Frage von Moltik, 226

Warum glauben Menschen noch an Gott/Götter?

Mich stört ein Gottesglaube nicht, aber wieso glauben manche Menschen immer noch daran, obwohl die Wissenschaft die Entstehung des Menschen viel genauer, präziser und logischer erklärt?

Antwort
von Franz1957, 51

Die Menschen tun das immer noch und obwohl, weil sie halt nicht nach dem simplen Schema von Reiz und Reaktion funktionieren, das B. F. Skinner 1938 in seinem Buch "The Behavior of Organisms" dargestellt hat, und an dessen Anwendbarkeit die behavioristischen Verhaltenstheoretiker glauben.

Versuchstiere reagieren auf dargebotene Reize (Futter, Belohnung, Bestrafung) nicht zuverlässig so, wie ein Behaviorist denkt, daß sie es müßten. K. und M. Breland erklärten dies in 1961 ihrem Artikel mit dem Titel "The Misbehavior of Organisms".

Menschen reagieren ebensowenig wie Versuchstiere immer folgsam auf die ihnen dargebotenen Belohnungen, Bestrafungen oder Lerneinheiten. Schon als Schulkinder schalten sie ab, sobald der Stoff sie langweilt. Und was "die Wissenschaft" zu erklären hat, interessiert sie nicht unbedingt mehr als was die Zeugen Jehovas ihnen an der Haustür erklären wollen. Ihre Aufmerksamkeit ist eine knappe, teure Ressource und sie von etwas zu überzeugen, kann ein mühsames Geschäft sein. Ich finde das gut und sorge mich eher um die Fälle, in denen es so leicht gelingt, sie hinter irgendwelche Popstars und Führer zu scharen.

Antwort
von Gilbert56, 73

Das hat mit dem Aufbau unseres Gehirnis, mit Psychologie zu tun. Es gibt umfangesiche Forschungen, warum Menschen, und zwar sehr viele und welteit, wissenschaftliche Beweise nicht akzeptieren können und glauben wollen, was sie glauben wollen. Es hat viele Vorteile für das Inddividuum, sich die Welt mit Gott zurechtudenken, wie man es haben will. Es ist auch eine soziale Sache, Gruppenbildung. Daher bekämpfen sich z. B. verschiedene islamische Glaubensgruppen aus völlig irrationalen Gründen.

Antwort
von nowka20, 18

---Mit dem Paradiesrausschmiss ist dann eingetreten, mit Bezug auf die moralische Gesamtauffassung des Menschen, daß er sich als sündig fühlte, während er unfähig gewesen wäre, in die Sünde zu verfallen, wenn er im Paradies geblieben wäre, in dem Stande des instinktiven Geführtwerdens durch göttlich-geistige Mächte.
---Während er da unfähig zu sündigen war, also sündlos geblieben wäre wie ein bloßes Naturgeschöpf, ist er fähig geworden zu sündigen durch dieses Selbständigwerden gegenüber den göttlich-geistigen Mächten.
---Und es trat dann in der Menschheit dieses Sündenbewußtsein auf: Ich als Mensch bin nur dann nicht sündig, wenn ich meinen Weg wiederum zurückfinde zu den göttlich-geistigen Mächten. Was ich durch mich selber beschließe, das ist als solches sündhaft, und ich kann nur die Sündlosigkeit erringen dadurch, daß ich den Weg zu den göttlich-geistigen Mächten wiederum zurückfinde.
---Und dazu benötige ich unbedingt die Religion, damit mich diese auf meinem Weg stützen kann.

Antwort
von claushilbig, 47

"Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt" sagt schon Shakespeare.

Inzwischen hat sich die Schulweisheit zwar um das Hundert- oder Tausendfache (oder auch noch viel mehr) vergrößert, eine endgültige wissenschaftliche Erklärung für alles gibt es aber immer noch nicht, es gibt also immer noch Raum für Gott (und ich persönlich glaube, obwohl ich durchaus eher wissenschaftlich als religiös orientiert bin, eine endgültige wissenschaftliche Erklärung für alles wird es niemals geben.)

Und Religion dient ja nicht vor allem dazu, zu erklären, wie der Mensch (oder die Welt oder sonst was) entstanden ist - dazu sollte Religion eigentlich gar nichts sagen, und zumindest die "offizielle" christliche Kirche hat inzwischen begriffen, dass entsprechende Bibelstellen symbolisch zu verstehen sind -, sondern Grundlagen dafür zu geben, wie er sich verhalten sollte - dazu kann und will Naturwissenschaft keinerlei Aussage machen.

Kommentar von claushilbig ,

Oder kurz gesagt:

Die Frage nach dem Sinn des Lebens, die sich viele Menschen stellen, kann und will Wissenschaft nicht beantworten, Religion aber wohl.

Kommentar von Chiron78 ,

Der Sinn meines Lebens wäre dann welcher? 

Als ich das mal einem Pfarrer fragte (arbeite ehrenamtlich bei der Tafel)... sagte er nur, zu dieser Erkenntnis musst du selbst gelangen denn diese Antwort findest du nur in Dir drinne -- ja war klar das so ein Spruch kommt.. 

aber wenigstens könnte die Religion mir einen (von vielen) Wegen zeigen, wie ich zu dieser Erkenntnis gelangen kann

ps: übrigens maßt sich die Wissenschaft auch garnicht an, jemanden irgendwas irgendwie Vorzuschreiben wie er zu leben hat.

Kommentar von claushilbig ,

Der Sinn meines Lebens wäre dann welcher? 

Das kann ich Dir genau so wenig beantworten wie Dein Pfarrer, das muss tatsächlich jeder für sich selbst erkennen - die Religionen können da Wegweiser sein. (Eine "vollständige Antwort" würden sie aber nur liefern, wenn man einem unreflektierten "naiven Kinderglauben" anhängt, was m. E. aber nicht "der Sinn der Sache" ist - aber das wäre eine andere Diskussion ...)

ps: übrigens maßt sich die Wissenschaft auch garnicht an, jemanden irgendwas irgendwie Vorzuschreiben wie er zu leben hat.

Ich habe ja selbst geschrieben: "... dazu kann und will Naturwissenschaft keinerlei Aussage machen."

Antwort
von comhb3mpqy, 76

 Nur da der Mensch der Meinung ist erklären zu können, wie die Welt entstanden ist, heißt das nicht, dass es Gott nicht gibt. Ich finde, dass diese Welt z. B. von ihrer Position im Sonnensystem und von ihrem Aufbau (Atmosphäre) gut durchdacht ist. Ich glaube, dass die Welt geplant wurde, ich glaube nicht, dass die Erde "einfach so" entstanden ist.

Man kann sich mit Naturwissenschaften beschäftigen und gläubig sein. Sie können ja mal nach Meinungen der Kirche suchen, was diese zu Naturwissenschaft und Glaube sagt.

Hier noch weitere Gründe, um an Gott zu glauben:

Auch in der heutigen Zeit passieren Wunder, die von Ärzten untersucht
werden. Wenn es keine wissenschaftliche Erklärung gibt, warum ein
Mensch gesund wurde, dann ist ein Schritt getan, damit das Wunder auch
bestätigt wird. Die Ärzte, die das untersuchen wissen nicht immer, dass
ihre Untersuchungen für die Kirche sind. Es kann sein, dass ein Wunder
passiert sein muss, damit ein Mensch von der katholischen Kirche heilig
gesprochen werden kann.

Zum Leben nach dem Tod: es gibt Gründe, um an ein Leben nach dem Tod
zu glauben. Wenn Sie einige Gründe wissen möchten, dann können Sie im
Internet z. B. nach "Wissenschaftler Nahtoderfahrung Buch" oder "Mädchen begegnet Jesus" suchen (ohne Anführungszeichen).

Kommentar von Moltik ,

Die Erde ist nicht "perfekt" für den Menschen angepasst, der Mensch hat sich (Biologisch) an die Erde angepasst. 

Kommentar von Ryuuk ,

Nur da der Mensch der Meinung ist erklären zu können, wie die Welt entstanden ist, heißt das nicht, dass es Gott nicht gibt.

Kannst du beweisen, das dein Gott existiert?

Ich finde, dass diese Welt z. B. von ihrer Position im Sonnensystem und von ihrem Aufbau (Atmosphäre) gut durchdacht ist. Ich glaube, dass die Welt geplant wurde, ich glaube nicht, dass die Erde "einfach so" entstanden ist.
Du kannst glauben was du willst, das macht es nicht wahr.

Und du verwechselst Ursache und Wirkung.

Wenn es keine wissenschaftliche Erklärung gibt, warum ein
Mensch gesund wurde, dann ist ein Schritt getan, damit das Wunder auch bestätigt wird.


Das Menschen gesund werden passiert ständig.

Kannst du mir irgendjemanden nennen, dem auf einmal fehlende Gliedmaßen oder Organe nachgewachsen sind?

Zum Leben nach dem Tod: es gibt Gründe, um an ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Ja, man nennt es verzweifeltes Wunschdenken.

Kommentar von claushilbig ,

Kannst du beweisen, das dein Gott existiert?

Nein, kann er sicherlich nicht, zumindest nicht so, dass es für einen Wissenschaftler als Beweis zählen würde.

Dennoch ist die Aussage

Nur da der Mensch der Meinung ist erklären zu können, wie die Welt entstanden ist, heißt das nicht, dass es Gott nicht gibt.

vollkommen korrekt - denn die Wissenschaft hat es weder jemals versucht, noch kann sie überhaupt beweisen, dass Gott nicht existiert.

Die Wissenschaft belegt zwar, dass unsere Welt auch ohne die Existenz Gottes entstehen konnte und funktioniert, dass Gott also nicht nötig ist - das ist aber (gerade nach rein logischem und wissenschaftlichem Denken) eben kein Nachweis, dass es keinen Gott gibt.

Kommentar von Chiron78 ,

das ist aber (gerade nach rein logischem und wissenschaftlichem Denken) eben kein Nachweis, dass es keinen Gott gibt.
Es gibt aber auch kein Nachweis, das es einen Gott gibt - ja ich weiß lies die Bibel, in der steht das Gott sich öfters gezeigt hat, in Form von Worten und taten.

Aber eben da steckt doch der Wurm drinne, wann hat Gott das letzte Mal Einfluss auf die Menschheit und der Erde genommen?

Also im 2ten WK jawohl nicht als SEIN Volk beinahe ausgelöscht wurde... schien ihn wohl relativ egal zusein... 

oder war er womoglich in einer andren Dimension, so das er es nicht mitkriegte, wenn so is... wie kann es sein wenn er doch allmächtig und allwissend ist?

Wo war er als Oppenheimer die Atombombe baute? wusste gott nicht was diese erkenntnis mit sich führen würde?

Wo war Gott während der Sklaverei? Warum hat er da nicht seine Gläubigen beschützt, so wie er es laut Bibel schon immer tat.

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Wird Gott mich nach dem Tod verdammen? Wenn ja warum? Nur weil ich nach Antworten suche... Gerechter Gott könnte ja auch anders handeln.

Antwort
von MindShift, 57

Ich denke, es liegt zum Teil auch daran, dass religiöse Menschen mit der Religion aufwachsen: regelmäßig beten, Religionsunterricht in der Schule und und und.

Kommentar von comhb3mpqy ,

ich habe auch Religionsunterricht in der Schule und glaubte schon als ich noch kleiner war an Gott, aber ich habe mittlerweile auch Argumente, um an Gott zu glauben. Einige Argumente habe ich auf diese Frage als Antwort gegeben. Die können Sie lesen, wenn es Sie interessiert. Ich habe auch Sachen erlebt, die meinen Glauben gestärkt haben.

Antwort
von quopiam, 62

Ich glaube nicht an Gott, weil die Wissenschaft ihn beweisen könnte oder weil ich die Wissenschaft ignoriere. Ich glaube an Gott, weil ich es will. Weil die Lehre, die ich praktiziere (das Christentum) mit meiner inneren Wahrheit übereinstimmt, weil ich eine personale Beziehung zum Gott dieser Lehre spüre und weil es meinem Leben weiten Raum und Sinn verschafft, der den weit übersteigt, den ich mir selbst geben könnte.

Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Den Menschen aus Lehm und was weiß ich hervorzubringen, ist für einen allmächtigen Gott kein Problem. Ein bißchen Zauberei - fertig. Aber die ungeheure Komplexität der Entwicklung der Arten, die dann zum Menschen geführt hat, ist ein wirkliches Wunder. Was wir von der Evolution bisher erkannt haben, nötigt mir immer wieder Staunen und Bewunderung ab und läßt mich um so mehr einen Geist vermuten, der es wollte und der es vollkommen durchschaut. 

Wer es anders betrachten möchte, kann das ja tun. Gruß, q.

Antwort
von landregen, 71

Zum einen waren die Menschen vor 500 Jahren bereits genau so intelligent wie heute,

zum anderen ist man auch mit der ganzen Wissenschaft weit davon entfernt, das Menschsein erklären oder begründen zu können, deshalb kann DAS kein Argument sein,.

Es gibt nicht nur einen enormen Wissenszuwachs während der letzten paar Hundert Jahre, sondern auch gleichzeitig einen enormen Wissensverlust.

Die Frage mag berechtigt sein, nicht begründet aber scheint mir das Wörtchen "noch" in der Frage.

Kommentar von Chiron78 ,

Es gibt nicht nur einen enormen Wissenszuwachs während der letzten paar Hundert Jahre, sondern auch gleichzeitig einen enormen Wissensverlust.

Ich seh grad was Gläubige mit Logik meinen - Wer noch?

Antwort
von Andrastor, 56

Die Antwort lautet: Indoktrination

Ein System aus Bräuchen, Traditionen und Umfeldern welche sich gegenseitig in ihrem Glauben bestärken. Das Video zeigt das sehr anschaulich.

Antwort
von voayager, 34

Der Tod ist nun mal recht beängstigend.

Kommentar von Chiron78 ,

Für dich womöglich.

Für mich nicht

Nachdem mein Vater und Opa kurz hintereinander gestorben sind... habe ich mich gezwungenermaßen mich mit dem Tod näher beschäftigen müssen - Nunmehr jagd mir der Tod keine Angst mehr ein.

Kommentar von voayager ,

Dann bist du zu beneiden. Die gesamte anitke griechische Philosophie strebte eine entsprechende Haltung (frei von Angst) gegenüber dem Tod an. Gewänne man sie, sei man auf dem Weg der Ataraxie.

Antwort
von Liquidchild, 66

Wissenschaft ist nicht das Gegenteil von Glaube/Religion. Man kann annehmen, dass es jemanden gibt der sich unsere Realität "ausgedacht" hat. 

Kommentar von Ranzino ,

Oh doch, denn aufmerksame Wissenschaft hinterfragt sich ständig.

Und für deine Annahme gibts schlicht keinen Grund.

Kommentar von Chiron78 ,

Wissenschaft is sehr wohl das gegenteil von glaube und religion.

steckt ja schon in den Namen; Wissenschaft ist das was WISSEN schafft -- Glaube ist halt nur irrationales Gedankentum.

schon Hawking sagte; es bedarf keinen Gott für die entstehung des universum - denn wie hätte er existieren können wenn es weder Raum noch Zeit gab?

Kommentar von Ryuuk ,

Es ist das Gegenteil.

Wissenschaft ändert ihre Meinung mit den Fakten, Glauben leugnet die Fakten um ihre Meinung beizubehalten.

Du kannst eine Menge annehmen, aber das macht es nicht wahr.

Antwort
von Eselspur, 47

Wissenschaft ist wichtig. Schön, wenn sie "genau, präzise und logisch" erklärt.

Religion gibt uns die Möglichkeit, unsere Gottesbeziehung zu leben. 

Wie kommst du darauf, dass das eine das andere ersetzen könnte?

Kommentar von claushilbig ,

Wie kommst du darauf, dass das eine das andere ersetzen könnte?

Wenn Du das in beide Richtungen so sieht, dann vollkommene Zustimmung!

Kommentar von Eselspur ,

sehe ich in beiden Richtungen so

Antwort
von stoffband, 34

Das was in der Bibel steht gibt auch heute noch ich bin der Beweis dafür!

Kommentar von Chiron78 ,

Für was?

Sodom und Gomorra?

Kommentar von stoffband ,

Danke hater

Antwort
von gottesanbeterin, 7

Auch die menschliche Logik hat ihre (deutlichen) Grenzen.

Antwort
von fricktorel, 8

Wo, bitte, erklärt die "Wissenschaft" die Herkunft des Menschen "klar und logisch" ?

Dass es vor Mill. von Jahren plötzlich einen Knall gab (von was ?) und das "ganze Universum" ist auseinander geflogen und kreist jetzt seit Jahrmillionen Jahren friedlich um sich herum ?

Dass aus "Tod" Leben entstand, welches das Reich Gottes erben wird (1.Joh.3,1) ?

Dass die "Ungläubigen" das Reich nicht erhalten werden (1.Kor.6,9-10) ? 

Antwort
von fricktorel, 7

Weil sie "klüger" (Jes.45,22) sind als andere (Ps.53,2) ?

Der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) versucht ja mit allen Mitteln, die Menschheit von unserem ewigen Vater fernzuhalten und schafft es bis zu einem gewissen Zeitraum (Offb.14).

Dann wird er gefangen (Offb.20,2) und der Menschheit wird die Wahrheit Gottes (Joh.17,17) offeriert.

Antwort
von Omnivore10, 32

Weil es seit frühster Kindheit den Menschen eingehämmert wurde. Da wo die Kinder noch unwissend sind und sich nicht wehren können! Das prägt für's Leben!

Antwort
von applekeks, 39

- Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.
- Sinn fürs Leben
- Trost bei Problemen
- Einen Vertrauenswürdigen Ansprechpartner

Antwort
von Sturmwolke, 30

Hier habe ich ein paar Gründe aufgelistet, warum ich an Gott glaube:

https://www.gutefrage.net/frage/warum-an-gott-glauben-trotz-urknall?foundIn=list...

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