boriswulff am 16.07.2007 um 13:49 Uhr
... und was könnte der Staat dagegen besser unternehmen?

ich glaube nicht, dass sie nicht arbeiten wollen. Die Beschäftigungsmöglichkeiten, die häufig für die Leute in Frage kommen, bescheren ihnen mehr Aufwand aber nicht mehr Geld. Ich denke nicht die Arbeitsstunden heraufsetzen, sondern heruntersetzen, dass alle eine sinnvolle Arbeit haben und für ihr Geld arbeiten können. Das stärkt ja auch das Selbstbewußtsein. Nur inzwischen, da das schon so lange läuft und es so viele Langzeitarbeitslose gibt, ist es schwer sie wieder irgendwo zu integrieren. Das würde erst mal Kosten bedeuten. Es wäre sinnvoller, in Qualifikation zu investieren und zwar auf bestimmte Arbeitsplätze hin. Denn Schulungen, wo jeder weiß, das ist nur für die Statistik, bringt sicher nichts. Frust für den der wirklich Arbeit sucht. Da ist denn auch eher die Wirtschaft angesprochen. Der Staat, wer immer das auch ist, muss die Wirtschaft mit ins Boot bekommen und nicht auch noch die Leute gegeneinander ausspielen. So nun aber genug! :) Liest hier eh kaum einer, was ich denn nun mal wieder so viel zu schreiben habe. LG Lotusblume
Dahinter steckt doch der Stammtischsatz: "Wer arbeiten will, der findet auch Arbeit."
Merkwürdig, dass der nach über zwei Jahrzehnten hoher Arbeitslosigkeit noch nicht verschwunden ist. Manche "Weisheiten" halten sich eben ewig.
Es gibt heute sogar schon Löhne, von denen sich eine bescheiden lebende alleinstehende Person nicht mehr ernähren kann - geschweige denn Leute mit Familie!
Wenn Du aber mal eine Arbeit angenommen hast, fragt Dich keiner mehr danach, ob sie ausreicht. Hauptsache, Du bist aus der Statistik raus.
Trotzdem gab, gibt und wird es immer Leute geben, die sich vor der Arbeit drücken. Nur: das ist ein gewisser Prozentsatz, den es schon immer gegeben hat.

Es ist wie immer: Man darf nicht alle über einen Kamm scheren!
Natürlich gibt es solche, die nicht arbeiten WOLLEN ... die gab es aber auch schon in der Sozialhilfe. Es gibt aber auch welche, die nicht arbeiten KÖNNEN ... bspw. aus gesundheitlichen Gründen.
Meiner Meinung nach müsste hier das System bereinigt werden und Angehörige dieser beiden Gruppen als nicht arbeits- und/oder vermittlungsfähig in das Sozialgeld eingestuft werden. Dann würden sich nämlich die Chancen und das Image derer, die tatsächlich arbeiten wollen, erheblich verbessern - und das sind meiner Erfahrung nach sehr viele!
Leider wird in diesem Bereich zu sehr nach dem Gießkannenprinzip vorgegangen und sowohl Sanktionen als auch Förderungen treffen oft die Falschen.

Vermutlich ist der Anteil der Hartz-IV-Empfänger, der nicht arbeiten will so hoch wie der Anteil der Arbeitnehmer, der nicht arbeiten will. Die Frage so zu formulieren bedeutet, den Leidtragenden der wirtschaftlichen Situation, den Arbeitslosen, die die volle Wucht des wirtschaflichen und gesellschaftlichen Absturzes aushalten müssen auch noch zusätzlich die Verantwortung für die gesamtwirtschalftliche Situation in Deutschland zuzuschieben. Meiner Meinung ist diese Bewertung der Arbeitslosen erbärmlich, sie funktioniert nach dem Sündenbockprinzip, ist jemand schwach und kann sich nicht wehren dann kann man ihn treten und prügeln und die Schuld an allem zuweisen. Besonders schlimm finde ich, wenn sich die "Stammtische" auch noch zu solchen Pogromen verabreden, egal ob auf der Straße oder in Internetforen.
Sehr gut formulierte Antwort.

Zwar weiss ich nicht, wieviele HartzIV-Empfänger nicht arbeiten wollen.
Bei uns in der Gegend gibt es aber schon einige Hinweise darauf, dass es so wenige nicht sind, wenn ich einmal die wirklich aufwendigen Versuche des Arbeitsamtes ansehe, sie in Arbeit und Brot zu bringen.
Die Hälfte der Eingeladenen erscheint gar nicht, nach 2-3 Tagen erscheint vom Rest nur noch ein Bruchteil - entweder "einfach so" ohne Begründung oder mit gelbem Urlaubsschein.
Nach einer Woche sind von 50 Leuten nie mehr als zwei übrig.
Ausserdem kenne ich Familien, die schon in der dritten und vierten Generation nicht arbeiten - echte Sozialhilfe-Dynastien.
Hier müssten die Behörden deutlich mehr Druck machen und das heisst Sperren verhängen, denn nur über das Geld sind solche Leute zu erreichen.
Diese Erklärung kann ich nur positiv bewerten!
bommel65 am 16. Juli 2007 17:51 Da ist was dran...leider. Das mit den "Dynastien" kenne ich auch, aber wie sollen die Kinder etwas lernen, was die Eltern schon nicht konnten?
Wieselchen1 am 17. Juli 2007 08:57 Ich weiß nicht, ob das soo tolle Bemühungen sind, die die Agentur für Arbeit da immer loslässt. Jemanden vorzuladen heißt noch lange nicht, dass man auch was für ihn tut. Mein Mann war jahrelang arbeitslos und hat nicht ein Stellenangebot, nicht eine Weiterbildungsmassnahme und nicht eine Beratung erhalten. Er wurde immer nur dorthin zitiert, um dann wieder nach Hause geschickt zu werden. Erst als er anfing, sich zu wehren, kamen dann ganz "tolle" Angebote: Er sollte eine Ausbildung auf dem Bau machen, zu einer Zeit, als die ganze Baubranche boomte, er sollte - als Halbtagskraft ohne Auto - in die abgelegensten Dörfer fahren um dort Hilfsarbeiten zu erledigen, einmal sagte er einen Termin ab, als mein großer Sohn krank wurde und ich schon auf der Arbeit war - da haben sie ihm das Arbeitslosengeld (nicht ALG2!!!) gestrichen, weil er ja (bei einem 12jährigen) die Betreuung meines Sohnes innehatte und daher gar nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stünde und weiter so tolle Schikanegeschichtchen......
Ich war zwei mal in meinem Leben arbeitssuchend und habe mir jedes Mal selber geholfen, weil ich von unserer tollen Agentur für Arbeit nur verwaltet wurde.
Und ich kenne etliche ALG2-Empfänger, denen das nicht anders geht. Null Beratung, nur Druck, nur Streichungen, und wenn die Kinder selber sich ein Taschengeld verdienen wollen, wirds auf das Einkommen der Eltern angerechnet. Dass die dadurch natürlich lernen, dass sichs Arbeitengehen nicht lohnt - logisch.
demosthenes am 17. Juli 2007 17:08 @Tanzwiesel:
Wenn ich von aufwendigen Versuchen speche, dann wurden die Leute trainiert, für einen Job, den es gab und sie bekamen Autos gestellt (nagelneue Mercedes A-Klasse), damit sie den Arbeitsort erreichen konnten.
Es waren also keine "Vorladungen" oder das x-te Bewerbungstraining, sondern echte Jobs und alle auftauchenden Probleme wurden beseitigt, siehe Mercedes.
Wieselchen1 am 18. Juli 2007 07:36 In diesen Fällen stimme ich dir zu, dass es sich wirklich um die sogenannten faulen Eier handelt. Allerdings sind hier bei uns solche Maßnahmen fremd. Hier hat jemand, der Hufschmied werden wollte, dafür aber einen Führerschein brauchte, noch nicht einmal den bezahlt bekommen, obwohl er eine feste Zusage vom Ausbilder hatte, wenn er den Führerschein gemacht hätte. Und das lag der "Agentur für Arbeit" schriftlich vor. Erst als die Weseler Langzeitarbeitslosenvereinigung ihre Anwälte dahin geschickt hatte, wurde was draus.
Ein Bekannter von mir ist über eine Zeitarbeitsfirma arbeiten gegangen, weil er nicht zu Hause "rumsitzen" wollte. Er hätte aber, da er Frau und Kind zu hause hat, mit Hartz IV mehr Geld in der Tasche gehabt. Das denke ich darf einfach nicht sein. Der SChluß darf jetzt aber nicht sein, den Leuten die Zuwendungen zu kürzen. Die sind meistens sowieso schon sehr knapp bemessen. Eher sollte dafür gesorgt werden, dass die Leute, die wirklich arbeiten, nicht mit weniger am Ende des Monats dastehen als die Typen, die meinen sichdank staatlicher Unterstützung auf die faule Haut legen zu können. Wie das aber zu erreichen ist ...? Da habe ich leider keine rechte, vor allem gerechte, Vorstellung.
Wie ich gelesen habe, hegen wir alle die gleichen Gedanken...und wir sind sicher nicht allein.Aber alle unter einen Hut zu kriegen......
Wieselchen1 am 17. Juli 2007 09:04 Was mich nur so stutzig macht, ist der Begriff "staatliche Unterstützung" - haben wir denn nicht alle jahrelang in die "staatliche Unterstützung" in Form einer "Versicherung" eingezahlt.... Ich arbeite nunmehr seit 25 Jahren, war ein halbes Jahr arbeitslos. Also zahle ich seit 24 1/2 Jahren zwangsweise in eine Versicherung, die ständig ihre Konditionen zu meinen Ungunsten verändert. Jede andere Versicherung wäre schon lange pleite.....
Mit Sicherheit sind auch viele Menschen unter den ALG2-Empfängern, die sich das System zu Nutze machen, aber ich kenne auch Arbeitnehmer, die ihre Arbeit auf andere abschieben und vom Betrieb bezahlt werden und letztendlich bleibt die Arbeit an den Kollegen hängen.
Schwarze Schafe gibt es überall.
Wer einen geringen Lohn hat (z.b. Ungelernt, Zeitarbeit) erhält ja auf jeden Fall ergänzende Hilfen, falls es für die Familie nicht reicht. Er behält sogar noch 100 + 20 % dieses Einkommens als Freibetrag! Wo ist also das Problem? Dass man für dieses Geld arbeiten geht, was man sowieso kriegt!
Wieselchen1 am 18. Juli 2007 07:43 Nö. Die Freibeträge usw. reichen meist nicht aus, um deine Aufwendungen zu schultern, z.B. Auto, Arbeitskleidung usw. Dann fallen ja auch andere Hilfen weg, die du nur aufgrund deiner Arbeitslosigkeit hattest - ganz so einfach ist es nicht.
Habe einer Freundin einen Job bei uns verschafft, und sie hat nun arge Probleme, mit dem Geld alles auf die Reihe zu bekommen. Nach drei Jahren Hartz4 hat man eben nicht mehr den Schrank voller für einen Bürojob angemessener Kleidung, es musste ein Auto für die Fahrten zum Arbeitsplatz angeschafft werden, nun muss sie auch noch Zahnersatz haben, weil sie durch mehrere Zysten sich zwei Zähne hat ziehen lassen müssen, und und und! Es steht sogar die ARGE bei ihr vor der Tür und will Gelder zurückhaben, weil sie ja jetzt wieder Geld verdient.... Sie ist froh, wieder arbeiten zu können, aber manchmal, so sagt sie, wächst ihr das alles über den Kopf....

Mag sein, dass es viele HartzIV-Empfänger gibt, die trotz ernsthaften Bemühungen keinen Job bekommen. Persönlich kenne ich ausschließlich Leute im besten Alter, die "offiziell" etwas suchen, aber sich an ihre Situation gewöhnt und sich damit arrangiert haben. Sie suchen Jobs, die sie für "standesgemäß" halten, die die staatlichen Hilfen als "wohlverdient" ansehen, und haben Gehaltsforderungen, die nicht realisierbar sind. Für das Amt werden Bewerbungen getürkt, damit ihnen die Bezüge nicht gestrichen werden. Mit ein bisschen "infoffiziellem jobben" haben sie mehr Geld zur Verfügung, als mancher Arbeitnehmer. Ich habe solchen Leuten nach meinen Möglichkeiten auch kleinere Jobs angeboten, da sie etwas dazuverdienen durften. Aber da hatte keiner Lust drauf, schon weil man beim Amt dafür etwas Papier beschreiben musste .... Als ich jemand für die Büroreinigung suchte, wollte diese "bedürftige" Person 10 EUR, natürlich bar auf die Kralle - ohne Vertrag. Eine zweimonatige Suchanzeige auf der Webseite der Arbeitsagentur im letzten Jahr führte nichtmal zu einer Anfrage. Das kann mir ja mal gern einer erklären, warum das so trotz der vielen Arbeitssuchenden ist ...
bommel65 am 16. Juli 2007 17:55 Ja, finde ich auch seltsam...
Solange aber die staatlichen Transferleistungen so hoch sind, daß man sich davon immer noch das neueste Handy leisten kann, stimmt meines Erachtens im System etwas nicht...
Wieselchen1 am 17. Juli 2007 09:11 Was verstehst du unter standesgemäßen Jobs? Wenn ich hart gearbeitet habe und eine anerkannte Ausbilung erfolgreich abgeschlossen habe, will ich doch auch da arbeiten!
Wenn ich 25 Jahre in eine Versicherung einzahle, habe ich es dann nicht wohl verdient, dass ich auch mal ein, zwie Jahre nach einem Job sehen kann, der meinen Qualifikationen entspricht?
Ich sehe das so.
Kai aus Berlin am 17. Juli 2007 20:23 @tanzwiesel: Genau das denken viele und das finde ich nicht gut. Wegen bestimmten Anspruchshaltungen funktioniert unser Sozialsystem auch nicht richtg. HartzIV soll *existenzbedrohende Härten" ausgleichen. Es geht nicht darum, dass man irgendwann ein Anrecht verdient hat, was man ausnutzen kann. Wenn ich z.B. gelernter Elektriker bin und keinen Job finden, wie lange will man dann warten? 1 Jahr? 5 Jahre? 10 Jahre? Ich kenne Menschen, die schon viele Jahre auf Ihren "Traumjob" warten. Dann finden Sie mal nach nach langer Zeit einen, nehmen ihn aber nicht an, weil er ihnen zu schlecht bezahlt ist und sind wieder 3 Jahre arbeitslos. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wieso kann der Elektriker nicht irgendwo als Kommissionierer sein Geld verdienen, bis er vielleicht wieder eine Stelle als Maler bekommt?
Rechne mal aus, wieviel Du z.B. an Arbeitslosenversicherung in 25 Jahren einzahlst und wieviel Du davon in 1-2 Jahren als Arbeitslosengeld beanspruchen würdest. Wenn jeder so denkt, funktioniert das System einfach nicht.

Eigentlich wäre ich jetzt auch HartzIV-Fall. Ich war 4 Jahre arbeitslos (unfassbar für einen, der davor Abteilungsdirektor war!). Hab mich mit allem möglichen durchgeschlagen, Arbeit um jeden Preis... Zur Rente fehlten mir 3 Monate Arbeitslosigkeit, da hätte ich mich mit selbständiger Tätigkeit über Wasser halten können. Aber ich darf dann nur 160 € dazu verdienen und als Selbständiger muss ich auch noch ca. 300 € Krankenkasse zahlen. Logische Folge: Selbständige Tätigkeit mit einem Nullverdienst plus 400-Euro-Job. Und für die meisten sieht es ähnlich aus: wenn ihnen die Wohnung bezahlt wird - wäre bei mir nicht der Fall - können sie i.d.R. auch nicht mehr als 160 € dazuverdienen. Und ab Erreichen der Verdienstobergrenze fällt HartzIV sowieso weg und du musst alles selber zahlen - und dann stehst du möglicherweise schlechter als mit Hartz da. Es muss einfach eine andere Lösung her, aber ein Politiker kann sich nicht vorstellen, so zu leben. Er hat andere Interessen...
Wieselchen1 am 17. Juli 2007 09:16 Nicht nur die Politiker haben andere Interessen, sondern einfach die, die tatsächlich an der Macht sind, und das sind die Industriemagnaten und Wirtschaftsverbände.
Deren Interesse ist es wirklich, dass wir so klein wie möglich sind, dass wir erpressbar bleiben in unseren Jobs.
Oft genug haben sie angekündigt, dass sie "amerikanische Verhältnisse" in Deutschland haben wollen, eben, dass am Morgen 1000 Leute vorm Werkstor stehen und der Voraberiter sich die rauspickt, dessen Nase ihm am besten gefällt - und nach Möglichkeit können sie dich heuern und feuern ohne Fristen, ohne Vorwarnung. Und Sozialabgaben - zahlt der Chef von heute nicht....
Der Wirtschaft Traum sind die Verhältnisse zur Zeit, den werden die so schnell nicht mehr aufgeben.....
Silmoo am 22. August 2007 16:11 So isses leider. Ein Politiker kann garnichts machen." Die Politiker" wäre die bessere Bezeichnung, deren Eid: das Volk vor Schaden zu bewahren. Sozialer Abstieg ist Schaden !
Die Diskrepanz zwischen Hartz 4, und einer schlecht bezahlten Arbeit ist wohl zu gering. Wenn jemand unwesentlich mehr im Säckel hat, wenn er 8-10 Std. arbeitet, wie wenn er Hartz 4 bekommt, ist es eine Schieflage die gerade gerückt werden muss. Habe zwar auch kein Patentrezept, bin aber auch kein Hartz 4 Empfänger, stehe mitten im Leben und habe durchschnittlich einen 11-12 Std. Tag. Die Behauptung das die meisten Hartz 4 Empfänger nicht arbeiten wollen, ist auf jeden Fall Stammtischgeschwätz.
Es ist ja teilweise so, dass jemend mit Vollzeitjob noch zusätzlich Hartz IV bekommt, weil er so wenig verdient. DAs dürfte nicht sein.
Die Arbeitslosen bzw. Hartz IV-Empfänger wollen schon arbeiten! Aber für nur ein paar Euros im Monat mehr ... das sicherlich nicht.
Es sollten endlich vernünftige Löhne gezahlt werden. Es ist ja schon fast gleichgültig, in welcher Branche Du als Angestellter arbeitest. Du hast doch gerade soviel, dass so eben die laufenden Kosten bezahlt werden können. Und wenn man sich dann überlegt, dass Du als Hartz IV-Empfänger fast alles von den Ämtern bezahlt bekommst ...
Meiner Meinung möchte ich vorausstellen, dass es sicher viele Hartz IV Empfänger gibt, die arbeiten wollen! Aber: und da fängt es schon an! Eben nicht alles, was es auf dem Markt gibt. Obwohl das ja eigentlich gefordert ist, seinen Lebensunterhalt "irgendwie" zu sichern, um der Allgemeinheit nicht auf der Tasche zu liegen. Ich höre oft das Argument "das rechnet sich nicht für mich" oder "wie viel darf ich dazuverdienen" oder "da schaff ich ja fürs gleiche Geld". Auch wenn das menschlich verständlich ist, zeigt es die Krankheit des Denkens. Ich darf natürlich so viel verdienen, wie es geht. Nur damit verdiene ich mir ja, wie alle anderen auch, meinen Lebensunterhalt. Da IST noch normal für die meisten. Wenn mein Verdienst nicht ausreicht um meine vielköpfige Familie durchzubringen, dann springt die Allgemeinheit in Form von Steuergeld Hartz IV ein und füttert meine Börse auf. Ich darf 160 € anrechungsfrei behalten, meine Frau auch, meine 16jährige, die Zeitung austrägt, auf jeden Fall 100. So, es rechnet sich schon, arbeiten zu gehen. Wenn das aber 3 in der Familie tun, dann KRIEGE ich ja vielleicht gar nix mehr von Hartz IV. Dann lass ich es lieber wieder sein! Oder ich arbeite nur auf 400 € Basis, da bleiben mir 160 € frei und die Arge lässt mich in Ruhe oder ich kann argumentieren, dass ich wg. dem Basisjob nicht vollzeit arbeiten gehen kann. (Der Gedanke dieses Steuerfreien Jobs, den eigentliche Familienmütter annehmen sollte, für ein wenig Extra zum Einkommen des "Ernährers ist leider abhanden gekommen) Ein weiterer Grund für Hartz IV: die nächste Generation! Ein Empfänger in einer Familie zieht ja die ganze Bedarfsgemeinschaft mit in Hartz IV. Dann hört oft der Partner auf und/oder die Kindern, die den Unterhalt mit bestreiten sollen. Es "lohnt" sich nicht. Die Kinder U25 wollen ihr Geld selbst behalten und sehen überhaupt nicht ein, warum sie zahlen sollten. Ausziehen geht nur, wenn harte Gründe dafür sprechen. Also, lieber Job hinwerfen und im Sommer an den Baggersee. Seien wir doch ganz ehrlich mit uns selbst: Wir wären nach einem subventionierten mehrmonatigen Sommerurlaub auch verdorben fürs Arbeitsleben, nicht wahr? Wenn dann noch ein bißchen schwarzarbeit... "du hast doch zeit". Lösungen: Holland macht es vor. Die Jungen erhalten nur 3 Monate Unterstützung, damit sie suchen können. Alle anderen arbeiten für ihre Stütze, aber nicht nur so lockeren 1€Jobs, halbtags, sondern Vollzeit, zum Nutzen der Gesellschaft. Wer VZ arbeitet, und wenig Stütze dafür kriegt, schaut sich schnell nach was besserem um. Nur der, der schwach ist (Vermittlungshindernisse hat) bezieht auf Dauer, und arbeitet was nützliches für sein Einkommen.
Dazu müsste die Sache von der BA an die Kommunen zurück gehen und dort personell aufgestockt werden, denn das will organisiert sein. Deutschland ist größer als Holland. Es muss deswegen von der Bundesbehörde runtergebrochen werden auf kleine Verwaltungseinheiten. Und die Städte kennen ihren eigenen Bedarf und den Markt vor Ort viel besser, haben die besseren Mitarbeitern, die ein ganzes Jahrzehnt Erfahrung mit "Hilfen zur Arbeit" nachweisen können.
Es bräuchte bestimmte Regelungen, dass diese Jobs nicht anderen den Arbeitsplatz streitig machen, aber das kennt man heute auch schon mit der Regel, es muß zusätzlich sein. Klar, die Frau, die im Altersheim den Schrank auswischt oder das Essen aus der Küche fährt, könnte auch angestellt sein. Nur würden die Pflegesätze ihr keinen Arbeitsplatz schaffen, genauso wie die, welche in der Stadtbibliothek die Bücher zurückstellen....
Vor allen Dingen benötigen wir einen Paradigmenwechsel, weg von der Versorgungsmentalität, entweder des Wohlstandsstaates, als ganz viele ganz wenige gut verkrafteten, oder wo de Staat alles zur Verfügung stellte, wie im Osten.
Nach wie vor bin ich sehr dafür, Alte, Kranke, Mütter, zu stützen! Aber Solidargemeinschaft im eigentlichen Sinn meint, dass jeder so viel, wie er kann, einbringt. Hartz IV fördert den Gedanken, so viel wie möglich rauszunehmen ohne etwas einzubringen. Und da liegt das tiefe Problem. Deshalb erhält das System sich selbst, bis es kollabiert.
Stimme Dir voll zu liebe Lotosblume und wie Du siehst wurde es doch gelesen.
Danke, Erdal! :). Mir ist nur gerade heute Morgen wieder mal aufgefallen, dass Fragen gestellt werden, die ich für ernsthaft halte (wohl meine Blauäugigkeit" :)wo null Resonanz kommt und sich so langsam immer häufiger das Gefühl beschleicht, dass die Antworten gar nicht wichtig sind. Frage ich nur, warum werden denn Fragen gestellt?? grübel. Gibt doch nicht mal Geld dafür?! Also dir noch mal Danke! LG Lotusblume :)
Deine Antworten werden gelesen - aber vielleicht sind oft die Fragen unattraktiv, so dass sie nicht aufgerufen werden und der Fragesteller selbst verfolgt die Antworten nicht.
Solche ausführlichen 0-Punkte-Antworten findet man leider sehr oft hier. Ja, und die Punkte, die sind uns doch ziemlich gleich, aber wir wollen schon, dass jemand sich die Mühe macht, unsere Antworten zu lesen!
di9 Punkte sind mir ganz egal, bekomme ich eh nix für, lach. Aber ich würde schon gerne wissen, ob man mit der Antwort was anfangen konnte. Vielleicht gehts nur mir so?? Das ist im realen Leben denn doch einfacher. LG Lotusblume
@Lotusblume12,
Habe es auch gelesen und Stimme Dir voll zu, das entpricht genau meiner Meinung.
Auch ich gehöre zu den Lesern fundierter und verständlich geschriebener Antworten.
Ich stimme dir ebenfalls zu, Lotusblume, sehe allerdings das Problem darin, dass die Wirtschaft es völlig ok findet, wenn so viele Menschen arbeitslos sind. Letztendlich werden damit nämlich die erpressbar, die Arbeit haben, weil eben so viele andere in den Startlöchern stehen und auf einen Job warten. Und der Staat ist auch herrlich erpressbar, weil er dann mit den Sozialabgaben noch weiter runtergeht und noch mehr Subventionen verteilt und die Steuern für die Unternehmer noch weiter senkt.