Niklaus am 06.01.2008 um 23:43 Uhr
Ich denke an die beiden aktuellen Angriffe in der U-Bahn in München.
jaja laber laber, ihr hättet natürlich alle eingegriffen, is klar. Hier im Internet kann das jeder behaupten, in der Realität wärt ihr warscheinlich nicht so heldenhaft. Um der Brutalität der heutigen Jugendlichen aus der sozialen Unterschicht entgegentreten zukönnen, muss man schon selbst ziemlich krass drauf sein.

Montekarlos Einwand ist berechtigt.
Dennoch hoffe ich, daß ich die Notrufknöpfe betätigt und zumindest den Feuerlöscher aktiviert hätte (wär n Versuch wert gewesen)
im erwähnten Fall waren aber wohl tatsächlich keine Menschen anwesend.

Weil sie feig sind und weil es keine Zivilcourage mehr gibt!
Dabei könnten einige Menschen, wenn sie geschlossen und gemeinsam gegen diese Unruhestifter vorgehen würden mit Sicherheit einiges bewirken. Diese Gewalttäter profitieren doch nur vom Wegschauen der feigen Masse!
Niklaus am 6. Januar 2008 23:48 Das ist wohl einer der Gründe. Liebe Grüße nach Vienna
Frohnatur am 7. Januar 2008 00:01 Eastside, da muss ich Dir leider Recht geben, wenn mehr Menschen couragiert wären, gäbe es weniger Gewalt.
Naja, zu den Uhrzeiten, zu denen alle diese Fälle passiert sind, ist wohl mangels Masse nicht sehr viel mit "geschlossen" und "gemeinsam"...
Als Helfer kann es einem passieren, daß in dem ganzen Wirrwarr die Hilfe nicht erkannt wird und man mit den Tätern sozusagen in eine Ecke gestellt wird. Gibts nicht?
Von wegen, oft genug passiert, daß der Helfer ganz bös in der Klemme war und ihm niemand seine lautere Absicht geglaubt hat.
Ich guck seit dieser Zeit auch eher weg, als daß ich einschreite. Hilfe holen würde ich aber jederzeit.
Hier vor dem PC kann man natürlich locker über andere Leute herfallen, die angeblich zu feige sind, in solchen Situationen einzuschreiten! Ich bin sicher, die Wenigsten waren schon vor der Frage gestanden, soll ich eingreifen oder nicht! Ich habe mich mal eingemischt und das Ergebnis war ein Messer im Arm, aber auch eine Anzeige wegen Körperverletzung, weil ich den Haupttäter noch mit einem Knüppel niederschlagen konnte! Das Verfahren gegen mich wurde eingestellt!!!
ruthchen am 7. Januar 2008 00:09 ich hab mal versehentlich einen Polizisten beschädigt, er war einfach zu "zivil" und hatte es redlich verdient :-)
auch straffrei weggekommen (ich)...
strick4a am 7. Januar 2008 03:45 Du erstaunst mich immer mehr, ruthchen...Guten Morgen....
strick4a am 7. Januar 2008 03:58 Seit einem 3-wöchigen Klinikaufenthalt mit diesbezüglicher Ursache denke ich da auch etwas anderst!Helfen ja, sein eigenes Leben riskieren NEIN! Guten Morgen Andylu.....LG strick
Guten Morgen Ihr Beiden!Leider trifft man sich so selten! Ich hoffe, Ihr habt die Party gut überstanden!

Es wird zuviel nachgedacht, was könnte mir passieren, vielleicht gibt es gründe.., vielleicht... So können Menschen brutal zusammengeschlagen werden, Unfallopfer hilflos verbluten etc. Ausserdem spielt die Masse eine entscheidende Rolle: die gehen ja auch nicht hin!
Genauso umgekehrt: wenn alle dahin gehen, dann gehe ich auch hin.

Das ist eine schwere Frage ... ich habe mal als Studentin aus der Ferne miterlebt wie drei Skinheads einen Punk zusammengeschlagen haben. Das war lange vor der Mobiltelefonzeit und ich stand bestimmt 200 Meter entfernt. Außer mir war niemand auf der Straße. Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern, dass ich helfen sollte aber gegen die drei großen Kerle keine Chance hätte. Der Gedanke an dieses Zögern in mir verursacht mir heute noch Unbehagen. Zum Glück haben die dann wenige Augenblicke später von ihm abgelassen und sind verschwunden so dass ich dann doch hinüber rennen und helfen konnte. Aber heute, wo ich doch denke dass ich etwas mehr Courage habe als damals, bin ich mir sicher dass ich wieder zögern würde. Egal was ich mir einrede. Niemand kann vor dem sicheren Computer sitzend eine Aussage darüber machen, wie man in so einer Situation handeln würde.

Auf dem Überwachungsvideo vom Überfall auf den Rentner in München waren keine weiteren Menschen zu sehen - kann es sein, dass diese Übergriffe passieren, wenn nur Täter und Opfer anwesend sind (es war ja spät abends)?
Mich wundert nur, dass an den Überwachungskameras keine Menschen sitzen, die das ganze Geschehen überwachen/kontrollieren - ich denke, das muss sein, damit man gerade bei solchen Taten einschreitet....?

Das ist nicht nur in Deutschland so.
Versuche mal dazwischenzugehen, wenn Du keine Waffe hast. (Mit Waffe habe ich das schon getan, aber ohne denke ich gar nicht daran.)
Niklaus am 6. Januar 2008 23:50 Mit Waffe? Dann bist du doch vor der Justiz der Agressor und wirst für dein Einschreiten noch bestraft.
WolfRichter am 6. Januar 2008 23:55 Verbreitetet Irrtum.
Ich erinnere mich an ein Urteil, in dem es darum ging, daß jemand ein illegales Schußgerät mit tötlichen Folgen zur Notwehr eingesetzt hatte. Er wurde natürlich freigesprochen. OK: Für das illegale Schußgerät, das dabei entdeckt wurde, mußte er ein Bußgeld zahlen.
littletiger am 6. Januar 2008 23:53 @WolfRichter: genau das meine ich. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dazwischen gehen würde, wenn die Aussichten, daß ich eine auf den Schädel krieg sehr gut stehen.
Ich denke es handelt sich um den angeborenen Selbstschutz, wenn man sich da eher raushält und nichts unternimmt.

Ein Aspekt wurde hier noch nicht erwähnt. Kommt ein Unbeteiligter beim Eingreifen in solch einem Fall zu schaden, wird er vom Staat meistens allein gelassen und bleibt auf seinen Kosten sitzen.
Mehr noch, die Täter, da meist mittellos, bekommen vom Staat einen Anwalt gestellt, das Opfer muss den aus der eigenen Tasche bezahlen.

Mir fällt da spontan ein Bild mit drei Affen ein: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.
Das trifft leider auf die meisten zu. Teilweise wahrscheinlich weil die Leute zu viel Angst davor haben selbst angegriffen zu werden.
Wegschauen ist sicherer und bequemer als Hilfe zu leisten. Oft würde schon ein Anruf beim Notruf genügen,um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.
Vor ein paar Jahren erzählte mir mein Kind, das unten vor der Tür eine Frau zusammengeschlagen wird. Ich habe die Polizei gerufen und bin mit meinem Hund an der Leine dorthin gegangen. Die ganze Nachbarschaft war schon da, aber alle schauten zu (Rentner). Als die Polizei kam waren sie alle verschwunden. Ich habe Sie drauf angesprochen,und erstaunliche Antworten bekommen: Wenn wir die Polizei rufen, müßen wir den Einsatz zahlen; wenn ich den Rettungswagen rufe, und die Frau hat kein Geld muß ich das bezahlen; wenn ich die Polizei rufe muß ich vor Gericht; ich weiß ja nicht, warum der Mann die Frau verprügelt, vielleicht ist es ja seine und sie hat es nicht besser verdient; das geht mich nichts an. Ich denke, das Viele sehr viel Angst haben vor möglichen Konsequenzen. L.G.
Da können die lieben Nachbarn aber froh sein, daß sie nicht wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt wurden.
Das ist DER Punkt!!! Wenn ich eingreife und mit angemessenen Mitteln (auch ein Stock wirg u,U, als "Waffe"angesehen) Straftaten verhindere, laufe ich massive Gefahr, vom "Rechtsstaat" verfolgt zu werden. Und trotzdem würde ich wieder draufhauen um zu verteidigen!!!! Danke Deutschland!!!
Ich kann das nicht nachvollziehen, ein Anruf bei der Polizei kostet nix und der betroffenen Person wird geholfen.Ich habe noch nie weggeschaut und habe noch nie deshalb Ärger gehabt. L.G.
bitmap am 7. Januar 2008 00:19 Es ging aber ums (direkte) Eingreifen und nicht ums telefonieren bzw. Hilfe holen.
Wo fängt das Eingreifen an und wo hört es auf? Wenn ein 16jähriger Bengel einen 5jährigen verprügelt geh ich sofort dazwischen. Wenn ich ein Unfallopfer finde helfe ich auch sofort. Wenn 25 Männer auf 25 Männer losgehen, ruf ich besser die Polizei. L.G.
bitmap am 7. Januar 2008 02:04 Ein-greifen wie der Name schon sagt. Ich würde es in den von dir beschriebenen Situationen genau so machen wie du.
Was mir aufstößt ist eine Pauschalverurteilung (hier an anderer Stelle geäußert) von Menschen ('' ...feige ... keine Zivilcourage...''), die eben nicht ein-greifen. Zumindest gibts einige Gründe, warum man sich nicht dazwischen wirft, wenn die Verprügler stärker sind als man selbt, Waffen haben (ich habe Angst wenn jemand mit nem Messer auf mich losgeht).
greif mal ein und du wirst erleben was passiert :-(
Wie schon geschrieben, wenn sich 50 Leute prügeln geh ich nicht mehr dazwischen. Das ist nur dumm. Aber jeder ist doch in der Lage, einzuschätzen, ob ein Einschreiten sinnvoll oder gefährlich ist. Es wird nicht erwartet sich selbst in Gefahr zu bringen. L.G.

bei der heutigen brutalität tut jeder, der sein lebenslicht nicht selbst ausgeblasen bekommen will, gut dran, nicht selbst dazwischen zu gehen.
feige?
mitnichten!
was nutzt es dem angegriffenen, wenn mich die täter auch noch krankenhausreif prügeln? mal eben gar nix!
also, wenn keine möglichkeit zum hilfe rufen (polizei, notrufknopf, etc.) vorhanden ist und mehrere hochgradig gewalttätige schläger auf einen losgehen, dann - sorry, aber ist so - tue ich alles, um nicht selbst die fresse dick zu bekommen!

@DrLove..so sieht es aus...habe auch mal in einer schlimmen gegend gewohnt ist 16 jahre her...wenn es da ärger gab und man(n) prügelte sich und einer ging zu boden war die sache erledigt...wenn ich sehe wie zwei feiglinge aus dem hinterhalt auf einen wehrlosen mann einprügeln (diese prutalität) der auf dem BODEN liegt weiß ich nicht ob ich dazwischen gegangen währe...früher mit sicherheit dicke lippe gut is...aber heute muß ich angst um leib und leben haben...und ich habe familie die mich noch braucht...schade das es so ist...leider...
Bedburdyck am 7. Januar 2008 02:56 ...und von unserem Staat kannst du in so einem Fall keinerlei Hilfe erwarten.
Alle Fürsorge des Staates gilt den Tätern, nicht den Opfern!
sender am 7. Januar 2008 03:00 Weißer Ring...

Ich würde dazwischengehen, ich bin schon einige Male in solche Situationen gewesen und habe immer versucht zu helfen. Entweder indem ich selber eingeschritten bin, oder wenn nicht anders möglich, indem ich Hilfe geholt hab.. Nur einmal habe ich mich Schwach und Hilflos gefühlt, als ich plötzlich inmitten einer Massenschlägerrei in der Disko wo ich arbeitete stand, zwischen dem Sicherheitspersonal und etwa 50 Gästen. Uns selbst da hab ich mich noch gewehrt und einem der Schläger mit der Getränkekiste in meiner Hand eins in die Seite gegeben. Feige wechschauen um bloss keinen Ärger zu bekommen!!! Nein, das kann ich nicht. Ich könnte mir nie verzeihen, wenn jemd Stirbt oder schwer verletzt wird, nur weil ich Angst hatte, vor eventuellen rechtlichen Folgen. Wenn mein eigenes Leben bedroht ist versuche ich anders zu Helfen (polizei, etc) aber nicht helfen? Nein niemals!!!! Ich könnte mir selber nicht mehr in die Augen sehen!

Weil sie Angst haben, selber eins auf die Rübe zu kriegen...
Brynhild am 7. Januar 2008 01:04 Ist das denn verwerflich? Angst haben ist doch in so einer Situation eher der gesunde Normalzustand wenn man nicht gerade Mr.Universum ist oder einen schwarzen Gürtel hat
Guiseppe1960 am 8. Januar 2008 06:48 Ich hab' ja nicht geschrieben, dass das verwerflich ist! War nur 'ne neutrale Zustandsbeschreibung...

Was soll man tun? Das Problem ist: Ist man unbewaffnet muss man selbst um seine Gesundheit fürchten. Ist man illegalerweise bewaffnet und gibt den Tätern was sie verdienen ist man selbst der Täter. Man kann also nicht unbeschadet aus der Situation herauskommen. In der Situation wäre ich mir selbst der nächste und würde stiften gehen und in der nächsten dunklen Ecke einen Notruf absetzen. Vorausgesetzt dass keine anderen Leute da wären die man mobilisieren könnte.
Zumindest hätte ich sofort die Polizei und Krankenwagen gerufen! Ein Handy hat doch heute fast jeder.
@Frohnatur: In München ist es nicht möglich mit einem Mobiltelefon in der U-Bahn oder deren Bahnhöfen zu telefonieren.
Wolli, man kann doch schnell den U-Bahnhof verlassen und dann telefonieren. Einen Weg gibt es immer.
ja das will ich hoffen! darum gings aber hier nicht.
Ich würde wohl nicht den Helden spielen und in Bruce Lee-Manier die Täter in die Flucht schlagen, aber zumindest würde ich Hilfe holenl
Tja @Montekarlo, da muss ich Dich leider enttäuschen. Ich sag's Dir ganz ehrlich, wäre ich in der U-Bahn dabei gewesen, hätte ich mit Sicherheit nicht direkt eingegriffen. Lieber eine Anklage wegen unterlassener Hilfeleistung als lebenslang gesundheitliche Schäden davon zu tragen.
Guter Kommentar. Respekt!