Frage von Pforzheimer85, 191

Warum gibt es im Osten so viele Rechte und im Westen so viele Linke?

Also, ich weiß, daß es so natürlich nicht stimmt, aber so bißchen von der Tendenz her.

  • ich versuche es mal objektiv zu sehen -

Was mich sehr verwundert: In den neuen Bundesländern, gibt es viele Pegida, AfD und was weiß ich Anhänger die gegen Ausländer sind. Aber: dort gibt es nur einen minimalen Anteil an Ausländern, sehr viel niedriger als im Westen, in manchen Städten deutlich unter 2 %.

Aber: Auch der Westen ist nicht besser: Beispielsweise gibt es viele Großstädte, in denen Parteien die wiederum das andere extrem wollen, nämlich möglichst viel Zuzug von Flüchtlingen, gewählt werden, und das nicht knapp. Und das, obwohl in vielen Großstädten die Kriminalität, teilweise wohl auch aufgrund krimineller Asylanten, zunahm.

Also, eigentlich, müßte es doch andersrum sein? Oder? Zumal die DDR ja kommunistisch war (alle Menschen sind gleich) und sie selber eigentlich nur wenige Erfahrungen (Gute wie Schlechte) mit Ausländern machten, die müßten doch eigentlich Grüne und Linke viel mehr wählen als der Westen, der auch trotz der Vorteile eben viele schon persönlich negative Erfahrungen mit Ausländern machten.

Wie kommt dieses Paradoxum zustande?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von voayager, 52

Deine Bewertung ist partiell falsch, denn im Osten sind nicht nur die Rechten stärker als in Westdeutschland, auch die Linken haben eine erheblich größere Anhängerschaft. Das wird gern in den hiesigen mainstream Medien unterschlagen, dabei braucht man sich doch nur die Wahlergebnisse der Landtagswahlen anzuschauen und sofort wird klar, dass die Linke beachtliche Wahlergebisse aufweisen kann, während im westl. Deutschland dies bis jetzt nie der Fall war und ist. die Linke kann dort froh sein, wenn sie überhaupt in einen Landtag reinkommt, während dies im Osten erst garnicht zur Debatte steht, so hoch sind dort die Quoten.

Fazit. in Ostdeutschland gibt es mehr Linke und mehr Rechte als in Westdeutschl.

Kommentar von voayager ,

danke für den Stern

Antwort
von MrHilfestellung, 94

Das wird eine etwas längere Antwort:

Erstens die DDR war nicht kommunistisch. Sie war realsozialistisch. Das ist ein Unterschied. 

Zweitens stimmt diese Verallgemeinerung nicht. Bayern ist zum Beispiel laut einer Studie (http://www.sueddeutsche.de/bayern/mitte-studie-auslaenderfeindliche-einstellunge...) an zweiter Stelle in Deutschland was Ausländerfeindlichkeit angeht. Bayern liegt im Westen und wählt ganz bestimmt nicht links.

Wenn wir dann zurückgehen zur Nachkriegszeit wurde in der BRD die Entnazifizierung und Reeducation zumindest halberfolgreich durchgeführt, während die DDR eher die Devise "wir sind ein neuer Staat, mit den Nazis hatte keiner unsere Bürger*innen was zu tun" verfolgt hat. Was dafür gesorgt hat, dass der Nationalsozialismus nicht in der gleichen Art und Weise wie im Westen verarbeitet wurde.

Desweiteren hatte die DDR kaum Einwanderung, und wenn lebten Einwander*innen weit weg von der restlichen Bevölkerung in abgeschotteten Ghettos. Währenddessen setze in der BRD das Wirtschaftswunder ein und aus Südeuropa und der Türkei kamen viele Gastarbeiter*innen. Das hat dafür gesorgt, dass die Menschen im Westen mit Ausländer konfrontiert waren und viele Menschen gemerkt haben, dass die ja auch nicht krimineller und anders sind als die Menschen, die hier schon vorher gewohnt haben. 

Das BKA hat übrigens auch kürzlich festgestellt, dass trotz hunderttausender Geflüchteter im Jahr 2015 die Kriminalität nicht gestiegen ist.

Dann kommt noch dazu, dass es der DDR-Bevölkerung im Großen und Ganzen wirtschaftlich schlechter geht. Und dann sucht man sich eben einen Sündenbock. Früher waren es "die da oben" und dann halt man Linkspartei gewählt, heute sind es Geflüchtete. Das machen Menschen im Westen übrigens genauso.

Parteien, die möglichst viele Flüchtlinge aufnehmen wollen gibt es übrigens so gut wie keine mehr. Die Linkspartei vielleicht, aber der Rest unterstützt munter Asylrechtsverschärfungen und die Einstufung von Kriegsgebieten als sicherere Herkunftsländer.

Kommentar von Hegemon ,

"Wenn wir dann zurückgehen zur Nachkriegszeit wurde in der BRD die Entnazifizierung und Reeducation zumindest halberfolgreich durchgeführt, während die DDR eher die Devise "wir sind ein neuer Staat, mit den Nazis hatte keiner unsere Bürger*innen was zu tun" verfolgt hat. Was dafür gesorgt hat, dass der Nationalsozialismus nicht in der gleichen Art und Weise wie im Westen verarbeitet wurde."

Ebenfalls Quark. Was Du hier zum besten gibst, sind typisch westdeutsche Reflexe. Die haben aber mit historischen Fakten nichts zu tun. NS-Kader konnten im Regelfall im Osten nicht weiter Kariere machen. In Armee, Justiz, Verwaltung, Polizei, Bildunsgsystem usw. sind NS-Eliten im großen Stil entfernt worden. Die durften sich einen  neuen Job suchen. Gleichzeitig hat man in rauhen Mengen Lehrer, sogenannte "Volksrichter" usw. ausgebildet, um die riesigen Personallücken zu füllen. Im Westen hat man hingehend  weitgehend nahtlos übernommen. Die NVA wurde mit 400 Offizieren und 1600 Unteroffizieren aus der Wehrmacht aufgebaut. Diese Wehrmachtsoffiziere wurden Ende der 50er zwangsweise pensioniert - auf Beschluß des Politbüros. Die Bundeswehr hingegen hat man mit 40.000 Offizieren und Unteroffizieren der Wehrmacht aufgebaut - davon 12.900 Offiziere. Vorzeitige Pensionierung: keine. Die Zahlenverhältnisse waren in allen staatstragenden Bereichen Ost/West analog. Im Osten hat man NS-Verbrecher abgeurteilt. Diese Leute flohen massenweise in den Westen, weil dort der Verfolgungsdruck wesentlich geringer war und man lieber Kommunisten einsperrte: "Die Zahl der gegen Kommunisten gefällten 6688 Urteile war im Zeitraum 1951–1968 fast siebenmal so hoch wie die 999 Urteile gegen NS-Täter." (nach Foschepoth)




Kommentar von MrHilfestellung ,

Das bestreite ich ja gar nicht. Ich habe damit eher die Verarbeitung des Nationalsozialismus angesprochen. In der DDR gab es eben eher einen "Antifaschismus von oben" während in Westdeutschland die Verarbeitung anders abgelaufen ist, als beispielsweise Studierende Ende der 60er sich kritischer mit der Nazivergangenheit ihrer Eltern auseinandergesetzt haben.

Natürlich kam das aber in Westdeutschland erst später. Dass man hier unmittelbar nach dem Krieg fröhlich weiter mit Nazis kooperiert hat ist vollkommen richtig.

Kommentar von Hegemon ,

Daß der ostdeutsche Antifaschismus als ausschließlich verordnet diffamiert wird, ist - wie gesagt - ein typisch westdeutscher Reflex. Die Absicht dahinter ist klar und unterscheidet sich nicht wesentlich von der des aktuellen Ossi-Bashings. Glaubst Du wirklich, die Bevölkerung hat nicht mitgekriegt, wer den Krieg angefangen hat und den Karren in den Dreck gefahren hat? Meinst Du, den Leuten war nicht klar, daß die NS-Eliten die Verantwortung für den Schlamassel trugen?

Antwort
von soissesPDF, 57

Ist politische Romantik.
Im Osten funktierte der Sozialismus nicht, im Westen die SPD nicht.
Wer da aber politisch heimatlos wird, wird ein neues Ufer suchen.

Die AfD wurde in 10 von 16 Landtagen gewählt, nur 5 Landtage zählt der Osten.

Die Flüchtlinge sind nur eine Projektionsfläche.

Kanzlerin Merkel (CDU) "Es wird keine Zeit vor der Globalisierung mehr geben", betreibt das Geschäft der AfD.
Wohlstandsverluste ist nicht das was die Bürger sich wünschen.

Was ist wenn Wohlstand das Versprechen ist?

Antwort
von wfwbinder, 48

DEine Grundannahme ist falsch.

Im Osten gibt es viele Bürger (ca. 40 %), die rechts- oder linksaussen wählen.

Da gibt es die, die die Linke wählen und die, die die AfD wählen.

Im Westen sind die Anteile beider Parteien um einiges geringer. Die Linke ist nicht in allen Landtagen vertreten, ebenso ist es bei der AfD. CDU, SPD, FDP, Grüne stellen 80 % und mehr.

CDU, SPD, Grüne, FDP wollen nicht, wie Du sagst das Flüchtlinge kommen. Die Flüchtlinge kommen und diese Parteien halten sich an Grundgesetz, die Genfer Konvention und das Dublinabkommen. 

Die Ausländer in der DDR aus den sozialistischen Bruderstaaten Kuba, Vietnam und Algerien, waren dort nicht unbedingt beliebt. Viele empfanden sie als aufgezwungen.

Viele Bürger der neuen Länder empfinden die Flüchtlinge wohl auch als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Ausserdem redet die AfD denen ein, dass es ihnen besser gehen würde, wenn die Flüchtlinge nicht hier wären.

Kommentar von Claud18 ,

Es gab auch durchaus in der DDR schon eine latente Ausländerfeindlichkeit, aber dass sie alle unbeliebt waren, kann ich nicht bestätigen. Unbeliebt waren vor allem die Algerier, denen man mangelnden Respekt vor Frauen vorwarf sowie, schnell das Messer zu ziehen. Da kursierten regelrechte Schauergeschichten - ich habe aber festgestellt, dass diese keineswegs auf alle zutrafen. Über alle anderen (wozu übrigens auch Vertragsarbeiter aus Angola und Mocambique gehörten) erzählte man sich so etwas nicht, und die Algerier blieben auch nicht allzu lange. Es war aber so, dass die Vertragsarbeiter in Heimen vor allem unter sich blieben und der Kontakt mit der deutschen Bevölkerung nicht unbedingt erwünscht war (das traf vor allem auf die Vietnamesen zu). Da hatte man kaum Gelegenheit, fremde Kulturen kennenzulernen und verblieb bei seinen Vorurteilen.

Antwort
von 666Phoenix, 41
Warum gibt es im Osten so viele Rechte und im Westen so viele Linke?

Bei aller Skepsis, ob das wirklich so behauptet werden kann, mal ganz profan gesprochen:

Weil nach der Wende alles Dämliche aus dem Westen importiert werden musste. Im Osten war "links" diskreditiert, es gab keine Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit "rechts". Deswegen finden eben "rechte" Ideen, egal wie verpackt, einen gewissen Nährboden hier im Osten. 

Im Westen entstand dadurch ein "rechts"-Vakuum, in das "linke" Kräfte strömten (wobei hier stark relativiert werden sollte: Extremisten sind Extremisten, egal ob von "links" oder von "rechts"!).

Damit verschoben sich die Relationen "links"-"rechts" eben in diese Richtung.

Antwort
von Hegemon, 86

Gegenfrage: Warum wird in den sogenannten Qualitätsmedien nicht thematisiert, daß es im Osten wesentlich mehr Linke-Wähler gibt als im Westen?

Wie diese Art von Qualitätsjournalismus funktioniert, kann Du hier nachlesen:

http://www.achgut.com/artikel/duenkel\_und\_hochmoral\_journalismus\_ueber\_ostd...

Und danach darfst Du mal darüber nachdenken, WARUM man unbedingt dieses Bild projizieren will: Es macht sich immer gut, wenn man dem schlichten Pöbel einen Prügelknaben präsentiert, dem er sich überlegen fühlen kann.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Wird es. 

Aber Linke wählen heißt ja nicht gleich, dass man keine rassistischen und fremdenfeindlichen Einstellungen vertritt. 

Viele Menschen wählen Linke, weil sie einfach wirtschaftlich zu den Verlierern der Wende gehören, nicht weil ihnen die Flüchtlingspolitik gefällt.

Kommentar von Hegemon ,

Nein, wird es nicht.

Außerdem ist Deine Behauptung großer Quark. Die Wähler kennen ganz genau den Standpunkt der Linken zur Flüchtlingsthematik.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Das die Wähler den Standpunkt bestreite ich ja gar nicht.

Doch natürlich wird das thematisiert. Die Wahlergebnisse im Osten werden genauso diskutiert wie alle anderen. 

Die AfD hat in fast allen östlichen Bundesländern der Linken viele Wählerstimmen abgenommen. 

Denkst du Millionen Menschen sind plötzlich von recht weit links zu ziemlich rechts gewandert? 

Nein, die Linke war eben Protestpartei und wurde von Menschen gewählt, die mit der bestehenden Politik nicht einverstanden waren. Eben weil sie oft zu den Verlierern der Wende gehörten oder anderweitig sogenannte "Abgehängte" waren.

Vor der AfD war eben die Linke die einzige Protestpartei mit beständigem Erfolg und rechts konnte man nicht Protest wählen, da die NPD vielen dann doch zu nazihaft war und die anderen rechten Splitterparteien nicht ernstzunehmen.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Ich stimme ja zu, dass in vielen Medien auch viel "Ossi-Bashing" betrieben wird und das ist natürlich Quatsch. Auch im Westen gibt es mehr als genug Rassismus und wie schon in die Überschrift einer meiner Lieblingszeitungsartikel lautet "Clausnitz liegt in Deutschland". 

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind gesamtdeutsche Probleme.

Trotzdem kann man von "wählt links" nicht auf "ist pro-Geflüchtete und andere linke Themen" schließen. Sonst wäre bspw. Brandenburg eine linke Utopie. Aber das ist es leider nicht.

Kommentar von Hegemon ,

Wenn Wahlergebnisse im Osten thematisiert werden, wird das Ergebnis der AfD herausgestellt. Es wird allerdings nicht thematisiert, daß gleichzeitig die Linke im Osten die Stimmenanteile einer Volkspartei hat. Im angeblich so braunen Thüringen ist sie sogar Regierungspartei. Man blendet die Linke-Wähler aus und zeigt mit dem Finger auf die AfD-Wähler. Viele Stimmen verloren haben auch die anderen Parteien - das ist kein Alleinstellungsmerkmal der Linken.

Linke wählen heißt genau das: daß man keine rassistische und fremdenfeindliche Einstellung vertritt. Vielleicht beliest Du Dich erst mal, was links bedeutet?

Und bevor Du Dich hier überhaupt so produzierst, solltest Du erst mal den Artikel von Alexander Wendt lesen, den ich verlinkt habe. Wenn Du das gemacht hättest, würdest Du nämlich anders argumentieren.

Antwort
von Lazarius, 15

So ist der Lauf der Zeit. Vor vielen Jahren war das genau andersrum.

Antwort
von DerJustinBieber, 93

In der DDR wurden Akademiker nicht gefördert, auch die Kirche wurde sehr stark verdrängt. Einzig allein der Staat war das an was man glauben sollte. Als dann nach der Wende alles zusammen brach. Kam für viele die große Leere. Mit wenig Bildung, einer fehlenden christlichen Wertemoral wie im Westen und eine völlig runter gewirtschafte Wirtschaft führte dazu, dass viele Menschen empfänglich für rechte und linke Parolen im Osten wurden.

Kommentar von latricolore ,

christlichen Wertemoral

Was hat die damit zu tun??

Kommentar von DerJustinBieber ,

Na, das man halt nicht gegen Ausländer ist, zum Beispiel.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Das müsste man aber zum Beispiel der Christlich-Sozialen Union mal beibringen.

Kommentar von DerJustinBieber ,

Ja da hast du recht, ich habe damit ja auch nicht jeden im Osten gemeint ;)

Kommentar von Hegemon ,

"In der DDR wurden Akademiker nicht gefördert,"

Dein ganzer Kommentar ist Kokolores, aber bei dem Satz mußt Du mir mal erklären, was Du meinst. Studieren war in der DDR nicht nur kostenlos, sondern man bekam ein Stipendium. Jeder. Außerdem bekam jeder einen Wohnheimsplatz (und mußte nicht wie heute verzweifelt nach einer Unterkunft suchen), und an die Hochschulen waren sogar Kinderkrippen angeschlossen.

Was die Bildung angeht, war das Niveau sogar an den (republikweit nach einheitlichen Lehrplänen arbeitenden) POS deutlich höher als an bundesdeutschen Privatgymnasien: https://www.youtube.com/watch?v=R9pPNpmh5zo Da sind die EOS noch nicht mal abgehandelt.

"...Humangenetiker und Bevölkerungswissenschaftler Volkmar Weiss, lebt in Leipzig. Was insofern von Belang ist, als er zu DDR-Zeiten jahrelang Forschungen zur Intelligenz der Bevölkerung machen konnte, die ihn zu der Erkenntnis führten, dass hier "um 1990 eine Generation heranwuchs, die sich in ihrem mittleren IQ mit Ostasien (dieser gilt als einer der weltweit höchsten, Anm. d. Red.) messen konnte." (Die Welt vom 28.09.2001)


Kommentar von 666Phoenix ,

hegemon, Du sprichst mir aus der Seele. Das Bildungsniveau, bes. zur DDR,  ist eben hier im Lande grauenhaft mies!

Kommentar von schnoerpfel ,

Wer brav dem System folgte, durfte auch Abitur machen und studieren. Ja... Alle anderen hatten Pech. Systemkritiker, Anhänger alternativer Jugendszenen (Punks, Grufties usw.). bekamen höchstens von VP und Lehrkräften was auf die Mütze.

Kommentar von voayager ,

was ist denn das für ein Unsinn, natürlich wurden tüchtige Akademiker gefördert, sehr sogar. Die DDR hatte sehr viel mehr für Bildung getan, als die alte BRD sowie das jetzige D.

Hierzulande haben wir ziemlich viele Ungebildete!

Kommentar von Claud18 ,

Ganz so ein Unsinn ist das nicht. Wer nicht systemkonform war und das nach außen zeigte, wurde durchaus benachteiligt (bei Abitur und Studium, nicht bei der Schulbildung bis zur 10. Klasse). Was Hegemon schreibt, stimmt einerseits - es gab Stipendien für alle Studierenden und billige Wohnheimplätze für alle. Was er nicht schreibt: Im Wohnheim mussten sich 2 - 3 Studenten ein Zimmer teilen, Duschen und Küchen gab es auf dem Flur. Manche Wohnheime verfügten auch über abgeschlossene Wohnungen, in diese mussten sich dann 5 - 6 Studenten teilen. Studenten durften keinen Wohnungsantrag stellen, sondern mussten im Wohnheim verbleiben (oder bei Freunden oder Verwandten am Ort).

In einem Punkt stimme ich auch noch zu: Das Bildungsniveau an der POS war höher als heute. Ich merkte es, als meine Nichte in die Schule kam und nach der 1. Klasse noch lange nicht so weit war wie ich nach der 1. Klasse.

Antwort
von supersuni96, 78

Weil die Mauer immer noch in den Köpfen der Ostdeutschen steht. Es reichen keine 25 Jahre, um das zu ändern. Da müssen erstmal alle Leute, die die Mauer noch erlebt haben, gestorben sein, ehe sich da etwas ändert. Also mindestens noch zwei Generationen weiter. Weil die Leute, die heute 25 Jahre alt sind, ja noch von Eltern erzogen wurden, die unter dem Regime der DDR gelebt haben. Und das kann man nicht aus den Köpfen vertreiben

Kommentar von soissesPDF ,

Schmarrn.
Wohlstand, genauer "Wohlstand für alle" Altkanzler Erhardt (CDU) war das Versprechen.

- den Osten hat es nur 2x erwischt, seit dem Fall der Mauer, dass
  das Versprechen nicht stattfindet
- den Westen erst seit 30 Jahren, von Neoliberalismus und Globali-
  sierung, eben seit Fall der Mauer

Das große Versprechen der EU "Frieden, Sicherheit, Wohlstand", was genau davon ist noch übrig?

Ist ein Problem, fraglos.
"Wir haben das Beste gewollt, das Übliche ist dabei herausgekommen".

Kommentar von supersuni96 ,

Im Punkt Wohlstand muss ich dir energisch widersprechen.  Fahr mal in die Städte im Osten. Die sind in einem deutlich besseren Zustand als die Städte im Westen. Im Osten ist exzessiver Wiederaufbau betrieben worden, dabei wurde der Westen völlig vernachlässigt. 

Wenn ich nur solche Städtchen wie Eisenach, Erfurt, Torgau, Wittenberg, oder alle Städte auf Rügen und an der Ostsee mir anschaue (und ich bin da überall schon gewesen!) dann bleibt einem der Mund offen stehen, wie schön es da ist. Wenn ich dann die Städte bei uns vergleiche, die in einem deutlich schlechteren Zustand sind, frag ich mich, wo der Wohlstand ausgebrochen ist.

Antwort
von N0Nentity, 36

Gegenfrage:

Warum wird im Osten mehr links gewählt als im Westen?

Über die Rechten im Osten wird nur mehr polemisiert, während "rechts" im Westen dazugehört und als selbstverständlich wahrgenommen wird.

Antwort
von skminga, 29

Im Osten gibt es mehr Rechte UND mehr Linke als im Westen.

Antwort
von Victoryice, 1

Der Osten hat viel miterlebt das hat die Menschen vorsichtiger werden lassen!

Der Westen kennt das nicht,nimmt Terror nicht richtig wahr,unterschätzt die Gefahr!

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