Frage von Bokenstein, 101

Warum haben die Menschen weniger Angst vor Glyphosat und überhaupt dem Einsatz von Pestiziden als vor Flüchtlingen?

Die Gefahr durch Glyphosat oder noch mehr all die Pestizide in der Landwirtschaft an Krebs zu erkranken ist vermutlich ungemein höher als die Gefahr die von Flüchtlingen ausgeht. Trotzdem sind die Proteste gegen solche Pflanzenschutzmittel um ein Vielfaches geringer als gegen Flüchtlinge, wo sich sogar eine Partei mit diesem Alleinstellungsthema in Deutschland etablieren konnte.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Bokenstein,

Schau mal bitte hier:
Gesundheit Leben

Antwort
von user8787, 50

Was ist denn das für eine seltsame Gegenüberstellung.... ^^

Ich finde keine Basis für eine Diskussion. 

 

Kommentar von Bokenstein ,

Seltsam wie manchmal das Leben - es geht um das was Angst auslösen kann und was eigentlich Angst auslösen müsste.

Kommentar von user8787 ,

Aber hier vergleichst du Äpfel mit Birnen....Angst kann man vor beiden Obstsorten haben, das macht es nicht sinnvoller. ^^


Kommentar von marylinjackson ,

Ja, so ist es mit den Ängsten.. Manche bekommen eine Soziophobie, manche leben ab sofort glyphosatfrei.

Antwort
von Havenari, 24

Abgesehen davon, dass ich auch vor Flüchtlingen keine Angst habe: Vor Glyphosat habe ich keine, weil man nach der ganz überwiegenden Mehrzahl aller Untersuchungen keine zu haben braucht.

Glyphosat wird von der IARC in der gleichen Kategorie bezüglich des damit verbundenen Krebsrisikos eingestuft wie rotes Fleisch. Ich habe auch vor rotem Fleisch keine Angst. Ich traue mich sogar, Wurst zu essen, die als noch gefährlicher eingestuft ist.

Kommentar von Bokenstein ,
Kommentar von Havenari ,

Nein, das IARC sagt nichts anderes, sondern exakt das, was ich geschrieben habe. Die Einstufung von Glyphosat ist 2A - "wahrscheinlich krebserregend". Das ist exakt die gleiche Einstufung wie die von rotem Fleisch oder z.B. Teflon. Auch die berufliche Tätigkeit als Friseur ist so eingestuft. Vorsicht, wenn du heißen Mate-Tee trinkst, da kannst du auch gleich ein Tässchen Glyphosat schlürfen - alles 2A. Arbeiten in Wechselschicht? Wahrscheinlich krebserregend.
Kann man nachlesen: http://monographs.iarc.fr/ENG/Classification/latest_classif.php

Kommentar von Bokenstein ,

Dann ist die Sache ja "gegessen" und wir können uns beruhigt zurücklehnen - Halt: wären da nicht die vielen Flüchlinge.

Expertenantwort
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 29

Weil Glyphosat und Pestizide keine SICHTBAREN Bedrohungen sind. Eine Gefahr, die man nicht sieht, wird häufig auch nicht als solche erkannt.

Bei den Flüchtlingen aber sieht man ja die Anzahl der Menschen und rechnet sich dadurch automatisch die Folgen aus. Dass man dabei hauptsächlich die negativen Folgen betrachtet und die positiven Fakten außer Acht lässt, liegt in der Natur des Menschen. Schau mal in die Zeitung und rechne nach, wie viele positive Dinge darin stehen und wie viele negative Dinge. Die positiven Dinge interessieren die Menschen nicht.

Antwort
von AntwortMarkus, 36

Der Mensch denkt nicht rational.  Er rast mit 200 Sachen über die Autobahn in den Freizeitpark.  Dort angekommen, traut er sich nicht in die große Achterbahn. 

Er raucht  eine Schachtel am Tag  und sorgt sich über Glüphosat und Lösungsmittel  in Ikea  Möbeln. 

Antwort
von Armidos, 29

Pestizide sind notwendig zum überleben.

Ohne diese wären unsere Landwirtschaftlichen Erträge extrem instabil und Krankheiten oder Ungeziefer könnten ganz leicht eine Hungersnot in Deutschland oder der ganzen Welt auslösen.

Das mit den Flüchtlingen ist einfach die übliche instinktive Angst vor dem Unbekannten.

Kommentar von Bokenstein ,

Pestizide sind notwendig zum überleben.

Gen-veränderte und patentierte Lebensmittel sicherlich auch, genauso wie - und das mag jetzt polemisch rüberkommen - atomare Abschreckungswaffen, wie so vieles was als "Alternativlos" deklariert wird.

Zu Pestiziden siehe hier: http://www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/pestizide/gesundheitsgefahren/

zu Glyphosat siehe hier: mit einer Vielzahl von Quellenverweisen:

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/monsanto-glyphosat-krebserregend-ia.html

Kommentar von Armidos ,

Beides keine seriösen Quellen, wenn du dich dort mal umsehen würdest. Alles auf Verschwörungstheorien aufgebaut.

Ich werde jetzt nicht diese "Quellen" prüfen.

Das Problem ist ganz einfach, dass du anscheinend überhaupt kein Verständnis von Landwirtschaft oder Geschichte hast.

Woher meinst du kamen die Hungersnöte der Vergangenheit?

Ich meine natürlich die, die es seit Pestiziden und Genmanipultion nicht mehr gibt.

Witziger Zufall.

P.S.1. Stunde Chemie: Alles ist Gift, es kommt nur auf die Dosis an.

Kommentar von Bokenstein ,

Der "BUND" ist also nicht seriös, was ist eigentlich "seriös" - die Unbedenklichkeitsstudien von Monsanto? Die Hungersnöte im Mittelalter kamen aus einer intensiven, aber unproduktiven sog. Zweifelderlandwirtschaft plus Klimafaktoren plus politischen Binnenlagen (z.B. Privatfehden) plus unproduktive Technik plus .......

Der Witz wird aufhören wenn Du den ersten Krebsfall in der Familie hast - glaube mir!

Antwort
von greenhorn7890, 55

Nur weil herauskam, dass in Bier Glyphosat enthalten kommen doch jetzt solche Diskussionen auf.

Um eine von der geringen Glyphosat im Bier tatsächlich Schäden davon zu tragen, muss man mehrere hundert Liter Bier trinken. Genauso verhält sich das mit anderen Lebensmitteln. Sprich, man müsste unmenschlich große Mengen Nahrung verspeisen, um geschädigt zu werden.

Somit würde ich sagen, dass die Gefahr durch Pflanzenschutzmittel nicht wirklich hoch ist. Ob die Flüchtlinge jetzt gefährlich sind oder nicht, ist ein anderes Thema, welches ich jetzt nicht aufgreifen möchte.

Kommentar von Bokenstein ,

Einer der sich beruhigen lässt - wie so viele, solange bis in der Familie erstmals Krebs auftaucht.

Kommentar von greenhorn7890 ,

Und was Krebs auftritt? Dann ist auf jeden Fall Glyphosat Schuld und nicht Passivrauchen oder die Genetische Veranlagung innerhalb einer Familie.

Ich lasse mich lieber mit Fakten beruhigen, als ein Leben zu führen, in dem ich nichts mehr darf, weil vom Kinderspielzeug bis hin zum Bier alles Krebs verursachen könnte.

Antwort
von FragaAntworta, 58

Ist wie bei Strom, wenn es keiner sieht, keiner schmeckt, keiner Riecht, dann gibt es das auch nicht. Allerdings ist es schon ein wenig seltsam, das miteinander in Bezug zu setzen. Du hättest ja auch nach TTIP und ähnlichem Fragen können, oder oder.. das eine sind Menschen das andere ist ein Gift gegen Menschen

Kommentar von Bokenstein ,

Mir geht es um die spezifischen Inhalte die Phobien erzeugen und andere eigentümlicherweise nicht - natürlich hätte ich auch TTIP, NSA oder die Übermacht der Finanzwirtschaft fragen können oder warum unsere Milchbauern in den Ruin getrieben werden - all das schein die meisten Menschen kaum zu interessieren.

Kommentar von FragaAntworta ,

Weil die Flüchtlinge von der Politik/Medien/Polizei Gewerkschaft/Behören usw. als Feindbild dargestellt wurden. Während bei Glyphosat und Co. einem das ganze als ungefährlich dargestellt wird, siehe Kommentar von greenhorn

Antwort
von TheAllisons, 40

Weil die Flüchtlinge greifbar sind und unmittelbar vorhanden sind, und Pestizide sind eher unscheinbar und daher nicht so präsent in den Gehirnen der Leute. Aber deshalb sind sie bei weitem gefährlicher, da hast du recht

Kommentar von AntwortMarkus ,

Der durchschnittliche  deutsche 18 Jährige Fahranfänger ist für mich gefährlicher als jeder ausländische Schutzsuchende. Trotzdem wettert die Afd nicht gegen Fahranfänger. 

Antwort
von eversoul, 21

Weil die Medien sich dafür nicht einsetzten. Die Medien bestimmen eine gewisse art unsere Ängste. Oder wie die Medien sagen würden; Sie bringen halt das was die Menschen an die Nachrichten fesselt und uns Schockiert. 

Flüchtlinge Vs Lebensmittel Skandal 

Wer bekommt mehr Aufmerksamkeit? Ganz klar stellen wir unseren eigenen Existenzängsten über die Konsumängste.  

Es ist natürlich nur meine Meinung und Meinungen gehen meist ausseinander. 

Aber deine Frage ist sehr gut. 

Kommentar von Grobbeldopp ,

Das ist so witzig, das Gegenteil ist wahr! Glyphosat bekommt lächerlich und ungerechtfetigt viel Aufmerksamkeit.

Kommentar von eversoul ,

Wie gesagt die Meinungen gehen da auseinander...

Antwort
von marylinjackson, 10

Die Angst, durch eine nicht natürliche Todesursache ums Leben zu kommen   (Du bezeichnest das als Gefahr durch Flüchtlinge), beschäftigt nicht nur alle Menschen, auch unsere Behörden. Sie ist real, aber nicht statistisch erfassbar.

Statistisch erfassbar aber sind Krebserkrankungen. Jeder dritte Mensch stirbt daran und sie ist eine natürliche Todesursache. Die durchschnittliche heutige Lebenserwartung beträgt dennoch ca. 80 Jahre, und die Lebensqualität ist wegen der medizinischen Versorgung immer gut. 

Eine Bedrohung durch Terror ist nicht annähernd vergleichbar mit der Bedrohung durch eine tödliche Erkrankung. 

Übrigens hat sich "eine Partei" nicht mit dem Flüchtlingsthema etabliert, da hast Du nicht aufgepasst.

Kommentar von Bokenstein ,

Übrigens hat sich "eine Partei" nicht mit dem Flüchtlingsthema etabliert, da hast Du nicht aufgepasst.

Doch ganz genau sogar - ohne dieses "Thema" bliebe diese Partei eine politische Randnotiz und die Bedrohung durch den Terror ist keine Implizität der Flüchtlinge sondern der politischen Klassen.

Gäbe es eine Bedrohung durch die Flüchtlinge, gäbe es genauso eine Bedrohung durch Lehrer, Linksradikale, Rechtsradikale, ältere Menschen am Steuer ihres Automobils oder überhaupt jeden Menschen.

Kommentar von marylinjackson ,

Die politische Randnotiz hättest Du wohl gerne.

Das siehst Du anders, ich nicht.

Antwort
von Wuestenamazone, 26

Flüchtlinge sieht man, die Gifte nicht

Kommentar von Bokenstein ,

Angst als Produkt des nur Sichtbaren?

Antwort
von Shinjischneider, 22

Mehrere Gründe.

1. Die Auswirkungen von Glyphosat sind nicht wirklich spektakulär. Man hat keine speziellen Bilder die man zeigen kann.
Flüchtlinge hingegen sehen anders aus und man kann sie jedem klar zeigen. "guck mal. Ausländer"

2. Die Medien interessieren sich nicht für Glyphosat und Co. Die Politiker auch nicht.
Würde die Bild jeden Tag von neuen Krebskranken durch Glyphosat berichten, dann wäre das unsere grösste Angst.

3. Die Politiker bewirtschaften aktiv das Thema "Flüchtlinge". Potentielle Vergewaltiger, Terroristen, Sozialschmarotzer, Jobstehler, Kinderesser etc. etc. etc.

Indem man gegen Flüchtlinge hetzt kann man von richtigen Problemen ablenken und sich eine naive Wählerschaft aufbauen.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Hat bei den Juden schon geklappt. 

Kommentar von Shinjischneider ,

Es gibt nen Grund wieso ich sage "Die Moslems sind die neuen Juden".

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