Frage von Butterkeksss, 22

Warum gibt es nur noch Extrempositionen in der Politik?

Eine Frage beschäftigt mich schon eine Weile, aber ich finde keine Erklärung dafür. Nämlich, daß es in der Politik scheinbar kein Mittelmaß mehr gibt.

Es gibt nur noch linke oder extrem Rechte Positionen (mag sein, daß das ein oder anderem dem Trotz des anderen gegenüber überspitzt gefordert wird, aber wem soll man da noch glauben?)

Nehmen wir mal Flüchtlinge: Ich bin der Meinung, daß wir als reiches Land unseren Anteil leisten sollten, am besten vor Ort versorgen oder eine definierte Anzahl aufnehmen, die man, ohne gesellschaftliche Unruhe zu stiften, verkraften kann.

Wenn man Flüchtlingen erlaubt, kostenlos Bahn zu fahren, so muß man das sozial schwachen Deutschen auch, sonst sorgt das für Unfrieden. Aber ich bin nicht generell dagegen, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen.

Aber welche Partei ist da dann auf meiner Seite? Die CDU ja eher nicht, die haben die unkontrollierte Einwanderung erst er möglicht, aber SPD und Grüne erst recht nicht, da diese keine Rücksicht mehr auf die einheimische Bevölkerung nehmen und ich die SPD wegen der Agenda2010 bis heute übel nehme.

Die AfD ist mir wiederum zu radikal, ich bin jetzt nicht der MEinung, daß Moslems per se gewalttätig sind. Aber wer gewalttätig ist, muß bestraft werden (egal welche Religion), auch alleine schon, um die anderen Flüchtlinge nicht in Verruf zu bringen.

Was bin ich dann? BEsonders bescheuert oder leichtsinnig, oder gibt es noch Leute, die das ähnlich sehen?

Antwort
von PeterSchu, 6

Deine Aussage, eine definierte "Anzahl aufzunehmen" hört sich gut an, aber ich würde dich fragen, wie du das in der Praxis umsetzen willst. Das läuft mehr oder weniger darauf hinaus, irgendwo Grenzen dicht zu machen und das Thema Anderen zu überlassen. Und dann sieht es so aus wie momentan in Griechenland beispielsweise.

Deine Ansicht, dass viele Leute nur Extrempositonen einnehmen, teile ich irgendwie, aber ich würde das nicht auf die Politik begrenzen. Ich fürchte, wir Menschen machen es uns zu einfach und sehen in vielen Dingen nur Schwarz-Weiß, gut oder schlecht. Man bemerkt auch, dass viele Leute nur noch Überschriften lesen und sich daraus schon ein Urteil bilden. Diffenrzierte Bertrachtung hält man wohl nicht mehr für notwendig.

Kommentar von MickyFinn ,

Es wurde noch immer kein deutliches Signal an künftige Wirtschaftsflüchtlinge gesendet, wie es in Deutschland tatsächlich ist. Noch immer kursieren die Lügen, das hier Häuser gebaut werden, die nur auf Bewohner warten... man hier sehr viel Geld bekommt und max. 20 Std./Woche gearbeitet wird und wir Händeringend Arbeiter brauchen... auch das die Menschen Autos geschenkt bekommen... etc.

Das wäre mal ein Anfang, um jene aus sicheren Herkunftsländern klar zu machen, das sie sich nicht erst auf den Weg machen brauchen, weil sie auf Lügen reinfallen (und dafür teils mit dem Leben bezahlen -> Meer). Bestimmt hast auch du des Öfteren mitbekommen, das div. Flüchtlinge bei den Ämtern vollkommen ausrasten, wenn sie erfahren, das sie kein Haus, Auto, viel Geld.. etc. bekommen (?). Sie werden wütend, stellen fest das hier nicht viele eine Perspektive haben und werden ggf. kriminell.

Auch wäre ich dafür, jene die mit Booten an den europäischen Küsten Kurs nehmen abzufangen und postwendend zurück zu fahren wo sie hergekommen sind (natürlich nicht mit deren Booten).

Das wäre ein deutliches Signal.

Kommentar von PeterSchu ,

Vielleicht solltest du dich erst selbst mal in so ein Boot setzen und erfahren, wie das ist.

Antwort
von Kurpfalz67, 14

Interessante Frage.

Allerdings muss ich sagen, dass es noch immer sehr viel "Mittelmaß" gibt und auch all die letzten Jahre gab.

Genau das sehe ich auch als Problem an, es gab nur noch Einheitsbrei und keine echte Opposition.

Wenn ich da an Debatten im Bundstag der 70er und 80er Jahre zurückdenke, da ging es richtig zur Sache. Die Positionen, gerade von SPD und CDU waren so konträr, da musste es zu heftigen Diskussionen kommen.

Eine der großen Gefahren einer Demokratie ist, dass es eben kaum noch Opposition gibt, der Einheitsbrei ist Gift. In einer Demokratie muss es unterschiedliche Positionen geben, es muss gestritten werden. Den Zustand, den wir haben, fördert die Politikverdrossenheit und das Abwenden viele Menschen von diesen Prozessen.

Es geht ja auch nicht nur um die Flüchtlinge. Die sind jetzt eher die Projektionsfläche, für all die Unzufriedenheit, die es gibt und die sich nun Bahn bricht. Sicher, wir haben genug Geld, um diese Probleme zu stemmen. Was aber das Problem ist, viele Menschen haben das Gefühl von Ungerechtigkeit.

Ein Beispiel. Über viele Jahre wurde den ärmeren in unserer Gesellschaft stets "erzählt", dass die Kommunen einfach kein Geld für sozialen Wohnungsbau haben. Durch die ankommenden Flüchtlinge war dies ganz plötzlich wieder ein Thema. Da wurde relativ schnell, von politischer Seite, der Ruf nach mehr bezahlbaren Wohnungen laut und dass man den sozialen Wohnungsbau fördern müsse.

Klar, die Flüchtlinge haben daran keine direkte Schuld. Aber es ist nantürlich für die Menschen, die Jahrzehnte vertröstet wurden ein Schlag ins Gesicht, wenn man ihnen immer erzählt hat, es sei nicht bezahlbar und nun soll es plötzlich gehe.

Ich finde das politisch extrem ungeschickt und die Konsequenz, sehen wir nun. 

Wenn der Staat das Gefühl erweckt, nicht die eigene Bevölkerung steht im Fokus, ist das menschlich völlig normal, dass sich Widerstand gegen diejenigen formiert, die die vermeintlich Schuldigen sind. Ob das stimmt oder nicht, ist dann egal.

Antwort
von soissesPDF, 8

"...daß es in der Politik scheinbar kein Mittelmaß..."

Weils schiefgegangen ist, was CDU/SPD mit der geschwurbelten Mitte angestellt haben.
Neoliberalismus und Globalisierung haben Wohlstandsverluste erzeugt, das Armutsrisiko in Deutschland hat deutlich zugenommen, im Westen.
Entsprechend driftet die Stimmung links- und rechtsherum.

Antwort
von BTyker99, 7

Du hast es ja angedeutet, die AfD dürfte am ehesten deiner Meinung entsprechen, da sie den Flüchtlingen vor Ort helfen möchte. Das ist auch meiner Meinung nach die einzig vernünftige Möglichkeit, da wir mit dem Geld was wir in Deutschland für einen Flüchtling ausgeben, vermutlich 10-20 Menschen in Syriens Nachbarländern versorgen könnte.

Eine temporäre Aufnahme, bei der von Anfang an klar wäre, dass sie nicht für ewig wäre, würde ich auch zustimmen können. Aber das ist ja eher das Gegenteil von dem was die etablierten Parteien wollen, denen zufolge viele für immer bleiben sollen.

Was findest du an der AfD zu radikal? Ich denke, dass die Partei in den Medien nur radikal dargestellt wird, um sie klein zu halten...

Antwort
von Dxmklvw, 10

Das, was da als "fast ausschließlich extrem" beobachtet wird, ist nicht die Politik, sondern es sind vor allem die Meldungen der dominierenden Medien.

Wir kennen diese Symptomatik genau genommen schon seit ewigen Zeiten, z. B. aus den religösen Kampflagern. Auch dort verursacht die Glaubensphrenie entsprechende Symptome.

Antwort
von MickyFinn, 4

In Sachen Flüchtlingspolitik gebe ich dir recht... Es gibt nur 2 Möglichkeiten:

Massenzuwanderung ohne Obergrenze und inkonsequente Rückführung -> CDU, SPD, Grüne, Linke

oder

Asylberechtigung haben ausschließl. Kriegsflüchtlinge, konsequente Rückführung abgelehnter Asylbewerber (so weit möglich), Sicherung der Außengrenzen, Hilfe vor Ort (um mehrere mit den selben Mitteln zu helfen) -> AfD

Jetzt rate mal, warum die AfD so stark ist...

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