Frage von xX0noxXname0xX, 75

Warum habe ich kein Sättigungsgefühl mehr und stellt sich das wieder ein?

Hallo liebe Community.

Ich weiß ihr seit wahrscheinlich keine Ärzte aber vllt waren einige von euch in einer ähnlichen Situation oder wissen etwas davon und vllt könnt ihr mir ja weiterhelfen (:

Ich bin 16Jahre alt und weiblich. Ich habe in den letzten 4Monaten weniger gegessen als sonst. Ich habe mir eine Kaloriengrenze mit maximal 600Kcal gesetzt. Ich habe natürlich ein bisschen Sport gemacht und hatte auch ein paar mal Heißhungerattacken. Nachdem ich diese 600kcal überschritten habe, habe ich mich mit Absicht übergeben. Ich habe dadurch ein paar Kilos abgenommen und bin laut BMI vom starken Übergewicht ins leichte Übergewicht bzw schon fast ins Normalgewicht gekommen. Mein Gewicht schwankt ein bisschen (+/-0,5-1Kg) aber das ist bei mir normal geworden. Bitte, fragt nicht warum ich das ganze solange durchgezogen habe. Das hatte einige Gründe. Mein Problem ist jetzt das ich seit 2Tagen kein Sättigungsgefühl mehr habe. Ich habe den ganzen Tag starken Heißhunger und ich esse zwischen 2500-4500kcal am Tag. Ich versuche auf das erbrechen so gut es geht zu verzichten weil ich dann wahrscheinlich das doppelte essen würde. Ich weiß, nicht warum mein Körper so stark darauf reagiert und ob mein Sättigungsgefühl wieder kommt? Hat da jemand von euch eine Ahnung? Ps: ich ernähre mich von den Lebensmittel her ziemlich gesund (:

Antwort
von igelball, 26

Zunächst einmal sind Phasen, in denen die Ernährungsvorlieben (auffällige Lust auf bestimmte Nahrungsmittel oder Geschmacksrichtungen) oder auch das Hungergefühl (ungewöhnlich starker oder schwacher Hunger) verrückt spielen, als Jugendlicher nichts Ungewöhnliches. Wenn du mal bei Mitschülern schaust oder auch hier herumliest, wirst du viele Geschichten von Schülern hören oder lesen, die eine Zeit lang jeden Tag eine Tüte Chips oder eine Tafel Schokolade essen, sich auf jede Mahlzeit Parmesan streuen, süchtig nach purem Salz sind oder wochenlang auf nichts anderes Lust als auf Nudeln mit Tomatensoße haben.
Die Hormone spielen eben verrückt, man ist in einer Lebensphase, in der man sich ausprobiert und von anderen abgrenzt. In aller Regel normalisiert sich das nach einer Weile von selbst wieder.

Bei dir jedoch liegt sicher eine spezielle Situation vor. Durch dein selbstschädigendes Essverhalten (Erbrechen und bewusster Nahrungsverzicht sind im Gegensatz zu oben genannten Verhaltensweisen durchaus ein Zeichen einer psychischen Erkrankung) hast du deinen Körper auf einen regelrechten Schwarz-Weiß-Modus eintriniert. Bei dir gibt es nichts Normales oder Gemäßigtes, sondern nur Hungern oder Überfressen. Wenn du über Monate hinweg gehungert hast, dann befindet sich dein Organismus in einer extremen Notzeit. Wenn er dann die Möglichkeit hat, doch mal mehr zu essen, bunkert er möglichst viel Nahrungsenergie, um auf die nächste Notzeit vorbereitet zu sein. Daher kommen dann die Essanfälle. Letztendlich ist dein fehlendes Sättigungsgefühl hier ein Schutzmechanismus deines Körpers, er holt sich das zurück, was du ihm lange verweigert hast.
Deine aktuell etwas üppige Nahrungsaufnahme ist an sich nichts Schlimmes. Mit der Zeit würde sich das wohl von selbst wieder normalisieren, sobald dein Körper merkt, dass keine Gefahr mehr droht. Wenn du jedoch nach einer größeren Mahlzeit sofort wieder in Stress gerätst, vielleicht sogar erbrichst, dann geht der bisherige Teufelskreislauf weiter und du wirst nie zur Ruhe kommen und es wird sich nie ein gemäßigtes Level einstellen.

Meine Empfehlung wäre also, gar nichts zu tun. Folge einfach den Signalen deines Körpers und weniger denen deines Verstandes. Wenn du also aktuell mehr Hunger hast, kannst du auch mehr essen. Aber nicht so viel, dass dir schlecht wird oder du einen schweren Bauch hast, sondern du solltest dich halbwegs wohl fühlen dabei. Nach und nach sollte das natürliche Sättigungsgefühl dann auch wieder zurückkommen, ohne irgendwelche besonderen Maßnahmen.
Leider befürchte ich, dass du das alleine nicht schaffen wirst, wieder Vertrauen in deinen Körper beziehungsweise ein gesundes Körpergefühl zu bekommen. Du steckst eben doch schon recht tief in einer Essstörung drin, was besonders dadurch deutlich wird, dass du von dem Erbrechen redest, als sei es etwas völlig Harmloses und nicht wirklich der Rede wert. Deswegen muss ich mich den anderen anschließen und würde eine Psychotherapie empfehlen. Nur dass du schlechte Erfahrungen bei deiner letzten Therapie gemacht hast, bedeutet nicht, dass alle Therapien schlecht sind, sondern dass es letztes Mal einfach nicht ganz passend war. Auch bei einer Therapie muss die Chemie stimmen und man muss sich wohl fühlen. Das kann man nicht erzwingen, sondern manchmal muss man es mehrmals ausprobieren, bis man "angekommen" ist, wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch.
Wenn du das alleine hinbekommen willst, brauchst du viel Stärke und Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, dein Leben in neue Richtung zu lenken. Mit deinem Essverhalten versuchst du, Kontrolle über dein Leben zu gewinnen, weil dir an anderer Stelle etwas fehlt (Sicherheit, Geborgenheit, Selbstwert, etc.). Um diese Lücke auf gesunde Weise aufzufüllen, muss man viel Arbeit investieren und immer wieder versuchen, aus seinen fest gefahrenen Strukturen herauszubrechen und die Energie sinnvoller einzusetzen.

Ich wünsche dir in jedem Fall eine gute Weiterentwicklung.

Antwort
von LiselotteHerz, 32

Das hört sich aber alles anderes als gesund an.

Erst hungerst Du, 600 Kalorien reicht gerade so zum Überleben, aber nicht zum Leben und dann stopfst Du anscheinend maßlos Essen in Dich hinein.

Was heißt hier "Ich will, soweit es geht, auf das Erbrechen verzichten"? Das nennt man Bulimie, eine ernsthafte Essstörung. Du solltest möglichst bald zu einem Psychotherapeuten gehen.

Dass Du kein Sättigungsgefühl hast, ist jetzt erstmal sekundär. Du bist krank! lg Lilo

Kommentar von xX0noxXname0xX ,

Erstmal danke für deine Antwort! (:

Ich weiß, dass es nicht gesund ist aber ich bin mit den 600kcal gut klargekommen. Ich hatte ja auch meine Gründe. Ich würde sogar sagen, das es nicht anders ging und ich das als letzte Möglichkeit sah. Ich weiß, es gibt wahrscheinlich immer eine andere Lösung aber ich habe damals keine andere gefunden. 

Das heißt, das ich seit diesen 2Tagen (während dieser “Fress-Phase“) nicht versuche zu erbrechen weil mir klar ist, dass ich dann noch mehr essen werde.. und das will ich nicht. 

Warum nennt ihr das schon Bulimie? Ich habe nicht oft erbrochen. Nur wenn ich über den 600kcal war. Und das war 1-2mal in der Woche. Ich musste da etwas dagegen unternehmen weil ich psychisch daran kaputt gegangen wäre. Ich hätte so ein schlechtes Gewissen gehabt.. 

Danke, dass du mir das mit dem Psychotherapeuten ratest aber ich habe nur schlechte Erfahrungen mit Therapeuten gemacht und das brauch ich nicht nochmal. Ich bin zwar wegen anderen Gründen zum Therapeuten gegangen aber ich brauch das echt nicht nochmal. 

Antwort
von CJoe78, 34

Das was du gemacht hast, ist krank. Dein Sättigungsgefühl stellt sich erst wieder ein, wenn du normal isst. Mindestens 2000 kcal sollten es täglich sein. 

Gut sättigen Vollkornprodukte wie Haferflocken oder eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch und Magerquark.

Dein Körper reagiert so stark darauf, weil er in einer Notsituation ist, in welcher er sich selbst aufzehren muss. Das was du machst ist lebensgefährlich. Hör mit der Kotzerei auf, hol dir Hilfe und ernähre dich gesund.

Kommentar von xX0noxXname0xX ,

Hallo,

Danke für deine Antwort (: 

Aber ich verstehe eines nicht. Was ist an meiner Situation lebensgefährlich? Mein Gewicht ist nicht lebensgefährlich, so wenig esse ich auch nicht und ich erbreche auch höchstens 2mal in der Woche.. bitte erkläre mir mal, was daran lebensgefährlich ist? 

Kommentar von CJoe78 ,

600 kcal sind langfristig zu wenig, um zu überleben. Wenn du dich erbrichst, verlierst du u.a. viel Flüssigkeit. Flüssigkeitsverlust kann schnell lebensgefährlich werden. 

Ich hatte mich mit 8 Jahren 2 Wochen lang krankheitsbedingt übergeben, und musste dann für 2 Monate ins Krankenhaus an den Tropf.

Im übrigen trinke ich heute 3-5 Liter kaltes Wasser täglich. Einfach, weil es für die Gesundheit und für das Abnehmen gut ist so viel zu trinken.

Dein Gewicht mag noch nicht lebensgefährlich sein. Deine Art sich zu ernähren ist es definitiv. Es gibt genug Magersüchtige, die an der Ess- Brechsucht gestorben sind. 

Du manövrierst dich da in eine psychische Störung, aus der du vielleicht den Leben lang nicht mehr raus kommst.

Man kann gesund und nachhaltig abnehmen, wenn man es richtig durchplant. Das ist der einzigste Weg, der auch langfristig funktioniert. 

Mit Sport und gesunder Ernährung, die gut sättigt. Ein Leben lang. Ich mache das jetzt seit einem Jahr und habe über 30 Kilo Fett (Keine Muskeln) abgenommen.

Es gibt einige Tricks, wie man Süßigkeiten und ungesunde Snacks ersetzen kann. Ich z.B. ersetze Schokolade durch einen Magerquark mit Royal Flavour Pulver oder nehme Magerjoghurt mit Flavourdrops. Die kannst du dir im Internet bestellen.

Ich esse schon seit einem Jahr keine Süßigkeiten mehr und vermisse durch meinen Süßigkeitenersatz und Cola Light nichts. 

Fast Food, Snacks, künstlich gezuckerte Produkte allgemein und Weißmehlbackwaren sind kaum noch auf meinem Speiseplan zu finden. Der Körper braucht diese Dinge nicht. Es fällt nicht schwer auf sie zu verzichten, wenn man bessere Alternativen hat.

Wenn ich mein Wunschgewicht erreicht habe, baue ich vielleicht einen Cheat Day im Monat ein, wo ich mir diesen ganzen Mist mal wieder gönne. Bis dahin bleibe ich standhaft.

Antwort
von apachy, 10

Erstmal sind zwei Tage nix und das muss kein Dauerzustand sein. Ansonsten ist die Lebensmittelmenge weder beim Abnehmen, noch beim Zunehmen ein Problem, sondern die Kaloriendichte.

Nehmen wir an du hättest diese 4500 Kcal in Form von Tomaten gegessen, dass wären dann 25 Kilo Tomaten. Die hättest du wahrscheinlich kaum herunter bekommen.

In Form von Nutella und co. sind das natürlich nur wenige hundert Gramm, die kriegt man schnell runter und ist am Ende trotzdem nicht satt.

Ansonsten gilt Heißhunger hat zwei Gründe, kurzkettige Kohlenhydrate, sprich Zucker oder zuwenig Essen vom Volumen her.

4500 Kcal gesund zu sich zu nehmen, dafür werden die meisten schon kämpfen müssen. Da wäre es mal interessant zu hören wie so ein Tag aussieht von den Lebensmitteln.

Darüber hinaus ist eben wichtig, dass du das ganze auf Dauer durchziehst und deine Bulimie in den Griff kriegst. Mit so ein Auf und Ab kann der Körper sich eben schlecht auf etwas einstellen und sich da normal verhalten.

Antwort
von Girschdien, 28

Tut mir leid, Dir das sagen zu müssen, aber du hast eine Essstörung! 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community