Frage von Simaprima, 65

Warum habe ich immer noch soviel Mitgefühl für Ihn?

Hallo ich melde mich nochmals mit einer Frage an Euch! Ich bin nun fast ein Jahr getrennt von meinem alkohol-und spielsüchtigen Mann. Ihr habt mir damals geraten nicht zurück zu gehen. Ich habe jetzt eine eigene Wohnung ( in der ich mich sehr wohl fühle). Habe von unserem Haus fast nichts mitgenommen. Habe alles gebraucht neu gekauft. Habe einen langen Klinikaufenthalt hinter mir. Mir geht es meistens ganz gut. Ab und zu vermisse ich noch mein altes Leben, weiß aber auch das ich es nicht zurück haben will. Habe auch einen Freund, der mich sehr unterstützt, seelisch und finanziell. Er ist das Beste was mir passieren konnte, und doch ist in mir noch etwas, das mich immer wieder mit meinen Gedanken zu meinem Mann gehen lässt. Dann werde ich sehr traurig und ich könnte losheulen. Er hat mir soviel angetan und keiner kann verstehen, das er mir nicht scheißegal ist. Jetzt zieht mein Sohn aus, und ich habe wahnsinnig Angst um ihn. Er ist dann ganz alleine im Haus. Er hat davor Angst. Und ich auch. Ich habe Angst das er dann abstürzt oder sich das Leben nimmt. Nur der Gedanke daran, ist für mich so schrecklich, das ich ihm am Liebsten irgendwie helfen möchte aus seiner Einsamkeit rauszukommen.Ich weiß, das ich es nicht kann. Der einzige Weg wäre, zu ihm zurück zu gehen. Und das kann ich nicht. Er will auch an seinem Leben nichts ändern. Er geht zwar zu einer Therapheutin, aber ich weiß nicht ober er dort die Wahrheit sagt. Ich habe ihm gesagt, das er gegen seine Süchte was tun muss. Leider denkt er, dadurch das er eine Therapie macht, wird er nicht mehr aggresiv im alkoholisiertem Zustand. Jetzt bin ich weg und mein Sohn auch bald, und mir geht es dabei sehr schlecht. Dann hat er niemanden mehr. Mein Freund sagt er ist erwachsen. Das weiß ich auch, aber er hat es nicht gelernt alleine zu sein. Ich denke auch er kann und will sich nicht ändern. Ich weiß, dass dies nicht mehr mein Problem sein darf, aber ich habe leider diese Gefühle in mir und kann sie nicht abstellen. Nächstes Jahr kann ich die Scheidung einreichen, auch davor habe ich wahsinnig Angst. Ich weiß nicht ob ich das schaffe?! Was ist das nur? Hat er mich immer noch im Griff, obwohl ich ihn nicht mehr sehe? Ich bin in Therapie und trotzdem schaffe ich es nicht, die Gefühle für ihn loszulassen. Es ist wie wenn ich für ihn verantwortlich bin. Er hat doch sonst niemanden mehr. Was kann ich tun, damit ich nicht immer so ein schlechtes Gewissen habe? Für Eure Antworten wäre ich Euch sehr dankbar.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Knutschpalme, 22

Ich glaube es ist eine Mischung aus Mitleid und Liebeskummer: Das Ganze wirkt auf mich so, als ob du gerne zu ihm zurück willst, um sicherzustellen dass er wieder zurechtkommt und dann wieder zu gehen. Ich glaube du hast einfach eine sehr traurige Erfahrung gemacht und hättest gerne dass die Geschichte irgendwie doch noch ein "Happy End" hat. 

Das liegt aber leider nur bei deinem Ex. Nur er kann sich wirklich ändern wollen. Vergiss nicht, dass er dir auch sehr wehgetan hat - du hast deinen Soll längst erfüllt indem du gegangen bist und ihm dadurch zu verstehen gegeben hast, dass er die Leute um sich herum und natürlich auch sich selber verletzt. 

Antwort
von Bambi201264, 29

Du kannst Dir nur immer wieder sagen, dass es nicht Dein Leben ist, nicht Deine Verantwortung. Du weisst das ja auch...

Sprich dieses Thema nochmals mit Deinem Therapeuten an, nachdrücklich.

Sprich darüber auch mit Deinem neuen Freund, er muss das dringend wissen, auch er kann Dir helfen.

Erklärungsversuch: Sentimentalität: Ihr habt ein Kind zusammen, Ihr habt so vieles zusammen erlebt, in guten wie in schlechten Zeiten, das ganze Gedöns...das streift man nicht ab wie eine alte Jacke.

Du musst kämpfen, Du schaffst das. Du WEISST, dass Dein Ex Dich nur um den Finger wickeln will - mitleiderregendes Gefasel, hundeäugener Blick - Du weisst, was passierte, solange Du immer wieder darauf reingefallen bist.

Du! bist! nicht! verantwortlich! für! sein! Leben!

Alles Liebe

P. S.: Vergiss ihn einfach, er ist schon lange nicht mehr der, in den Du Dich vor Jahrzehnten mal verliebt hattest.

Antwort
von Elfi96, 27

Du hast es treffend beschrieben: du empfindest Mitgefühl.  Jetzt das große  ABER: Eine Beziehung, die nur auf Mitgefühl basiert, geht NIE gut. Fazit: dein fast Ex- Mann muss selbst etwas ändern. Wenn er das nicht kann oder will, ist jede Hilfe zwecklos!  Dabei würdest du vor die Hunde gehen und deine Therapie  wäre für die Katz! 

Es gibt eben Leute, die sich nie ändern, da nützt auch keine Liebe. LG 

Kommentar von Simaprima ,

Ja anscheinend ist das bei meinem Mann so, leider :-(

Antwort
von Ille1811, 18

Hallo!

Du hast ja bei deinen Themen 'coabhängig' stehen. Auch wenn ich dieses Etikett nicht mag, so zeigt es mir doch, dass du dich mit dem Thema schon beschäftigt hast.

Als Angehörige bin ich genauso krank wie der Abhängige. Ich gehe schon 'viele 24 Stunden' zu Al-Anon. Das ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Angehörige und Freunde von Alkoholikern. Dort habe ich gelernt, mich aus den Verstrickungen in das Leben eines anderen Menschen zu befreien, oder wie es in Al-Anon heißt: "In Liebe loslassen".

Schau mal in Gruppenfinder auf der Webseite Al-Anon.de, wo es bei dir die nächstgelegene Gruppe gibt.

Kommentar von Simaprima ,

Hallo, ich kenne Al-Anon. Das hatte ich bei meinem Klinikaufenthalt auch. Bei mir in der Nähe gibt es das nicht. Ich komme damit auch nicht so klar, weil niemand auf meine Geschichte reagiert. Man erzählt und es kommt kein Kommentar. Bin aber in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken.

Antwort
von TrevyTrev, 17

Ihr könntet ja deinen Mann bei euch einziehen lassen. Dann würdest du dich bestimmt besser fühlen und er wäre nicht mehr so allein. Musst du natürlich mit deinem Freund absprechen.

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