Frage von GlasMilch, 38

Warum haben die Waldorfschulen nur in Hessen und Hamburg eine staatlich anerkannte gymnasiale Oberstufe?

Ich habe mich gerade etwas mit Waldorfschulen beschäftigt und den Abschlüssen, die man dort erwirbt und und wie das da funktioniert. Über die Abschlüsse habe ich einen Artikel beim Bund der Freien Waldorfschulen gelsen, der dies behauptete. Ich verstehe nur nicht den Grund, schließlich gibt es in den anderen Bundesländern ja auch andere Privatgymnasien und die haben doch sicherlich alle oder größtenteils staatlich anerkannte gymnasiale Oberstufen. Warum dann die Waldorfschulen nicht? Wollen die das nicht oder warum; ich meine, in Hessen und Hamburg haben sie es ja und es birgt auch viele Vorteile: z.B. können Schüler einfacher die Schule wechseln und müssen nicht irgendwelche Aufnahmetests machen oder Ähnliches.

Antwort
von GlasMilch, 15

Danke für die Anwtort.

Ich gehe selbst euf eine Waldorfschule in Hessen. Das Mit Eurythmie stimmt so nicht, dass gibt's bei uns bis zur 12. Klasse und es weigern sich auch einige Lehrer nach Lehrplan zu unterrichten und argumentieren, dass man sich in ihrem Fach dann nur mündlich prüfen lassen könnte, da die mündlichen Prüfungen nicht zentralisiert seien.

Antwort
von Dampfschiff, 14

Meine Kinder besuchen eine Waldorfschule in Hessen, daher kenne ich mich da ein bisschen aus.

Damit eine Schule eine staatlich anerkannte gymnasiale Oberstufe haben kann, muss in der Oberstufe der Rahmenlehrplan des jeweiligen Bundeslandes eingehalten werden. Damit haben viele "eingefleischte" Waldorflehrer + Waldorfeltern ein erhebliches Problem, da die Einengung des Unterrichtsstoffs auf prüfungsrelevante Themen, die Benotung, der Wegfall Waldorf-typischer Fächer wie z. B. Eurythmie an den Grundfesten der Waldorfpädagogik rüttelt.

In Hessen sagen wir ganz klar: Im strengen Sinne endet bei uns die Waldorfschule nach der Klasse 10. Die Klassen 11 bis 13 sind eine gymnasiale Oberstufe nach dem Rahmenlehrplan des Landes Hessen. Aber immerhin noch in der bestehenden Klassengemeinschaft, mit den Waldorf-erfahrenen Lehrern, im vertrauten Schulgebäude, in der gewohnten Schulgemeinde. Das ist der Kompromiss, den der hessische Landesverband der Waldorfschulen eingegangen ist, um den Schülern einen problemlosen Zugang zum Abitur zu ermöglichen und Wechsel zwischen den Schultypen zu erleichtern.

Manche andere Landesverbände wollten sich offenbar nicht so weit "verbiegen".

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