Warum gibt es weltweit soviele Singles?

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14 Antworten

Ich glaube, du machst dir Illusionen über "früher". Es war keineswegs so, dass jeder seinen passenden "Deckel" fand.

Handwerksburschen zum Beispiel durften nicht heiraten. Nur der Meister war verheiratet, die Gesellen nicht (und die Lehrbuben schon gar nicht). Noch heute benutzen wir das Wort "Junggeselle" für  einen unverheirateten Mann.

Starb ein Handwerksmeister, dann musste der "Altgeselle", also der, der am längsten im Betrieb war, die Witwe heiraten und wurde selbst Meister, um den Betrieb weiterzuführen. Wieviel Liebe da wohl im Spiel war?

Erst wenn diese Frau starb, durfte der Meister eine Frau seiner Wahl heiraten. Bis die dann auch starb - und das kam sehr häufig vor. Schwangerschaften und Geburten waren nämlich lebensgefährlich. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts hat in Europa nur die Hälfte aller Frauen ihren 50. Geburtstag erlebt.

Es gab also auch "früher" sehr viele unverheiratete Menschen, und die verheirateten waren bestimmt auch nicht immer glücklich.

Wenn man tatsächlich einen Menschen gefunden hatte, den man lieben und achten konnte und mit dem man gut zusammenleben konnte, dann war dieses Glück aufgrund der kurzen Lebenserwartung meist nicht von langer Dauer.

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Im Gegensatz zu früher, MUSS man heute nicht unbedingt einen Partner haben. Besonders Frauen waren früher unter Zugzwang, da sie alleine kaum eine Chance hatten.

Heute muss man nicht mehr mit jemandem zusammenbleiben, das finde ich im Prinzip auch gut so, nur wird oft schon nach Kleinigkeiten eine Beziehung aufgegeben, was wieder schade ist.

Unterm Strich gefallen mir die Möglichkeiten heute bedeutend besser als früher.

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Ein Problem hast du tatsächlich aufgezeigt: Nämlich dass wir mit steigenden Möglichkeiten anspruchsvoller werden. Nun, irgendwie müssen wir aus der Fülle von Angeboten das Richtige finden, nur, je mehr wir angeboten bekommen, desto wählerischer werden wir, um uns vor der Überflutung zu schützen. Aber je wählerischer wir sind, desto schwieriger wird es, einen Partner zu finden, der allen Ansprüchen gerecht wird. Dann müsste man wieder Abstriche machen, und Ich glaube das fällt vielen Leuten schwer.

Villeicht sind die Leute, die du alleine draußen rumlaufen siehst, aber bereits in einer Partnerschaft und auch mal ohne den Partner unterwegs. Oder sie hängen es nicht an die große Glocke und zeigen es in der Öffentlichkeit. Und es gibt auch Leute, die einfach keine Partnerschaft wollen.

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Hi :)

Früher war eine Beziehung/Ehe eine Schicksalsgemeinschaft (gemeinsam durchs Leben gehen, zueinander halten), heute ist es eine Zweckgemeinschaft geworden (weniger Steuern zahlen, das Event: Die Hochzeit, zusammen Kosten sparen, einen Sexpartner haben, die Liebe "fest" machen, usw.). Wenn du die zwei Begriffe googlest in Verbindung mit "Beziehungen", dann findest du genug Material..!

Und wenn ich heute lese, der Sinn des Lebens einiger Menschen lautet: "Glücklich sein", oder "lebe jeden Tag, als sei es dein letzter", dann finde ich das völlig falsch! Der Sinn des Lebens ist für mich überhaupt nicht nur Glücklichsein und jeden Tag genießen, der Sinn des Lebens ist für mich: Gemeinsam Probleme zu lösen, sich gegenseitig zu unterstützen-so gut es geht und gemeinsam in Sicherheit zu leben! Gerade Menschen, die früh lernen, dass das Leben auch nicht-rosig ist (Krankheiten, Alter, Behinderungen), gerade diese Menschen sind m.E. die besseren Partner: Weil sie nicht nur an den nächsten Urlaub, an ihren nächsten Einkauf denken! 

Der Sinn des Lebens ist für mich das Leben selbst, die Familie und insb. die eigene Familie. Wenn sich aber jemand gegen eine Familie entscheidet, weil er einfach nicht genug verdient, finde ich das völlig o.k.! Zum Glück sind auch Männer da etwas schlauer geworden und sie setzen nicht einfach-so Kinder in die Welt, nur weil sie im Augenblick super-verliebt sind.. Sie denken auch an die Zukunft der Kinder!  

Zu deinen Fragen:

Wieso können wir uns nicht entscheiden? Und wieso versuchen wir nicht jemanden zu lieben der vielleicht auf dem ersten Eindruck nicht unser Typ zu sein scheint?

Das würde ich so nicht sagen. Das Aussehen hat schon immer eine Rolle gespielt bei der Partnersuche, sei es nun in der Tanzschule (früher sind hier auch so manche Ehe enstanden), oder auf dem Dorf.

Außerdem leben wir in äußerst komplizierten Zeiten, wegen der Emanzipation. Für uns Männer ist das eine Doppelmoral: Wir sollen zwar nicht "generell" eine Führungsrolle übernehmen, aber beim Flirten wird dann doch die Initiative vom Mann verlangt. Ich lese tausende (!) von Frauen, die immer noch sagen: Er muss den ersten Schritt machen, er muss mir beweisen..", usw., also die Initiative soll vom Mann ausgehen (meistens, natürlich gibt es Ausnahmen)! Auch den dominanten Mann im Bett, wollen gaaanz viele Frauen, aber bitte nur dort dominant!

Doch dann lese ich, es sei schon sexualisierte Gewalt, wenn man einer Frau sagt: "Du siehst hübsch aus!" Man(n) sollte das bitte nicht tun! Ich denke dann: "hööööööh" !?!?  wie bitte?"

Siehst du den Widerspruch? Genau in dieser Lage stecken junge Männer heutzutage, sie sollen zwar den Anfang machen (es wird Alles von ihnen erwartet), doch dann wird ganz oft gesagt: Nö, nicht so, nö bitte anders, nö, du machst es falsch!

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einfache Antwort, daran hat jeder "selbst Schuld" weil man keine Kompromisse eingehen will, und viele "ich Menschen" geworden sind

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Kommentar von VanesLavin
05.03.2016, 15:20

Kurz, knapp und absolut richtig! Danke für Deine Antwort.

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Was ist los mit den Menschen ?
Ja Vertrauen ist heutzutage ein wichtiges Gut ...
Du sagst wir haben die ganze Welt offen
Du würdest einfach eine fremde Frau in Australien sofort als Partnerin nehmen ?
Ich für meinen Teil muss meinen Partner kennen
Es muss einfach mein bester Freund sein erst dann weiß ich dass er der richtige ist

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Also es liegt halt dran das die zeit sich die meisten zuhause befinden und kaum draußen gehen und deswegen keine Passende suchen . Es gibt bestimmt für jeden denn passende Deckel aber denn muss man suchen nicht einfach im Internet rufen .

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Weil man alleine tun und lassen kann was man will. Früher waren frauen finanziell von den männern abhängig und hatten keine andere wahl auch wenn die männer oft gemein zu den frauen waren weil sie tun und lassen konnten was sie wollten

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Also ich sehe oft Frauen aber ich denke mir: "Nee, die ist bestimmt nicht die richtige". Und dann spreche ich sie nicht an und bin in Folge mit 20 immer noch Single xD

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Das klingt ja, als ob das Single-Dasein ein Makel ist...... Es hat immer Singles gegeben, es wird immer Singles geben.... Wer das nnicht sein möchte, wird etwas dagegen tun.

Im Gegensatz zu heute gab es früher auch hierzulande arangierte Ehen und Scheidungen waren ein Unding..... War das etwa besser....?

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Hallo!

Es gibt genügend Leute, die vllt. auch garkeinen Partner wollen bzw. alleine schon glücklich genug sind/alles haben was sie sich wünschen!

Gestiegene Ansprüche, welche in Richtung "Mr./Mrs. Perfect" gehen ohne dass jemand diese wirklich erfüllen kann ergeben auch ihr Übriges: Viele Männer und Frauen haben heute so hohe Anforderungen/Erwartungen an ihre Partner, dass sie schlicht zu wählerisch sind & keinen finden auch nach jahrelanger Suche, der ihren Anforderungen genügt.

Außerdem war es in früheren Jahren ein absolutes gesellschaftliches No-Go unverheiratet zu sein ---------> Junggesellen waren oft totale Außenseiter die allgemein nicht akzeptiert wurden & alleinlebende Frauen wurden ebenso belächelt/verlacht ... Da rein prozentual gesehen nur wenige den Mut hatten, dermaßen gebrandmarkt zu werden, haben viele dann eben geheiratet. Ob sie glücklich waren, war die andere Frage ... da früher auch die Scheidung ein Tabuthema war gab es genügend Paare, die wirklich ein Leben lang aneinander gebunden waren (auch weil Frauen seinerzeit oft finanziell von Männern abhängig gewesen sind) und nicht glücklich wurden.

Heute ist das zumindest etwas lockerer, also das Gesellschaftliche meine ich.. ansonsten habe ich die mMn bestehenden "Probleme"/Fakten schon beleuchtet!

Schönes Wochenende :)

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"Und wieso versuchen wir nicht jemanden zu lieben der vielleicht auf dem ersten Eindruck nicht unser Typ zu sein scheint? "

Schließ bitte nicht von Dir auf alle.

Viele Möglichkeiten bieten, wie Du schon sagst , auch die Unübersichtlichkeit der Optionen. Wer weiß, ob es nicht doch noch jemand passenderes gibt. Früher, im kleinen Umfeld, hat man sich halt zusammengetan, wenn es irgendwie gepasst hat. Das war aber noch lange keine Garantie für ein "glückliches" Paar.

Außerdem fällt heut der wirtschaftliche Zwang weg - auch Frauen können sich selbst versorgen und die Ehe aus Sicherheitsgründen hat zumindest in der westlichen Welt an Bedeutung verloren.

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Kommentar von VanesLavin
06.03.2016, 20:04

Wie kommst du darauf dass ich von mir auf alle schliesse? Aber wie oft habe ich erlebt dass jemand jemand anderen einen Korb gibt noch ehe dieser Mensch eine Chance bekommt sich vorzustellen. Da habe ich schon mit einigen Freunden schimpfen müssen die ja angeblich sooo alleine sind und dann doch keine Chance geben nur weil er nicht gut genug aussieht 😢

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Früher waren die Paare auch nicht glücklich (Ausnahmen gibt es gestern wie heute). Aber früher hatte man auch keine andere Wahl, man musste einen Partner haben, Männer kamen alleine nicht klar und Frauen waren wirtschaftlich abhängig. Sie wurde aufgrund mangelnder Verhütungsmöglichkeiten irgendwann schwanger und dann blieb eh keine Wahl mehr.

Die größeren Möglichkeiten  machen es heute zum einen auch unübersichtlicher und klar wird man auch wählerischer. Zum einen, weil man ja auch weiss, dass sie Auswahl noch gross ist, zum anderen kann man eben auch alleine sehr gut und schön leben und es besteht keine Notwendigkeit, zu viele Kompromisse einzugehen und dann unglücklich zu sein. Da wartet man lieber ab, bis was besser passt.

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Grade das ist das Problem. Dadurch dass durch die immer weiter voranschreitende Vernetzung so viele potentielle Partner "verfügbar werden" steigen auch die eigenen Ansprüche. Es fällt immer schwerer sich auf den einen Partner zu fokusieren, da einem ständig Bilder, Profile und ähnliches von anderen Möglichkeit zuwabern.

Wenn da noch unsere gesellschaftliche Haltung dazu kommt, dass du alles haben kannst, wenn du dich nur bemühst, dann kommt es eben genau zu diesem schwierigen Geflecht an kurzlebigen Beiziehungen.

Hier kann nur persönliche Integrität und ein bedachter Umgang mit den sozialen Netzwerken helfen, wieder etwas mehr Kontinuität in die Beziehungen zu bringen. 

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