Frage von Adsensio714, 191

Warum gibt es Männer?

Heyyy
Haben letztens in Bio eine Dokumentation gesehen, in der es um eine Eidechse und eine Fischart ging, welche sich selber klonen um sich fortzupflanzen. Also werden männliche Lebewesen REIN THEORETISCH nicht benötigt - aber warum gibt es sie im Normalfall dann doch?
Vielen Tieren würden Schmerzen bei Paarungsprozessen erspart werden etc. Es ist unkomplizierter, man benötigt keine Paarungszeremonien oder Paarungssuchen.
Ein Vorteil an männlichen Lebewesen ist, dass die Kinder durch die Mischung der Gene weniger anfällig für Parasiten sind. Aber ist das der einzige Grund? Vielleicht findet die Natur auch einen Weg dies zu besiegen....
Was meint ihr?
Kann den Film leider nicht nennen, habe allerdings nochmal Quellen rausgesucht, in denen das oben genannte erwähnt ist:
Eidechsen: http://www.blick.ch/life/wissen/am-mekong-entdeckt-diese-eidechse-klont-sich-sel...

(gibt natürlich noch mehr Artikel, auch zu Fischen - ich darf aber nur einen Link verlinken)
Danke im Voraus

Expertenantwort
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 140

Wie du schon richtig ansprichst, die Durchmischung des genetischen Materials. Die sexuelle Fortpflanzung ist dadurch die schnellste Möglichkeit sich an neue Umweltbedingungen anzupassen. Asexuelle Fortpflanzung ist dabei auf äußere Einflüsse, die zu Mutationen führen, angewiesen um sich anzupassen und dieser Prozess ist weitaus ineffizienter.

Antwort
von NoHumanBeing, 75

Warum es männliche Tiere "braucht" ist im Grunde genau die selbe Frage, wie wieso es weibliche Tiere "braucht". Eine Spezies, die sich ungeschlechtlich fortpflanzt, hat ja im Grunde genauso wenig "weibliche", wie "männliche" Individuen. Das nur vorweg. ;-)

Die Sache mit der geschlechtlichen Fortpflanzung ist, dass durch das zufallsgesteuerte "Verwerfen" von Erbmaterial bei der Reifeteilung (Meiose) neue genetische Varianten entstehen. Selbst genetische Nachkommen desselben Elternpaars sind dadurch genetisch unterschiedlich.

Der Vorteil ist ganz besonders bei Arten sichtbar, die sehr viele Nachkommen zeugen, von denen nur wenige überleben. Manche Tierarten zeugen hunderte Nachkommen, von denen am Ende vielleicht einer oder zwei überleben. Wären die jetzt alle genetisch identisch, wäre an dieser Stelle sehr wahrscheinlich Schluss (oder die Population würde "explodieren", wenn alle "erfolgreich" wären, was aber sehr unwahrscheinlich ist).

Beim Menschen gibt es ja noch weitere Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Was würdet ihr Frauen bloß ohne das "starke Geschlecht" tun, das für euch Jahrtausendelang "den Schädel hingehalten" und euch vor der rauen Härte und Grausamkeit dieser Welt beschützt hat? ;-)

Kommentar von PWolff ,

Diese Arbeitsteilung bietet sich ja an - der Vater wird nach der Zeugung rein biologisch nicht mehr gebraucht, die Mutter jedoch mindestens 3/4 Jahr. (Bei Seepferdchen ist die Arbeitsteilung übrigens eine andere. Bei manchen Fischen sind es auch die Weibchen, die die Jungfische fressen würden.)

Hinzu kommt noch, dass die Natur uns Männer als Experimentierfeld verwenden kann. Das würde auch gut erklären, warum viele Gene nur auf dem X-Chromosom vorhanden sind - dadurch ist die Streuung in der Ausprägung dieser Gene bei Männern sehr viel größer und der Selektionsdruck entsprechend höher, was aber hier von Vorteil ist, da zur Arterhaltung im Prinzip wesentlich weniger Männchen als Weibchen gebraucht werden.

(Z. B. gibt es unter Männern sehr viel mehr Genies und sehr viel mehr Kretins als unter Frauen.)

Antwort
von halbsowichtig, 33

Ganz ohne Erbgut-Austausch sind Lebewesen auf zufällige Mutationen angewiesen, um sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.

Die Unangepassten könnten schneller aussterben, als der Zufall die Spezies anpasst. Überleben ist nur mit extrem schneller Fortpflanzung möglich, so wie bei "wuchernden" Bakterien, Fischen mit Tausenden von Eiern oder Farnen mit massenweise Sporen.

Selektion und Kreuzung ermöglichen es, gezielt die nützlichen Merkmale zu vermehren und die störenden auszufiltern. So geht die Anpassung nicht nur schneller, sondern gezielt in dir "richtige" Richtung.

Optimal ist dabei die Zwittrigkeit mancher Fische und Reptilien: Je nach Umgebung werden sie Männchen oder Weibchen. Manche Fische können sogar als Erwachsene noch das Geschlecht wechseln.

Blühpflanzen haben die Zwittrigkeit entwickelt. Jede einhäusige Blühpflanze kann Samen bilden, sich aber auch mit Nachbarn kreuzen. Das ist insofern optimal, dass kein Lebewesen für die Reproduktion ausfällt, aber trotzdem das Erbgut getauscht wird. Durch zeitversetztes Blütenwachstum verhindern sie Selbstbestäubung, die der Kreuzung sonst entgegen wirken würden.

Säugetiere sind eher suboptimal. Die Männchen fallen für die Reproduktion praktisch aus, denn sie können zwar Erbgut tauschen, aber keine Kinder bekommen. Wären wir Zwitter, dann könnten wir uns doppelt so schnell vermehren. Aber bisher reicht die Vermehrungsrate, um sich gegen die Zwitter und Wechsler des Tierreichs zu behaupten.

Antwort
von voayager, 31

Die Frage finde ich durchaus berechtigt, vorstellbar wäre ja auch, dass statt Männer und Frauen reine Zwitter existierten. Diese wären ja durchaus fortpflanzungsfähig, denn sie haben zum "Ausstreuen" der Gene einen Penis und zum Empfang des Samens eine Vagina. Bei Schnecken funtioniert das ja schließlich. Mit Schnecken meine ich jetzt nicht das weibliche Genital.

Antwort
von Garriba, 67

Ein Klon ist genetisch identisch mit dem Lebewesen, aus dem es entspringt. Das bedeutet, daß es in der Natur keine Vielfalt und Veränderung gäbe.

Kommentar von Adsensio714 ,

Wo wäre das Problem ohne Vielfalt? Glaubst du einen Vogel interessiert es ob er eine grüne oder eine rote Laus isst? Oder ob er nur eine Geschmacksrichtung kriegt??

Kommentar von Agronom ,

Dir ist scheinbar nicht klar, was Vielfalt bedeutet, du reduzierts es nur auch wenige offensichtliche Merkmale. Ohne Vielfalt wären alle Lebewesen, deren Umwelt sich ändert, extrem gefährdet. Es könnten z.B. geringste klimatische Veränderungen wie mehr/weniger Niederschlag oder höhere/niedrigere Temperaturen Auslöser für Artensterben sein oder ein einzelner Krankheitserreger könnte schnell eine ganze Art auslöschen.

Ohne Vielfalt wäre jedes Ökosystem sehr labil und könnte bei kleinsten Veränderungen zusammenbrechen.

Antwort
von hohlefrucht, 72

Männer werden gebraucht um die Familie zu versorgen, sie müssen auf die Jagd gehen und Mamuts und ähnliche Tiere erlegen. Manchmal brauch man sie auch zum Tragen von schweren Gegenständen. Männer sind nützlich.

LG.

Kommentar von Adsensio714 ,

Stimmt nützlicj sind sie - aber diese eidechsen und fische brauchen sie ja auch nicht ;)

Antwort
von GuenterReloaded, 25

nun männchen werden sehr wohl benötigt - selbstbefruchter laufen ständig gefahr an inzucht zu sterben - ohne genauffrischung kommt es sehr schnell zu missbildungen, da negative mutationen nicht rausgezüchtet werden... google das mal, zweigeschlechtliche fortpflanzung ist SEHR  wichtig ;D

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