Frage von Katmanza, 9

warum gibt es nur am gelben fleck so viele Zapfen?

Wenn wir auf der ganzen Netzhaut Zapfen hätten könnten wir doch viel besser sehen! Gibt es ein Vorteil?

Antwort
von aseven79, 7

Das Gehirn wäre mit dieser Flut an visuellen Informationen überfordert. Tatsächlich fixieren wir nur einen Sektor von wenigen Winkelgraden. Wenn du zB einen Text liest, siehst du kaum mehr als das eine Wort scharf, dass du gerade anblickst. Daneben nimmt die Schärfe dramatisch schnell ab. Dennoch stört das beim Lesen nicht, denn das Gehirn orientiert sich blitzartig mit Hilfe dieser unscharfen Peripherie. Diese dient zum "Überblicken" bzw wahrnehmen der Umwelt, und sobald sich im Gesichtsfeld (fast 180°) irgendwas bewegt, richten wir automatisch den scharfen Blick darauf. Und dann erst setzt die Detailerkennung oder das Entziffern ein. Deswegen ist das Auge auch kaum in der Lage, gleitend über eine strukturierte Fläche zu schweifen. Die Blickbewegungen erfolgen in kleinen Sprüngen (Sakkaden), weil sich das Auge immer irgendwo "festhalten" will. Hätten wir diesen Fixierbereich also über das gesamte Gesichtsfeld, liesse sich das gar nicht bewältigen.

Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass wir nachts quasi blind wären, da die Zapfenzellen inaktiv sind. Wir können in einer dunklen Neumondnacht nicht nur keine Farben erkennen (denn das können die aktiven Stäbchenzellen nicht), wir können auch nichts zentral fixieren. Das kannst du sehr schön selber ausprobieren, wenn du in so einer Nacht (natürlich nach einer ausreichenden Adaptationszeit von über einer halben Stunde) versuchst, am Himmel einen einzelnen Stern anzublicken. Du siehst alle Sterne in der Peripherie, nur den nicht, den du zu fixieren versuchst. Und sobald dein Blick von ihm wegschweift, erscheint er plötzlich.

Es gäbe noch einige weitere plausible und kompliziertere Gründe, aber das hier war hoffentlich erstmal aufschlussreich

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