Frage von hubalaa, 27

Warum gibt es so viel überschüssige Milch?

Antwort
von CATFonts, 14

Es hat mal eine Zeit gegeben, da konnte man mit Milch mehr und leichter Geld verdienen, als mit anderen Arten der Landwirtschaft, zumal manches Land eben sich nur als Weide oder Anbaufläche für Tierfutter eignet. Hygienevorschriften bedeuten dann aber auch, das in eine Milchviehwirtschaft ziemliche Beträge bis in Millionenhöhe investiert werden musste. Hierdurch gingen viele Landwirte das Risiko ein, sich hoch zu verschulden. Dann gab es dadurch aber ein Überangebot an Milch, und die Preise brachen zusammen. Um dann weiter wirtschaftlich produzieren zu können, gab es dann nur 2 Möglichkeiten: Entweder größer werden, oder aufgeben, und ein Leben in Schulden stecken.

Also wurde sich vergrößert...

In meiner Kindheit war ein Bauernhof mit 10 Milchkühen, die von Hand in offenen Eimern gemolken wurden schon ein größer Betrieb. Die Milch wurde dann durch ein zumeist ziemlich braunes Tuch in die Milchkannen gegossen, die dann auf Holzgestelle an die Straße gestellt wurde, aus denen dann der Milch-Laster die Mich über ein in die Kannen gestecktes Rohr absaugte. So ein Bauer erzeugte damals etwa 100l am Tag, da die damaligen Kühe gerade einmal mit 10 Litern pro Tag als Hochleistungskühe zählten.

Heute hat ein mittlerer Milch-Betrieb locker 100 Kühe, deren Mich an denen, schon fast klinisch reinen Melkständen ohne Luftkontakt gemolken werden, und die aus jeder Kuh bis zu 40 Litern pro Tag heraus saugen.

Kommentar von smilkie ,

Frage: Wann warst Du das letzte Mal auf einem Milchviehbetrieb?
Ein mittlerer Milchviehbetrieb in NRW hält 65 Kühe und die Kühe geben im Schnitt 25 bis 35 Liter am Tag. Klinisch rein ist es auf einem Bauernhof nie. Die Vorgaben für den Keimgehalt kann kein Betrieb einhalten, der noch von Hand melken würde. Hygiene hat auch Vorteile.

Kommentar von CATFonts ,

Nun, ich hab eben zu den 65 NRW-Tieren die oft deutlich größeren Ex-LPG Betriebe hier im Osten mit in den Mittelwert genommen, und bei den mittleren 25-35 Litern liegst Du im Mittel auch richtig, da schrieb ich ja "bis zu" also durchaus die Top-Milchlieferantinnen.

Und im Vergleich zu den üblichen Melkmethoden um 1960 sind die modernen Melkstände doch wirklich "Fast" klinisch rein, zumal es dank Krankenhaus-Keimen, die die auch nicht richtig weg bekommen, auch dort mit den Keimzahlen hapert.

Und bei mir um die Ecke ist so ein "Kuh-Großbetrieb" mit fast 300 Rindern, die brav selbst zum Melken wandern, wo grad die Melker heim geschickt wurden (und ich denen dann den Umgang mit dem PC beibringen musste, damit die brav Bewerbungen schreiben können, obwohl ein 60 jähriger Melker hier ohnehin kaum eine Arbeit findet), weil jetzt ein Roboter die Zitzen wäscht und die Melkbecher ansetzt.

Antwort
von karlschnitmann, 6

Die starken Zölle und hohen Subventionen  bei den Milchprodukten
Verfälschen den Markt.

Der Preis der ein Bauer für einen Liter Milch bekommt ist höher
als er wäre wen er rein durch die Nachfrage gesteuert würde. Dies führt dazu, dass
es Bauern gibt die Milch produzieren, welche bei Marktpreis dies nicht ohne Verlust
machen könnten. Diese würden auf eine andere Produktion wechseln. Durch diese Verfälschung
des Markts ist das Angebot höher als die Nachfrage was zwingender Masse zu
einem Preiszerfall führt.

Dies ist aus Sicht der Schweiz

Antwort
von kleinkirmit, 1

weil die bauern noch immer die veralteten kuhsorten haben die zu einem ziz noch drei in reserve haben ... lol

Antwort
von wfwbinder, 9

Die Milchproduktion basiert auf Tieren, somit kann man die Produktion nicht mit einem Knopf ein- oder ausschlaten.

Auch durch die Russlandsanktionen wird dorthin keine Milch mehr exportiert und China hat wohl den import eingeschränkt.

Somit ist die Produktion der deutschen Bauern zur Zeit zu groß für die Nachfrage.

Antwort
von piadina, 16

Weil mehr Milch produziert wird, als verbraucht wird.

Kommentar von karateandy ,

sind auch sie aktiv an der milch produktion beteiligt?

Antwort
von Rene1712, 8

Weil der Russe unsere mich nicht mehr abkauft als Konsequenz auf die Russland Sanktionen der EU

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