Frage von Mililior, 193

Warum gibt es überhaupt Schuko Stecker?

Warum werden nicht einfach nur noch Eurostecker produziert das ist doch viel praktischer? Oder haben die bestimmte Eigenschaften?

Antwort
von ThommyHilfiger, 105

Schukostecker haben eine Sicherheits-Eigenschaft: Wenn das Gehäuse des Gerätes aus Metall ist, könnte es (z.B. durch einen innen gelösten Draht) unter Spannung stehen. Der Schutzkontakt (Zungen i.d.Mitte des Steckers) haut dann sofort die Sicherung raus, sodaß nix passieren kann.

Bei einem isolierenden Plastikgehäuse kann das nicht passieren, sodaß ein 2-poliger Eurostecker genügt.

Kommentar von Nenkrich ,

Der schutzkontakt haut den RCD raus ;) sonst ist dem nichts hinzuzufügen

Kommentar von ThommyHilfiger ,

Zumindest dann, wenn ein Fehlerstromschutzschalter verbaut ist. In Altbauten mit Schmelzsicherungen oder alten Stotzkontakten meist Fehlanzeige...

Kommentar von Nenkrich ,

Dann sollte der nachgerüstet werden... ich mein der kann Leben retten...

Kommentar von germi031982 ,

Kann man aber nicht immer, wenn noch Nullung ohne besonderen Schutzleiter vorliegt kann man einen FI nicht nachrüsten.

Und damals ohne FI wurde besonderer Wert auf die Schleifenimpedanz gelegt, eben damit der Kurzsschlußstrom möglichst hoch ist und der Leitungsschutz auch sicher auslöst. FI sind seit 1984 in Räumen mit Badewanne oder Dusche Pflicht und seit 2013 sind sie Pflicht für alle Stromkreise die Steckdosen enthalten die dem elektrotechnischen Laien zugänglich sind und mit weniger als 20A abgesichert sind.

Man hat FIs auch benutzt um bei TT-Netzen die Abschaltbedingungen beim Leitungsschutz einhalten zu können weil die Erdung bei TT in der Regel weitaus schlechter ist als bei TN. Bei TN hat man solche Krücken nicht gebraucht, die Schutzleiterimpedanz entspricht da der Netzimpedanz und ist dementsprechend niedrig und der entstehende Kurzschlußstrom entsprechend hoch.

Nehmen wir mal als Beispiel: Ein Durchlauferhitzer in einem Badezimmer. Der muss laut VDE nicht durch einen FI abgesichert werden, aber die Schutzleiterimpedanz muss so niedrig sein, das der Leitungsschutz in weniger als 0,4s abschaltet im Fehlerfall. Selbst wenn er sich im Schutzbereich 1 befindet.

Kommentar von ThommyHilfiger ,

Waaahnsinn, soviel geballtes Fachwissen auf die Frage "Warum gibts Schukostecker?" Und nun, fröhliches Basteln...

Kommentar von ProfDrStrom ,

FI ( RCD ) für Endstromkreise sind seit 2009 verbindlich nach DIN VDE 0100-410 ( ich wurde indirekt dazu aufgefordert mich nicht auf das Internet zu berufen ) einzusetzen.

Mit dem Beispiel des Durchlauferhitzers zeigst du selber auf, dass heute die Schleifenimpedanz nichts an Wichtigkeit verloren hat. 

Leitungsanlagen für direkt angeschlossene Geräte/ Leuchten müssen die geforderten Abschaltbedingungen erfüllen, dass war 1984 genauso wie heute.

Antwort
von Nemesis900, 96

Schutzkontaktstecker haben wie der Name schon sagt einen Schutzkontakt über den Geräte geerdet werden und Fehlerströme abgeleitet werden, das ist bei einem Eurostecker nicht vorhanden.

Antwort
von danienco, 61

Es wurde in anderen Antworten bereits das wichtigste gesagt jedoch will ich noch hinzufügen, dass "auf deutsch" beim Schukostecker (Schutzkontakt) der Leiter und Neutralleiter und zusätzlich noch der Schutzkontakt PE (anders wie beim Eurostecker) aus der Steckdose "abgegriffen" werden

Antwort
von josef050153, 68

Trotz aller nationalen Befindlichkeiten hat sich einfach herausgestellt, dass der Schukostecker das am weitesten durchdachte System darstellt.

Der Schutzkontakt erlaubt es dem FI abzuschalten, bevor etwas Gröberes passiert. Dazu kommt noch, dass der Stecker äußerst stabil ist, da er durch die 'Höhlung' der Dose gehalten wird. Außerdem kann er mit 16 Ampere belastet werden, der Eurostecker nur bis 2,5A.

Antwort
von electrician, 90

Geräte der Schutzklasse I haben Schukostecker, weil das Gehäuse leitfähig ist und im Fehlerfall unter Spannung stehen könnte.

Sog. Konturstecker sind nur bis 10 A belastbar, weshalb Geräte der Schutzklasse II (Gehäuse mit verstärkter oder doppelter Isolierung) nur max. 2,3 kW leisten dürfen.

Der Euro-Flachstecker dagegen hat einen so geringen Querschnitt innerhalb der Kontaktstifte, dass er nur bis max. 2,5 A zugelassen ist (entspricht 575 W). Deshalb findet man z.B. auch keinen Föhn mit diesem Stecker.


Kommentar von ElektroKDD ,

Respekt. Super Antwort.

Das hab ich noch nicht gewusst und auch noch nie gehört.  

Kommentar von ProfDrStrom ,

FALSCH!

Konturenstecker sind bis 16A belastbar!

Sie werden üblicherweise für Geräte bis 2000 Watt verwendet und daraus errechnet sich der oben angegebene Strom.

Für alle Ungläubigen:

http://www.plugsocketmuseum.nl/EFhybrid.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Konturenstecker#Elektrische_Eigenschaften

Den Rest lasse ich mal unkommentiert.

Kommentar von ElektroKDD ,

DU NERVST!

Dann lass uns doch an deinem umfassenden Wissen teilhaben. 

“Den Rest lasse ich mal unkommentiert“ kannst du dir auch schenken.

Kommentar von ProfDrStrom ,

Ich nerve lieber als das ich hier mit offensichtlich falschem Wissen prahle!

Kommentar von electrician ,

Ist Deine Sache, ob Du 3680 W über einen Konturenstecker ziehst. Und 2000 W ergeben bei 230 V einen Strom von rund 8,7 A, also kann man auf diesem Weg nicht die 10 A errechnen.

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Jedenfalls werde ich weder mein Tabellenbuch von Westermann (2014) wegwerfen, weil die DIN VDE 0620-1: 2010-02 von Dir in Frage gestellt wird, noch werde ich den Prüfungsausschuss verklagen, welcher bis Anfang 2016 bei den gebundenen Aufgaben die maximale Belastung eines Konturensteckers mit 10 A für richtig hielt...

Ansonsten: Wiki ist ein Krückstock, VDE ist bei uns das Maß aller Dinge. Und einer Website zu vertrauen, welche nicht einmal ein Impressum vorweist (plugsocketmuseum.nl)... nee! Womöglich fragen die nach dem Blättern auch noch nach IBAN und PIN-Nummer.

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"Den Rest lasse ich mal unkommentiert." heißt ???

Wolltest Du dazu etwa auch noch Deinen Senf zugeben, oder wie ist das zu verstehen?

Kommentar von germi031982 ,

Ihr habt beide Recht. Schuko und Konturenstecker sind dauerhaft nur bis 10A zugelassen, kurzzeitig darf man darüber 16A ziehen.

Kommentar von ProfDrStrom ,

Ich habe nichts errechnet, sondern darauf verwiesen was üblich ist. Die 10 Ampere hast du zu unrecht ins Spiel gebracht.

Was du mit deinem Tabellenbuch machst ist dir überlassen, von mir aus kannst du es aufessen. Auch kannst du mit deinem Prüfungsausschuß (was immer die auch prüfen) gerne Freundschaft schliessen. 

Ich stelle nicht die DIN VDE in Frage, sondern beziehe mich wenn überhaupt, nur auf die aktuellste Ausgabe, denn die ist das wirkliche Maß und nicht eine von 2010, die bereits 2 mal überarbeitet wurde !

Wenn du die DIN VDE 0620-1: 2010-02 richtig gelesen und verstanden hättest, dann wüsstest du, dass in der DIN VDE 0620 sich auf die DIN 49406 Teil 1 von März 1981 bezogen wird. 

In deiner antiquierten, genauso wie in meiner aktuellsten !

In der DIN 49406 Teil 1 wird ausdrücklich erwähnt das der hier diskutierte Stecker mit max. 10 A DC und max. 16 A AC bei jeweils max. 250 V Verwendung finden kann.

Da du nur von max. geschrieben hast und weder AC noch DC erwähnt hast liegt das Maximum eindeutig bei 16 A ! 

Unabhängig davon ist in unseren Versorgungsnetzen AC die übliche Spannungs-/ Stromart.

Der Krückstock Wiki hilft solchen Hilfestellern wie dir gerne aufrecht zu gehen :-). Schau da öftermal vorbei, kannst 'ne Menge lernen.

Was


Den Rest lasse ich mal unkommentiert. 

angeht, bleibt es dabei. Senf brauchen nur Würstchen !

Nichts gegen dein Halbwissen und dein "Maß aller Dinge", aber gute Recherche ist durch nichts zu ersetzen, als durch sehr gute Recherche !

Kommentar von electrician ,

Jau, "Professor Doktor"... Du bist jetzt mein Held.

Kommentar von ProfDrStrom ,

Wenn du es besser weißt, nur her damit! 

Antwort
von ProfDrStrom, 87

Servus,

das der Eurostecker nicht die Belastbarkeit hat wie ein Konturenstecker bzw. Eurostecker wurde schon hinreichend erwähnt.

Ich weiß nicht ob du den Weg zu Wikipedia gefunden hattest, aber der Artikel zum Thema "Schuko" ist aus meiner Sicht als Elektrohandwerker sehr gelungen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schuko

Kommentar von ElektroKDD ,

Wikipediaelektrohandwerker?

Kommentar von ProfDrStrom ,

Billige Retourkutsche für einen entlarvenden Kommentar in dem dein Nichtwissen aufgezeigt wurde!

Kommentar von ElektroKDD ,

Auch auf Wikipedia gelesen?

Kommentar von ProfDrStrom ,

Um das mit deinen Worten zu formulieren:

"Auch auf Wikipedia gelesen?" kannst du dir auch schenken!

Kommentar von ElektroKDD ,

Nö. Ne super Retourkutsche. 

Kann ja nicht jeder so ein Superhirn sein wie der Herr Profphildeppdrstrom. 

Deine unnötigen Kommentare triefen vor Arroganz und Überheblichkeit. 

Dass du trotz deines enormen Fachwissens auf so qualifizierte Seiten wie Wikipedia und ähnliche hinweist, zeigt mir ganz eindeutig dass du wahrscheinlich weniger Ahnung hast als dir selber bewusst ist. 

Sei es wie es ist. Im Internet ist halt jeder groß. 

Kommentar von ProfDrStrom ,

Wenn das eine "Superretourkutsche" sein soll, zeigt das deine geringen Ansprüche!

Meinen Nutzernamen zu veralbern trägt hier nicht zur Sache bei.

Da DIN VDE Normen nicht kopiert werden dürfen gebe ich allgemein zugängliche Quellen an.

Es ist aber auch kein Kunststück den Laien die hier Fragen stellen die VDE Normen auf zu listen, nur hilft es keinem.

Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz! Menschen mit intellektueller Insolvenz neigen häufig dazu, Menschen, die geistig besser bestückt sind, als arrogant zu bezeichnen, um sich irgendwie rechtfertigen zu können.

Ob du mein Wissen ironischer Weise "enorm" nennst oder nicht juckt mich nicht. 

Ich anworte hier nach bestem Wissen und wer mir meine fachlichen Fehler aufzeigt dem zolle ich größten Respekt!

Und wenn du eine Frage hast, antworte ich auch dir - wenn ich es weiß.

Kommentar von ElektroKDD ,

Auch wenn mir das ganz und gar nicht gefällt. 

Das enorm war nicht ironisch gemeint.

Kommentar von ProfDrStrom ,

Nun gut, auch wenn es dir nicht gefällt, danke für das "Kompliment".

Um dir zu zeigen das ich den Satz:

Den Rest lasse ich mal unkommentiert.

nicht nur so geschrieben habe fülle ich ihn jetzt mit Inhalt:

Geräte der Schutzklasse I haben Schukostecker, weil das Gehäuse leitfähig ist und im Fehlerfall unter Spannung stehen könnte.

Sehen wir uns z.B. ein PC-/ Laptopnetzteil an, oder einen Monitor, es gibt dort häufig keine leitenden Gehäusebauteile, trotz Schutzklasse I. 

Damit ist auch diese Aussage nicht zu 100% richtig. Aber die Grundaussage das leitende Gehäuseteile mit dem Schutzleiter verbunden sind ist ja OK. Es werden zu viele Dinge verallgemeinert und damit auch falsche Infos verteilt.

Was den letzten Satz angeht:

Deshalb findet man z.B. auch keinen Föhn mit diesem Stecker.

Jeder weiß was gemeint ist. Aber der Föhn eigentliche Schreibweise Fön ist eine Wortmarke der Fa. Electrolux. Da du mich ja als Haarspalter entlarvt hast, müsste es richtig heißen: Haartrockner.

Weil die nun aufgeführten Dinge nicht im Ansatz so relevant waren wie die Aussage zum Konturenstecker, habe ich sie nicht vollständig zerpflückt.

Mir kommen jede Woche Binsenweisheiten aus dem Internet vor die Füße und ich versuche nur die Qualität meiner Antworten hoch zu halten. Dass das nicht jeder lustig findet, verstehe ich. Es verstehen zum Glück auch nicht alle Hilfesteller es als einen persönlichen Angriff, wenn man ihnen evtl. falsche Aussagen aufzeigt.

So und jetzt kannst du wieder auf mich eindreschen.

Antwort
von Reanne, 120

Schuko = Schutzkontaktstecker. Geräte mit hoher Watt-Leistung  haben solche Stecker.

Kommentar von electrician ,

Nein, Geräte der Schutzklasse I haben Schukostecker, weil das Gehäuse leitfähig ist und im Fehlerfall unter Spannung stehen könnte.


Antwort
von swissss, 92

Der Eurostecker eignet sich nur für schutzisolierte Geräte der Klasse II mit geringer Leistung 

.https://de.wikipedia.org/wiki/Eurostecker

Kommentar von swissss ,

SchuKo ist ein Akronym für SCHUTZ-Kontakt , das heisst er schützt den Benutzer bei Überbelastung.

Kommentar von ThommyHilfiger ,

Noch nicht mal bei seelischer Überlastung...

Kommentar von Nenkrich ,

Was hat das mit der überlast zu tun? Er schützt vor Fehlern da im Fehlerfall strom über den Schutzkontakt abgeleitet wird was dann vom Summenstomwandler im RCD erkannt wird und der löst dann aus. Für überlast ist der LS da

Kommentar von ProfDrStrom ,

Und ohne RCD?

Da wird der Strom auch über den Schutzkontakt abgeleitet und der Leitungsschutzschalter quittiert das ganze in dem er dank des Erdschlusses den Stromkreis vom Netz trennt.

Merke: Ein Leitungsschutzschalter reagiert bei Kurzschluss umd Überlast!

Kommentar von germi031982 ,

Aus dem Grund war früher die Schutzleiterimpedanz auch essentiell, heute interessiert sich da kaum einer mehr dafür weil der RCD schon bei geringen Fehlerströmen abschaltet.

Kommentar von ProfDrStrom ,

Ist die Schutzleiterimpedanz heute nicht mehr essentiell?

Kommentar von germi031982 ,

Nicht mehr so wie früher, wenn ein RCD verbaut ist ist es nicht mehr gefordert die Messung durchzuführen.

Ich messe die aber trotzdem. Dafür braucht man aber auch das richtige Meßgerät das Schleifenimpedanzmessung mit RCD ermöglicht, ansonsten fliegt bei der Prüfung der RCD. Das Fluke 1654B das ich nutze hat dafür extra eine Möglichkeit das entsprechend einzustellen.

Die Messung ist auf jeden Fall ungenauer als das Messprogramm ohne RCD und dauert länger.

Bei Gossen geht das um die Ecke: Halbwelle einstellen und der N muss verfügbar sein (also nur über Schukoeinsatz). Trotzdem wird vom Hersteller nicht garantiert das der RCD nicht abschaltet.

Kommentar von ProfDrStrom ,

Ich bin jetzt überrascht, denn was du schreibst klingt zwar praxisnah, aber welche Norm befreit dich von der Schleifenimpedanzmessung einer Neuanlage, ebenso sollte die Messung des Erders erfolgen und die Niederohmigkeit des Schutzleiters nach gewiesen werden.

Um die Abschaltbedingungen eines Überstromschutzorgans bei Überlast zu garantieren für Warmwasserbereiter, Speicherheizungen und nicht zuletzt Lichtstromkreise.

Kommentar von germi031982 ,

VDE 0100-600 (Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung).

Meine Aussage bezieht sich auf TN, bei anderen Netzarten sieht die Sache anders aus, aber TN ist hier vorherrschend. Bei TT muss zwingend geprüft werden.

Zitat aus "VDE 0100 und die Praxis" vom VDE-Verlag:

"Messung oder Berechnung der Schleifenimpedanz

Wenn Berechnungen der Schleifenimpedanz vorliegen oder die Schutzleiterimpedanz bekannt ist, und für die Anlage die Leitungslängen und Querschnitte bekannt sind, genügt es die Durchgängigkeit der Schutzleiter zu prüfen"

Prüfung der RCDs ist aber zwingend vorgeschrieben. Auslösezeit muss aber nicht mehr gemacht werden, die sind eh um Welten besser als die Vorschrift.

Fest installierte Warmwasserbereiter und Lichtstromkreise sind was anderes, die unterliegen nicht der RCD-Pflicht. Ebenso nicht Geräte die fest angeschlossen sind. Wenn da kein RCD vorhanden ist muss natürlich geprüft werden. Erdermessung ist obligatorisch.

Anderes Beispiel als Gegensatz dazu:

Fest installierter Durchlauferhitzer, der darf in Schutzbereich 1 hängen muss aber nicht an einen RCD. Dafür muss mittlerweile sichergestellt werden das der Leitungsschutz in weniger als 0,4s abschaltet.

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