maxmuster1 am 27.10.2009 um 22:11 Uhr
heben wir damit nicht künstlich die beitragssätze an (verwaltung, die ganzen paläste ect.)?

Hallo maxmuster, jetzt mal 'ne Antwort "vom Fach". Ich arbeite selbst in der GKV und was da durch die sogenannten "Kassenöffnungen" losgetreten wurde, hat sich vermutlich nicht mal unsere gute Ulla Schmidt träumen lassen. Nicht nur, dass sich die großen Kassen öffnen mussten, d.h. jeder konnte in jede Kasse wechseln, sondern es sind auch die Betriebskrankenkassen wie Pilze aus dem Boden geschossen und haben eine Unendlichkeit an Krankenkassen auf den Markt geworfen. Letzlich hätten die Betriebskrankenkassen (BKK) hiervon ausgeschlossen werden müssen, weil, schon wie der Name sagt, diese Kassen speziell für einen Betrieb gegründet wurden. Das hat aber nichts mit den Beitragssätzen zu tun. Die basieren auf den hohen Leistungen - vor allem Medikamente und Krankenhäuser. Bei den Medikamenten wird niemand reinstochern, den die Pharma-Industrie hat eine zu große Lobby. Die Krankenhäuser verlangen zwar sehr hohe Tagessätze, kommen aber angeblich damit nicht aus - ein Teufelskreis. Die Großkassen, sprich AOK, DAK, Barmer usw. haben natürlich die höheren Risiken, sprich die Alten, chronisch Kranke und sozial Schwache, während die BKK's nur an jungen und gesunden Mitgliedern interessiert sind/waren und so, zumindest bis 31.12.08 mit niedrigen Beitragssätzen werben konnten. Mittlerweile laufen denen die Versicherten davon, weil kein Anreiz mehr besteht, bei einer BKK in Hintertupfing versichert zu sein, nur weil sie einen niedrigen Beitragssatz hat und folglich kommen immer mehr BKK's in Schwierigkeiten und fusionieren ständig untereinander, was den Überblick auch nicht leichter macht. Hoffen wir, dass sich mit dem einheitlichen Beitragssatz die Reihen etwas lichten und unser guter Westerwelle nicht allzuviel im Gesundheitswesen zu sagen hat. Denn wenn die FDP ihre Vorstellungen verwirklicht, können wir uns warm anziehen, denn dann kommt eine "Grundversorgung" und den ganzen Rest können wir mit privaten Zusatzversicherungen abdecken und dann wäre auch Deine Frage erledigt, denn dann gäb's nur noch sehr sehr wenige gesetzliche Krankenkassen.
maxmuster1 am 1. November 2009 20:10 liebe cicia, danke erstmal für deine ausführliche antwort!
aber wo liegt denn der unterschied zwischen den einzelnen vielen kassen? wenn ich zum arzt gehe und ich hab nen schnupfen oder sowas wird mir geholfen - egal ob ich bei der bk in hintertupfingen oder sonstwo versichert bin. ich denke, es gibt nicht wirklich nen unterschied! allerdings werde ich beim arzt regelmäßig gefragt, ob ich privat versichert bin...und das regt zum denken an.
wenn es nach mir ginge, wäre so eine grundversorgung doch gar nicht verkehrt (haben wir ja im grunde heute auch schon, denn wenn es um leistungen wie zahnerstz oder neue brillengläser geht ist die leistung der gesetzlichen kassen einfach lächerlich). ich musste kürzlich erst regelrecht betteln, um lumpige 6 massagen verschrieben zu bekommen, die der kasse ganz 60 euro gekostet haben - einfach erbärmlich sowas bei einem beitrag von sovielen euros! anderherum glaub ich nicht, dass der behandelnde arzt die op abbricht, weil ich nicht "richtig oder ausreichend" versichert bin. wenn es hart auf hart kommt und man braucht hilfe, dann wird auch geholfen - egal wo man versichert bist!
der tenor: eine kasse für alle und die gesetzlich versicherten würden nur noch für einen palast und eine verwaltung bezahlen.
beste grüße für dich!
Richtig. Ein riesengroßer Wasserkopf will finanziert sein. Hier in Spanien gibt es eine gesetzliche Kasse, in die jeder einzahlt. Aber 3-4 Stunden Wartezeit beim Arzt ( Hospital) sind an der Tagesordnung
cortijero am 27. Oktober 2009 22:15 Es gibt aber auch die private KK, und da wartest du nicht. Und die private KK in Spanien kann und sollte man sich leisten
Das ist aber dann wieder eine extreme Klassifizierung, die man hier in Deutschland ja umgehen möchte !!
maxmuster1 am 27. Oktober 2009 22:21 so ein quatsch lilly! diese klassifizierung ist real vorhanden und das ist auch gut so!
Weil es früher so war, das die Techniker z.B. nur für Techniker zugelassen war, die Knappschaft nur für Bergleute, die DAK nur für Angestellte. Und je nach Berufs. und Krankheitsrisiko die Beiträge waren. Techniker waren in der Regel weniger krank als Bergleute, das machte sich in den Beiträgen bemerkbar. Heute kann jeder in jede Krankenkasse, deshalb sind auch alle gleich teuer und deshalb gibt es so viele
Warum gibt es so viele Sorten Nutella, Reis, Nudeln, Abgeordnete ect. ??? Du kannst die Liste ewig lang fortführen.....
maxmuster1 am 27. Oktober 2009 22:18 flasch! da gibt es qualitäts- und preisunterschiede. beides gibt es bei den kassen aber nicht!

Sieh´es doch mal so: Konkurrenz kann aber auch anstacheln bessere Leistungen für weniger Geld zu erbringen oder nicht ? Wenn es nur wenige gäbe, wäre der Verwaltungsaufwand vielleicht niedriger, aber die Preise trotzdem nicht, da ja wieder fast ein Monopol gegeben wäre....

wegen dem freien wettbewerb. jeder soll genug auswahl haben, und sich den kleinsten betrüger rausuchen können!

naja du hast auch nicht nur ein t-shirt im schrank

Weil es viele Menschen gibt, die nicht das Geld für eine private Krankenversicherung haben.

Konkurrenz belebt das Geschäft. Und je größer ein Laden desto schwerfälliger die Verwaltung.
Unter den Krankenkassen herrscht kein wirklicher Wettbewerb.
augustkoenigin am 27. Oktober 2009 22:25 Seit dem die Beitragssätze für alle gleich sind............ Ist das schwierig.