Ich finde es schade, dass nur wenige Maenner sich fuer diesen Beruf entscheiden, ca. 83 % in diesem Beruf sind Frauen. In den Kindergaerten ist der Maenneranteil noch kleiner. Von ausgewogener Erziehung kann also keine Rede sein. Liegt es an zu wenig Geld , oder am Prestigemangel?

Ich muss LotttesMa hier leider widersprechen. Es gibt keine Tradition, dass sich schon immer Frauen in Grundschulen um die Schulkinder gekümmert hätten.
Noch vor hundert Jahren war es üblich, dass es in jedem Dorf eine kleine Dorfschule gab, die fast immer von einem einzigen männlichen Lehrer "beherrscht" wurde, samt Rohrstock und sonstigen preußischen Ausrastern. Dieser Lehrer war allerdings in der gesellschaftlichen Rangordnung recht weit unten angesiedelt.
Im Zuge der Aufwertung des Beamtentums und der Lehrerberufe an sich haben sich die Männer, wie in allen anderen Berufsfeldern, die mit Aufwertung in der Gesellschaft und mehr Geld winken, stärker breitgemacht.
Die Grundschullehramtsstellen sind nicht besonders gut bezahlt (was eine Schande ist, denn dort werden ja prinzipiell Weichen gestellt und was dort verbockt wird, lässt sich oft in den weiterführenden Schulen nicht mehr geradebiegen). Kein Wunder also, dass die Männer sich lieber die besser bezahlten Lehrerstellen in den weiterführenden Schulen suchen -- und (mal wieder) den Rest für die Frauen übriglassen.
Der Grund, dass Frauen ja viel besser mit kleinen Kindern umgehen könnten, ist von den Männern vorgeschoben, damit die Frauen nicht murren, wenn für sie nur die "billigen Plätze" übrigbleiben.
Dass Frauen in allen Berufen genauso "ihren Mann stehen können" wie die Männer -- und oft sogar deutlich besser -- haben nicht nur die Zeiten nach den Weltkriegen oder die in dieser Hinsicht wesentlich gleichberechtigteren DDR-Verhältnisse gezeigt.
Pädophilie von Lehrern spielt m.E. in Grundschulen thematisch eine eher untergeordnete Rolle, auch wenn jedes Mal, wenn überhaupt irgendwas Entsprechendes in einer Grundschule passiert, pauschal die Männer verdächtigt werden -- meistens sogar zu Recht, denn sexuelle Verbrechen von Frauen an Kindern sind extrem selten.
In Kindergärten lassen sich Männer aus exakt denselben Gründen kaum blicken.

Das habe ich auch schon einmal gefragt - siehe hier:
http://www.gutefrage.net/frage/maennerquote-in-erziehungsberufen
M.E. liegt es wirklich an den beiden Punkten, die Du aufzählst.

Ob's am Geld oder am Prestigemangel liegt, kann ich nicht sagen, ich denke, es ist eher eine "traditionelle" Sache: Es war (und ist???) eben immer Frauensache (gewesen), sich um die "Kleinen" zu kümmern, und das Umdenken scheint wohl in Institutionen wie Grundschule und Kindergarten sehr viel länger zu dauern als in der Familie.
Und ich fürchte, die erschreckende Zunahme von Pädophiliefällen wird auf längere Sicht dazu beitragen, dass sich an dem Missverhältnis Lehrerin/Lehrer nicht viel ändern wird. Eine Freundin erzählte mir, dass der einzige Erzieher im Kindergarten ihrer Töchter wochenlang von einigen Eltern schief angesehen wurde, als von einem Fall von Kindesmissbrauch in einer KiTa in ihrer Stadt in den Medien berichtet wurde. Traurig, traurig...
Rolf u. Högemann am 14. Mai 2007 22:52 Ja - wenn wir in einer Schule einen Auftritt haben und ich komme aufs Schulgelände oder in einen Kindergarten, da werd ich oft auch so misstrauisch angeblickt und angegiftet: "Was wolln Sie denn hier?" Als ob Frauen nicht auch kleine Kinder missbrauchen (können!)
Auf der Fachschule für Sozialpädagogik hatten wir bei 4 Klassen à 25 Schüler wirklich nur 3 männliche Mitschüler!
Leider sind die sozialen Berufe (sicher auch Krankenpfleger etc?) absolut unterbezahlt!! Ich denke nicht, dass ein Erzieher eine Familie ernähren könnte - bei den wenigen, die ICH kenne, arbeitet ausnahmslos die Frau ebenfalls mit!