Frage von Lsch2001, 90

Warum greift ein Alkoholiker immer wieder zur Flasche?

Wieso kann er nicht aufhören, wenn er schon mehrmals einen kalten Entzug, Therapie oder im Krankenhaus wegen seiner Suchtkrankheit war? Was bringt ihn dazu, nachdem er die schrecklichen Entzugsschmerzen durchlebt hat, wieder anzufangen?

Antwort
von DODOsBACK, 38

Keine Ahnung, welche "Experten" du da befragt hast, aber die "schrecklichen Schmerzen" sind nun auch nicht sooooo furchtbar. und genauso schnell vergessen wie die schrecklichen Peinlichkeiten, die die Sucht mit sich bringt.

Die meisten trinken nicht, weil sie meinen, dadurch irgendwas zu "gewinnen". Sondern weil es hilft, Sorgen, Ängste und Alltagsprobleme zumindest eine Weile zu vergessen. Man fühlt sich nicht groß, sondern einfach weniger klein. Man fühlt sich nicht stark, sondern endlich nicht mehr schwach und verletzlich. Man wird nicht selbstsicher, aber man zweifelt nicht mehr an allem, was man tut.

Und mal ehrlich: weder ein kalter Entzug noch eine Langzeittherapie bringen einen wirklich weiter - hinterher hat man immer noch Stress mit der Familie, kein "nüchternes" Umfeld, keinen Job und keine Perspektive.

Drogen sind außerdem meist der Versuch einer Selbstmedikation - Alkohol hilft z.B. nicht nur bei Schlafstörungen, sondern auch gegen Ängste, Depressionen, Minderwertigkeitskomplexe, Grübelattacken usw.

Erst mal. Wenn er nicht mehr hilft, ist man schon abhängig.

Die meisten Leute greifen zu Drogen, WEIL sie Probleme haben - wenn Menschen wie du es dann so hinstellen, als sei mit dem "Weglassen" des Suchtmittels alles wieder in Ordnung, haben sie genau das nicht kapiert.

Zu den ursprünglichen Problemen sind nicht nur neue dazugekommen, oft hat man auch Jahre damit "verschwendet", falsche Verhaltensweisen zu festigen und massenhaft Chancen "vertan"!

Antwort
von Nashota, 42

Viele sind der Meinung, sie hätten es im Griff. Und die schlimmen Dinge werden immer nur verdrängt. Selbstschwüre, es nie wieder zu tun, sind beim nächsten Problem, was sie haben, wieder vergessen.

Vielen ist es aber auch egal, was mit ihnen passiert.

Antwort
von palusa, 13

ganz einfach, sobald er trinkt, hören die schmerzen auf schlag wieder auf.
da spielt todesangst ne rolle, und das völlig zu recht. besteht eine körperliche abhängigkeit, so kann ein kalter entzug mit dem tod enden. das ist absolut gefährlich und sollte nur unter medizinischer aufsicht geschehen.

sucht hat ihre eigene logik. als nicht-süchtiger wird man das niemals ganz verstehen. er wird so lange weitertrinken, bis die aussicht, nicht mehr zu trinken, weniger angst macht, als weiterzutrinken. wo dieser punkt ist, ist für jeden alkoholiker verschieden. bei "deinem" alkoholiker scheint der kalte entzug nicht genug angst zu erzeugen. dann ist das so.

versuch, loszulassen. akzeptiere, dass er trinkt. akzeptiere, dass nur er selbst daran etwas ändern kann-und auch nur, wenn er selbst das wirklich will und bereit ist, alles dafür zu tun. und schütze dich selbst, so gut es geht.

Antwort
von Ille1811, 22

Bei den Anonymen Alkoholikern heißt es: 'Trockenheit ist nur ein dürftiger Anfang!'

Mit Hilfe des Zwölf Schritte Programms kommen die Alkoholiker, die das leben vom 'Ich darf nicht mehr trinken!' zum dankbaren 'Ich brauche nicht mehr zu trinken!'

Antwort
von onomant, 15

So ist nun mal die Sucht.
 Und negative Erinnerungen haben noch keinen Süchtigen vom Saufen  abgehalten. Erst wenn er die positiven Seiten der Abstinenz erkennt, hat er eine Chance, dauerhaft trocken zu bleiben.
Daher ist der Besuch einer Selbsthilfegruppe so wichtig. Da sieht er genug positive Beispiele.
Viele Süchtige meiner aber, es auch ohne Gruppe schaffen zu können

Antwort
von furbo, 16

Es gibt bei den meisten Alkoholikern keine Entzugsschmerzen. Das Problem ist das Suchtgedächtnis, das den Betroffenen dazu zwingt, immer wieder zu trinken. Es ist ein fast unwiderstehlicher Drang. Das Suchtgedächtnis ist eine reine Sache des Gehirns. Dummerweise kann man das Suchtgedächtnis nicht löschen, man kann es aber "überschreiben" so dass man trocken bleibt. Diese Sucht ist aber nicht nur auf Alkohol beschränkt, es kann genausogut Glücksspiel sein. 

Auch wenn es überschrieben ist, das Suchtgedächtnis ist aber nicht weg, es kann jederzeit durch einen Reiz wieder voll da sein. Dabei hängt es noch nicht einmal davon ab, ob man sich tatsächlich Alkohol zuführt, das Gehirn muss nur meinen, dass Alkohol enthalten ist. 

Wenn du dich ernsthaft mit dem Thema befassen willst, es gibt ein gutes Buch dazu: "Lieber schlau als blau" von Johannes Lindenmeyer.

Langfristig verursacht Alkohol aber viele Krankheiten, die auch schmerzhaft sein können. 

Antwort
von ninamann1, 26

Weil Alkohol eines der gefährlichsten Sucht Gifte ist . Es ist in der Gesellschaft leider akzeptiert . 

Es braucht für einen Süchtigen enorme Willenskraft zu wiedererstehen . Allein schon der Gang durch einen Supermarkt wird schwierig  , überall Alkohol und an der Kasse dann auch noch die kleinen Fläschchen

Antwort
von amdros, 20

Weil er nun mal der Sucht verfallen ist und absolut nicht da raus kommt!

Wie du schreibst..selbst nach zig Versuchen den Willen nicht aufbringt, es zu schaffen. Das zeugt von einem sehr labilen Charakter!

Antwort
von Himmelswolke, 39

Man kann immer wieder rückfällig werden auch durch Stress oder Probleme. Nur weil der jenige ein Entzug gemacht hat heißt das nicht das er wieder gesund ist. Die Sucht lauert überall.

Antwort
von Deichgoettin, 26
Antwort
von RavenC, 43

Das ist ganz individuell, aber man muss eben anerkennen, dass es sich bei Alkoholismus um eine schwerwiegende Sucht handelt und das Trinken gesellschaftlich akzeptiert bzw manchmal sogar erwartet wird. Alkohol ist in Deutschland überall , also überall sind reize für ihn. Oder er hat Freunde, die ihn da mitreißen.  

Es braucht viel Willenskraft und manchmal auch eine Änderung der Umgebung und Konsequenz um dauerhaft trocken zu bleiben 

Antwort
von kreuzkampus, 27

Weil das kleine  "Suchtmännchen" im Gehirn ihn immer wieder dazu verführt. Ist jetzt zwar bildlich dargestellt; aber Alkoholsucht spielt sich im Gehirn ab.

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