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Warum gibt es *Mein Kampf* bald als Neuauflage?

gefragt von ErsterSchneeErsterSchnee am 12.07.2009 um 11:08 Uhr

Ich habe gestern in der Zeitung gelesen, daß 2017 die Rechte für Mein Kampf auslaufen und dann das Buch neu und von jedem gedruckt werden kann. Irgendein Ministerpräsident und der Zentralrat der Juden (!) haben sich dafür ausgesprochen, daß von Deutschland (?) eine kommentierte Auflage herausgegeben wird.

Ich versteh das nicht. Meines Wissens ist das Buch doch hier in Deutschland verboten! Welchen Sinn macht dann der Druck einer kommentierten Auflage, wenn es hier nicht verkauft werden darf? Und wenn es nicht verboten ist - warum gibt es das dann hier nicht zu kaufen, aber im Ausland schon?


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anonym
beantwortet von Albrecht am 12. Juli 2009 21:30
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Die Nachlassverwaltung für die Vermögenswerte des Autors und des Verlages liegt beim Freistaat Bayern (Landesregierung, Staatsministerium der Finanzen). Er beansprucht das Urheberrecht für sich (http://de.wikipedia.org/wiki/MeinKampf#Rechtslageheute). Dies endet 70 Jahre nach Tod des Autors (Urheberrechtsgesetz § 64), also 2015.

Das Buch ist nicht allgemein verboten. „Mein Kampf“ ist grundsätzlich (zu nachgewiesenen wissenschaftlichen Zwecken) in Bibliotheken einsehbar und antiquarisch erwerbbar. Wer ein altes Exemplar besitzt, darf es lesen. Bayern hat bisher nur Neudrucke in kommentierter Auswahl erlaubt. Eine Zustimmung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland wäre wohl auch wichtig.

Inwieweit das Buch in anderen Staaten erlaubt ist, hängt zum Teil von deren Gesetzgebung ab. Daneben ist die Frage, ob ein Urheberrecht Bayerns anerkannt wird (bei einer Klage gegen Nachdrucke entscheiden Gerichte).

Gründe gegen eine vollständige Neuausgabe waren Bedenken gegen eine Verbreitung nationalsozialistischer Gedanken, Geschäftemacherei durch kommerzielle Nutzung, Sorgen vor rechtsextremen Strömungen und einem Missbrauch sowie Angst um das Ansehen im Ausland.

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch hat eine kommentierte Ausgabe befürwortet. Viele Historiker halten dies für sinnvoll, um mit einem zuverlässigen Text einschließlich des Nachweises von Varianten, Erklärungen und kritischen Kommentaren (mitsamt Richtigstellung von Verdrehungen) anderen Nutzungen entgegenzutreten.


Pebble
beantwortet von Pebble am 12. Juli 2009 11:09
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stimmt. das ist seltsam


anonym
beantwortet von tergenna am 12. Juli 2009 11:12
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...noch haben wir nicht 2017. bis dahin lassen sich unsere Politiker bestimmt noch was einfallen, damit DAS NICHT passiert...


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