Warum grenzen sich z. B. Türken bewusst aus?

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12 Antworten

Der erste Punkt, den ich anbringen will, ist der, dass es oft eine Frage der Perspektive ist. Du siehst es so, als dass Türken sich ausgrenzen. Andere sehen es vielleicht so, dass sie ausgegrenzt werden. Das ist nicht nur in Bezug auf Nationalitäten so, auch liest man oft Fragen, wo einige aufgrund ihrer Kleidung nicht angenommen werden / sich abgrenzen wollen.

Der zweite Punkt ist der, dass sich auf natürliche Art und Weise Gruppen dort bilden, wo große Gemeinsamkeiten herrschen. Zwar ist jeder Türke anders, weil jeder Mensch anders ist, aber die Kultur, Erziehung, Tradition und Sprache findet sehr viel sich Deckendes.

Versetz dich in die Lage eines Türken. Stell dir vor, du wärest als Deutscher in der Türkei. Man muss schon unheimlich weltoffen und aufgeschlossen sein, wenn man absichtlich den Kontakt zu anderen Deutschen in der Türkei meiden würde und sich integrieren (lassen) würde. Bei den Kindern setzt sich das fort, wenn türkische Eltern sich mit anderen türkischen Eltern treffen und so türkische Kinder mit anderen türkischen Kindern spielen.

Integration funktioniert peu á peu, nicht von heute auf morgen, sondern über Generationen hinweg.

Die meisten von uns haben irgendwelche ((Ur-)Ur-)Großeltern, die aus dem Ausland kommen. Die haben es z. B. geschafft, sich zu integrieren. Beweise, dass es funktioniert, nur etwas dauern kann, gibt es genug, meistens sogar in der eigenen Familie.

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Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass Menschen im Allgemeinen dazu tendieren, den Weg des geringsten Widerstands, in diesem Fall das Bekannte/Vertraute, zu wählen. Es ist einfacher/bequemer. Wenn solch ein Verhalten innerhalb der Familie vorgelebt wird, brechen nur wenige aus dieser Struktur aus und wagen den riskanten, neuen Weg.

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Man hält sich automatisch an Menschen, die einem "ähnlich" sind. Die gleiche Muttersprache, die gleiche Religion, die gleiche Kultur usw. bedeuten gleiche Mentalität, gleiche Gewohnheiten und damit "Sicherheit". Man muss sich nicht anpassen und nichts erklären.

Dazu kommt, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund sich nicht integrieren wollen. Egal, welche Gründe sie angeben, wer unbedingt "anders" sein will, hält sich vom "Durchschnitt" fern.

Das betrifft aber nicht nur Migranten - auch "Rechte" und "Linke" bleiben unter sich, Banker und Arbeiter treffen sich höchstens mal im Fußballstadion, die verschiedenen Jugendkulturen gehen sich aus dem Weg oder zetteln Kleinkriege an, und selbst Schwule und Lesben haben eigene Clubs...

Wenn es um die Fabriken geht: Hast du schon mal versucht, jemanden während der Arbeit anzulernen? Das ist schon in der Muttersprache schwierig, in einer Fremdsprache, die man kaum beherrscht (was auf die Deutschkenntnisse vieler Zeitarbeiter nun mal zutrifft), ist das fast unmöglich!

Außerdem ist die Solidarität unter "Landsleuten" größer, man ist eher bereit, sich gegenseitig zu unterstützen und "kulturelle Konflikte" sind seltener. Oft sind es sogar Familienangehörige, die da gemeinsam arbeiten!

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Es gibt ein Sprichwort "Gleich und Gleich gesellt sich gern", wie immer das auch gemeint sein mag. Aber in der Regel sucht man in einer größeren Menge an Menschen, diejenigen, die am besten zu einem passen. Auch wenn es keine verschiedenen Nationalitäten gäbe, würden sich Gruppen in einem Betrieb bilden, vielleicht die "U20er", die "Fast-Rentner", die "Staplerfahrer"usw. . Ausgrenzen bedeutet es erst, wenn eine Gruppe als Gruppe zu Beispiel sagt, "Nö, an dem Betriebsfest nehmen wir nicht teil", dann grenzt sie sich selber aus oder umgekehrt die anderen sagen "Die wollen wir aber nicht dabei haben", dann müsste man intervenieren. Sonst ist alles gut, ganz normal, so ist das Leben. Sich mit Menschen anderer Nationalitäten anzufreunen und dadurch viel zu lernen und zu erfahren bleibt ja gar nicht ausgeschlossen. Darin steckt die Bereicherung in einer Multinationalen Gesellschaft.

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Also das habe ich bei mir im Umfeld noch nie erlebt. Auf meiner Schule gibt es Leute mit sehr vielen verschiedenen Nationalitäten, aber es werden nirgendwo solche Grüppchen gebildet. Es verstehen sich fast alle.

Was ich mir als Grund vorstellen könnte, ist, dass sie über Themen reden können, mit denen andere vielleicht gar nichts anfangen können. Sie fühlen sich dann möglicherweise wohler.

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Ich glaube die fühlen sich unwohl und wollen nichts mit uns (deutschen) zu tun haben, deswegen sind sie immer untereinander

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Das liegt an der Erziehung, ich habe auch einen Migrationshintergrund und habe früher vorzugweise nur mit russen gespielt aber auch mit deutschen Kindern, mit diesen habe ich mich aber nicht so gut angefreundet. Seit der Schule habe ich Freunde aus allen Sozialschichten und mit vielen Herkunften. Seitdem ich studiere habe ich auch viele deutsche Freunde, ich persönlich komme mittlerweile einfacher mit deutschen klar, damit meine ich auch z.B. türken die sich selbst als deutsche ansehen. Von "meinesgleichen" halte ich nittlerweile Abstand, auch von den Kindheitsfreunden... Diese hatten keinen guten Einfluss auf mich und die versinken zur Zeit in Problemen ohne Ende.

Hier bei mir in meiner Nachbarschaft sehe ich zur Zeit auch das viele Kinder zusammen spielen, egal welcher Herkunft, solange die Eltern es befürworten wird niemand ausgegrenzt. Gerade Kinder sind offen und kennen sowas wie intoleranz nicht, denen ist es doch egal wo wer her kommt solange die zusammen spass beim Spielen haben.

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Kennst du das Buch "Ganz unten" von Günther Wallraff? Auch wenn es  über 30 Jahre alt ist, so zeigt es eben, dass die Ausgrenzung auch und gerade von uns Deutschen ausgeht. Gauweiler hat es ja auch auf dem Punkt gebracht "Boateng nicht als Nachbarn" und damit zu Recht viel Kritik erhalten.

Das Phänomen unter sich bleiben wirst du überall finden, ich war mal in England um Englisch lernen - wie so viele andere Deutschsprachige. Anstatt sich nun unter den Engländer zu mischen, nein ich habe mich lieber bei den Deutschsprachigen ausgehalten.

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Weil sie sich nicht willkommen fühlen. Früher war das anders, heute hat fast jeder Deutsche Vorurteile. Außerdem fällt die Kommunikation leichter, falls sie keine Muttersprachler sind. 

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Kommentar von acabgt
31.05.2016, 08:16

Früher war das keineswegs anders, sondern es war eher schlimmer. Die "Gastarbeiter" wurden als Kollegen akzeptiert, denn sie machten die Jobs, die sonst keiner machen wollte.   An Integration hat überhaupt niemand gedacht, es war ausgemachte Sache, dass sie ja irgendwann wieder gehen. Die Vorurteile und die Ablehnung waren extrem. Heute ist das alles wesentlich BESSER.

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Ich kann das so nicht bestätigen. In meinem Freundeskreis habe ich mehrere Türken und die Grenzen sich nicht wirklich aus. Du nimmst das vielleicht anders war, ist ja auch eine Sache der Perspektive

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Du solltest nicht pauschalisieren. Fast alle Ausländer haben Kontakte zu Deutschen, zu anderen Nationalitäten und zu ihren eigenen Landsleuten.

Wenn sie Kontakte zu ihren eigenen Landsleuten pflegen, ist es völlig normal und verständlich. Sie verbindet dieselbe Kultur. Es gibt keine Sprachschwierigkeiten.

Du darfst auch nicht vergessen, dass viele Deutsche diffuse Ängste vor Fremden haben und deshalb keinen Kontakt zu Ausländern suchen. Diese diffusen Ängste werden völlig grundlos gerade von Pegiada, AfD usw. geschürt. Kontakte sind keine Einbahnstraße. Nicht nur Ausländer müssen Kontakte zu uns suchen, sondern wir auch Kontakte zu den Ausländern, damit sie sich nicht ausgegrenzt, sondern willkommen fühlen.

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Aus eigenen Miterleben/Erfahrungen:

Die wollen unter sich bleiben, wollen mit den Deutschen gar nichts zu tun haben; deshalb wird die "Integration" auch nicht funktionieren.

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Kommentar von Mignon4
31.05.2016, 08:28

Warum pauschalisierst du? Das stimmt nicht. Integration ist keine Einbahnstraße. Man muss gegenseitig aufeinander zugehen.

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