Frage von PrinceOfPersiav, 112

Warum gibt man "Killerspielen" die Schuld an Amokläufen?

Sind die Leute wirklich so ignorant, oder steckt irgendwas anderes dahinter? Warum geht man nicht mehr auf andere Ursachen, wie Mobbing/Ausgrenzung, Verluste, das soziale Umfeld etc. ein? Und warum kennen sich die "Experten" garnicht mit der Marterie aus?

Antwort
von Marsila08, 11

Die Experten kennen sich schon aus, jedoch liefert grade die Psychologie genug Möglichkeiten für Theorien die von unterschiedlichen Standpunkten ausgehen, das ist der Grund, dass immer weiter geforscht wird, weil man versucht seine Theorien zu belegen/widerlegen.

Zu den Killerspielen und Amokläufern:

Killerspiele sind nur in bedingtem Maße in Verbindung zu bringen mit Amokläufern, eigentlich sogar verschwindend gering, dies haben Studien der Amokforschung ergeben. Die liegt u.a. an verschiedenen Ursachen für Amokläufe, hier findest du n bisschen mehr dazu (alles aufzuschreiben wäre doch deutlich zu viel)

http://www.4familii.de/gesundheit/ist_mein_kind_amokgefaehrdet~179/

Ich hoffe ich konnte ein bisschen helfen!

Antwort
von Julian2T, 61

Weil die Nachrichten und Berichte meist von nicht-"Killerspiele"-Personen gemacht werden. Wenn man dann auf dem PC eines Amokläufers ein "Killerspiel" - wie bei den restlichen tausenden Spielern - entdeckt ist es für diese Personen klar, dass das der Auslöser war/ist. Kann man der Person ja eigentlich nicht übel nehmen. Trotzdem sollten auch diese Personen bald mal verstehen, dass Egoshooter und Co. nichts mit realer Gewalt oder Verbrechen zu tun haben.

Antwort
von precursor, 55

Weil man eine billige Ausrede sucht, um sich mit den wahren Gründen für Amokläufe nicht auseinandersetzen zu müssen und nicht damit konfrontiert werden zu müssen, dass wir in einem ganz und gar nicht perfekten Gesellschaftssystem leben.

Ein weiterer Grund ist, dass dann nicht zugegeben werden muss, dass die Gesellschaft versagt hat.

Antwort
von mm78pr, 47

das Verbieten von sogenannten Killerspielen ist vermutlich kostengünstiger und läst sich wohl auch einfacher umsetzen als Kindern und Jugendlichen ein vernünftiges soziales Umfeld zu bieten.

Antwort
von kubamax, 50

Die Experten kennen sich sehr gut aus.Wenn du im Internet suchst, wirst du eine Menge Information über psychologischen Gutachten finden. Es wird nicht behauptet, dass Killerspiele automatisch zu Amokläufen führen. Es werden jedoch Zusammenhänge festgestellt. ZB alle Amokläufer waren auch Killerspieler (und hörten meistens Musik wie Rammstein, Marilyn Manson etc).

Kommentar von Jonnymur ,

Eine solche Feststellung kann es gar nicht geben. Schon Amokläufer Robert Steinhäuser soll angeblich Killerspiele konsumiert haben, was sich damals aber als Irrtum offenbarte (siehe auch folgende Doku).

Davon abgesehen, kommt die Betitelung "Computerspiel-Experten" immer nur willkürlich aus dem journalistischen Bereich. Personen, die sich wiederum tatsächlich mit dem Thema auseinandergesetzt haben und auch selbst gespielt haben, wurden zu Zeiten der Killerspiel-Debatte nie oder nur selten eingeladen.

Es gibt so viele Studien und Gutachten, die bejahen, dass "Killerspiele" dauerhaft aggressiv und gewaltbereit machen können, wie solche, die es widerlegen.

Das sollte für dich interessant sein:

Artikel: http://www.sueddeutsche.de/digital/amoklauf-in-muenchen-zurueck-in-die-nullerjah...

Doku: https://youtu.be/DEPR1Tbc5jE

Kommentar von Jonnymur ,

Des Weiteren kennt man sich definitiv nicht mit der Materie aus, wenn man es nicht mal schafft ein Spiel inhaltlich wiederzugeben.

Antwort
von LoLZocker, 39

Jeder der zockt weiss dass schwachsinn ist.. zocken ist niemals die ursache von einem amoklauf.. killerspiele können dazu beisteuern und es vllt etwas antreiben aber nur weil ein messer auf dem tisch ersticht man nicht direkt jmd.. es geht immer um den menschen an sich .. wer psychisch labil is kann man nie einschätzen.. und wer das nicht versteht ist dumm pder hat noch nie sowas gezockt ..

Kommentar von EstherNele ,

Killerspiele überschreiten zuerst in der Phantasie eine bestimmte Grenze, die alle Menschen von Geburt an mitbekommen - die Hemmung, andere Individuen der gleichen Art zu töten.

Auch tritt mit zunehmender Intensität des Zockens (und häufig auch mit zunehmender Brutalität der Spiele) ein gewisser Gewöhnungseffekt ein.

Das, was man virtuell und mit den entsprechenden visuellen Eindrücken dazu tausend mal gemacht hat, setzt die psychologische Hemmung runter, es irgendwann in der Realität auch zu tun.

Natürlich geht man dann nicht eines Tages einfach so los und schießt um sich ... dazu braucht es noch einen Auslöser.

Natürlich werden nicht alle Zocker zu Tätern oder, in der schlimmsten Form, zu Attentätern.

Ebenso werden längst nicht alle frustrierten, gemobbten, enttäuschten, aus schlechtem sozialen Umfeld stammenden Leute  zu Killern.

Es ist Blödsinn, zwischen beidem eine 1:1-Beziehung herstellen zu wollen. Aber an der Tatsache, dass  häufiges Zocken solcher Spiele die Gewaltbereitschaft bzw. das Aggressionspotential erhöht, ist nachgewiesen.

Und mal ehrlich - brauchen wir Spiele, in denen ich dafür belohnt werde und sei es nur in einer ranking list oder mit einem neuen Level, wenn ich möglichst schnell, effizient und skrupellos (virtuelle) Personen kille oder mich quer durch Europa ballere?

Kommentar von LoLZocker ,

manche leute sehn es als entpannung und wutentladung.. sowie zb sport.. es geht ya hier darum das man killerspiele als grund hernimmt.. natürlich ist das iwo richtig was du sagst .. aber ich finde man sollte an anderen stellen dinge verbessern (vor allem soziale aspekte) weil das zocken für mich einen sehr geringen faktor bei einer amoklauf intention ausmacht.. wer soweit kommt dass er anfängt solche spiele als realität zu sehn hat für mich andere probleme.. man kann kein spiel verantowrtlich für die dummheit eines menschen machen .. und zum ranking system.. jedes spiel braucht einen reiz.. und der mensch will immer besser sein als andere.. das ist die hauptsache.. die besten der besten machen keine amokläufe.. oder hast du schon mal einen pro gamer gesehn der sowas macht ? ich finde es echt schwachsinn das man an killerspiele schrauben bzw sie abschaffen will obwohl jeder andere faktor der zu so einer tat beiträgt viel größer ist.. das is genau das selbe wenn man religionen für kriege verantwortlich macht.. es ist der mensch der schlecht depressiv etc und nichts anderes

Kommentar von Jonnymur ,

@EstherNele Eine langfristige Radikalisierung der Aggressionen ist eben nicht nachgewiesen. Das ist ja der Punkt - darum wird gestritten. Einige Forscher meinen sogar, dass solche Spiele als Ventilfunktion dienen und die Aggressionen des Konsumenten mittel- bis langfristig reduzieren.

Auch wird niemand für einen besonders "skrupellosen" Kill belohnt. Es geht nämlich nicht um das Töten von Menschen, sondern darum besser als der Gegenspieler zu sein. Ohnehin sind "Kills" in solchen Spielen nur eine von vielen Quellen von Punkten. Spiele ich Sanitäter in Battlefield werde ich u.a. dafür belohnt Mitspielern das Leben zu retten. Ein Angreifer im Modus "Operationen" und "Rush" vermeidet sogar die Konfrontation mit dem Feind, um nicht zu viele "Tickets" (durch Tode im Team) zu verlieren. Man kann diese Spiele nicht auf das Töten reduzieren. Auch hat es keinen Reiz wehrlose Personen niederzuschießen, wie es wohl hingegen ein Amokläufer beabsichtigt.

Ich suche den, die Gegner suchen sie und wir sehen, wer der bessere ist.

Auch würden die Spiele nicht freigegeben werden, wäre davon auszugehen, dass Spieler nicht zwischen Realität und Virtualität unterscheiden könnten.

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