Frage von boriswulff 16.07.2007

Warum gibt es so viele Hartz IV Empfänger, die nicht arbeiten wollen...

  • Antwort von Lotusblume12 16.07.2007
    18 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    ich glaube nicht, dass sie nicht arbeiten wollen. Die Beschäftigungsmöglichkeiten, die häufig für die Leute in Frage kommen, bescheren ihnen mehr Aufwand aber nicht mehr Geld. Ich denke nicht die Arbeitsstunden heraufsetzen, sondern heruntersetzen, dass alle eine sinnvolle Arbeit haben und für ihr Geld arbeiten können. Das stärkt ja auch das Selbstbewußtsein. Nur inzwischen, da das schon so lange läuft und es so viele Langzeitarbeitslose gibt, ist es schwer sie wieder irgendwo zu integrieren. Das würde erst mal Kosten bedeuten. Es wäre sinnvoller, in Qualifikation zu investieren und zwar auf bestimmte Arbeitsplätze hin. Denn Schulungen, wo jeder weiß, das ist nur für die Statistik, bringt sicher nichts. Frust für den der wirklich Arbeit sucht. Da ist denn auch eher die Wirtschaft angesprochen. Der Staat, wer immer das auch ist, muss die Wirtschaft mit ins Boot bekommen und nicht auch noch die Leute gegeneinander ausspielen. So nun aber genug! :) Liest hier eh kaum einer, was ich denn nun mal wieder so viel zu schreiben habe. LG Lotusblume

  • Antwort von soust 16.07.2007
    14 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Dahinter steckt doch der Stammtischsatz: "Wer arbeiten will, der findet auch Arbeit."

    Merkwürdig, dass der nach über zwei Jahrzehnten hoher Arbeitslosigkeit noch nicht verschwunden ist. Manche "Weisheiten" halten sich eben ewig.

    Es gibt heute sogar schon Löhne, von denen sich eine bescheiden lebende alleinstehende Person nicht mehr ernähren kann - geschweige denn Leute mit Familie!

    Wenn Du aber mal eine Arbeit angenommen hast, fragt Dich keiner mehr danach, ob sie ausreicht. Hauptsache, Du bist aus der Statistik raus.

    Trotzdem gab, gibt und wird es immer Leute geben, die sich vor der Arbeit drücken. Nur: das ist ein gewisser Prozentsatz, den es schon immer gegeben hat.

  • Antwort von Ignatius 16.07.2007
    12 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Vermutlich ist der Anteil der Hartz-IV-Empfänger, der nicht arbeiten will so hoch wie der Anteil der Arbeitnehmer, der nicht arbeiten will. Die Frage so zu formulieren bedeutet, den Leidtragenden der wirtschaftlichen Situation, den Arbeitslosen, die die volle Wucht des wirtschaflichen und gesellschaftlichen Absturzes aushalten müssen auch noch zusätzlich die Verantwortung für die gesamtwirtschalftliche Situation in Deutschland zuzuschieben. Meiner Meinung ist diese Bewertung der Arbeitslosen erbärmlich, sie funktioniert nach dem Sündenbockprinzip, ist jemand schwach und kann sich nicht wehren dann kann man ihn treten und prügeln und die Schuld an allem zuweisen. Besonders schlimm finde ich, wenn sich die "Stammtische" auch noch zu solchen Pogromen verabreden, egal ob auf der Straße oder in Internetforen.

  • Antwort von krubi 16.07.2007
    12 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Es ist wie immer: Man darf nicht alle über einen Kamm scheren!

    Natürlich gibt es solche, die nicht arbeiten WOLLEN ... die gab es aber auch schon in der Sozialhilfe. Es gibt aber auch welche, die nicht arbeiten KÖNNEN ... bspw. aus gesundheitlichen Gründen.

    Meiner Meinung nach müsste hier das System bereinigt werden und Angehörige dieser beiden Gruppen als nicht arbeits- und/oder vermittlungsfähig in das Sozialgeld eingestuft werden. Dann würden sich nämlich die Chancen und das Image derer, die tatsächlich arbeiten wollen, erheblich verbessern - und das sind meiner Erfahrung nach sehr viele!

    Leider wird in diesem Bereich zu sehr nach dem Gießkannenprinzip vorgegangen und sowohl Sanktionen als auch Förderungen treffen oft die Falschen.

  • Antwort von demosthenes 16.07.2007
    11 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Zwar weiss ich nicht, wieviele HartzIV-Empfänger nicht arbeiten wollen.

    Bei uns in der Gegend gibt es aber schon einige Hinweise darauf, dass es so wenige nicht sind, wenn ich einmal die wirklich aufwendigen Versuche des Arbeitsamtes ansehe, sie in Arbeit und Brot zu bringen.

    Die Hälfte der Eingeladenen erscheint gar nicht, nach 2-3 Tagen erscheint vom Rest nur noch ein Bruchteil - entweder "einfach so" ohne Begründung oder mit gelbem Urlaubsschein.

    Nach einer Woche sind von 50 Leuten nie mehr als zwei übrig.

    Ausserdem kenne ich Familien, die schon in der dritten und vierten Generation nicht arbeiten - echte Sozialhilfe-Dynastien.

    Hier müssten die Behörden deutlich mehr Druck machen und das heisst Sperren verhängen, denn nur über das Geld sind solche Leute zu erreichen.

  • Antwort von Erdal 16.07.2007
    9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ein Bekannter von mir ist über eine Zeitarbeitsfirma arbeiten gegangen, weil er nicht zu Hause "rumsitzen" wollte. Er hätte aber, da er Frau und Kind zu hause hat, mit Hartz IV mehr Geld in der Tasche gehabt. Das denke ich darf einfach nicht sein. Der SChluß darf jetzt aber nicht sein, den Leuten die Zuwendungen zu kürzen. Die sind meistens sowieso schon sehr knapp bemessen. Eher sollte dafür gesorgt werden, dass die Leute, die wirklich arbeiten, nicht mit weniger am Ende des Monats dastehen als die Typen, die meinen sichdank staatlicher Unterstützung auf die faule Haut legen zu können. Wie das aber zu erreichen ist ...? Da habe ich leider keine rechte, vor allem gerechte, Vorstellung.

  • Antwort von dock69 16.07.2007
    6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Mag sein, dass es viele HartzIV-Empfänger gibt, die trotz ernsthaften Bemühungen keinen Job bekommen. Persönlich kenne ich ausschließlich Leute im besten Alter, die "offiziell" etwas suchen, aber sich an ihre Situation gewöhnt und sich damit arrangiert haben. Sie suchen Jobs, die sie für "standesgemäß" halten, die die staatlichen Hilfen als "wohlverdient" ansehen, und haben Gehaltsforderungen, die nicht realisierbar sind. Für das Amt werden Bewerbungen getürkt, damit ihnen die Bezüge nicht gestrichen werden. Mit ein bisschen "infoffiziellem jobben" haben sie mehr Geld zur Verfügung, als mancher Arbeitnehmer. Ich habe solchen Leuten nach meinen Möglichkeiten auch kleinere Jobs angeboten, da sie etwas dazuverdienen durften. Aber da hatte keiner Lust drauf, schon weil man beim Amt dafür etwas Papier beschreiben musste .... Als ich jemand für die Büroreinigung suchte, wollte diese "bedürftige" Person 10 EUR, natürlich bar auf die Kralle - ohne Vertrag. Eine zweimonatige Suchanzeige auf der Webseite der Arbeitsagentur im letzten Jahr führte nichtmal zu einer Anfrage. Das kann mir ja mal gern einer erklären, warum das so trotz der vielen Arbeitssuchenden ist ...

  • Antwort von poetvl 16.07.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Die Diskrepanz zwischen Hartz 4, und einer schlecht bezahlten Arbeit ist wohl zu gering. Wenn jemand unwesentlich mehr im Säckel hat, wenn er 8-10 Std. arbeitet, wie wenn er Hartz 4 bekommt, ist es eine Schieflage die gerade gerückt werden muss. Habe zwar auch kein Patentrezept, bin aber auch kein Hartz 4 Empfänger, stehe mitten im Leben und habe durchschnittlich einen 11-12 Std. Tag. Die Behauptung das die meisten Hartz 4 Empfänger nicht arbeiten wollen, ist auf jeden Fall Stammtischgeschwätz.

  • Antwort von Raimund1 16.07.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Eigentlich wäre ich jetzt auch HartzIV-Fall. Ich war 4 Jahre arbeitslos (unfassbar für einen, der davor Abteilungsdirektor war!). Hab mich mit allem möglichen durchgeschlagen, Arbeit um jeden Preis... Zur Rente fehlten mir 3 Monate Arbeitslosigkeit, da hätte ich mich mit selbständiger Tätigkeit über Wasser halten können. Aber ich darf dann nur 160 € dazu verdienen und als Selbständiger muss ich auch noch ca. 300 € Krankenkasse zahlen. Logische Folge: Selbständige Tätigkeit mit einem Nullverdienst plus 400-Euro-Job. Und für die meisten sieht es ähnlich aus: wenn ihnen die Wohnung bezahlt wird - wäre bei mir nicht der Fall - können sie i.d.R. auch nicht mehr als 160 € dazuverdienen. Und ab Erreichen der Verdienstobergrenze fällt HartzIV sowieso weg und du musst alles selber zahlen - und dann stehst du möglicherweise schlechter als mit Hartz da. Es muss einfach eine andere Lösung her, aber ein Politiker kann sich nicht vorstellen, so zu leben. Er hat andere Interessen...

  • Antwort von jesreel 18.07.2007
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Meiner Meinung möchte ich vorausstellen, dass es sicher viele Hartz IV Empfänger gibt, die arbeiten wollen! Aber: und da fängt es schon an! Eben nicht alles, was es auf dem Markt gibt. Obwohl das ja eigentlich gefordert ist, seinen Lebensunterhalt "irgendwie" zu sichern, um der Allgemeinheit nicht auf der Tasche zu liegen. Ich höre oft das Argument "das rechnet sich nicht für mich" oder "wie viel darf ich dazuverdienen" oder "da schaff ich ja fürs gleiche Geld". Auch wenn das menschlich verständlich ist, zeigt es die Krankheit des Denkens. Ich darf natürlich so viel verdienen, wie es geht. Nur damit verdiene ich mir ja, wie alle anderen auch, meinen Lebensunterhalt. Da IST noch normal für die meisten. Wenn mein Verdienst nicht ausreicht um meine vielköpfige Familie durchzubringen, dann springt die Allgemeinheit in Form von Steuergeld Hartz IV ein und füttert meine Börse auf. Ich darf 160 € anrechungsfrei behalten, meine Frau auch, meine 16jährige, die Zeitung austrägt, auf jeden Fall 100. So, es rechnet sich schon, arbeiten zu gehen. Wenn das aber 3 in der Familie tun, dann KRIEGE ich ja vielleicht gar nix mehr von Hartz IV. Dann lass ich es lieber wieder sein! Oder ich arbeite nur auf 400 € Basis, da bleiben mir 160 € frei und die Arge lässt mich in Ruhe oder ich kann argumentieren, dass ich wg. dem Basisjob nicht vollzeit arbeiten gehen kann. (Der Gedanke dieses Steuerfreien Jobs, den eigentliche Familienmütter annehmen sollte, für ein wenig Extra zum Einkommen des "Ernährers ist leider abhanden gekommen) Ein weiterer Grund für Hartz IV: die nächste Generation! Ein Empfänger in einer Familie zieht ja die ganze Bedarfsgemeinschaft mit in Hartz IV. Dann hört oft der Partner auf und/oder die Kindern, die den Unterhalt mit bestreiten sollen. Es "lohnt" sich nicht. Die Kinder U25 wollen ihr Geld selbst behalten und sehen überhaupt nicht ein, warum sie zahlen sollten. Ausziehen geht nur, wenn harte Gründe dafür sprechen. Also, lieber Job hinwerfen und im Sommer an den Baggersee. Seien wir doch ganz ehrlich mit uns selbst: Wir wären nach einem subventionierten mehrmonatigen Sommerurlaub auch verdorben fürs Arbeitsleben, nicht wahr? Wenn dann noch ein bißchen schwarzarbeit... "du hast doch zeit". Lösungen: Holland macht es vor. Die Jungen erhalten nur 3 Monate Unterstützung, damit sie suchen können. Alle anderen arbeiten für ihre Stütze, aber nicht nur so lockeren 1€Jobs, halbtags, sondern Vollzeit, zum Nutzen der Gesellschaft. Wer VZ arbeitet, und wenig Stütze dafür kriegt, schaut sich schnell nach was besserem um. Nur der, der schwach ist (Vermittlungshindernisse hat) bezieht auf Dauer, und arbeitet was nützliches für sein Einkommen.

    Dazu müsste die Sache von der BA an die Kommunen zurück gehen und dort personell aufgestockt werden, denn das will organisiert sein. Deutschland ist größer als Holland. Es muss deswegen von der Bundesbehörde runtergebrochen werden auf kleine Verwaltungseinheiten. Und die Städte kennen ihren eigenen Bedarf und den Markt vor Ort viel besser, haben die besseren Mitarbeitern, die ein ganzes Jahrzehnt Erfahrung mit "Hilfen zur Arbeit" nachweisen können.

    Es bräuchte bestimmte Regelungen, dass diese Jobs nicht anderen den Arbeitsplatz streitig machen, aber das kennt man heute auch schon mit der Regel, es muß zusätzlich sein. Klar, die Frau, die im Altersheim den Schrank auswischt oder das Essen aus der Küche fährt, könnte auch angestellt sein. Nur würden die Pflegesätze ihr keinen Arbeitsplatz schaffen, genauso wie die, welche in der Stadtbibliothek die Bücher zurückstellen....

    Vor allen Dingen benötigen wir einen Paradigmenwechsel, weg von der Versorgungsmentalität, entweder des Wohlstandsstaates, als ganz viele ganz wenige gut verkrafteten, oder wo de Staat alles zur Verfügung stellte, wie im Osten.

    Nach wie vor bin ich sehr dafür, Alte, Kranke, Mütter, zu stützen! Aber Solidargemeinschaft im eigentlichen Sinn meint, dass jeder so viel, wie er kann, einbringt. Hartz IV fördert den Gedanken, so viel wie möglich rauszunehmen ohne etwas einzubringen. Und da liegt das tiefe Problem. Deshalb erhält das System sich selbst, bis es kollabiert.

  • Antwort von HirnClaudia 16.07.2007
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Die Arbeitslosen bzw. Hartz IV-Empfänger wollen schon arbeiten! Aber für nur ein paar Euros im Monat mehr ... das sicherlich nicht.

    Es sollten endlich vernünftige Löhne gezahlt werden. Es ist ja schon fast gleichgültig, in welcher Branche Du als Angestellter arbeitest. Du hast doch gerade soviel, dass so eben die laufenden Kosten bezahlt werden können. Und wenn man sich dann überlegt, dass Du als Hartz IV-Empfänger fast alles von den Ämtern bezahlt bekommst ...

  • Antwort von SommerJD 13.10.2012

    Ein Hartz 4 Empfänger 20 Jahre, single, bekommt derzeit das Existenzminimum in Deutschland von ca. 1200 Euro netto. Auch Hartz4 ist ein Einkommen, bzw. ein Verdienst.

    Auch viele Studenten beantragen Bafög, was nichts anderes ist. Geringverdiener mit weniger als 1000 Euro netto beantragen meist Wohngeld und viele andere Zuschüsse.

    Viele, die arbeiten gehen, sind neidisch, da Sie weniger verdienen. Wer derzeit 1700 Euro netto verdient, Miete bezahlt, ein KFZ unterhält, dem bleiben im Monat Null Euro übrig.

    Stimmst, oder habe ich recht?

  • Antwort von Werner45 09.09.2008

    Ich sehe auch täglich Typen durch die Stadt fahren mit teuren Schlitten, zu einer Zeit, in der man eigentlich was schafft. Man sieht sie auch immer in Kneipen rumhängen. und die kriegen dann auch noch die schärfsten Bräute... Da mangelt es ganz klar an amtl. Kontrollen und fehlender Koordination mit Finanzämtern (KfZ-Steuer)!! man braucht doch nur über das Kennzeichen den Halter ermitteln und die ARGE weiss sofort, ob er illegale Einkommen hat oder nicht! Außerdem würde ich für einen Mini-Lohn, wie ihn unfähige Politiker fordern, auch nicht arbeiten, denn dann müsste der Staat wieder was zuschiessen und Rente würde dann auch wieder das Sozialamt zahlen, denn vom Mini-Lohn kann man keine Rentenbeiträge leisten! Es ist schon lange signifikant, dass es mehr Menschen gibt als Arbeitsplätze!!!!!!!!!!!!!!!! Nur will man den Arbeitslosen immer etwas anderes einreden, z.B. würden sie sich zu wenig bemühen usw., obwohl das völliger Plumpaquatsch ist bei der tatsächlichen Arbeitsmarktlage!!!!! Viele schreiben hunderte von Profis verfasste Bewerbungen und kassieren doch nur Absagen, obwohl sie gut arbeiten können und wollen! Aber wo auf jede Stelle hunderte Bewerber kommen... Klar dass man dann irgendwann sagt, jetzt will ich einfach nicht mehr, denn es bringt eh nix, sich den A... aufzureissen und selbst wenn man wieder Arbeit findet, wird einem über die Hälfte wieder weggenommen - ich sage nur: "Renten-Besteuerung", "Stromverteuerung", "Preisschraube" etc., etc., etc...!

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