Frage von FrauFriedlinde, 135

Warum gibt es Festpreise beim Kauf eines FCI- Hunde- Welpen?

Ich weiß ja, dass es nicht Sinn der FCI ist, dass sich jemand an der Hundezucht bereichert. Das ist auch gut so. Was ich nicht verstehe, warum keine Ausnahmen bei Welpenpreise möglich sind. Als Beispiel, ein Freund von mir kostet Schäferhunde. Und die kosten 650 Euro. Jetzt hat er eine Hündin, die hat unzählige Championtitel und mit der fährt er los zu auch so einen berühmten Champion. Die Welpen darf er aber auch nur für 650€ verkaufen, auch wenn ein sensationeller Welpe geboren wird. Versteht mich nicht falsch, ich möchte auf keinen Fall gewerblichen Hundehandeö unterstützen. Aber ich komme ja aus der Pferdezucht und das war genau wie Hundezucht ein Geschäft wo man finanziell eigentlich zubuttern musste. Was blieb, war Ruhm und Ehre und die Hoffnung mal einen Crack zu züchten, wo die ganze Mühe wenigstens einmal finanziell belohnt wurde. Die Züchterin meines Hundes züchtet wirklich tolle, gesunde Hunde mit extra viel Mühe und ganz viel Herz und das seit 38 Jahren. Aber sie sagt, so einen Hund, wie den meinen, hat sie von der Qualität das erste Mal gezüchtet ( was sich auch bestätigt hat) . Trotzdem hab ich den üblichen Preis der Rasse bezahlt, keinen Cent mehr. Das freut mich! Aber ist das noch doof für die Züchter? Ich hab den Sinn halt nicht verstanden ( weil ich vermutlich durch das Pferdezuchtdenken ein anderes Denken habe). Wer könnte mich da noch mal aufklären?

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 88

Hallo,

sorry, ich züchte selbst im VDH/FCI. Von so einem "Festpreis" habe ich noch nie etwas gehört - es gibt dazu im Reglement auch keinerlei Bestimmungen.

Und 650 Euro für einen VDH-Rassehund wäre schon extremst günstig - dafür kann man eigentlich gar keinen Welpen verantwortungsvoll und seriös aufziehen, zumal in den Kaufpreis ja auch die gesamten Unkosten einer Zucht mit einfließen müssen.

Es gibt immer mal Welpen, die einen "Fehler" haben - die könnte man niemals zum gleichen Preis verkaufen, wie einen fehlerlosen Welpen - denn das wäre Betrug am "Kunden".

Wie gesagt: so einen Festpreis gibt es generell im VDH/FCI nicht. Mag sein, dass ein bestimmter Rasseclub eine solche Bestimmung verfügt hat - um allen Züchtern gleiche Verkaufsbedingungen zu schaffen - das hat aber nichts mit der FCI zu tun.

Kommentar von Bernerbaer ,

Es gibt immer mal Welpen, die einen "Fehler" haben - die könnte man niemals zum gleichen Preis verkaufen, wie einen fehlerlosen Welpen - denn das wäre Betrug am "Kunden".

Genau das ist der Grund warum ich mir keinen Hund von einem (VDH)Züchter kaufen würde.

Warum ist der Hund weniger Wert? Weil er z.B. ein Birkauge oder einen Nackenfleck hat? Was ist daran Betrug?

Die Einzigen die wirkliche Fehler haben sind die Menschen mit ihren (Ideal)Vorstellungen.

Etwas anders sieht es bei eventuellen Krankheiten oder Missbildungen aus die größere Folgekosten nach sich ziehen - obwohl der Hund dadurch trotzdem nicht weniger "Wert" ist.

Kommentar von dsupper ,

Vllt. erst einmal genauer erkundigen: Es gibt z.B. Zahnstellungsfehler, die es einem Käufer nicht mehr möglich machen, mit dem Hund eine Ausstellung zu besuchen - manche Leute möchten das eben mit ihrem Hund machen. Ebenso gibt es natürlich auch Fehlfarben und und und.

Das hat nicht mit dem emotionalen Wert des Hundes für die neuen Eltern zu tun - aber es sind eben Fehler. Und wenn jemand sich bewusst aus diversen Gründen für einen Rassehund entscheidet - warum sollte er dann für einen Hund, der dem Standard nicht voll entspricht, den vollen Preis zahlen?

Der eine "Wert" hat ja mit dem anderen "Wert" nichts zu tun.

Kommentar von Bernerbaer ,

Vllt. erst einmal genauer erkundigen

Vllt. erst mal genauer lessen: Siehe meinen letzten Absatz.

Und übrigens: Der Standard ist die Natur und nicht der Mensch.

Kommentar von dsupper ,

Fehlfarben oder Ohrfehlstellungen oder eine zu große oder zu kleine Größe haben aber nichts mit Missbildungen oder eventuellen Krankheiten zu tun und ziehen auch keine Folgenkosten nach sich.

Trotzdem rechtferigen sie einen geringeren Kaufpreis, weil der Käufer mit dem Hund vllt. nicht das unternehmen kann, was er sich zum Ziel gesetzt hat: er kann keine Ausstellungen besuchen, kann z.B. bei einigen Windhundrassen nicht an den Coursings oder Rennen teilnehmen etc. pp.

Wenn du natürlich den Wert eines Hundes am Kaufpreis festmachst - und danach dann natürlich alle Hunde gleich viel wert und entsprechend auch gleich teuer sein müssten - dann hast du Recht. Dann würde sich aber auch die Frage stellen, warum Mischlinge so viel preiswerter sind? Und warum ein Tierheim- oder Straßenhund so viel weniger kostet?

Ich kann aber gut zwischen dem materiellen Wert und dem emotionellen Wert unterscheiden - und zum Glück gibt es diesen Unterschied - denn meine Hunde sind für mich einfach unbezahlbar. (und das wäre, im materiellen Sinne gedacht - sehr schlecht, denn dann hätte ich sie nicht, weil ich sie nicht hätte bezahlen können!)

PS: in der Natur gibt es keinen Standard - natürlich wird der durch den Menschen gemacht. Sonst gäbe es keine "Rassehunde" - aber was ist daran nun so schlecht? Wir hätten auch keine Milchkühe, keine Hühner, die ständig Eier legen ....


Kommentar von wotan0000 ,

Mir wurde damals eine 7 j. *ausgemusterte* Hündin günstig angeboten.

Oder ein Rüde, wo ein Hoden noch nicht im Hodensack war.

Und es gibt halt viele Fehler mit Zuchtausschluss.

Das diese Hunde günstiger sind ist doch wohl normal.

Im Gegenzug muss man ja auch mehr zahlen, wenn die Elterntiere viele Auszeichnungen haben.

Antwort
von adventuredog, 30

Von Festpreisen im allgemeinen habe ich noch nichts gehört, wird wohl auch schwierig dies durchzusetzen, klappt ja nicht einmal bei Büchern und Arzneimitteln.... 

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es im SV schon so eine Vorgabe gibt, dort ist eh alles anders  ^^   zB heissen Ahnentafeln dort Rasse-Echtheitszertifikate.

Häufiger habe ich aber folgende Aussage gelesen und diese grobe Orientierung finde ich sinnvoll,  damit Neulinge unter den WelpenInteressenten wissen womit sie beim Kaufpreis rechnen müssen:

(....) Die hier aufgeführten Würfe unterliegen den Zuchtbestimmungen des DNK und des VDH (Verbandes für das deutsche Hundewesen e. V.). 

Der Welpenpreis liegt momentan bei ca. 1.300,bis 1.500 Euro. 

Beachten Sie jedoch, dass beim Welpenkauf nicht der DNK, sondern der Züchter Ihr Vertragspartner ist.

Bitte setzen Sie sich direkt mit den Züchtern in Verbindung. Dort erfahren Sie auch alles über die Aufzucht und Haltung dieser liebenswerten Hunde. (....)

Quelle: http://www.neufundlaender-dnk.de/DWelpen.php

Wenn ein Hund/Welpe einen Fehler aufweist, bei meiner Rasse können zB Farbfehler in Form von weissen Augenpartien oder grauen statt schwarzen Plattenzeichnungen vorkommen (damit ist der Hund von Ausstellung u Zucht ausgeschlossen) zahlt man für so einen fehlgezeichneten Hund manchmal, nicht immer! einen geringeren Preis.  Das finde ich völlig legitim und der Wert des Hundes bemisst sich eh nicht in Geld, wie es hier ja bereits sehr schön beschrieben wurde. 

 Letztendlich ist der Züchter aber auch der "Hersteller" einer "Ware". So hart das für den einen oder anderen klingen mag, aber rechtlich ist das nunmal so. Er züchtet nach Vorgaben und unter bestimmten Bedingungen und die Natur macht den Rest, man könnte auch sagen: der Standard ist die Pflicht, die Natur ist die Kür @Bernerbär  ;-)

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Sehr gut erklärt

Antwort
von Goodnight, 18

Festpreise gibt es nicht, der Verband gibt aber Richtlinien / Empfehlungen ab in welchem Rahmen sich die Preise bewegen sollten. Erfahrene Züchter haben höhere Preise wie auch Züchter die an viele Ausstellungen gehen oder mit ihren Hunden Prüfungen ablegen.

Hunde mit Zuchtfehlern sind natürlich billiger abzugeben.

Für den Preis den du nennst, gibt es meines Wissens keinen Rassehund vom FCI anerkannten Züchter. Ausser der Hund hat eben einen Fehler. Sonst kosten alle Hunde eines Wurfs gleich viel. Besonders vielversprechende Welpen behalten Züchter in der Regel selber oder nehmen sie ins Zuchtrecht. Dann allerdings ist der Welpe für den Käufer auch billiger und er bezahlt auch keine Tierarztrechnungen  etc. die nötig sind für die Zuchtzulassung. Das übernimmt der Züchter.

Expertenantwort
von inicio, Community-Experte für Hund, 59

es gibt keine festpreise! weder beim VDH noch beim FCI.. manche untergruppen haben richtlinien damit sich zuechter nicht ueber- oder unterbieten..bei uns in england wurden  z.b.shiba inus immer zwischen 900-1000£ verkauft...

abweichungen nach oben oder unten sind immer moeglich also ein hoeherer preis , wenn bei eltern eines hundes gute auszeichnungen hatte oder ein niedriger preis bei fehlfarben etc...

es ist eine andere sache, ob man dann kaeufer fuer den welpen dieser preisgekroenten eltern bekommt.

mir war es aber auch viel wichtiger gute neue besiter fuer den welpen zu bekommen als einen hohen preis.

Expertenantwort
von Simone Wagner, Hundezüchterin, 14

...also auch ich habe das noch nicht gehört vom VDH, auch mir kommt der Preis für einen Welpen niedrig vor - hast du vielleicht die 1 davor vergessen? Wir züchten unsere Rasse in einem eigenständigen Verein, der all seine Züchter gut überwacht und auch die Verpaarungen nach strengen Kriterien geregelt sind. Dadurch müssen wir häufig weit zu einem Deckrüden fahren (was wir gerne tun, da es sehr sinnvoll ist). Auch bei uns gibt es eine Richtlinie für den Welpenpreis - vorschreiben aber kann man das nicht. In der Regel kosten die Welpen aus einem Wurf alle das gleiche, egal, ob es ein vielversprechender Welpe für die Zucht wäre oder er in Privathand geht. Bei kleineren "Fehlerchen", wie z.B, Nabelbruch o.ä. bespricht man mit dem Käufer, ob man entweder einen Nachlass gibt oder die Kosten einer OP übernimmt, sollte dies nötig sein.

Antwort
von froeschliundco, 31

hab noch nie gehört das es festpreise gibt bei (fci-)hunden...ist dein kollege irgend einem verband, verein angeschlossen die das so handhaben?

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