich die Steuerberatung finanziert haben.

Wenn nicht? Dann könnte in der Betriebsführung noch mehr im Argen liegen. Damit wäre zusätzlich zum Steuerberater der Unternehmensberater angezeigt.

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Kommentar von lesterb42
05.06.2016, 12:56

Sehr ordentlicher Beitrag. Gleichwohl ein Widerspruch: Man ist nicht schnell in der Steuerhinterziehung, wenn man denn alle Einnahmen angibt. Das schafft jeder, der die Grundrechenarten beherscht. Eine falsche Erklärung abgeben ist auch kindertleicht, weil Einnahmen falsch zugeordnet sind oder Dinge abgesetzt werden sollen, für die die Voraussetzungen nicht vorliegen. Von Steuerhinterziehung ist das aber recht weit entfernt.

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Kommentar von wfwbinder
06.06.2016, 07:00

Sehr guter Beitrag.

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Also ich hatte noch nie Probleme mit dem Finanzamt...

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Wer ist denn nun weider alle?

"Probleme mit dem Finanzamt" ist so relativ.

Probleme bekommt man v.a. dann, wenn man etwas falsch macht bei der Steuererklärung, sei es nun absichtlich oder unbewusst.

Die Steuererklärung an sich ist nicht immer leicht zu durchschauen, wenn man nicht gewillt ist, sich ein wenig einzuarbeiten.

Der Rest ist eben lästig, v.a. wenn man selbstständig ist. Als Arbeitnehmer ist die Steuererklärung lange nicht so komplex.

Jede Menge Rechnungen, wo trage ich welche Ausgabe ein, warum finde ich Zettel XY nicht, der lag doch gerade noch hier, warum rechnet mir das Programm das jetzt nicht an? Erweiterbar um "warum kommt beim FA schon wieder etwas anderes raus als bei mir?".

Das ganze Thema kann man auslagern und jemanden dafür bezahlen, dass er sich um den ganzen Kram kümmert, und das ist genau das, was Leute machen, die sehr gut verdienen. Oder eben überhaupt nicht gewillt sind, sich damit zu beschäftigen. Den Steuerberater kann man im Übrigen auch wieder steuerlich absetzen. Und ob er sich lohnt, ist davon abhängig, wieviel man generell steuerlich absetzen kann.

Und wie einem die Medien immer wieder vor Augen führen: Auch die Prominenz bekommt immer mal wieder Probleme mit dem Finanzamt, wenn falsche Angaben gemacht werden.

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Ja, ein Fachmann kostet Geld. Wie überall.

Im Steuerrecht ändert sich jedes Jahr was.

Entweder, man macht es selber. "Irgendwie" wird dann eher falsch und kommt bei einer Prüfung raus. "Ordentlich" kostet viel Zeit (vor allem Recherche) und die nimmt sich kaum einer. Ein Fachmann ist immer schneller als ein Laie. In der Zeit kann man als Laie eigentlich sinnvolleres machen (als Fachmann Auftrag ausführen und Geld verdienen).

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was genau willst du eigentlich wissen ???

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Kommentar von Raabtt
04.06.2016, 15:54

Wie machen das die wohlhabenden ..bzw . Wie kann man probleme verhindern...

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Die deutschen Steuererklärungen sind so kompliziert und aufwendig, dass man die selten selber hinbekommt. Man ist fast gezwungen einen Steuerberater oder einen Beraterverein aufzusuchen. In anderen Ländern ist das viel weniger kompliziert. Es müsste nicht so sein. Das ist speziell deutsch.

Bohlen und Trump haben nicht nur einen Steuerberater, die haben Bilanzbuchhalter, der das gleich mit erledigt. Owohl Bohlen hat glaube ich BWL studiert. Vielleicht könnte er es sogar selber.

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Kommentar von grubenschmalz
04.06.2016, 18:34

Für meine Steuererklärung habe ich eine Stunde benötigt.

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Kommentar von Meandor
04.06.2016, 22:43

Was soll an der deutschen Steuererklärung bitte schwierig sein?

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Kommentar von BarbaraHo
04.06.2016, 23:00

Wenn man weiß, wo etwas hinkommt, ist es nicht besonders schwierig. Notfalls muss man Sachverhalte nachschauen. Auf jeden Fall muss man sich einarbeiten.

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