Warum gibts keine neue deutsche Genie/Erfinder/Dichter mehr wie im 19 Jh. und warum gibts dafür Pegida, Salafisten und Neo-Nazis in Deutschland?

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9 Antworten

Deutsche Nobelpreise im 20. Jahrhundert:

  • 10 x Literatur
  • 30 x Chemie
  • 28 x Physik
  • 24 x Physiologie/Medizin
  • (6 x Frieden)

(wenn ich mich auf https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Nobelpreistr%C3%A4ger nicht verzählt habe)

Und da sind z. B. Konrad Zuse oder Wernher von Braun noch gar nicht dabei...

Ich würde also nicht sagen, dass Deutschland keine "Dichter und Denker" mehr hervorgebracht hat ...

Allerdings werden heutzutage (habe ich zumindest den Eindruck) selbst bahnbrechende neue Entdeckungen von der Allgemeinheit viel weniger wahrgenommen als zu früheren Zeiten. Das könnte daran liegen, dass es inzwischen viel mehr Medien (incl. Internet) und damit eine wahre Flut von Informationen gibt, und dabei vielleicht manche "wichtige" Nachricht untergeht: Heute lesen wir in den Zeitungen und hören in den Nachrichten von Bürgerkriegen und Epidemien in Afrika und Asien, von Slackline-Weltrekorden oder dem verstauchten Fuß eines Fußball-Profis - da ist dann kein Platz mehr für wenig medienwirksame Berichte über Literatur oder Wissenschaft.

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Sie sind ja nicht verschwunden. Oft wird aber eben nicht mehr etwas großes, weltanschauungsveränderndes erfunden/entdeckt, meist sind es nur kleine spezielle Entwicklungen/Weiterentwicklungen, sodass kaum jemand außerhalb des Fachgebeites es versteht und so wir darüber natürlich auch nicht groß in allgemeinen Medien berichtet. Man muss schon etwas in den bestimmten Kategorien graben, damit man entsprechend fündig wird.

Ich würde auch behaupten, dass Politik und Wirtschaft unser Bildungssystem stetig weiter entwerten. Das Abi wird immer einfacher, damit jeder studieren kann und man als Land gut bei OECD-Studien etc. abschneidet. Dazu trägt auch bei, dass viele Unternehmen gern jeden Arbeitsplatz mit Uni-Absolventen besetzen wollen, damit sie nicht selber in deren Ausbildung investieren müssen. Die Universität war mal ein Ort der allgemeinen, persönlichen und fachlichen Bildung, heute werden sie immer mehr zu Berufsakademien degradiert.


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Kommentar von Temas
02.12.2015, 20:52

Ich weiß nicht wieso das immer jeder sagt, hast du irgendwelche Quellen die belegen, dass Abitur immer leichter wird? Ich mache Abitur und finde es extrem schwer.. 

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Genau die gleiche Frage haben sich viele genau in der von Dir als Erfinder/Genie/Dichter-Epoche bezeichneten Zeit gefragt. Damals haben sie wahrscheinlich geklagt, warum es immer weniger königs- und obrigkeitstreue Menschen gibt sondern Sozialisten, Revoluzzer und Liberale.

Das es heute so viel Unrecht zu geben scheint, oktruieren die Medien. Studien zufolge haben seit dem 2. Weltkrieg Morder, Verbrechen, Todesstrafe usw. kontinuierlich abgenommen.

Und um bei den Künstlern zu bleiben, alles was in diesem Bereich neu ist, wird erst mal reflexartig abgelehnt und oft erst jJahrzehnte oder jahrhunderte später verstanden und geliebt. Die Bilder der Impressionisten finden wir heute wunderschön. Zu ihrer Zeit wurde sie als Schmiererei von Wahnsinnigen betrachtet.

Die "gute alte Zeit" ist zwar immer alt, war aber durchaus nicht immer gut.

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Kommentar von mychrissie
03.12.2015, 11:07

Zum Thema, ob die Welt besser oder schlechter wird, hier einen kleinen Text (Quelle Spiegel):

"...für Untergangsphobiker hat der Harvard Psychologe Steven Pinker jetzt eine frohe Botschaft: Nein, die Welt geht nicht vor die Hunde. In der Tendenz wird sie sogar immerzu besser, friedlicher, demokratischer. Pinker kann dies mit Zahlen untermauern. Während des Zweiten Weltkriegs waren Jahr für Jahr pro 100 000 Menschen rund 300 Kriegstote zubeklagen. Dieser Wert sank auf 22 zur Zeit des Koreakrieges, auf 5 während des Iran Irak Krieges und auf weniger als 0,5 zwischen 2001 und 2011. Derzeit liegt er wegen der Gemetzel in Syrien und Afghanistan bei etwa 1,4. Große Kriege zwischen Staaten, quasi der Normalzustand über Jahrhunderte, gab es seit 1945 nur noch selten und seit 2003, nachdem die USA in den Irak eingefallen waren, gar nicht mehr. Bürgerkriege haben jüngst zwar zugenommen; betrachte man aber die Welt insgesamt, so Pinker, gelinge es der Menschheit zusehends besser, die Gewalt einzudämmen. Seit Jahrzehnten sinkt zum Beispiel in den USA die Zahl der Vergewaltigungen. Auch die Rate von Mord und Totschlag nimmt ab: 1991verzeichneten die USA 9,8 Getötete pro 100 000 Einwohner. 2014 lag dieser Wert bei 4,5 trotz der fast allwöchentlichen Schießereien an Schulen oder Universitäten. Die deutsche Polizei ermittelte im Jahr 2000 wegen 1015 vollendeter Tötungsdelikte, im Jahr 2014 gab es davon 624. Jährlich schrumpft die Zahl der Staaten, die noch die Todesstrafe verhängen   dafür steigt die Zahl derer, die Homosexualität nicht mehr als Straftat verfolgen."

Man sieht, unser Pessimismus wird oft von der Berichterstattung in den Medien erzeugt.

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Die allseitige Bildung gibt es kaum noch, dazu ist alles viel zu spezialisiert geworden, andernfalls findet man keinen Zugang zur hoch spezialisierten Wissenschaft mehr.

Dann isses auch so, dass Bildung zur Massenware mutiert ist. Damals besuchten meist wirklich intelligente Menschen das Gymnasium, heutzutage ist fast jeder Flachstrahler dort zu Gange.

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Warum gibts keine neue deutsche Genie/Erfinder/Dichter mehr wie im 19 Jh.

Erfinder gibt es immer noch sehr viele, aber natürlich nicht mehr wie im 19. Jh. mit Stock und Melone oder Zylinder.

Pegida, Salafisten und Neo-Nazis in Deutschland?

Ich dachte Salafisten wären eingewandert? PEGIDA und Neo-Nazis, sind ja auch keine "rein deutsche Erfindung", die gibt es überall auf der Welt, werden aber meistens anders genannt.

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Zu den  Dichtern möchte ich etwas sagen: Deutschland, das Land der Dichter und Denker, so hieß es einmal. (Nicht unbedingt das Land der Genies, denn viele Genies gab es auch anderswo. Aber die Dichter häuften sich in der Tat im Deutschland des 19. Jahrhunderts, solche, die uns auch heute noch etwas zu sagen haben). Warum also leben wir heute - jedenfalls in Bezug auf die Dichter - in einer dürftigen Zeit. Die Dichtkunst verlangt Wahrhaftigkeit. Heute werden nur die gefördert, die links reden, links schreiben und ihre schriftstellerischen Erzeugnisse im Sinne der politischen Korrektheit gestalten. Die meisten beziehen sich irgendwie auf das unselige Dritte Reich, reihen sich also ein in die unendliche Schlange der Vergangenheitsbewältiger und übernehmen dabei fast immer die Geschichtsschreibung der Sieger des Zweiten Weltkrieges. Diese "Dichter" allein finden Resonanz in den Zeitungen und (linken) Feuilletons des Hörfunks und Fernsehens, die anderen werden totgeschwiegen. Wer aber links schreibt, linken Gesinnungskitsch verfasst, verfehlt die dichterische Wahrhaftigkeit; denn die Dinge aus der linken Perspektive sehen, heißt so viel wie, die Dinge einseitig zu sehen und zu bewerten. 

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es gibt sie schon, nur sind die Dinge, die erfunden werden meist nicht so bahnbrechend bzw. in der Beölkerung bekannt. Zentraler sind für uns momentan die Dinge, die uns bedrohen, die unser alltägliches Leben auf den Kopf stellen, da ist auch nicht mehr soo viel Platz grade für die Anerkennung von großen Köpfen und deren Förderung...wir kümmern uns momentan eher um unsere Ängste, unseren akuten Lebenszusammenhang, das andere rückt grade eher in den Hintergrund.

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Erfinder hat Deutschland genug. Die nennen sich halt neuerdings Politiker, gedichtet wird in der Politik auch genug, nur mit dem Denken happert es noch.

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Gegenfrage: Warum waren im Mittelalter die meisten Islamischen Länder Hochkulturen und heute Scherbenhaufen/Kriesengebiete?

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Kommentar von VitamineB12
01.12.2015, 16:45

Wegen Öl- und Erzvorkommen.

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