Frage von xxalia, 147

Warum glauben nur noch so wenige?

Wieso sagen Leute dass es peinlich ist zu glauben/beten/Gottesdienste besuchen???Einer meinte mal "Alle die an Gott glauben sind dumm und alle die nicht glauben sind gut". Als ich das gehört habe war ich 7J. (Heute 13j.) und ich kann es einfach nicht vergessen.

Es ist doch mega gut und man kann doch stolz drauf sein!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mondhexe, 73

Du scheinst Dich momentan sehr mit dem Glauben auseinander zu setzen und das ist doch gut.

Schließe bitte nicht von einer gehörten Bemerkung auf die Wahrheit.

Es gibt genauso viele Christen, die sagen würden: "Alle die nicht an Gott glauben sind dumm und alle die glauben sind gut."

Zum Glück ist der Glaube in diesem Lande insofern Privatsache, als dass jeder an das glauben darf, was ihm hilft.

Du hast insofern Recht, als dass man stolz darauf sein kann, wenn man zu seinem Glauben steht. Das kann man natürlich auch, wenn man dazu steht, nicht zu glauben.

Es ist immer gut zu dem zu stehen, was einem selbst wichtig ist. Außerdem bin ich ein großer Fan von Toleranz in Glaubensdingen. Jeder sollte beten dürfen zu wem er will, oder eben auch gar nicht beten. Weder das eine, noch das andere spricht für einen guten oder schlechten Menschen.

Schlecht ist ein Mensch meiner Meinung nach immer dann, wenn er andere nicht sein lässt, wie sie sind, wenn man versucht, die eigene Meinung für alle anderen gültig zu machen.

Kommentar von xxalia ,

RICHTIG! Danke für die Aussage.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Sorry für die Einmischung. Grundsätzlich teile ich deine Meinung, und ich begrüße es, sachliche und differenzierte Ansichten wie deine hier zu lesen.

Nur als Denkanstoß, ich glaube nicht, dass in der heutigen Auslebung des Christentums ebenso viele diese genannte These vertreten, wie Ungläubige dies tun. Was ich eher mitbekomme, ist die Einstellung, dass diese Menschen diesen Weg (in Form des Glaubens), von dem sie rein hypothetisch profitieren würden, noch nicht gefunden haben. Andere als dumm zu bezeichnen, zeichnet aber eine Diffamierung aus, die das exakte Gegenteil der christlichen Lebensweise darstellt. 

Im Atheismus, wo der Mensch seine eigene Leitfigur ist und lediglich das Gesetz ein weiteres Limit darstellt, steht es jedem frei, andere abzuwerten und sonstige Methoden à la Böhmermann anzuwenden. Größerer Freiraum schafft mehr Leute, die diesen ausnutzen, weshalb ich behaupte, dass solche spezifischen Aussagen in erster Linie von Ungläubigen stammen. Und (ohne jede Parteiergreifung) habe ich in sozialen Netzwerken ebenso genau diese Erfahrung gemacht. Die Einzigen, die vermehrt in dieser Hinsicht negativ auffallen, waren Muslime.

Kommentar von Mondhexe ,

Nun ja, so hat jeder seine Erfahrungen. Ich stehe z.B. sehr offen zu meinem heidnischen Glauben - der ja auch ein Glaube ist, obwohl das oft bezweifelt wird...;-)

Leider musste ich mich - gerade auch in diesem Forum - bezüglich dieser Tatsache schon sehr häufig von Christen beschimpfen lassen.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Ok? Die, die sich hier als Christen "geoutet" haben, sind mir hier eigentlich sehr positiv aufgefallen... Aber ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst. Ich werde hier auch nicht selten diffamiert.^^

Kommentar von drachenfreund ,

Ich kann Deine Ansichten nicht teilen. Als Atheist werde ich im Internet häufig verbal von Christen (vielfach Katholiken, Bibeltreue Freikirchler) angegriffen. Was in Foren passiert, in denen sich Gläubige unbeobachtet fühlen, möchte ich lieber nicht erwähnen.

Ob Böhmermann seine Aussagen ernst meinte oder bloß Satire war lasse ich mal dahingestellt, aber ich finde es schon beachtlich, dass Du Atheisten unterstellst, sie hätten "lediglich das Gesetz" als Limit. Menschen erlernen durch Schule/Eltern/Mitmenschen/Fernsehen/Literatur und durch eigene Erfahrungen, was für Andere schädigend wirken kann und setzen sich dadurch ihre Richtschnur. Ein Gläubiger macht auch nicht anderes, nur benutzt er dazu Bibel/Koran/etc.
Inwieweit die eigenen Moralvorstellungen gelebt werden ist dann wieder eine andere Sache.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Ok, was für Seiten und welche Zusammenhänge sind denn das, wo du so beleidigt wirst? Oder liegen dem entsprechende Kommentare gegen Gläubige zugrunde? Das Forum hier ist doch auch anonym, und jeder kann eine andere Identität einnehmen. Meine persönlichen Erfahrungen liegen dennoch in der anderen Richtung, ohne eine Partei schützen zu wollen. Von Christen gegen Atheisten habe ich bisher ca. 3 Kommentare in dieser Richtung gelesen. Anders herum schätzungsweise 100. Und damit meine ich meine nicht nur arrogante Kommentare, sondern gezielte Beleidigungen wie im Beispiel. 

Wie Böhmermann das meinte, war auch nicht meine Intention. Ich habe nur die wortwörtlichen Inhalte gemeint, die er aufgreift. Er war in dem Moment das naheliegendste Beispiel.

Nein, das solltest du nochmals lesen. Das Gesetz ist die einzige und höchste fremde Ebene, der sich ein atheistischer Mensch i.d.R. unterordnet. Wie ich aber bereits sagte, besitzt er zudem die eigene Moral als individuelle Richtlinie bzw Ebene der Unterordnung des Handeln, mit allen Faktoren, die diese herausbilden, wie Erziehung. Diese aber ist individuell und anpassbar und kann entsprechend viel Freiraum bieten, wenn ein Mensch nicht sehr disziplinär veranlagt ist, sondern eher tut, wonach ihm ist, oder wenn er entsprechend erzogen wurde bzw gar nicht.

Er kann diese folglich weit über der Richtlinie des Gesetzes implementieren. Als Folge dessen hat er nach seiner Denkweise und Logik keinen Grund, darauf zu verzichten, Menschen als dumm zu bezeichnen. Er kann seine Grenze kurz vor Begriffen mit Prostitution der Familie seines Gegenübers ansetzen, am Rande des straffreien Raums oder darüber hinaus. Er muss keineswegs, hat aber die Möglichkeit, seine Philosophie derart auszurichten. Und rein statistisch gesehen, nimmt dies eine nicht unwesentliche Gruppe wahr. Nicht alle, nicht zwangsläufig jemand Bestimmtes, sondern eine reale Menge. Dass eine ebenso reale Menge sich in dieser Hinsicht vorbildhaft verhält, ist selbstverständlich.

Die Bibel lehrt u.a. das höchste Gebot der Nächstenliebe. Wer sein Leben ernsthaft nach der christlichen Philosophie auslegt, legt -tendenziell- dementsprechende Umgangsformen und Denkweisen an den Tag. Und darauf habe ich die These aufgebaut, dass die Wahrscheinlichkeit solcher Kommentare in dieser Gruppe geringer ist und damit begründe ich die Erfahrungen, die ich gemacht habe. Unterstellungen sind nicht meine Intention. Inwiefern jemand wirklich im christlichen Sinne lebt, der solche Kommentare äußert, ist ohnehin infrage zu stellen. 

Mit freundlichen Grüßen 


PS: Sorry für das Ausfüllen deines Kommentarfelds, Mondhexe

Kommentar von drachenfreund ,

Bitte erspare Dir jegliche Unterstellungen. Wenn ich von Beleidigungen von Christen rede, rede ich von denjenigen, die auch von Christen ausgingen. Andere Quellen außer kath.net  (Artikel/Kommentare) und Pro-Medienmagazin (nur Kommentare) möchte ich hier nicht nennen. Entschuldige bitte, wenn ich hier auf meine Privatsphäre verweise.

Als Folge dessen hat er nach seiner Denkweise und Logik keinen Grund, darauf zu verzichten, Menschen als dumm zu bezeichnen.

Falsch, die oberste logische Regel findest Du in allen menschlichen Kulturen (auch jahrtausende vor Jesus), die sogenannte "goldene Regel" - „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ - Entsprechende Verse findet man ebenso in der Bibel.

Er kann seine Grenze kurz vor Begriffen mit Prostitution der Familie seines Gegenübers ansetzen, am Rande des straffreien Raums oder darüber hinaus.

Neben der goldenen Regel, Gesellschaftlichen Normen, Knigge, etc. gibt es ja noch das schlechte Gewissen, das man haben müsste, bevor man ein gewisse Grenze überschreitet. Aber so etwas habe Atheisten Deiner Meinung nach wohl nicht.

Du merkst wahrscheinlich gar nicht, wie verletzend solche Vorurteile sein können.

Er muss keineswegs, hat aber die Möglichkeit, seine Philosophie derart auszurichten.

Und ein Christ muss auch nicht zwangsweise alles in der Bibel befolgen. Oder er legt die Maßstäbe falsch aus; "Zahn um Zahn" gilt dann plötzlich nicht mehr im historischen Kontext, sondern wird wortwörtlich auf heute umgemünzt. Und schon hat man eine Ermessensgrundlage einen Abtreibungsarzt zu töten oder die Todesstrafe einzuführen.

Die Bibel lehrt u.a. das höchste Gebot der Nächstenliebe.

Es ist schön dass Du das so siehst. Denn vor einigen Jahrhunderten dachten Christen noch anders. Religionen wurden immer im Kontext ihrer jeweiligen Umgebung interpretiert, auch wenn Du es wahrscheinlich nicht wahrhaben möchtest.

Was Du hier machst ist den Christen einen Heiligenschein zu unterstellen, den sie gar nicht haben. Du behauptest einfach, dass Atheisten häufiger über die Strenge schlagen, obwohl Du dies durch lediglich subjektive Eindrücke nie statistisch belegen könntest.

Inwiefern jemand wirklich im christlichen Sinne lebt, der solche Kommentare äußert, ist ohnehin infrage zu stellen.

Die Argumentation - Christen, die nicht in Deinem Sinne Christen sind, das "christ sein" abzusprechen - kenne ich zu genüge. Aber damit verschließt Du nur die Augen vor Andersdenkenden in Deiner Peer-Group.

Jeder Mensch richtet seine Normen und Werte anhand der heutigen Gesellschaft aus. Desweiteren gibt es menschliche Empfindungen wie Mitgefühl (Empathie), die jedem innewohnen - Atheisten wie Theisten - die zur Nächstenliebe oder Hilfsbereitschaft dazu gehören.

https://www.youtube.com/watch?v=l7AWnfFRc7g&nohtml5=False

Kommentar von danhof ,

Jetzt geb ich auch noch meinen Senf dazu :-)

Die Argumentation - Christen, die nicht in Deinem Sinne Christen sind, das "christ sein" abzusprechen - kenne ich zu genüge. Aber damit verschließt Du nur die Augen vor Andersdenkenden in Deiner Peer-Group.

So einfach ist das aber auch wieder nicht.

Wenn ein Atheist Christen beschimpft, kann ich ja deshalb noch lange nicht sagen, Atheisten beschimpfen Christen.

Es ist also immer auch zu differenzieren zwischen dem einzelnen Menschen und seiner Gruppenzugehörigkeit.

Bestes Beispiel: Hitler. Es gibt Atheisten, die behaupten, Hitler war Christ. Daraus folge, Christentum ist Sch....

Das akzeptiere ich als Christ natürlich nicht. Nur weil er zu faul war, aus der Kirche auszutreten, ist er für mich noch lange kein Christ (er hat sich im Gegenteil auch sehr abfällig über den Glauben geäußert). Aber nur, weil er in "Mein Kampf" irgendwo mit den Worten "Ich wurde von Gott ausgewählt" zitiert wird, ist das für mich kein Christliches Bekenntnis. Im Gegenteil.

Aber was ein Christ sein will, der sollte sich auch entsprechend verhalten (Asche auf mein Haupt, ich schaff das auch bei weitem noch nicht immer). Und es gibt eben auch gewisse Grundlagen. Die Bibel als das Wort Gottes, das Geschenk Jesu, etc. Wer das nicht akzeptiert, sollte sich nicht Christ nennen.

Diese Unterscheidung muss erlaubt sein, weil wir sonst schnell bei der Sippenhaft sind. "Die Christen sagen" oder "Die Atheisten sagen"... das wäre sehr unfair. Und bei Kriegen, die angeblich von den bösen Religionsanhängern ausgingen, sollte man auch immer ganz genau hinschauen... handelt es sich um einen Krieg WEGEN der Religion, oder geht es nicht eher um Macht, Ressourcen und territoriale Ansprüche?

Ich persönlich freue mich immer, wenn ich mit Andersdenkenden gesittet diskutieren darf - Anonymität hin oder her. Erlebt habe ich aber schon gaaaanz andere Sachen. Bei FB gibt es beispielsweise eine Gruppe von Atheisten, die ausschließlich über Provokation, Herabwürdigung und Zensur arbeitet. Das hat mich Blutdruck und Nerven gekostet. So gesehen geht es hier viiiiel besser zu :-)

Kommentar von Mondhexe ,

So, ist ja schließlich meine Antwort gewesen, daher erlaube ich es mir jetzt auch noch einmal "reinzuquatschen"...;-) Zunächst mal freut es mich, hier von - meiner Meinung nach - intelligenten Menschen zu lesen.

Ist tatsächlich nett, mal eine Diskussion zu verfolgen, in der man sich auszudrücken weiß. Herzlichen Dank dafür.

Eine weitere Diskussion zu dem Thema möchte ich mit den beiden "Geboten" ergänzen, nach denen ich mich (gem. meiner heidnischen "Religion") schon seit über 30 Jahren richte und mit denen ich bislang gut gefahren bin - und zwar ganz ohne Gesetzestexte, ohne die Bibel, ohne den Koran und was immer man sonst noch als "moralische Instanz" zu benötigen braucht.

1. Tu was du willst und schade niemandem.

2. Alles was du aussendest, kehrt dreifach zu dir zurück.

In diesem Sinne allen Gläubigen und Ungläubigen einen schönen Abend.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

"Bitte erspare Dir jegliche Unterstellungen. Wenn ich von Beleidigungen von Christen rede, rede ich von denjenigen, die auch von Christen ausgingen. Andere Quellen außer kath.net  (Artikel/Kommentare) und Pro-Medienmagazin (nur Kommentare) möchte ich hier nicht nennen. Entschuldige bitte, wenn ich hier auf meine Privatsphäre verweise."

Wo unterstelle ich? Ich vermute, versuche, meine Thesen zu ergründen und nenne eigene Erfahrungen.

"Falsch, die oberste logische Regel findest Du in allen menschlichen Kulturen (auch jahrtausende vor Jesus), die sogenannte "goldene Regel" - „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ - Entsprechende Verse findet man ebenso in der Bibel."

Keineswegs falsch. Genau dies ist eine Regel, die der Mensch sich selbst stellen kann oder nicht. Sofern er nicht rechtswidrig handelt, braucht er sein Tun nicht nicht nach diesem Wert ausrichten, sondern kann gemäß Darwin sein persönliches Wohl in den (alleinigen) Vordergrund stellen. Inwiefern man sein Sozialleben auslebt, kann der Mensch handhaben, wie er will. Und das nehmen Menschen wahr. Wie die, die Kleidung ausschließlich aus Bangladesh kaufen, weil Fairtrade ihrem Geldbeutel und somit ihrem eigenen Wohlergehen in einem Maße schadet, dass sie weder hinnehmen wollen noch müssen. Wo für mich die Grenze liegt, kann ich über das Gesetz hinaus festlegen, wo ich will. Eine Vorgabe habe ich nicht. 

"

Neben der goldenen Regel, Gesellschaftlichen Normen, Knigge, etc. gibt es ja noch das schlechte Gewissen, das man haben müsste, bevor man ein gewisse Grenze überschreitet. Aber so etwas habe Atheisten Deiner Meinung nach wohl nicht.
"

Das ist die erste Unterstellung, die ich in diesem Zusammenhang lese. Wenn du mir schon sagst, dies zu unterlassen, dann halte dich bitte ebenso daran. Eben das habe ich mehrfach beneint. Ich sagte, als Atheist, der seine individuelle Moral über das Gesetz hinaus selbst gestalten kann, hat die -Möglichkeit-, dieser oberhalb von Knigge, gesellschaftlicher Normen etc. anzusiedeln. Es besteht kein Zwang, diese in die eigene Wertevorstellung zu integrieren. Und wenn diese oberhalb von Knigge liegt, brauche ich aus philosophischer Logik kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich gegen den Knigge verstoße, aber nicht gegen meine Prinzipien. 

Menschen, die allein für ökonomische Zwecke massive Genmanipulation an Lebewesen betreiben, haben auch kein schlechtes Gewissen, wenn dies unterhalb ihrer Prinzipien geschieht. Und ich vermute, dass diese dem Prinzip "Tu niemandem an, was du nicht angetan haben willst" leicht widerspricht, was zeigt, dass sich keineswegs jeder diese goldene Regel zu eigen machen muss. Er kann, muss aber nicht. Und da er nicht muss, folgt als simple mathematisch logische Folge, dass eine reale Menge auch diese Seite wahrnimmt. Und da das erste Mal scheinbar noch nicht deutlich genug war, nein, nicht alle. Sondern eine statistisch reale Menge. 

"Und ein Christ muss auch nicht zwangsweise alles in der Bibel befolgen. Oder er legt die Maßstäbe falsch aus; "Zahn um Zahn" gilt dann plötzlich nicht mehr im historischen Kontext, sondern wird wortwörtlich auf heute umgemünzt. Und schon hat man eine Ermessensgrundlage einen Abtreibungsarzt zu töten oder die Todesstrafe einzuführen."

Auch darauf bin ich bereits eingegangen. Natürlich muss er nicht. Aber wer sein Leben ernsthaft auf christliche Werte ausrichtet, orientiert sich in einem Maß x an diesem Wert. Und je ernster er es mit seinem Glauben meint, desto weiter wird sich sein Verhalten diesem annähern. Und auch dass sich diese Tendenz bei entsprechender Anzahl sichtbar wiederspiegelt, ist rein logische Folge. Ob jemand, der bewusst und regelmäßig Gebote wie das der Nächstenliebe mit Füßen tritt, als Christ zu bezeichnen ist, stelle ich infrage. Wie genau er welche Bibelstellen interpretieren kann oder sollte, um einen Profit für alle zu maximieren, versucht die Kirche zu lehren. Und auch dort gilt es, aufmerksam zu sein, mitzudenken und nicht allein einer (irdischen) Person oder Gruppe zu folgen.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Es ist schön dass Du das so siehst. Denn vor einigen Jahrhunderten dachten Christen noch anders. Religionen wurden immer im Kontext ihrer jeweiligen Umgebung interpretiert, auch wenn Du es wahrscheinlich nicht wahrhaben möchtest.

Solche abwertenden Andeutungen wie "auch wenn Du es wahrscheinlich nicht wahrhaben möchtest." sind es, mit denen die ich dank meines Lebensweges abschließe. Was genau möchtest du damit erreichen, mich zu devaluieren? Aus Strukturgründen gehe ich auf den historischen Kontext nicht länger ein. Ich fokussiere die heutige Auslebung des Christentums und behaupte dennoch, dass das Gebot der Nächstenliebe relativ wenig Platz für Interpretation im historischen Kontext lässt. Ich habe die Schrift und Lektüre sowie diverse andere Quellen in einem für mich ausreichenden Maße studiert, um eine soziale, politische und philosophische Haltung einzunehmen, die weitgehend unabhängig von der aktuellen Situation funktioniert. Daher kann ich mir manche Berichte der Nachrichten auch längst nicht mehr antun. Weiter schneide ich die Thematik nicht an, auch weil meine Aussagen ignoriert zu werden scheinen, und ich wiederhole mich ungern.

"Was Du hier machst ist den Christen einen Heiligenschein zu unterstellen, den sie gar nicht haben. Du behauptest einfach, dass Atheisten häufiger über die Strenge schlagen, obwohl Du dies durch lediglich subjektive Eindrücke nie statistisch belegen könntest."

Die nächste Unterstellung. Nein. Ich sagte zu keinem Zeitpunkt, dass meine Erfahrung statistisch zu beweisen wäre, sondern habe selbst Ansätze für meine Ergründung entwickelt. Alle diese Behauptungen habe ich in dem vorangegangenen Kommentar thematisiert. Nein, Christen haben keinen Heiligenschein, sondern eine fixierte Richtlinie, die in einem Maß x Einfluss auf ihre moralische Haltung nehmen kann, was sie statistisch auch in einer realen Menge tut. Und je nach dem Maße, in dem ich dies auslebe, nähere ich mich den Richtlinien an. Simple Logik, kein Heiligenschein. Ein fest christlich ausgelegter Lebensstil fixiert das Verhalten als ein eine Überzeugung, die lediglich aussagt, dass ich nicht glaube. Woran ich mich darüber hinaus ethisch orientiere, ist im Atheismus nicht festgelegt. Wenn die Anzahl der "Richtlinien" steigt, wird der Rahmen der Möglichkeiten verengt. Reine Logik.

Als Atheist kann ich meine moralische Richtlinie auf jeder Quelle aufbauen, die ich für richtig erachte. Ich habe mehr Spielraum als in einem streng christlichen und biblisch ausgelegten Leben, der auch weit über die goldene Regel oder Knigge hinausgehen kann, wenn ich das für mich als zielführend ansehe. Das kann ich völlig eigenständig bestimmen, solange ich mich im straffreien Raum aufhalte oder mich niemand findet, wenn nicht. Und die rein statistische Folge ist, dass eine reale Menge, und (3. Mal) -nicht- alle, den Spielraum wahrnimmt. Freiraum zieht Leute an, die diesen nutzen. Die eine Partei tendiert in die eine Richtung, hier die der Gebote, die andere in Richtung eines freier wählbaren Lebensweges, ohne gegen Prinzipien der Überzeugung zu verstoßen. Und anhand des Vergleichs des daraus resultierenden Erwartungswerts habe ich  meine Erfahrung ergründet. Mehr nicht. 

Wenn du dort immer noch lediglich herausliest, ich würde Parteien pauschalisieren, tu das. 

"Die Argumentation - Christen, die nicht in Deinem Sinne Christen sind, das "christ sein" abzusprechen - kenne ich zu genüge. Aber damit verschließt Du nur die Augen vor Andersdenkenden in Deiner Peer-Group."

Damit ist dieser Kommentar als letzter besiegelt. "Leute wie dich kenne ich... Du verschließt die Augen vor den anderen". Der, der mit Unterstellungen um sich wirft, bist du. Wo sagte ich, in -meinem- Sinne? Wenn jemand guten Gewissens eindeutig gegen Gebote, darunter das Höchste, verstößt, ist es nicht in meinem Sinne, sondern offensichtliche Tatsache, die ebenso im Sinne der Kirche ist. Dann die These aufzustellen, dass ein solches Verhalten destruktiv für eine christliche Lebensweise ist, hat mit Augen-Verschließen nichts zu tun. Man braucht nur das Eine mit dem Anderen zu vergleichen. Beleidigungen als Anlass für kritische Auseinandersetzungen zu nehmen, ist das Gegenteil von Naivität, es ist die Grundlage des Individualisierungsprozesses. 

Sicher. Der Rahmen der Empathie, die im Christentum ausgelebt werden sollte, ist allerdings weitgehend festgelegt. Wie ich die Empathie als Atheist auslebe oder ob ich mir diese durch einen egozentrischen Lebensstil Teil abgewöhnen möchte (was möglich ist), kann ich als Atheist völlig eigenständig entscheiden. Natürlich leben viele diese so aus, wie man es sich wünscht. Aber wer sich erlauben will, einen Schritt weiter zu gehen, weil seine Moral dies zulässt, kann dies ebenso tun. Und genau das tun manche, für die zB. Diffamierungen im Rahmen des Annehmbaren sind.

Aufgrund des Verlaufs der Diskussion bin ich raus aus dem Thread. Nochmals sorry an den Verfasser der Antwort, aber wer mich adressiert, dem gebe ich auch Rückmeldung. 

MfG

Antwort
von drachenfreund, 52

Ich weiß nicht inwieweit Du Dich mit den vielen Religionen auseinandergesetzt hast, welch heute existieren und früher einmal existierten. Für mich zeigt es wie menschengemacht die Vorstellungen des Glaubens und der Götter sind.

Für Konfessionslose oder einen Nicht-Christ (aber Kirchenmitglied) kann es peinlich sein, zu einem Gott zu beten, an den man nicht mehr so recht glauben mag. Glaube kann dann auf jemanden "kindisch" wirken.

Jeder soll an das glauben. was er möchte, aber es ist schon komisch, wenn Dein Nachbar erst Witze über die Religion macht um bei der anschließenden Beerdigung brav das "Vater unser" aufzusagen wie jedermann in der Runde.

Antwort
von illerchillerYT, 57

Man sollte aber nicht stolz drauf sein, an Gott zu glauben. Man sollte es wertschätzen, jemanden zu haben, der dir IMMER aus der Patsche hilft, egal wie du aussiehst oder wie du bist.

Du deiner Frage: ich denke, dass nur wenige an Gott glauben, weil 1. die Eltern zu wenig Erfahrungen mit Gott mit den Kindern teilen und 2. weil die Kinder hier noch nie (!) schlechte Zeiten (es gibt immer Ausnahmen!) durchzustehen hatten.

Ich hoffe, dass Gott mal den Leuten die Augen öffnet und ihnen den rechten Weg zeigt.
LG

Antwort
von stine2412, 19

xxalia, wenn du regelmäßig in der Kirche bist, hast du sicherlich schon von dem Propheten Elia gehört, der glaubte, der einzig Übriggebliebene zu sein - und deshalb wollte er auch sterben. (1.Könige 19:9, 10)Da bekommt er von Gott Hilfe und sieht  dass noch 7000 andere in Israel ihre Knie nicht vor dem Götzen Baal gebeugt haben.(1. Kö.19:18) Alle anderen taten es.

So ist es auch heute - sie nennen ihn nicht Baal, sondern ihre Götter heißen anders: Materialismus, Egoismus, Macht, ein voller Bauch, Alkohol, Fußballgötter, Pop-Ikonen, vergötterte Schauspieler, Partys.............usw., usw.!

Lies diesen Bibelbericht und vielleicht fühlst du dich dann auch getröstet - so wie Elia. In diesem Bibelbericht wirst du auch etwas über die böse Königin Isebel lesen. Aber Stolz kann auch zum Götzen werden - sei lieber dankbar, dass dir der Glaube an Gott und seinen Sohn, Jesus Christus, nähergebracht wird.

Antwort
von quopiam, 14

Alle, die ein pauschales Urteil aus der Tasche ziehen, sind dumm. Alle, die das nicht tun, sind gut. - Wie wäre es damit?

Es gibt keine gut/schlecht-Malerei in Sachen Glauben oder Religion. Jeder findet durch seine persönlichen Erfahrungen seinen persönlichen Weg. Es gibt Gläubige, die dumm oder brutal oder hochnäsig sind. Es gibt Gläubige, die freundlich, schlau oder liebevoll sind. Und das gleiche gilt für Menschen, die von sich sagen, daß sie keinen Glauben praktizieren und das auch nicht wollen. 

Es ist auch nicht peinlich, seinen Glauben zu praktizieren. Peinlich ist, wenn man sich ein Urteil bildet, ohne sich wenigstens ein bißchen schlau zu machen in der Sache. Peinlich ist es, wenn man dümmliche Urteile abgibt und das vielleicht noch in der Absicht, jemanden zu kränken. Damit offenbart man eigentlich nur seine eigene Charakterschwäche.

Mach Dir nichts draus. Beschäftige Dich mit den Themen, mit denen Du Dich beschäftigen willst. Praktiziere das, wofür Du Dich entschieden hast, was immer es ist. Denke an diese Bemerkung nur noch, weil Du daraus gelernt hast, wie man es NICHT macht. Alles Gute, q.

Antwort
von Whitekliffs, 21

Hallo xxalia

toll dass du dir darüber Gedanken machst.

Ich bin Christ, aber ich kann jetzt nicht sagen, dass ich stolz bin, Christ zu sein.

Ich bin dankbar, froh, glücklich darüber, dass ich Christ sein darf. Denn es ist Gnade und Gnade bedeutet 'unverdientes Geschenk'.

Lies einmal im Neuen Testament 1.Korinther 1, ab Vers 18

http://bibelserver.com/text/NLB/1.Korinther1

Ich wünsche dir Gottes Segen

Antwort
von Nico1993Berlin, 46

Ich glaube insgeheim glauben mehr als alle denken sagen es aber nicht.
Ich glaube zu 100%, bin schwul und deshalb auch eher nicht in Kirchen.
Ich finde es einfach sehr schade dass die meisten Kirchen viel verdrehen.

So auch mit Homosexualität ect.

Deshalb besuche ich auch eher keine Kirche aber ich bin sehr gläubisch, und bin mir sicher dass Gott will dass wir alle glücklich sind...egal oder homosexuell oder nicht.

Kirchen sind mir nicht ganz geheuer was die Richtigkeit angeht.

Antwort
von ShadowHow, 39

Ich denke kaum, dass Gott möchte, dass man an ihn glaubt um stolz zu sein und sich als etwas besseres zu fühlen.

Kommentar von xxalia ,

nein ich meine jeder kann stolz auf seine Religion/Glauben sein.

Kommentar von ShadowHow ,

Und auch die Atheisten sind stolz auf ihren "Unglauben" und sehen keinen Grund, sich bekehren zu lassen.

Antwort
von lafondationlune, 43

Wenn du dich selbst gläubig hast du dich in unserer heutigen Gesellschaft öffentlich zum Dummkopft gestempel.

Und früher war es genau umgekehrt. Menschen haben in den meisten Fällen keine eigene Meinung sondern nur ein Selbstwertgefühl.

Sie glauben an nichts und das verleiht ihnen ein gefühl besonders klug zu sein. Gleichzeitig riskieren sie damit nicht öffentlich verspottet oder schief angesehn zu werden.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung sagt dir einfach du hast im Moment mehr davon Ungläubig zu sein.

Antwort
von Dovahkiin11, 49

Das ist kein Grund, stolz zu sein, es bedeutet aber auch keineswegs, dass man geistlich mehr begrenzt wäre als andere. Es ist ein Lebensweg, von dem viele profitieren und den andere als für sich ungeeignet ansehen.

Durch die zunehmende Konfrontation mit Wissenschaft auf dem Gebiet der individuellen Existenz eröffnet sich diese als plausible Alternative für umso mehr Menschen. Zudem geht der heutige Lebensstil, insbesondere in Europa und Amerika, immer stärker mit der atheistischen Lebensweise einher. Welchen der Wege man geht, ist eine individuelle Entscheidung, und keine gehört jemandem madig geredet, nur weil man eine andere Überzeugung hat. In dieser Hinsicht erscheint es mir, als würde die Bevölkerung sich zurück entwickeln.

Die, die solche Besuche als peinlich ansehen, sind meiner Erfahrung nach meist Kinder, die sich dafür zu cool sind. Wenn man älter wird, erkennt man zumeist, dass man sich nicht dafür zu schämen braucht, dass man sich philosophisch orientiert, seine Identität herausbildet und seinen Lebensweg verfolgt.

Antwort
von InternetJunge, 45

Das kann jeder sehen wie er will.

Antwort
von nowka20, 1

das liegt am gestiegenen selbstbewußtsein der menschen

Antwort
von NenntMichYeezy, 50

Ich glaube da ist jeder sich selbst überlassen. Ich persönlich (15) habe noch nie eine Kirche betreten und habe es auch nicht vor. Aber das ist ne Einstellungssache, und wird auch von der Erziehung der Eltern beeinflusst.

LG NenntMichYeezy

Antwort
von Andrastor, 20

Glaube ist wie ein Penis.

Es ist gut einen zu haben, man kann auch stolz darauf sein einen zu haben. Aber man packt ihn nicht in der Öffentlichkeit aus, klatscht ihn anderen ins Gesicht und schon gar nicht stopft man ihn kleinen Kindern in den Rachen.

Das nur so nebenbei als Denkanstoß.

Du sagst man kann stolz auf seinen Glauben sein? Klingt äußerst kindisch, wenn du mich fragst.

Wenn jemand an den Weihnachtsmann glaubt und stolz darauf ist, würdest du diese Person dann noch ernst nehmen?

Oder wenn jemand voller Überzeugung glaubt mit unsichtbaren, nicht nachweisbaren Aliens zu sprechen, die ihm Wünsche erfüllen können, würdest du diese Person für klug oder eher für dumm halten?

Wenn jemand glaubt die Welt sei von einer Ziege erschaffen worden als sie niesen musste, würdest du auch noch die Meinung vertreten das wäre etwas worauf man Stolz sein kann?

Genauso lächerlich klingt dein Glaube in den Ohren jener die nicht daran glauben und genauso wenig wie die Leute in den oben beschriebenen Beispielen beweisen können, dass das woran sie glauben real ist, kannst du beweisen dass das woran du glaubst real ist.

Warum sollte man sich deinem Glauben also anschließen oder verstehen dass du Stolz darauf sein willst?

Antwort
von Ranzino, 34

Nun ja, Gläubige hinterfragen selten ihren Glauben.

Kommentar von illerchillerYT ,

falsch

Kommentar von xxalia ,

falsch

Antwort
von sawwasm, 39

Ich bin Atheistin und ich kann sagen, dass es nicht stimmt. Ich habe auch oft gehört, wie man negativ über ungläubige geredet hat. Das kann man nicht so verallgemeinern. Man ist weder dumm o.ä wenn man betet, zum Gottesdienst geht oder sonst was. Jedem Seins!

Kommentar von xxalia ,

seh ich gleich. nur der Junge der das sagte ist ungläubig (nicht schlimm) aber sagt damit ja das Gläubige dumm sind..

Antwort
von Kodringer, 49

Es bringt nichts darüber zu diskutieren, da die Leute hier sowieso zu verfahren in ihrer Meinung sind.

Kommentar von quopiam ,

So wie Du, ja? *lach* q.

Kommentar von Kodringer ,

Ich diskutiere, wenn man mir vernünftige Argumente nennt.

Antwort
von Halloweenmonster, 34

Es denkt eben jeder anders darüber.

Wer glaubt, glaubt. Wer nicht, nicht.

Stolz kann entweder jeder oder niemand sein.

Und dumm ist beides nicht.

Kommentar von xxalia ,

aber der Satz ist doch trotzdem bisschen bescheuert...

Kommentar von Halloweenmonster ,

genau das sagte ich gerade.

Kommentar von xxalia ,

du sagtest das neides nicht dumm ist (stimmt) aber der Junge hat Gläubige als "dumm" dargestellt. Das finde ich bescheuert, aber deine Meinung.

Kommentar von Halloweenmonster ,

ich meine damit das nicht glauben nicht dumm ist. ich habe nie behauptet dass zu sagen das Gläubige dumm sind, irgendwie okay wäre.

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